„Die Vinschger sind Kämpfer und kreativ“

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Walter Holzeisen war fast 23 Jahre lang hds-Bezirksleiter. Karin Meister ist seine Nachfolgerin. Wir haben mit beiden ein Gespräch geführt: über Aufgaben, Ideen, negative Erinnerungen und darüber, was der hds mit der SVP gemeinsam hat.

 

Vinschgerwind: Herr Holzeisen: Sie waren fast 23 Jahre Bezirksleiter des hds. Was waren die Hauptaufgaben?
Walter Holzeisen: Eine meiner Hauptaufgaben war die Leitung des Bezirksbüros, der Dienstleistungen und natürlich der Mitgliederbetreuung.

Vinschgerwind: Worauf sind Sie besonders stolz?
Walter Holzeisen: Zum einen bin ich stolz, dass wir durch die gute Struktur des Verbandes unsere Kunden optimal betreuen können. Zum anderen bin ich stolz auf unsere Nähe zu unseren Mitgliedern.

Vinschgerwind: Wie geht es den hds-Mitgliedern derzeit?
Walter Holzeisen: Diese Zeit ist natürlich schlimm für unsere Mitglieder. Ganz schlimm ist, dass wir keine Planbarkeit haben. Auf und zu, aber auch die Teileinschränkung vor dem Lockdown hat nicht viel gebracht. Denn, wenn die Gastronomie eingeschränkt ist, dann spürt das auch der Handel. Wir haben wenig Frequenz in den Orten. Wir müssen verstärkt – sei es Tourismus, sei es Gastronomie, sei es der Handel – zusammenarbeiten. Das gilt für alle Ebenen: auf Gemeinde-, auf Bezirks- und auf Landesebene.

Vinschgerwind: Frau Meister, als Nachfolgerin: Welchen Erfahrungsschatz bringen Sie in den hds Vinschgau ein?
Karin Meister: Was ich mitbringe ist auf jeden Fall spartenübergreifendes Denken. Ich war lange im Tourismus tätig, aber auch schon im Ortsmarketing, wo ich mich um alle Bereiche gekümmert habe und mit allen zu tun hatte, sei es Kaufleute, wie Touristiker oder Gastwirte und auch mit dem Bauernbund. Also: Ich bringe den 360-Grad-Blickwinkel mit, das was Walter Holzeisen vorhin angesprochen hat.

Vinschgerwind: Gemünzt auf den Lockdown hieße das: Entweder alles zu oder alles offen lassen.
Karin Meister: Ja, ich finde Teillösungen nicht sinnvoll. Wir haben durch die Pandemie vor allem eines gesehen: Dass alles zusammenhängt. Wir sind ein Rad. Der eine kann nicht ohne den anderen leben. Das muss jedem bewusst werden. Auch bei Initiativen muss künftig gelten: Die Kaufleute unterstützen die Gastwirte und die Touristiker und umgekehrt.

Vinschgerwind: Derzeit schreit jeder für sich selbst. Einmal schreit der hds-Präsident Moser, dann wieder Manfred Pinzger. Besonders Moser scheint sich politisch in Stellung bringen zu wollen...
Karin Meister: Man hat in letzter Zeit schon begriffen, dass man zusammenschauen muss. Alle haben die gleichen Probleme und ich bin wirklich der Meinung, dass man versucht als Verbände für die anderen mitzudenken. Das ist einfach wichtig.

Vinschgerwind: Herr Holzeisen: Was bleibt Ihnen in besonders negativer Erinnerung?
Walter Holzeisen: Sehr negativ in Erinnerung bleibt mir die technische Regierung unter Ministerpräsident Monti. Die Öffnungszeiten wären 7 Tage die Woche 24 Stunden am Tag geplant gewesen. Gerade für unsere kleinen Betriebe haben wir geschaut, dass wir die Sonntagsschließung einhalten können. Wir haben das Schlimmste abwehren können. Und wo findet der Handel in Südtirol statt? Der Handel findet bei uns dort statt, wo die Menschen leben, also in den Ortszentren. Es ist eine unserer Hauptaufgaben die Entwicklung der Orte zu fördern und da schließt sich wieder der Kreis mit dem Tourismus und der Gastronomie, die eine große Rolle spielen. Der Handel hätte laut Monti in die Gewerbegebiete ausgesiedelt werden sollen. Unsere Orte wären gestorben. Gott sei Dank haben wir durch das Landesraumordnungsgesetz das Schlimmste abfedern können. Nur die liberalisierten Öffnungszeiten sind geblieben.

Vinschgerwind: Frau Meister: Wie ist der erste Eindruck, den Sie in den vergangenen Arbeitswochen gewonnen haben?
Karin Meister: Die Aufgabe ist sehr vielseitig. Ich war in den vergangenen Wochen viel mit Walter Holzweisen unterwegs. Ich konnte so die verschiedenen Realitäten draußen in den Orten kennenlernen. Ich bin gut gestartet.

Vinschgerwind: Herr Holzeisen: Der Handel im Vinschgau ist....
Walter Holzeisen: ... sehr vielfältig. Wir haben Gott sei Dank sehr lebendige Orte mit schönen Aktionen. Der Vinschgau ist vom Sortiment her nicht schlecht abgedeckt. Wir haben keine großen Ausreißer wenn wir vom Detailhandel im Gewerbegebiet reden. Die Vinschger sind Kämpfer und kreativ. Je weiter wir in den oberen Vinschgau kommen – vor allem in Grenznähe – desto mehr spürt man die Kreativität unserer Betriebe um das Abwandern der Kaufkraft zu verhindern. Größere Orte wie Schlanders zum Beispiel punkten durch die Vielfalt.

Vinschgerwind: Frau Meister, welche Ideen oder Pläne möchten Sie für die Zukunft schmieden?
Karin Meister: Ich werde versuchen, möglichst dazu beizutragen, dass die Leute irgendwie gut durch die Krise kommen, soweit es in meiner Macht steht. Es gibt kleine Hilfestellungen, die wir geben können, wie Ansuchen um einen Nahversorgungsbeitrag für kleine Geschäfte in der Peripherie, oder Aktionen auszuarbeiten mit dem Bezirksausschuss oder den Ortsobleuten, die alles ein wenig in Schwung halten. Die Ortsgruppe Mals zum Beispiel hat die Weihnachtsaktion trotz Corona gemacht und hatte damit einen großen Erfolg. Also organisatorische Hilfestellungen geben, im Austausch bleiben und die Kaufleute motivieren, weiterzumachen, aber auch Aktionen stattfinden zu lassen und gemeinsam neue Ideen – aus anderen Blickwinkeln – entwickeln, welche die Pandemie einfach erfordert. Wir müssen uns verändern.

Vinschgerwind: Herr Holzeisen, wo könnte man beim Vinschger Handel nachbessern?
Walter Holzeisen: Wir müssen grundsätzlich innovativer werden. Das Frühjahr im vergangenen Jahr hat uns gezeigt: Wir müssen im Onlinehandel nachbessern, ich rede da nicht von Onlinehandel wie ihn Amazon vormacht. Ich rede von einem kleinen Onlinehandel, einem Bezirksportal.

Vinschgerwind: Amazon Vinschgau sagte einmal Bezirkspräsident Dietmar Spechtenhauser im Vinschgerwind-Interview...
Walter Holzeisen: ...genau Amazon Vinschgau, nur kleiner.

Vinschgerwind: Wie weit sind Sie?
Walter Holzeisen: Wir sind bei der Überprüfung der Machbarkeit. Aber jetzt ist es höchste Zeit.

Vinschgerwind: Es gibt bereits Geschäfte, die vorgeprescht sind.
Walter Holzeisen: Ja, Omnichannel wird immer wichtiger. Der Verband steht den Betrieben in rechtlichen Belangen wie etwa Datenschutz oder Steuerrecht zur Seite.

Vinschgerwind: Frau Meister, wo sehen Sie Aufholbedarf?
Karin Meister: Ich möchte zwei Dinge dazu sagen: Einmal ist es notwendig – wie es der lvh gut vormacht - die Jugend zu stärken. Ganz ein wichtiges Thema ist auch die Betriebsnachfolge. Es sind einige wenige, die in der glücklichen Lage sind, dass der Nachwuchs schon bereitsteht. In vielen Fällen könnte es aber auch passieren, wenn niemand nachkommt, dass das Geschäft geschlossen werden muss. Der zweite Bereich, in dem ich Aufholbedarf sehe, ist die Image- und Attraktivitätssteigerung des Berufsbildes der Verkäuferin und des Verkäufers. Der Handel muss einen anderen Stellenwert erhalten. Ein Tischler oder ein Dachdecker zum Beispiel sind bei vielen höher angesehen, als eine Verkäuferin oder ein Verkäufer. Wir müssen die Synergien nutzen zwischen Berufsbildung, Lehrbetrieben und uns als hds.
Walter Holzeisen: Es ist so: Das Handwerk hat ein Ständedenken, das es so im Handel und in den Dienstleistungen aufgrund ihrer Vielfalt nicht gibt. Auf der anderen Seite ist diese Vielfalt auch ein Mehrwert, den es zu verteidigen gilt.

Vinschgerwind: Das ist wie bei der SVP, da gibt es auch ganz verschiedene Gruppierungen in einer Partei...
Walter Holzeisen (lacht): Das ist ja gut.
Karin Meister (lacht): Die Heterogenität macht es schwieriger, allen gerecht zu werden.

Vinschgerwind: Was schätzen Sie an den Kaufleuten hier im Tal, Frau Meister?
Karin Meister: Ich schätze an den Vinschger Kaufleuten, dass sie innovative Kämpfer sind, dass sie kreativ sind. Vor allem im oberen Vinschgau und in den Seitentälern sind die Kaufleute auf Grund der geografischen Gegebenheiten gezwungen, kreativ zu sein und gehen perfekt auf die Nahversorgungsbedürfnisse der Kunden ein.

Vinschgerwind: Zwei positive Aspekte, die die Corona-Krise mit sich gebracht hat?
Karin Meister: Das Bewusstsein, dass wir auch in der Peripherie (fast) alles haben, was wir brauchen, Wertschätzung. Und: Die Motivation neue Wege zu gehen, vor allem in Richtung Digitalisierung. Viele haben die Not genutzt, um kreativ zu werden und sind über sich hinausgewachsen.
Walter Holzeisen: Ja, die Zufriedenheit und die Wertschätzung mit dem, was vor Ort geboten wird. Und zum Zweiten: Der Gemeinschaftssinn ist für viele wertvoller geworden.

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Jubiläumsjahr. 1525: Die Bauern waren unterdrückt und mussten so viele Steuern und Abgaben an die Regierenden (Adel & Kirche) zahlen. Das Leben wurde unerträglich und so brach der Bauernkrieg aus. 2025: Der SBB regiert das Land mit und manche Bauern holen sich mit Steuerbegünstigungen, Fördergelder und Subventionen das Geld zurück. Panta rhei: So dreht sich die Geschichte.
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Zuckbichl. Das Bild erweckt in mir eine sonderbare und unerklärliche Nostalgie.
Vielleicht weil die Fotografie nur das Vergangene festhalten kann?
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Am Schnatzhof. Es war einmal... vor dem Hof ein besonderer Gast gelandet. Er möchte in der warmen Stube einkehren, aber er war zu groß und zu dick und konnte nicht durchschlüpfen. In wenigen Tagen aber konnte er so viel abnehmen und wurde dünn wie eine (Mond)-Sichel und klopfte an die Tür. Doch wenn er so schnell zunehmen kann, wie er abnimmt, dachte der ...

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Heydorf-Loretzhof IV. Jeden zweiten Donnerstag besuche ich die Redaktion des Vinschgerwind und gehe an diesem wunderschönen Juwel, mitten in Schlanders, vorbei. Ich kann immer wieder staunen über die schönen Proportionen, die eleganten Details, ohne „kosmetische Eingriffe“, die je nach Lichtverhältnissen anders wirken. Da muss ich zwangsläufig an die zu vielen Zerstörungen, die unser Land genehmigt, denken...
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Weltkulturerbe der UNESCO. Bald sollen auch die aus Schluderns stammenden Haflinger dazukommen. Die Waale auf der Malser Haide, die Transhumanz der Schafe in Schnals sind schon dabei. Aber die Liste kann unendlich verlängert werden: Die Stilfserjoch-Straße, das Scheibenschlagen, ....
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Die Nachtfotografie. Da ich immer weniger Schlaf brauche, bin ich öfters bei Dunkelheit unterwegs. So habe ich die Nachtfotografie entdeckt. Damit meine ich nicht nur den Himmel und seine leuchtenden Bewohner. Der schwarze Mantel der Nacht verdeckt vielen Unfug, lässt aber hier und dort einige schöne Sachen durchblicken...
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Ein Frühlingsgruß. Die nächste Vinschgerwind-Impression wird meine 500ste sein, und bis auf 1000 komme ich sicher nicht. Ich freue mich über die Rückmeldungen, weil mit einer Kleinigkeit kann ich andere überraschen und glückliche Augenblicke schenken. Vielleicht wäre es schön, die besten Impressionen in einem Katalog zu sammeln. Wenn der eine oder andere Gönner sich melden würde, könnte die Idee bis Weihnachten umgesetzt werden.
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Impressionen 2024

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Winterschlussverkaufszeit. Im König Laurins Gartl hat das „Land“ es uns vorgemacht, wie unsere Heimat billig verkauft werden kann. Welches ist das nächste Schnäppchen?
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Patzleid & Madatsch. Im Winter wird „das Grafische“ in der Landschaft hervorgehoben. Im Frühling sind aber die farblichen Kontraste, die den Rhythmus der Landschaft betonen: Gletscherweiß, Wiesengrün, Himmelblau, Erdbraun, ...
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Am Reschensee. Nur vor über 70 Jahren war hier soviel los. Zur Zeit ist dies nach dem Brenner-Basis die größte Baustelle im Land. Bald aber werden die Fluten, wie schon damals, alles verschlingen und nur ein paar Bilder werden die Erinnerung wach halten.
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Künstliche Intelligenz. Ist die Landschaft ein allgemeines Gut? Die menschliche Intelligenz ist nicht nur dem ästhetischen, sondern auch dem wirtschaftlichen Aspekt unterworfen. Abzuwarten ist, ob die KI etwas Besseres anbieten kann.
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Vinschgau Kristallin. Das Bild erinnert mich an schöne Wanderungen, aber auch an einen Text über Marmor und Kindheit, vielleicht von Luis Stefan Stecher, ich weiß es nicht mehr so genau...
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Die Sprache der Blumen. Immer mehr schöne, alte, harmonisch gewachsene Dorfkerne werden durch und durch „anonymisiert“. Um so erfreulicher ist es, wenn so wie hier in Tschars, jemand seinen persönlichen Akzent setzt.
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Die Kofelraster Seen. Eine für Körper und Seele lohnende Wanderung. Über den Seen schwebt die tragische Sage eines Liebespaares, in der auch der Zwerg „Muegg“ und der „Hohe Dieb“ vorkommen.
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Ferragosto. Wenig begangene Gegenden soll ich nicht so oft zeigen, ansonsten könnten sie überlaufen werden. „Kritische Situatonen“ soll ich unterlassen, sonst „maulen“ die überempfindlichen Bespritzer und Gastronomen. Ich probiere es diesmal mit der Milchstraße, mal schauen ob sich die Kühe auch melden werden.

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Der Kaandlwool. Laut der Geschichtsbücher gab es eine Steinzeit, eine Bronzezeit, eine Eisenzeit, ... Aber von Holzzeit ist nie die Rede. Dieses wunderbare Holzensemble beim Greithof spricht eindeutig dafür.
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Das Glück der Langsamkeit. Früher bin ich mit einem schnelleren Schritt unterwegs gewesen. Jetzt aber muss ich auch öfters rasten. Und gerade bei so einer Rast, auf dem Weg zum Sällentjoch, habe ich den glücklichen Augenblick eingefangen.
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Kontraste. Die Grüne Oase des stattlichen Gurschlhof, schon 1262 erwähnt, vermittelt Ruhe.
Ab und zu im Inneren des Berges wacht der „Wasserdrache“ wieder auf und spuckt Unruhe und Geröll ins Tal.
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Am Tartscher Bichl. Eigentlich ist für die Fotografen jedes Wetter ein gutes Wetter. Aber wenn es mit der künstlichen Intelligenz so weiter geht, brauchen wir nicht mehr ins Freie zu gehen: Ein paar Klicks auf die Tastatur und „pronto“ ist jedes Bild da.
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Kleiner Angelus Ferner. Jahr ein, Jahr aus (seit 1978) besuche ich diesen Gletscher. Auch er wird immer dürrer und runzeliger und irgendwann wird er nicht mehr da sein, oder ich schaffe es nicht mehr herauf zu kommen. Und so kann eine alte „Freundschaft“ enden.
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Es muss nicht immer Vollmond sein. „...und der Himmel war noch in der Nacht blau, und die dünne, mädchenhafte Mondsichel, ganz silbern oder ganz golden, lag auf dem Rücken mitten darin und schwamm in Entzücken.“ R. Musil
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Ohne Titel. Herbstfarben, einfach so: kein Event, keine Inszenierung, keine Spezialeffekte: die Natur ist schon speziell für sich. Ein Fest für die Sinne: Sehen, Hören, Riechen und kostet nichts.
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Äpfel & Trauben. Diese Früchte bestimmen die ländliche Kulturlandschaft. Aber auch die Geschichte des Abendlandes, angefangen mit Adam und Eva und der Erbsünde, bis zum ersten Wunder bei der Hochzeit zu Kana und und und..
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Schattenspiele. Karthaus, im Hintergrund, ist schon im Schatten verhüllt. Katharinaberg wird auch gleich vom „schwarzen Drachen“ verschlungen... Was für ein herrliches Spektakel dieses Licht- und Schattenspiel.
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Schloss Juval. In Südtirol gibt es an die 300 Burgen und Schlösser. Gut zwei Dutzend davon befinden sich im Vinschgau. Von einigen sind nur Mauerreste geblieben, andere sind sehr gut erhalten und zum Teil dem Publikum zugänglich. Geschichte, Geschichten und Sagen wurden in den alten Gemäuern wie in einer Truhe, bis heute gut aufbewahrt.
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Die Drachen & der Mond. Bei der Spitalkirche in Schlanders hausten zwei unersättliche Drachen. Eines Nachts wollten sie sogar den Mond verspeisen. Ich aber war schneller und habe den Mond mit meiner Kamera eingefangen. Somit können Liebespaare und Poeten den Mondschein in der
Valentinsnacht bewundern.

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Vermoi Spitz (2929m). Dieser Gipfel mit dem geheimnissvollen Namen ist einer der schönsten Aussichtspunkte des Vinschgaus. Aufgepasst: das Bild mag täuschen, von St. Martin aus ist es kein Katzensprung, aber die Mühe lohnt sich.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Die streitenden Blässhühner. Im Haidersee streiten sich einige Vögel um die wenigen eisfreien Flecken. Ein paar schauen zu. Aber wenn das Eis schmilzt, wird für alle Platz sein und die Ruhe wird wieder einkehren, so wie im Landtag...
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Beim Prälatenstein in Schlinig. Obwohl hier vorwiegend Stille herrscht, ist Rhytmus zu spüren. Fast wie in einem Musikstück und die Noten gleiten dahin.
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Frühlingserwachen. Auch die Bienen haben es nicht immer leicht. Mein winziger Garten, so wie viele andere, sind wie Oasen für die Bienen, die sich darüber freuen.
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Die Haflinger. Die Rasse ist im Jahr 1874 mit der Geburt des Hengstes 249Folie aus einer Tiroler Gebirgspferdestute und einem Araberhengst in Schluderns entstanden. Heuer wird das 150-jährige Jubiläum gefeiert.
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Impressionen 2023

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Hommage an Laas. Der Raika-Kalender 2023-Entwicklungen (der ein kleines Dorfbuch ist) wurde gut, sachlich und emotional vorgestellt. Da mich seiner Zeit der Storch in Laas hat „fallen“ lassen, bin ich mit dem Marmordorf besonders verbunden.
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Der Schaukler. Seit Kurzem schwebt an der Osteinfahrt von Naturns ein neues Kunstwerk, das den Blick zwangsläufig nach oben zieht und je nach Lichtverhältnisse fast wie eine Erscheinung wirkt.
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Ich hab einen Vogel... gesehen. Eigentlich waren es 24 verschiedene Vogelarten, die wir in einer Stunde sehen konnten. Das war während einer von AVIMUNDUS organisierten Vogelstimmenwanderung am Rande von Schlanders. Ich war erstaunt!
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Zurück zu den Sternen. Wenn das Wetter es erlaubt, kann man jede Nacht, auch vom Balkon aus, den Sternenhimmel bewundern. Es reicht ein „Gugger“ um den Sternen näher zu kommen. Aber im Gummer, bei Karneid, erscheint das Spektakel wirklich grandios.
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In Schlanders ist es anders. Zur Zeit sind die meisten Klettersteige der Dolomiten überlastet.
Hier aber können „besondere“ Kletterer ihre Leidenschaft in Ruhe nachgehen.
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Zur Gipfelkreuz Polemik schlage ich ungeachtet vor: vom Tarscher Wetter Kreuz zum Pfeiler, den alten Waalweg entlang zu wandern. Vielleicht eine Überraschung für Einige, die auf 2.500 Metern Höhe einen Waal nicht erwartet hätten.
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Erlebnis Straße. Wann sperrt unser „Immobilitäts-Landesrat“ die Strecke Trafoi-Stilfserjoch für die Einheimischen endlich zu? Dann könnten die Adrenalintouristen unbehindert Gas geben.
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Requiem für einen Gletscher. Der Laaser Ferner am 18. Juli 2010 und am 18. Juli 2023
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Auf Failegg. Ich meide die „Erlebniswelten“, die auch bei uns immer höher-bunter-lauter werden.
Meine Erlebniswelt ist minimalistisch und doch langlebig.
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Bää, Bää, Bää ... Gleck, Gleck, Gleck. Es ist bald wieder soweit und Schafe, Treiber und Zuschauer werden wieder zusammentreffen. Es ist alles bereit. Dann ist der Sommer vorbei.
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Morgens um sieben. Die Stefanikapelle auf Platz ist wahrscheinlich eine uralte Sternwarte. Heute wie damals, hat sie im Augenblick des Sonnenaufgangs etwas Magisches.
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In Vezzan. In der Chronik des Marienberger Mönches Goswin wird schon um 1170 ein Weingut in „VETZANA“ genannt. Ein Weingarten in Vezzan zu besitzen war früher sehr begeehrt (heute sind vorallem Wohnungen gefragt). Früher waren sogar Besitzer aus 13 Dörfern aufgelistet.
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Kinder Gespräch im Zug: (...) „Warum sind die Obstkisten viereckig, wenn die Äpfel rund sind?“ ... „Wenn sie rund wären, würden sie den Hang hinunterrollen.“ „Ahh, aber warum sind die Äpfel dann nicht auch vierreckig?“ Der Zug hält an, die Kinder steigen aus und ich bleibe ohne Antwort.
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Auf Bärenstall. Ja, ein Bild kann auch riechen! Während ich das Bild anschaue, kann ich den Duft der frischen Erde riechen und dadurch werden Kindheitserinnerungen wieder wach ...
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Vintschgau. Manche Historiker, Nostalgiker oder Touristen vermissen die alte Schreibweise. Naja, angesichts des alltäglichen Wahnsinns könnte man Vinschstau schreiben und das T wäre wieder da.
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Bei Burgeis. Die Natur wechselt ihre Kleider und die Herbstkollektion ist so kurzlebig und bunt wie keine andere.
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Brot: Das Wunder. Mindestens seit 1223 wird auf Rimpf Brot gebacken. Brotbacken ist heute für einige Familien nicht nur eine ökonomische Notwendigkeit, es hat auch archaische, soziale und religiöse Komponenten: Es ist eine Art von Freiheit!
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Benedikt, Cäsarius, Johannes, Leonhard, Lucius, Maria und Martin. Bei so vielen Heiligen, wo sonst hätte das „Wunder von Mals“ stattfinden sollen, wenn nicht hier.
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Der Mond über Annaberg. Das ist meine letzte Impression für das Jahr 2023. Ich wünsche allen meinen „Lesern:innen“ Glück, Gesundheit und Frieden für das nächste Jahr.
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Die Stilfserjoch „Schlange“. Seit 200 Jahren tut die Stilfserjoch Straße ihren Dienst: Zur Freude mancher und zum Ärger anderer. Sie ist ein Meisterwerk, das ich bevorzuge, in der Dämmerung oder in der Nachsaison zu fotografieren.
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Licht & Schatten. Die Spitalkirche von Latsch beherbergt den wichtigsten gotischen Altar des Vinschgaus. Ein Meisterwerk von Jörg Lederer. Aber die ganze Kirche ist ein organisch gewachsenes Kunstwerk und das Südportal aus Marmor mit der Schweißtuchgruppe ist ein Teil davon.
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Jubiläum. Vor 65 Jahren wurde die Seilbahn Latsch-St.Martin im Kofel gebaut und in Kürze, nach einer Generalsanierung, wird sie den Dienst wieder aufnehmen. Mit dem Ticket kann man nicht auf dem Mond landen, aber man kommt einen Schritt näher.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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„Matscher Hennen“. Wenn es so weiter geht, kann so ein Bild selten werden: Nicht wegen den Hunderten von Vögeln (die aus einem mir unerklärlichen Grund die Burg belagern), sondern wegen des mangelnden Schnees.
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Was ist Weiß? Die Wissenschaft definiert Weiß so wie Schwarz und Grau als unbunten Farben. Ist also der Laaser Marmor unbunt? Auf jeden Fall ist er schön.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Wassersparen ist angesagt. Alle reden darüber, sogar die Politiker, aber anfangen sollen immer die anderen: Die Pistenbetreiber, die durstige Apfelindustrie, die Millionen Wellness-Touristen, mein Nachbar beim Gartelen, .... Vielleicht kann ich beim Zähneputzen anfangen.
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St. Peter. Wie ein Leuchtturm thront das Kirchlein auf einem uralten Siedlungsplatz. Einmal im Jahr, seit dem Pestgelöbnis von 1635 pilgern die Matscher bis hier her.
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