Dienstag, 17 November 2015 12:00

Josef Perger | Patrizia, Trauer als Kunst, ein Pioniergedanke...

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Perger2Josef Perger - Bekannt wurde der Kulturwissenschftler durch verschiedene Presseberichte über seine Lehrgänge für Entwurf und Gestaltung in Laas. Geboren wurde er 1954 im österreichischen Mitterkirchen, lebt mit seiner Familie in Prad im Vinschgau und ist Dozent für Philosophie an der Universität Innsbruck. Zur Zeit arbeitet er an der Weiterentwicklung zu einem Masterstudium, das auch für Handwerker offen ist. In einem kürzlich erfolgten Telefongespräch teilte er mit, einige Zeit in der Toskana  verbringen zu wollen und freut sich, „dass man auf engsten Raum wunderbare Sprachreisen unternehmen kann“.


Perger genießt das Dreiländereck, in dem er lebt und in dem sich seine Arbeit abwickelt mit den Sprachen Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch (Englisch kommt natürlich dazu, wahscheinich auch Französisch). Gemeint ist hier Pergers Freude an der Vielsprachigkeit, was eigentlich ganz selbstverständlich ist, jedenfalls in der Schweiz. Und dorthin führt eine andere Spur seiner Arbeit und zwar an die ETH Zürich, wo man sich unter anderem mit  dem Problem der Abwanderung aus den Dörfern beschäftigt. Der Partner, mit dem er dort am meisten zusammenarbeitet, ist Gion Caminada, der bekannte Architekt, der selber in einem kleinen Dorf in der Peripherie wohnt. Dazu  Markus Larcher (FF Nr.44, 29.Okt. 2015) im Kulturportrait über Caminada: „Es ist ihm ein großes Anliegen, dass diese Dörfer nicht ihre Lebenskraft verlieren. Das geht nur, wenn es in der Peripherie etwas Starkes gibt, das Anziehungskraft hat. Dafür muss man was tun...Wir wünschen, dass diese Lebensformen auch viel mit Handwerk zu tun haben.“
Weder bei den Architekten noch bei den Handwerkern gibt es ein Fach, das die kulturelle Identität einer Region vermittelt oder verstärkt. Im demnächst beginnenden Masterlehrgang  der Weiterbildungsuniversität Krems geht es darum „die Sinne neu zu schärfen“.
pergerGetragen wird diese Universität von drei Regionen: Graubünden, Vinschgau, Wachau. Immer deutlicher werden die architektonischen Gemeinsamkeiten zwischen dem Obervinschgau und Graubünden, jedenfalls was die alte Baukultur betrifft. Warum ist dieser Jahrhunderte alte Zusammenhang zerbrochen?
In Müstair befinden wir uns im ehemaligen Verwaltungsbezirk Obercalven; unter der Churer Verwaltung war der Obervinschgau Untercalven. Das wurde fast vergessen. Lange wurden immer nur die Schrecken der Kriegsereignisse  von 1499 als entscheidend für diese Entfremdung genannt. Trennend wirkte später die konfessionellen Streitereien zwischen Katholiken und Reformierten; geblieben ist die Häufigkeit der rätoromanischen Wortwurzeln und Namen. Erst jetzt besinnt man sich auf Gemeinsamkeiten. So entsteht langsam ein friedliches, rätisches Netzwerk.
Das Rätische Dreieck  hat auch mit der Vinschger Bahn zu tun, die mit Schweizer Triebwägen fährt und Schweizer Erfahrungen in der Verwaltung nutzt. Sie verbindet Graubünden mit dem Meraner Raum, also Zernez mit Mals im Stundentakt durch eine Busverbindung. Alte Verkehrswege und Vorlieben werden wieder lebendig.
Das Kloster Müstair ist als Weltkulturerbe ein Bezugspunkt für die ganze Gegend. Der Bürgermeister von Mals, Ulrich Veit, leitet die Klosterbuchhandlung, zumal ihm die kulturelle Zusammenschau eine Selbstverständlichkeit ist. Alles, was in Müstair passiert, wirkt  wiederum in alle Richtungen, so als gäbe es keine Grenze; Josef Perger ist ein Pionier dieser Öffnung.
Hans Wielander

P1010473Patrizia, Trauer als Kunst,  ein Pioniergedanke... - Im Laufe unserer Gespräche fiel der Satz: Die Fähigkeit zu trauern ist eine Kunst; sie muss ebenso gepflegt und vertieft werden, wie andere Künste auch.
Dabei denken wir sofort an den aus Naturns gebürtigen Hannes Benedetto Pircher, der in Wien als Grabredner Karriere macht und seine Erfahrungen und Betrachtungen im kürzlich erschienenen Buch erzählt: „SORELLA MORTE - über den Tod und das gute Leben“.
Das ist aber eine andere Geschichte; ich kehre zurück zur Patrizia Pichler, die ihre Tätigkeit vor allem in Innsbruck ausübt.  „Der Körper kennt den Weg“, schreibt sie in einem ihre Arbeit begleitenden Folter: „Seit Jahrmillionen weiß der Körper mit dem Trauma umzugehen“. Zivilisationsbedingt haben wir es verlernt. Die Methode „Somatic Experiencing“ nutzt das Wissen des Körpers, Traumata zu lösen.
„Für eine Kultur des Fühlens“ ist ein anderer Satz, den die Patrizia programmatisch aufstellt, im Zusammenhang mit dem Bild eines Lebensbaumes. Dem positiv gedruckten Astwerk steht das negative Wurzelwerk gegenüber, alles zusammen bildet einen schön abgerundeten Kreis. In dieser Abrundung liegt die Wahrheit. Daraus ergeben sich neue Erkenntnisse, wichtig für die Festigung im Lebensprozess.
Und eine Zeile weiter: „Praxis für Trauma - Arbeit und Trauerbegleitung“. Ich versuche, Wurzeln zu schlagen, besser gesagt, ich versuche, mich zurecht zu finden. Habe ich oder  kenne ich ein Trauma?  Kenne ichTrauer? Vor Kurzem ist ein guter Bekannter gestorben, mit 85 Jahren. Er war mein Studien- und Diskutierfreund, jedenfalls für einen längeren Zeitabschnitt; dann haben sich unsere Wege getrennt und wir haben uns kaum mehr gesehen. Bei seinem Begräbnis in Meran ... habe ich da getrauert? Seine ganze Familie mit all den Verästelungen im ganzen Land und die vielen Bekannten waren versammelt. Trauer als Quelle der Kraft und Lebensfreude. Es war wahrlich ein Familienfest; darüber haben wir alle uns gefreut.
Genau genommen war das eine Verhaltensweise, die wir seit Jahrmillionen kennen: Die Hinterbliebenen feiern. Das kennen   wir von“primitiven“ Stämmen, die auch nicht traurig sind, wenn jemand zu den Ahnen geht. Da beginnt ein neues Leben.
LebensbaumDie  Angehörigen sind nicht traurig. Trauer herrschte allerdings, als die todkranke und leidende Katze „entsorgt“ werden mussten. Aber ein Trauma war auch das nicht.
„Die Unfähigkeit zu trauern“ fällt mir ein, ein Schlagwort, aber auch das führt in eine andere Richtung.Deshalb bleibe ich bei Patrizias Ausgangspunkt: Trauer als Kunst, die gepflegt sein will, wie alle Künste. Wie ist das eigentlich, wenn ich an einen geliebten Musiker denke, etwa an Schubert? Ein Freund brach in Tränen aus, nachdem er den schön rührend gestalteten Schubertfilm gesehen hatte. Das war ergreifende Musik. Das war echtes Mitgefühl. Der Freund hat geweint und ich habe ihn getröstet.
Die Patrizia schreibt weiter: „Praxis für Traumaarbeit und Trauerbegleitung ...Als Krankenpflegerin auf der Geburtshilfe und später im Hospiz habe ich intensiv Anfang und Ende des Lebens erlebt.“ Ähnliches denken wir, wenn wir uns das Ende Mozarts vergegenwärtigen ...das himmlisch ergreifende Requiem, Musik, die halb im Dieseits, halb im Jenseits verankert ist. Tränen des Ergriffenseins, auch was das Leben des Musikers betrifft. Er wird zum Familienmitglied.
Wenn wir Kunstwerke der Renaissance betrachten - schöne Frauen zum Beispiel - , die kaum religiöse Gedanken wecken, sondern an die Freuden des Lebens erinnern, dann stelle ich mir einen alten Herrn vor, der mit Wehmut an die junge Frau denkt, deren Bild er nun anbetet.
Kunst und Trauer, Kunst als Trauer, Kunst als Ersatz für Trauer und Bewältigung von Traumata. Es gibt Symphonien, in denen die Musikgenies - Beethoven, Brams, Mahler - all ihre Sehnsüchte, Wünsche, Erfüllungen hineinlegen. Wir können an ihrer Gefühlswelt teilnehmen, spüren das Trauma, die schädigende Gewalt, wir fühlen die Spannung, die Brüche, die Erlösung. Über ihre Werke, in denen Trauer und Schmerz läuternd wirken, finden wir Gemeinsamkeit und werden Familie. Das hohe Lied der Trauerbewältigung finden wir in der Musik und im Text der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Das Leiden Christi, die Passion, all das wird duchgespielt und endet in jubelnder Trauer, ähnlich wie im afroamerikanischen Gospelgesang.
Kunst ist Trauer, Trauer als Kunst ... das Schönste an unserem Gespäch war das Weiterentwickeln der Frage, ob wir uns in eine künstliche Trauerstimmung versetzen können und inwiefern Trauern eine Kunst wäre. Lachend tranken wir unseren Kaffee und haben Trauma Trauma sein lassen.
Hans Wielander


Tel.+43(0)664/5609212
info@patrizia-pichler.com

www.patrizia-pichler.com

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Jubiläumsjahr. 1525: Die Bauern waren unterdrückt und mussten so viele Steuern und Abgaben an die Regierenden (Adel & Kirche) zahlen. Das Leben wurde unerträglich und so brach der Bauernkrieg aus. 2025: Der SBB regiert das Land mit und manche Bauern holen sich mit Steuerbegünstigungen, Fördergelder und Subventionen das Geld zurück. Panta rhei: So dreht sich die Geschichte.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Zuckbichl. Das Bild erweckt in mir eine sonderbare und unerklärliche Nostalgie.
Vielleicht weil die Fotografie nur das Vergangene festhalten kann?
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Am Schnatzhof. Es war einmal... vor dem Hof ein besonderer Gast gelandet. Er möchte in der warmen Stube einkehren, aber er war zu groß und zu dick und konnte nicht durchschlüpfen. In wenigen Tagen aber konnte er so viel abnehmen und wurde dünn wie eine (Mond)-Sichel und klopfte an die Tür. Doch wenn er so schnell zunehmen kann, wie er abnimmt, dachte der ...

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Heydorf-Loretzhof IV. Jeden zweiten Donnerstag besuche ich die Redaktion des Vinschgerwind und gehe an diesem wunderschönen Juwel, mitten in Schlanders, vorbei. Ich kann immer wieder staunen über die schönen Proportionen, die eleganten Details, ohne „kosmetische Eingriffe“, die je nach Lichtverhältnissen anders wirken. Da muss ich zwangsläufig an die zu vielen Zerstörungen, die unser Land genehmigt, denken...
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Weltkulturerbe der UNESCO. Bald sollen auch die aus Schluderns stammenden Haflinger dazukommen. Die Waale auf der Malser Haide, die Transhumanz der Schafe in Schnals sind schon dabei. Aber die Liste kann unendlich verlängert werden: Die Stilfserjoch-Straße, das Scheibenschlagen, ....
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Die Nachtfotografie. Da ich immer weniger Schlaf brauche, bin ich öfters bei Dunkelheit unterwegs. So habe ich die Nachtfotografie entdeckt. Damit meine ich nicht nur den Himmel und seine leuchtenden Bewohner. Der schwarze Mantel der Nacht verdeckt vielen Unfug, lässt aber hier und dort einige schöne Sachen durchblicken...
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Ein Frühlingsgruß. Die nächste Vinschgerwind-Impression wird meine 500ste sein, und bis auf 1000 komme ich sicher nicht. Ich freue mich über die Rückmeldungen, weil mit einer Kleinigkeit kann ich andere überraschen und glückliche Augenblicke schenken. Vielleicht wäre es schön, die besten Impressionen in einem Katalog zu sammeln. Wenn der eine oder andere Gönner sich melden würde, könnte die Idee bis Weihnachten umgesetzt werden.
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Impressionen 2024

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Winterschlussverkaufszeit. Im König Laurins Gartl hat das „Land“ es uns vorgemacht, wie unsere Heimat billig verkauft werden kann. Welches ist das nächste Schnäppchen?
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Patzleid & Madatsch. Im Winter wird „das Grafische“ in der Landschaft hervorgehoben. Im Frühling sind aber die farblichen Kontraste, die den Rhythmus der Landschaft betonen: Gletscherweiß, Wiesengrün, Himmelblau, Erdbraun, ...
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Am Reschensee. Nur vor über 70 Jahren war hier soviel los. Zur Zeit ist dies nach dem Brenner-Basis die größte Baustelle im Land. Bald aber werden die Fluten, wie schon damals, alles verschlingen und nur ein paar Bilder werden die Erinnerung wach halten.
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Künstliche Intelligenz. Ist die Landschaft ein allgemeines Gut? Die menschliche Intelligenz ist nicht nur dem ästhetischen, sondern auch dem wirtschaftlichen Aspekt unterworfen. Abzuwarten ist, ob die KI etwas Besseres anbieten kann.
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Vinschgau Kristallin. Das Bild erinnert mich an schöne Wanderungen, aber auch an einen Text über Marmor und Kindheit, vielleicht von Luis Stefan Stecher, ich weiß es nicht mehr so genau...
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Die Sprache der Blumen. Immer mehr schöne, alte, harmonisch gewachsene Dorfkerne werden durch und durch „anonymisiert“. Um so erfreulicher ist es, wenn so wie hier in Tschars, jemand seinen persönlichen Akzent setzt.
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Die Kofelraster Seen. Eine für Körper und Seele lohnende Wanderung. Über den Seen schwebt die tragische Sage eines Liebespaares, in der auch der Zwerg „Muegg“ und der „Hohe Dieb“ vorkommen.
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Ferragosto. Wenig begangene Gegenden soll ich nicht so oft zeigen, ansonsten könnten sie überlaufen werden. „Kritische Situatonen“ soll ich unterlassen, sonst „maulen“ die überempfindlichen Bespritzer und Gastronomen. Ich probiere es diesmal mit der Milchstraße, mal schauen ob sich die Kühe auch melden werden.

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Der Kaandlwool. Laut der Geschichtsbücher gab es eine Steinzeit, eine Bronzezeit, eine Eisenzeit, ... Aber von Holzzeit ist nie die Rede. Dieses wunderbare Holzensemble beim Greithof spricht eindeutig dafür.
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Das Glück der Langsamkeit. Früher bin ich mit einem schnelleren Schritt unterwegs gewesen. Jetzt aber muss ich auch öfters rasten. Und gerade bei so einer Rast, auf dem Weg zum Sällentjoch, habe ich den glücklichen Augenblick eingefangen.
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Kontraste. Die Grüne Oase des stattlichen Gurschlhof, schon 1262 erwähnt, vermittelt Ruhe.
Ab und zu im Inneren des Berges wacht der „Wasserdrache“ wieder auf und spuckt Unruhe und Geröll ins Tal.
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Am Tartscher Bichl. Eigentlich ist für die Fotografen jedes Wetter ein gutes Wetter. Aber wenn es mit der künstlichen Intelligenz so weiter geht, brauchen wir nicht mehr ins Freie zu gehen: Ein paar Klicks auf die Tastatur und „pronto“ ist jedes Bild da.
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Kleiner Angelus Ferner. Jahr ein, Jahr aus (seit 1978) besuche ich diesen Gletscher. Auch er wird immer dürrer und runzeliger und irgendwann wird er nicht mehr da sein, oder ich schaffe es nicht mehr herauf zu kommen. Und so kann eine alte „Freundschaft“ enden.
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Es muss nicht immer Vollmond sein. „...und der Himmel war noch in der Nacht blau, und die dünne, mädchenhafte Mondsichel, ganz silbern oder ganz golden, lag auf dem Rücken mitten darin und schwamm in Entzücken.“ R. Musil
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Ohne Titel. Herbstfarben, einfach so: kein Event, keine Inszenierung, keine Spezialeffekte: die Natur ist schon speziell für sich. Ein Fest für die Sinne: Sehen, Hören, Riechen und kostet nichts.
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Äpfel & Trauben. Diese Früchte bestimmen die ländliche Kulturlandschaft. Aber auch die Geschichte des Abendlandes, angefangen mit Adam und Eva und der Erbsünde, bis zum ersten Wunder bei der Hochzeit zu Kana und und und..
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Schattenspiele. Karthaus, im Hintergrund, ist schon im Schatten verhüllt. Katharinaberg wird auch gleich vom „schwarzen Drachen“ verschlungen... Was für ein herrliches Spektakel dieses Licht- und Schattenspiel.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Schloss Juval. In Südtirol gibt es an die 300 Burgen und Schlösser. Gut zwei Dutzend davon befinden sich im Vinschgau. Von einigen sind nur Mauerreste geblieben, andere sind sehr gut erhalten und zum Teil dem Publikum zugänglich. Geschichte, Geschichten und Sagen wurden in den alten Gemäuern wie in einer Truhe, bis heute gut aufbewahrt.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Die Drachen & der Mond. Bei der Spitalkirche in Schlanders hausten zwei unersättliche Drachen. Eines Nachts wollten sie sogar den Mond verspeisen. Ich aber war schneller und habe den Mond mit meiner Kamera eingefangen. Somit können Liebespaare und Poeten den Mondschein in der
Valentinsnacht bewundern.

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Vermoi Spitz (2929m). Dieser Gipfel mit dem geheimnissvollen Namen ist einer der schönsten Aussichtspunkte des Vinschgaus. Aufgepasst: das Bild mag täuschen, von St. Martin aus ist es kein Katzensprung, aber die Mühe lohnt sich.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Die streitenden Blässhühner. Im Haidersee streiten sich einige Vögel um die wenigen eisfreien Flecken. Ein paar schauen zu. Aber wenn das Eis schmilzt, wird für alle Platz sein und die Ruhe wird wieder einkehren, so wie im Landtag...
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Beim Prälatenstein in Schlinig. Obwohl hier vorwiegend Stille herrscht, ist Rhytmus zu spüren. Fast wie in einem Musikstück und die Noten gleiten dahin.
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Frühlingserwachen. Auch die Bienen haben es nicht immer leicht. Mein winziger Garten, so wie viele andere, sind wie Oasen für die Bienen, die sich darüber freuen.
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Die Haflinger. Die Rasse ist im Jahr 1874 mit der Geburt des Hengstes 249Folie aus einer Tiroler Gebirgspferdestute und einem Araberhengst in Schluderns entstanden. Heuer wird das 150-jährige Jubiläum gefeiert.
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Impressionen 2023

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Hommage an Laas. Der Raika-Kalender 2023-Entwicklungen (der ein kleines Dorfbuch ist) wurde gut, sachlich und emotional vorgestellt. Da mich seiner Zeit der Storch in Laas hat „fallen“ lassen, bin ich mit dem Marmordorf besonders verbunden.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Der Schaukler. Seit Kurzem schwebt an der Osteinfahrt von Naturns ein neues Kunstwerk, das den Blick zwangsläufig nach oben zieht und je nach Lichtverhältnisse fast wie eine Erscheinung wirkt.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Ich hab einen Vogel... gesehen. Eigentlich waren es 24 verschiedene Vogelarten, die wir in einer Stunde sehen konnten. Das war während einer von AVIMUNDUS organisierten Vogelstimmenwanderung am Rande von Schlanders. Ich war erstaunt!
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Zurück zu den Sternen. Wenn das Wetter es erlaubt, kann man jede Nacht, auch vom Balkon aus, den Sternenhimmel bewundern. Es reicht ein „Gugger“ um den Sternen näher zu kommen. Aber im Gummer, bei Karneid, erscheint das Spektakel wirklich grandios.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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In Schlanders ist es anders. Zur Zeit sind die meisten Klettersteige der Dolomiten überlastet.
Hier aber können „besondere“ Kletterer ihre Leidenschaft in Ruhe nachgehen.
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Zur Gipfelkreuz Polemik schlage ich ungeachtet vor: vom Tarscher Wetter Kreuz zum Pfeiler, den alten Waalweg entlang zu wandern. Vielleicht eine Überraschung für Einige, die auf 2.500 Metern Höhe einen Waal nicht erwartet hätten.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Erlebnis Straße. Wann sperrt unser „Immobilitäts-Landesrat“ die Strecke Trafoi-Stilfserjoch für die Einheimischen endlich zu? Dann könnten die Adrenalintouristen unbehindert Gas geben.
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Requiem für einen Gletscher. Der Laaser Ferner am 18. Juli 2010 und am 18. Juli 2023
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Auf Failegg. Ich meide die „Erlebniswelten“, die auch bei uns immer höher-bunter-lauter werden.
Meine Erlebniswelt ist minimalistisch und doch langlebig.
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Bää, Bää, Bää ... Gleck, Gleck, Gleck. Es ist bald wieder soweit und Schafe, Treiber und Zuschauer werden wieder zusammentreffen. Es ist alles bereit. Dann ist der Sommer vorbei.
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Morgens um sieben. Die Stefanikapelle auf Platz ist wahrscheinlich eine uralte Sternwarte. Heute wie damals, hat sie im Augenblick des Sonnenaufgangs etwas Magisches.
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In Vezzan. In der Chronik des Marienberger Mönches Goswin wird schon um 1170 ein Weingut in „VETZANA“ genannt. Ein Weingarten in Vezzan zu besitzen war früher sehr begeehrt (heute sind vorallem Wohnungen gefragt). Früher waren sogar Besitzer aus 13 Dörfern aufgelistet.
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Kinder Gespräch im Zug: (...) „Warum sind die Obstkisten viereckig, wenn die Äpfel rund sind?“ ... „Wenn sie rund wären, würden sie den Hang hinunterrollen.“ „Ahh, aber warum sind die Äpfel dann nicht auch vierreckig?“ Der Zug hält an, die Kinder steigen aus und ich bleibe ohne Antwort.
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Auf Bärenstall. Ja, ein Bild kann auch riechen! Während ich das Bild anschaue, kann ich den Duft der frischen Erde riechen und dadurch werden Kindheitserinnerungen wieder wach ...
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Vintschgau. Manche Historiker, Nostalgiker oder Touristen vermissen die alte Schreibweise. Naja, angesichts des alltäglichen Wahnsinns könnte man Vinschstau schreiben und das T wäre wieder da.
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Bei Burgeis. Die Natur wechselt ihre Kleider und die Herbstkollektion ist so kurzlebig und bunt wie keine andere.
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Brot: Das Wunder. Mindestens seit 1223 wird auf Rimpf Brot gebacken. Brotbacken ist heute für einige Familien nicht nur eine ökonomische Notwendigkeit, es hat auch archaische, soziale und religiöse Komponenten: Es ist eine Art von Freiheit!
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Benedikt, Cäsarius, Johannes, Leonhard, Lucius, Maria und Martin. Bei so vielen Heiligen, wo sonst hätte das „Wunder von Mals“ stattfinden sollen, wenn nicht hier.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Der Mond über Annaberg. Das ist meine letzte Impression für das Jahr 2023. Ich wünsche allen meinen „Lesern:innen“ Glück, Gesundheit und Frieden für das nächste Jahr.
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Die Stilfserjoch „Schlange“. Seit 200 Jahren tut die Stilfserjoch Straße ihren Dienst: Zur Freude mancher und zum Ärger anderer. Sie ist ein Meisterwerk, das ich bevorzuge, in der Dämmerung oder in der Nachsaison zu fotografieren.
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Licht & Schatten. Die Spitalkirche von Latsch beherbergt den wichtigsten gotischen Altar des Vinschgaus. Ein Meisterwerk von Jörg Lederer. Aber die ganze Kirche ist ein organisch gewachsenes Kunstwerk und das Südportal aus Marmor mit der Schweißtuchgruppe ist ein Teil davon.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Jubiläum. Vor 65 Jahren wurde die Seilbahn Latsch-St.Martin im Kofel gebaut und in Kürze, nach einer Generalsanierung, wird sie den Dienst wieder aufnehmen. Mit dem Ticket kann man nicht auf dem Mond landen, aber man kommt einen Schritt näher.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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„Matscher Hennen“. Wenn es so weiter geht, kann so ein Bild selten werden: Nicht wegen den Hunderten von Vögeln (die aus einem mir unerklärlichen Grund die Burg belagern), sondern wegen des mangelnden Schnees.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Was ist Weiß? Die Wissenschaft definiert Weiß so wie Schwarz und Grau als unbunten Farben. Ist also der Laaser Marmor unbunt? Auf jeden Fall ist er schön.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Wassersparen ist angesagt. Alle reden darüber, sogar die Politiker, aber anfangen sollen immer die anderen: Die Pistenbetreiber, die durstige Apfelindustrie, die Millionen Wellness-Touristen, mein Nachbar beim Gartelen, .... Vielleicht kann ich beim Zähneputzen anfangen.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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St. Peter. Wie ein Leuchtturm thront das Kirchlein auf einem uralten Siedlungsplatz. Einmal im Jahr, seit dem Pestgelöbnis von 1635 pilgern die Matscher bis hier her.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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