Aus dem Gerichtssaal - Nur keine Angst, der Andreas Hofer gehört gewiss nicht dazu! Denn für eine Volkserhebung gegen die bösen Invasoren, die Franzosen und die Bayern, bestanden im jahr 1809 gewiss einige Bedingungen, angefangen von der Zwangseinhebung von Rekruten für die bayerische Armee, wo doch die Tiroler bereits im Jahre 1511 ihrem Landesherrn das Recht abgetrotzt hatten, ihren Wehrdienst nur zur Verteidigung ihres Landes leisten zu müssen. Schon von daher kam ihre über die Jahrhunderte gewachsene Treue zum Hause Habsburg. Ansonsten tut man sich heute schwer, gewisse Erlässe Hofers aus der zwei Monate währenden Zeit im Jahre 1809 zu verstehen, während welcher er in der Hofburg in Innsbruck residierte und das Regiment führte. So widersetzte er sich auf Betreiben des Kapuzinerpaters Haspinger der von den Bayern auch für Tirol eingeführten Pockenimpfung. Begründung: Dadurch wird Tiroler Seelen bayerisches Denken eingeimpft! Auch verbot er alle Bälle und Feste, befahl er „Frauenzimmern“ ihre Brüste und Armfleisch mit undurchsichtigem Stoff zu bedecken, auch sollten alle Wirtshäuser während des Gottesdienstes geschlossen bleiben.
Aus einem gänzlich anderen Holz geschnitzt als der Hofer war der Michael Gaismair. Geboren 1490 in Sterzing als Sohn eines Bauern, genoss der begabte Knabe eine gründliche Schulausbildung. Auf Empfehlung seines ersten Dienstherren, des Landeshauptmannes Leonhard von Völs, wurde er vom Fürstbischof von Brixen Sebastian Sprenz als dessen persönlicher Sekretär eingestellt. Als solcher wurde er am 09. Mai 1525, also vor 500 Jahren, Augenzeuge der Befreiung durch Bauern des vom Bischof zum Tode durch Verbrennen verurteilten Antholzer Fischers Peter Passler. Diese Aktion bildete den Auftakt eines anschließenden Aufstandes von ca. 5.000 Bauern, zu deren Anführer Michael Gaismair dann gewählt wurde. Der Landesfürst Erzherzog Ferdinand lockte ihn zu Verhandlungen nach Innsbruck, wo er ihn einkerkerte. Gaismair gelang jedoch nach einigen Wochen die Flucht. Ab diesem Zeitpunkt galt er als vogelfrei und als Staatsfeind Nummer 1. Er setzte sich zunächst nach Zürich ab, wo er Kontakt mit dem Reformator Ulrich Zwingli aufnahm. Danach ließ er sich in Klosters im Prättigau nieder, wo er seine als soziale Kampfschrift bekannte Landesordnung entwarf. 1526 unterstützte er dann noch die Salzburger Bauern in ihrem Kampf gegen den Fürsterzbischof Matthäus Lang, bevor er sich nach Venedig absetzte, wo er als Söldner der Markusrepublik diente. Am 15. April 1532 wurde er von Auftragskillern des Erzherzogs Ferdinand für ein Kopfgeld von 1.000 Gulden ermordet.
Wodurch unterscheidet sich Gaismair von Hofer? Ein Volksheld wie dieser ist er nie geworden. Er war ein sozialer Utopist, er strebte eine Gemeinschaft von Gleichen an, eine Forderung, die er aus der Bibel ableitete. Er wollte die Monarchie abschaffen und Tirol in eine Republik verwandeln. Insofern war er ein Vorläufer der 1848iger Revolution. Auf Gaismair könnte der Refrain des Hecker-Liedes passen:
„Er hängt an keinem Baume,
Er hängt an keinem Strick.
Er hängt an einem Traume
Von der Republik.“
Peter Tappeiner
Rechtsanwalt
Tschengls - Aus einem Gefühl der Unsicherheit heraus, da es in Tschengls mehrere Einbrüche und Einbruchsversuche gegeben hatte, baten Gemeindereferent Johann Thurner und Herbert Raffeiner die Behörden um eine öffentliche Aussprache. Der Kommandant der Vinschger Ortspolizei Oberstleutnant Christian Carli und Vizeinspektorin Tanja Plörer stimmten zu, woraufhin sich an die 50 Personen im Kultursaal aus erster Hand informierten.
Carli betonte zu Beginn, dass ihm der Kontakt zu den Bürger:innen wichtig sei. Dann rief Plörer grundlegende Verhaltensweisen in Erinnerung, um das Eigentum zu schützen. So sollte z.B. ein Haus einen bewohnten Eindruck machen, wenn man verreist.
Wenn Nachbarn oder Spazier-gänger:innen etwas Verdächtiges auffällt, sollten sie nicht zögern, die Behören zu informieren. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, empfahl Carli, „gegen Einbrecher haben wir nur mit eurer Hilfe eine Chance, denn ihr habt zusammen mehr Augen als wir.“ Die Polizei kann Personenkontrollen durchführen, Kennzeichen überprüfen und bald auch das Material der öffentlichen Videoaufzeichnungen von Plaus bis Graun und in den Seitentälern auswerten. Der oft gehörte Vorwurf, dass die Polizei nichts gegen Einbruchserien unternehme, wurde zurückgewiesen. Carli beteuerte: „Wir fahren viele Kilometer Streife und sind auch in Zivil unterwegs.“
Gegen WhatsApp Gruppen für die Sicherheit, wie es sie vielerorts gibt, habe die Polizei nichts. Es sei eine schnelle Methode, einander zu informieren. Wegen der Datenschutzbestimmungen wurde davor gewarnt, Fotos von Personen zu verbreiten. Hilfreich waren die Tipps, wie man sich nach einem Einbruch verhalten sollte: Ruhe bewahren, sofort die Polizeikräfte informieren, Spuren sichern, Anzeige/Strafantrag erstatten. Bei einem Drittel der Fälle erfolge dies nicht. Dann zählt der Einbruch auch statistisch nicht, was sich negativ auf die Besetzung von Stellen auswirkt.
Kommt es zu einem Zusammentreffen zwischen Besitzer:innen und Einbrecher:innen, sei es besser, sich nicht in den Weg zu stellen, sondern sich Gesicht und evtl. Autokennzeichen zu merken, um sofort die Polizei zu verständigen. Man dürfe zwar jemanden festhalten, bis die Polizei kommt. Es sei aber fraglich, ob man dies unversehrt schaffe. Die Definition von „Notwehr“ wurde diskutiert. Dazu stellte Oberstleutnant Carli klar: „Die Verhältnismäßigkeit muss gegeben sein. Wir leben in einem Rechtsstaat und in diesem Spektrum haben wir zu handeln.“
Mit den beiden wichtigen Telefonnummern bei Gefahr, Bedrohung oder einem Verdacht (112 – Notrufnummer oder 338/4934117 – Ortspolizei, 24 Stunden erreichbar) verabschiedete sich die Ortspolizei von einigermaßen beruhigten Bürger:innen.
Maria Raffeiner
Schlanders/KVW Bezirkstagung - Im Mittelpunkt der KVW Bezirkstagung am 8. Februar in der Feuerwehrhalle in Schlanders stand der Tätigkeitsbericht des Bezirksvorsitzenden Heinrich Fliri. Geehrt wurden auch drei langjährige Mitarbeiterinnen.
von Heinrich Zoderer
Mit Stolz konnte Fliri in Anwesenheit der verschiedenen Funktionäre, sowie auch des Landesvorsitzenden Werner Steiner und des KVW Geschäftsführers Werner Atz auf eine vielfältige und engagierte Tätigkeit der insgesamt 42 Ortsgruppen zurückblicken. In erster Linie sind es viele Frauen, die in den Ortsausschüssen, als Frauenvertreterinnen bzw. in den Seniorenclubs sich ehrenamtlich engagieren und sich für die sozialen Grundwerte, ein menschenwürdiges, friedliches und solidarisches Zusammenleben einsetzen und gesellige Veranstaltungen organisieren. Die insgesamt 238 ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen haben 7.500 Stunden für die Allgemeinheit gearbeitet und 141 Veranstaltungen mit 2.000 Teilnehmer:innen durchgeführt. Durch die KVW Bildung wurden fast 2.000 Weiterbildungsstunden angeboten. Es gibt ein vielfältiges Kursangebot für Jugendliche, Erwachsene und Senioren, auch gesellschaftspolitische und gesellige Angebote, Fahrten, Spielnachmittage und unterschiedliche Aktionen. Ausführlich berichtete Fliri über die umfangreiche, aber gesellschaftspolitisch hochaktuelle Tätigkeit der Arbeitskreise. Es gibt den Arbeitskreis Sanität unter der Leitung von Gottfried Theiner, der sich um die Gesundheitsversorgung und die Erhaltung der Dienste im Krankenhaus Schlanders einsetzt und freiwillige Nachtwachen zur Unterstützung für Kranke organisiert. Immer wichtiger wird der AK Recht auf Wohnen unter der Leitung von Georg Lechner. Es geht um eine neue Wohnbaupolitik, leistbare Wohnungen und bezahlbare Mieten. Sehr aktuell sind der AK Nachhaltigkeit, den Annemarie Kainz koordiniert, sowie die Schwerpunktthemen „Demenzfreundlicher Vinschgau“, die Organisation der Grenzpendlertagung und das Angebot „Senioren und die digitale Welt“. Bei der Bezirkstagung wurden auch drei verdiente Mitarbeiterinnen geehrt. Es sind dies: Rosa Stecher aus Prad, seit 1975 in der KVW OG Prad aktiv und seit 26 Jahren im Bezirks- und Landesausschuss, Gertrud Telser, seit 30 Jahren Vorsitzende der Ortsgruppe Matsch, sowie aktiv im Bezirks- und Landesauschuss und Sigrid Stecher, seit 25 Jahren Ortsvorsitzende der OG Laas. Bei der Bezirkstagung wurden auch die Kandidat:innen aus dem Vinschgau für die Neuwahl des KVW Landesausschusses am 26. April vorgestellt: Heinrich Fliri, Carla Grüner, Gudrun Warger, alle aus Schlanders, sowie Herbert Pfeifer aus Burgeis und Otto Platzgummer aus Göflan. Mit Grußworten des Landesvorsitzenden und des KVW Geschäftsführers und einem Imbiss endete die Bezirkstagung.
Nauders - Die Winter.Wunder.Welt in Nauders wurde kürzlich zur atemberaubenden Bühne für das winterliche Event „Frozen Lights“. Vor der malerischen Kulisse des Schlosses Naudersberg erlebten rund 1.000 begeisterte Zuschauer eine Show aus Eiskunstlauf, beeindruckenden Lichteffekten und stimmungsvoller Musik.
Ein besonderes Highlight des Abends war der Auftritt von „Elsa“ aus dem bekannten Film „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“. Mit ihrem Hit „Let it go“ verzauberte sie Jung und Alt gleichermaßen und schuf magische Momente.
Die talentierten Eiskunstläufer des Tiroler Eislaufverbands präsentierten abwechslungsreiche Choreografien, die durch eine perfekt abgestimmte Musikauswahl und spektakuläre Lichtinstallationen unterstützt wurden. Der Abend fand seinen krönenden Abschluss in einer eindrucksvollen Feuershow, die die Zuschauer in Staunen versetzte.
Auch die Eishockeyspieler aus Nauders ließen es sich nicht nehmen, mit einer Fahnendarbietung das Publikum zu begeistern. Manuel Baldauf, Geschäftsführer des Tourismusverbands Tiroler Oberland – Erlebnisraum Nauders, zeigte sich sichtlich erfreut:
„Es war ein unvergesslicher Abend, der die perfekte Symbiose aus Sport, Kunst und moderner Technik präsentierte. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Ausgabe von Frozen Lights.
GESUNDHEIT
Halt ist Teil der Haltung - nicht nur sprachlich. Wer Halt erfährt, kann Haltung zeigen und in schwierigen Situationen auch Haltung bewahren. Damit sind sowohl die innere (psychische) als auch die äußere (physische) Haltung gemeint. Dieser Mensch ist gestärkt, stark, widerstandsfähig, belastbar und standfest. Er gibt sich über die Haltung Halt und dieser Halt verleiht Haltung. Dabei kommt dem seelischen Aspekt eine bedeutende Rolle zu: wer nämlich nur eisern trainiert oder sich eine Haltung aneignet, um nach außen stark zu wirken ohne sein Inneres mitzunehmen, der verleugnet sich selbst. Dieser Weg führt in die Irre. Das äußere Gerüst hält ohne innere Stabilität auf Dauer nicht Stand. Wenn die Seele sich zurückzieht, zerfällt die Form.
Gib Dir selbst Halt – auch und besonders beim Essen. Der Löffel geht zum Mund und nicht umgekehrt! Eine gerade Sitzhaltung ermöglicht Dir mehr Achtsamkeit für Deine Nahrungsaufnahme, für Dein Essen, und Du kannst eher dankbar sein. Halte einen kurzen Moment inne, bevor Du zu essen beginnst. Ganz leicht gelingt eine aufrechte Haltung beim Essen, wenn Du Dein Becken nach vorne rollst, dann richtet sich die Wirbelsäule wie von alleine auf. Ich garantiere Dir, dass Dein Essen anders schmeckt. Probiere es aus!
Wer innehält, bekommt von innen Halt.
Petra Gamper
GesundSein
Seminare - Coaching - Training
www.petra-gamper.com
Ende des Dramas: unbekannt!
Ein eigenartiges Bühnenstück in mehreren Akten wird zur Zeit in Schlanders geschrieben:
Der 1. Akt beginnt mit der kurzfristigen Mitteilung des Sanitätsbetriebes (Prot. Nr. /2024/BC v. 27.11.2024) über einen am 11.12.2024 bevorstehenden Hausärztin-Wechsel und der verpflichenden Aufforderung der neuen Arztwahl.
Dies hat das mehrstündige Patienten-Chaos am 12.12.2024 am Schalter des Sprengel Schlanders zur Folge (die Presse hat darüber berichtet).
Der 2. Akt setzt sich fort mit der relativ zügigen Vormerkung eines Termins bei der neuen Basisärztin, bei dem vorwiegend über administrative und weniger über medizinische Anliegen gesprochen wurde, also: Datenaustausch, Uhrzeiten für Visiten, Rezeptabgabe, Freischaltung der Patientenakten, Zugang über eine App zum Patienten-Portal „atlasmedica“ mit entsprechenden Passwörtern etc.
(Anm.: Grundvoraussetzung dafür ist die Kenntnis und Fähigkeit der Nutzung moderner Komunikationsmittel).
Nach Überwindung dieser Hürden fühlt sich der Patient einigermaßen medizinisch abgesichert und verbringt zuversichtlich die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage.
So auch der Schlanderser Bürgermeister, der in der ersten Ausgabe der Gemeinderundschau 2025 (GRS 01/2025) noch frohlockend über die Inbetriebnahme der kostspieligen Bereitstellung der neuen Gemeinschaftspraxis berichtet. Er gibt auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass weitere Basisärzte in diese Gemeinschaftspraxis einziehen mögen, da diese vorerst nur von der besagten, neuen Ärztin - mietfrei - genutzt wird.
Im 3. Akt ziehen die ersten Nebelschwaden durch den Vinschger Hauptort und verdunkeln den an sich glasklaren Januarhimmel.
Die ersten Gerüchte, die soeben erst eingestellte, neue Basisärzte würde ihre Arbeitsstelle in der schönen, neuen Praxis bereits wieder verlassen, verdichten sich.
Unsicherheit befällt die Patienten, die noch von der umständliche Arztwahl Ende 2024 geschockt sind.
Aber wie das so bei Gerüchten ist: „nichts Genaues weiß man nicht!“
Die Nebelschwaden in der Gerüchteküche verdichten sich jedoch zusehends:
Versuche, Termine über die moderne App zu buchen, sind fehlgeschlagen, auf eine SMS Anfrage, ob die Fäden nach einer kleinen Wundbehandlung entfernt werden könnten, folgt die SMS-Antwort „in der Praxis nur mit mitgebrachter Fadenentfernungsklinge (stitch cutter) möglich“ !
Nun ist die Verunsicherung total, nachdem auch noch der bereits festgelegte Termin für diese „Operation“ telefonisch vom „Sekretär“ der Ärztin verschoben wird. Ausserdem gelingt es bis dato dem Patienten nicht, das notwendige Arztbesteck vorort bei den Apotheken aufzutreiben, da bisher nie angefragt.
Eine Bestellung über Amazon wäre nach eigener Recherche allerdings möglich........
Ende des Dramas: unbekannt!
Das (Patienten-)Publikum stellt sich allerdings die Frage, wie weit es in diesem Bühnenstück mit dem „Eid des Hippokrates“, den jeder Arzt/jede Ärztin - auch nach den neuesten Regeln der Genfer Konvention - ablegt, ist!
Franz G. Angerer, Kortsch
Richtigstellung im Sinne des Pressegesetzes
Zum Artikel „Der Gordische Knoten vom Niederjochferner“.
Es entspricht nicht der Wahrheit, dass die Schnalstaler Gletscherbahnen AG darauf vergessen hat, um eine Konzessionsverlängerung anzusuchen. Fakt ist, dass die Grundbesetzungskonzession für die Gebäude auf Grawand (Bergstation und Hotel) im Jahr 2000 für 28 Jahre erneuert wurde, und zwar noch vor Ablauf der ehemaligen Konzession aus dem Jahre 1974. Im aktuellen Gerichtsverfahren geht es außerdem nicht um das Eigentum dieser Gebäude, sondern um die Anpassung des Grundbuchstandes an die bereits erlassenen Verwaltungsakte aus dem Jahr 2000. Demzufolge entspricht es auch nicht der Wahrheit, dass die Aktionäre aufgrund eines Versäumnisses des derzeitigen gesetzlichen Vertreters aus eigener Brieftasche für angebliche Versäumnisse desselben irgendetwas bezahlen müssten.
Diese doch feinen Unterschiede sollten einem versierten Rechtsanwalt durchaus geläufig sein. Was indes die Mutmaßung von RA Tappeiner anbelangt, dass der gesetzliche Vertreter womöglich den Überblick verloren und deshalb die Verlängerung verabsäumt haben könnte, noch der lapidare Hinweis, dass dieser zum Zeitpunkt der Verlängerung und in den Folgejahren bis 2014, noch gar nicht im Amt war.
Elmar Pichler Rolle
Kommunikation Athesia Gruppe
HAIKU - GEDICHT
Verbranntes Land –
Schnee auf beiden Seiten
des Stachelzauns.
©Helga Maria Gorfer
Kommentare und Anfragen zum Thema Haiku an: helga.gorfer58@gmail.com
Heydorf-Loretzhof IV. - Jeden zweiten Donnerstag besuche ich die Redaktion des Vinschgerwind und gehe an diesem wunderschönen Juwel, mitten in Schlanders, vorbei. Ich kann immer wieder staunen über die schönen Proportionen, die eleganten Details, ohne „kosmetische Eingriffe“, die je nach Lichtverhältnissen anders wirken. Da muss ich zwangsläufig an die zu vielen Zerstörungen, die unser Land genehmigt, denken...
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it
Graun/Vinschgau - Am 6. Februar war der zweite Teil der EURAC-Vortragsreihe „Wasser neu denken“ in Graun zu Gast. Moderatoren waren die EURAC-Mitarbeiter Jenny Ufer und Michael de Rachewiltz. Nach den Grußworten von BM Franz Prieth „Wir sind die Wassergemeinde Südtirols“ und Raika-Direktor Markus Moriggl „Wir lösen das emotionale Thema Wasser konstruktiv“ (in Schluderns begrüßten BM Heiko Hauser und Raika-Direktor Werner Platzer) war der Politologe Johannes Euler online zugeschaltet und referierte über gemeinschafltiches Wasserdenken in der Commons-Forschung. Viele aus dem Publikum erkannten sich in den „Commons“, in den so in der Forschung weltweit genannten Gemeinschaften wieder. Denn „Commons“ heißen bei uns Interessentschaften oder Genossenschaften. Die Wasserkommittees von Cochabamba, die Acueductos in Medellin in Kolumbien nannte Euler als Beispiele für tragfähige und erprobte Lösungen bei Wasserkonflikten.
Mit EURAC-Klimaforscher Marc Zebisch wurde der Klimawandel thematisiert. Seit 1980, so Zebisch, sei die mittlere Temperatur in Südtirol um 2 Grad angestiegen. „Den Klimawandel kann man nicht wegdiskutieren. Wir müssen die Emissionen runterbringen“, forderte Zebisch. Keinen Trend könne man bei der Menge des jährlichen Niederschlages ablesen. Geändert habe sich vor allem die Verteilung. Der August 2022 geht als größte Dürre seit 500 Jahren in die Annalen ein. Mit dem Klimawandel sei allerdings eine solche Dürre alle 20 Jahre möglich. Der Schnee sei, so Zebisch, die Sonnencreme für die Gletscher. Datenverbesserung, integriertes Management. Effizienzsteigerung bei der Infrastruktur und ökologische Aspekte, etwa Flussaufweitungen, nannte Zebisch als dringende Handlungsfelder.
Bei der anschließenden Runde brachten Martha Innerhofer Frank als Beregnungswartin, der ehemalige Grauner BM Albrecht Plangger, E-Werk-Prad-Geschäftsführer Michael Wunderer, Reinhard Scheiber aus dem Ötztal und Marc Zebisch Statements zu Wasserproblematiken ein. (eb)
Mals/Bahnhof des Jahres - Der Bahnhof in Mals ist die Drehscheibe und das Mobilitätszentrum im Obervinschgau. Hier endet nicht nur der Vinschgerzug, sondern von hier starten auch, abgestimmt auf die Züge, der Citybus, sowie die Busse in die Schweiz und über den Reschenpass nach Landeck. Mals ist auch Startpunkt für den Fahrradverkehr. Am Bahnhof gibt es Besonderheiten wie das Gleisfünfeck bzw. den Wendestern und den vorbildlich renovierten Wasserturm. Im Zuge der Elektrifizierung der Eisenbahn wird die Remise um 10 Meter auf 136 Meter verlängert, denn in Zukunft wird die Lagerhalle auch als Werkstätte für die Wartung der neuen Züge dienen. Mals hat wieder eine funktionierende Bahnhofsbar und ist damit eine wichtige Begegnungsstätte. Aus all diesen Gründen hat der Verein Freunde der Eisenbahn unter dem Juryvorsitzenden Arthur Scheidle, den Bahnhof von Mals zum Bahnhof des Jahres 2025 erklärt. Am 8. Februar konnte Walter Weiss, der Präsident vom Verein Freunde der Eisenbahn, bei einer Feier die Auszeichnung an den Malser Bürgermeister Josef Thurner überreichen. Mals ist somit bereits der vierte Bahnhof auf der Linie Meran – Mals, welcher diese Auszeichnung erhält. Zuvor wurden Marling (2014), Schluderns (2025) und Spondinig (2020) ausgezeichnet. BM Josef Thurner konnte bei der Feier Vertreter der Freunde der Eisenbahn, Mario Cogol, den Projektmanager der STA, Ingo Dejaco, den persönlichen Referenten von Landesrat Daniel Alfreider und Heiko Hauser, den Bürgermeister von Schluderns begrüßen, ebenso Ronald Patscheider, den Projektanten zum Umbau der Remise, sowie mehrere Bürger und Freunde der Eisenbahn. In den kurzen Ansprachen wurde die Bedeutung des Bahnhofs für den öffentlichen Verkehr unterstrichen. Es wurde um Verständnis gebeten für die Teilschließung der Linie ab 16. Februar, bzw. ab Oktober auf der ganzen Linie, weil Testfahrten durchgeführt werde müssen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Musikkapelle Matsch, für den Umtrunk und das leibliche Wohl sorgte das Team der Bahnhofsbar Mals. (hzg)
Schluderns/Vinschgau - Mit der Veranstaltungs- und Vortragsreihe „Wasser neu denken“ hat die EURAC großteils „Eulen nach Athen“ getragen. Eulen nach Athen tragen heißt soviel wie Überflüssiges bringen, denn Eulen waren in Athen jede Menge. Trotzdem haben die Vorträge auch Bemerkenswertes gebracht. Im Vintschger Museum in Schluderns, das die sehenswerte Ausstellung „Wasser-Wosser“ beheimatet, haben die EURAC-Vorträge der Politikwissenschaftlerin Hannah Kosow (UNi Stuttgart) und der Sozialwissenschaftlerin Mirjam Huber trotz vieler Erfahrungsübereinstimmungen einige Hinweise mit großem Lerneffekt gebracht. „Wir versuchen unterschiedliche Perspektiven auf die Wasserproblematik zu werfen“, hat der Direktor des Center for Advanced Studies von Eurac Research Harald Pechlaner vorausgeschickt. Hannah Kosow erläuterte die ungleiche Verteilung von Wasser weltweit. Zwischen Nutzungskonflikte, Verteilungs- und Schutzkonflikte bis hin zum Schutz vor Wassergefahren. Wasserkonflikte seien ein Spiegel sozialer und politischer Machtverhältnisse. Bemerkenswert: Die Konfliktdefinition (man nennt das heutzutage „framing“) macht einen Unterschied und ist entscheidend dafür, wie mögliche Antworten auf Wasserkonflikte ausfallen können.
Wie die lokalen Medien über eine „Winterdürre“ und über Wasserkonflikte berichten, welche Wortwahl sie gebrauchen, wie sie „lokales framing“, also wie die Medien solche Themen (auch mit Bildern) definieren, darüber hat Mirjam Huber geforscht und mehr als 200 Beiträge in lokalen deutschen und italienischen Medien ausgewertet. Viel werde in diesem Zusammenhang über unbeeinflussbare Phänomene berichtet, über moralisches Verhalten (Responsability), über technische Lösungen (Rationalisierung), über Verteilungskonflikte (Antagonisierung) und wenig über die Wasserknappheit aufgrund des Klimawandels (Ökologisierung) berichtet. Es sei, so forderte es Huber, eine lokale Deutung über die Zusammenhänge zwischen Wassermangel und Klimawandel höcht vonnöten. Denn es scheine, dass sich wiederholte Definitionen fortsetzten und Macht und Interessen wiederspiegeln. Gegen die Desinformationen über die sozialen Medien wie X oder facebook könne man nicht viel machen. Allerdings sei es wichtig unterschiedliche Medien zu konsultieren und den Medien zu vertrauen.
Aus ganz anderem Holz war der Vortrag von Gianni Bodini geschnitzt. Bodini nahm die Leute mit auf eine Bilderreise durch viele Kontinente, in denen allerorts mit ähnlichen Mitteln wie im Vinschgau, vor allem mittels Waalen, Wasser auf Felder und Wiesen geführt wird. (eb)
SÜDTIROL AKTUELL
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