Nach grünem Licht für das Rahmenabkommen sind sich Land und Sozialpartner einig: Mit bilateralem Solidaritätsfonds und außerordentlichem Lohnausgleich greifen die Zahlungen an Arbeitnehmer breit.
Das Land Südtirol hat gestern (1. April) zusammen mit den Sozialpartnern die Unterschrift unter ein Rahmenabkommen gesetzt: Dadurch greift die außerordentliche Lohnausgleichskasse auch für jene Arbeitnehmer, die auf keine anderen Zugänge zugreifen können. Getragen wird das Rahmenabkommen vom Land Südtirol, den Arbeitgeberverbänden und den repräsentativen Gewerkschaften gemeinsam.
Landeshauptmann Arno Kompatscher sieht dies als einen Baustein im Gesamtbauwerk: "Schritt für Schritt setzen wir die notwendigen Maßnahmen um. Im gemeinsamen Schulterschluss wird uns das gelingen."
Die Landesregierung ist überzeugt, mit dem Abkommen einen Rettungsschirm für den Bereich Arbeit aufzupannen, der in der Corona-Krise möglichst viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützt.
Damit haben nun auch jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Zugang zu einem Lohnausgleich, die nicht in den ordentlichen Lohnausgleich fallen, erklärt Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer: "Der außerordentliche Lohnausgleich wird in Südtirol und im Trentino, im Unterschied zum restlichen Staatsgebiet, über den bilateralen Solidaritätsfonds ausgezahlt. Dadurch erhalten nun auch jene Beschäftigte Zugang zum Lohnausgleich, die ansonsten durch das soziale Netz fallen würden."
Den Antrag an den Fonds stellen die Arbeitgeber über das vom Naitionalen Institut für Sozialfürsorge NISF/INPS zur Verfügung gestellte Informationssystem. "Ziel dabei war, den Weg der Antragsstellung und Genehmigung so kurz als möglich zu halten, damit die Auszahlung durch das NISF/INPS so schnell als möglich bei den Betroffenen ankommt", sagt Landesrat Achammer. Eine wesentliche Voraussetzung ist: Die begünstigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen in der Zeit vom 23. Februar 2020 bis zum 17. März 2020 beim Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein.
LPA/gst
Die Regelung des Energiebonus wird verlängert. Die Landesregierung behält die bislang geltenden Anwendungen bis Ende 2021 bei.
Auf Vorschlag von Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer hat die Landesregierung heute (31. März) den Energiebonusverlängert. Unter dem Titel "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Energiebonus in Umsetzung der europäischen Richtlinien" wurde die Durchführungsverordnung beschlossen, die im Landesgesetz Raum und Landschaft den nachhaltigen Umgang mit Energie in Gebäuden regelt.
Damit wurde das geltende Reglement des Energiebonus verlängert, der Privaten und Unternehmen gewährt wird, die nachhaltig sanieren oder bauen. Die Verlängerung dient dazu, eine Übergangszeit nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes einzurichten. "Die Verlängerung des Energiebonus ist eine pragmatische und bereits bekannte Regelung für Bürgerinnen und Bürger, die in nächster Zeit nachhaltig sanieren oder neu bauen möchten", sagt Landesrätin Hochgruber Kuenzer. Wichtig für derart schwierige Zeiten wie während der Corona-Krise sei es, "von Seiten der Politik Sicherheit und gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um Druck aus dem Zeitplan zu nehmen", bekräftigt Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer und sagt: "Bis zum 31. Dezember 2021 können alle den heute gültigen Energiebonus beanspruchen, sofern sie bis dahin den Baubeginn gemeldet haben."
Die Nachhaltigkeit, für die der Energiebonus greift, wird in der Gesamtenergieeffizienz bemessen, die mit der Klimahaus-Berechnung ermittelt wird. Wer beispielsweise ein Gebäude der Klasse G auf Klasse C saniert, verringert den Energieverbrauch um die Hälfte.
Erst am 21. Februar diesen Jahres hatte die Landesregierung die Aktualisierung der EU-Richtlinie ratifiziert, mit der die neuen Mindeststandards für die verschiedenen Klimahausklassen festgelegt wurden, die auch schon im geltenden Raumordnungsgesetz wirksam sind.
Mit der heute genehmigten Durchführungsverordnung finden diese EU-Mindeststandards zukünftig auch mit dem neuen Gesetz Raum und Landschaft Anwendung.
LPA/LPA
Zur Abfederung der Corona-Folgen legt die Landesregierung ein Wirtschafts-, Familien- und Sozialpaket auf. Es umfasst Maßnahmen von über zwei Milliarden Euro.
Die Südtiroler Landesregierung hat heute (31. März) ein umfassendes Wirtschafts-, Familien- und Sozialpaket auf den Weg gebracht, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Bereits ab Montag werden erste Maßnahmen umgesetzt. Alle Landesressorts haben in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern ein umfassendes Bündel an Maßnahmen ausgearbeitet, um finanzielle Ausfälle infolge der Corona-Pandemie in den verschiedensten Bereichen aufzufangen und die Basis für einen Neustart zu legen.
"Wir haben heute ein Bündel mit weit über hundert Maßnahmen auf den Weg geschickt, um Familien und Unternehmen bei der Überwindung der Krise zu unterstützen", erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Dies sei ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg, den es nun in gemeinsamer Überzeugung und mit Optimismus zu beschreiten gelte. Dabei wolle die Landesregierung zuallererst vermeiden, dass Unternehmen und Familien in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Daher werde die Landesregierung auch in Zusammenarbeit mit den Banken Liquidität schaffen. "Härtefälle wollen wir besonders im Auge behalten", sichert der Landeshauptmann zu. "Wir haben uns auch auf Direktzahlungen geeinigt, um Familien schnell unter die Arme zu greifen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln", sagt der Landeshauptmann. Der Landeshauptmann spricht von einem Finanzvolumen von über vier Milliarden Euro, wobei über zwei Milliarden Euro aus dem Landeshaushalt kommen sollen.
Langfristig negativen Auswirkungen vorbeugen
Das Land werde sich auch verschulden, sagt Landeshauptmann Kompatscher, "um langfristigen negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Land und Leute vorzubeugen". Die Ausgabe von Landesanleihen werde ebenso geprüft wie die Aufnahme von Darlehen bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Das gute Rating käme dabei dem Land zugute.
Ein erstes Maßnahmen-Paket mit kurzfristigen Dringlichkeiten und Ausgaben von rund 80 Millionen Euro hatte die Landesregierung bereits vor rund zwei Wochen beschlossen. Dieses beinhaltet Maßnahmen zur Liquiditätsbeschaffung, die Aufschiebung von Fälligkeiten, die schnellere Auszahlung von Förderungen sowie die Stundung von Rückzahlungen in den Rotationsfonds.
Der heutigen Entscheidung der Landesregierung sind Gespräche mit den Sozialpartnern, also mit den Wirtschaftsverbänden und den Gewerkschaften, aber auch mit den Banken und den Garantiegenossenschaften vorausgegangen. Auch der Südtiroler Landtag über die Vorgehensweise informiert. Die Maßnahmen werden nun Schritt für Schritt umgesetzt, sobald die rechtlichen und finanztechnischen Voraussetzungen geschaffen sind.
Touristischer Restart im Blick
"Die Wirtschaft Südtirols ist in weiten Teilen stark heruntergefahren worden. Über begünstigte Darlehen und eine Reihe weiterer Maßnahmen werden wir eine schnelle Hilfe geben, um den Motor wieder zum Laufen zu bringen und den durch die Corona-Krise entstandenen Schaden abzufedern", betont nach der heutigen Sitzung der Landesregierung Landeshauptmannstellvertreter und Tourismuslandesrat Arnold Schuler. Er verweist darauf, dass IDM in seinem Auftrag das Maßnahmenpaket Restart Südtirol geschnürt habe, um den Wirtschaftskreislauf wieder in Schwung zu bringen. "Damit sollen die Wettbewerbsfähigkeit Südtirols in allen Sektoren gestärkt und neue Strategien entwickelt werden", sagt der Landesrat.
Arbeit erhalten und Betriebe sichern
Arbeit erhalten, Betriebe sichern und Wirtschaft fördern hat Landesrat Philipp Achammer zu den Prioritäten in seinem Zuständigkeitsbereich erklärt. "Wir wollen einen schnellen und unbürokratischen Zugang zum Lohnausgleich erreichen. Eine Partnerschaft mit den Banken soll Vorauszahlungen möglich machen, ein entsprechend ausgestatteter SolidaritätsfondsBeschäftigte auffangen, die keinen Zugang zum Lohnausgleich haben", informiert der Landesrat. Unter den verschiedenen Maßnahmen zur Sicherung von Betrieben weist er besonders auf die geplanten Verlustbeiträge für kleine Unternehmen mit starkem Umsatzverlust hin. Diese sollen Verlustbeiträge im Wert von 3000 bis 10.000 Euro erhalten. "Ein neu zu errichtender Krisen- und Konjunkturfonds soll uns schließlich dabei helfen, nach der Ausnahmesituation die Wirtschaftskreisläufe schnell wieder anzukurbeln", sagt der Landesrat für Handel und Dienstleistung, Handwerk, Industrie und Arbeit.
Familien: Soziale Hilfestellungen werden ausgebaut
"Mit einem ambitionierten Paket will die Landesregierung nun den Südtirolerinnen und Südtirolern zur Seite stehen und sie schnell und unbürokratisch unterstützen", hebt Familien- und Soziallandesrätin Waltraud Deeg hervor. Dazu zählen unter anderem die Ausdehnung der Mietbeiträge, eine Aufstockung einkommensunterstützender Leistungen und der vereinfachte Zugang zur finanziellen Sozialhilfe. Für die 13.400 Mieter des Wohnbauinstituts (WOBI) ist eine Stundung der Miete vorgesehen, wenn es zu einem krisenbedingten Ausfall des Einkommens gekommen ist. "Wichtig ist, dass wir die bestehenden Leistungen beibehalten und fristgerecht ausbezahlen", betont die Landesrätin. Nicht nur für die momentane Krise, sondern auch für die Zeit danach gebe es bereits Pläne – so werde derzeit unter anderem über eine Verstärkung der Sommerbetreuungsangebote diskutiert. Um den Projektträgern Sicherheit geben zu können, sei nun die Beschleunigung der Auszahlung von Beiträgen und die Kostenübernahme für ausgefallene Projekte von großer Bedeutung.
Nicht aus dem Blick verlieren will die Landesregierung das Ehrenamt, den sogenannten dritten Sektor. Man werde den unterschiedlichen Situationen Rechnung tragen, um die wertvolle Arbeit der Vereine für die Zukunft zu sichern.
LPA/jw
Nach einem Datenabgleich zwischen medizinischer Einsatzleitung des Sanitätsbetriebes und Krisentab Seniorenwohnheime ergibt sich in Südtirol eine Gesamtzahl von 110 mit Covid-19 Verstorbenen.
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat in den vergangenen Wochen regelmäßig die Anzahl der in den Krankenhäusern des Landes mit Covid-19 Verstorbenen mitgeteilt. Mit heutigem Datum (31. März, 19.30 Uhr) beläuft sich diese auf 78. Diese Daten werden von der medizinischen Einsatzleitung des Sanitätsbetriebes erhoben und validiert.
Hinzu kommt seit einigen Tagen die Erhebung der Anzahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Verstorbenen in den Seniorenwohnheimen. Diese Datenerhebung koordiniert der Krisenstab Seniorenwohnheime koordiniert. Ein Abgleich der Daten ergibt deshalb mit Stand heute Vormittag 36 Verstorbene in den Seniorenwohnheimen.
Vier dieser 36 Personen sind im Krankenhaus verstorben und scheinen deshalb in der Liste der Krankenhäuser auf. Die restlichen 32 müssen zu den in den Krankenhäusern mit Covid-19 Verstorbenen addiert werden. Damit ergibt sich eine Gesamtzahl von 110 mit Covid-19 Verstorbenen.
Im Anhang die Liste der im Krankenhaus Verstorbenen - Stand 31. März, 19.00 Uhr.
LPA/gst
Es war eine starke Saison, die der AHC Vinschgau Eisfix in der Division I der Italian Hockey League (IHL) gezeigt hat. Die Vinschger Eishockeycracks schafften es bis ins Halbfinale, ehe der italienische Eishockeyverband die Saison aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus abbrach. Damit gibt es heuer keinen Meister in der Division I. Doch nicht nur die Vinschger waren davon betroffen, sondern auch alle anderen Meisterschaften des italienischen Eishockeys wurden annulliert.
Von Sarah Mitterer
Auch wenn in diesem Jahr die Saison vorzeitig abgebrochen wurde, so können die Eishockeyspieler des AHC Vinschgau Eisfix mit ihrem Auftritt in der IHL Division I mehr als zufrieden sein. Den Grunddurchgang beendete das Team, das in der Gruppe Ost um den Einzug in die Play-offs kämpfte, auf dem zweiten Platz. In 20 Spielen verließen die Eisfix nur sechs Mal das Eis ohne Punkte. Stärker in ihrer Gruppe war nur der große Titelfavorit AHC Toblach, der den Grunddurchgang souverän gewann.In den Play-offs traf die Truppe von Coach Tomas Demel im Viertelfinale auf das drittplatzierte Team der Gruppe West, den HC Aosta Gladiators. Gespielt wurde im Best-of-3 Modus. Jene Mannschaft, die zuerst zwei Partien gewann, war eine Runde weiter. Schon im ersten Viertelfinalspiel ließen die Vinschger nichts anbrennen. Das Team gewann das erste Match mit 7:2 und sicherte sich damit den ersten Matchpuck. Ein Sieg im zweiten Spiel wäre die Qualifikation fürs Halbfinale gewesen. Eine Woche später stand das zweite Viertelfinalspiel, das die Eisfix auswärts bestreiten mussten, an. Nach einem 0:1 Rückstand drehte der AHC die Partie und siegte schließlich mit 4:1. Der Einzug ins Halbfinale war geschafft! Dort hätte man gegen den HC Chiavenna oder den HC Pieve di Cadore – die beiden Teams hätten ein drittes und alles entscheidendes Spiel ums Weiterkommen gespielt- um den Einzug ins Finale gekämpft. Wer der Gegner im Halbfinale sein würde, fanden die Vinschger jedoch nie heraus. Denn als Maßnahme gegen das Coronavirus entschied sich der italienische Eishockeyverband FISG für die Annullierung der gesamten Meisterschaften des italienischen Eishockeys.
Somit endete die Saison der Eisfix mit dem Halbfinaleinzug. „Es war für uns bis zum Abbruch eine tolle Saison. Wir haben uns als Team sehr gut weiterentwickelt“, so Eisfix-Präsident Jürgen Pircher. „Dem, was möglich gewesen wäre, nachzuweinen, bringt uns nicht weiter. Wir bereiten die neue Saison vor, werden probieren den Kader zusammenzuhalten und uns punktuell zu verstärken. Wir werden in der neuen Saison wieder voll angreifen!“, verspricht Pircher, der sich auf diesem Weg auch bei allen Spielern, Trainern, Betreuern und Sponsoren bedanken möchte.
Vinschgau - Der LAC Vinschgau Raiffeisen ASV wurde im Jahre 1972 gegründet. Rinner Sepp und Schuster Erwin gelten als Väter des Vereins. Auch Schöpf Günther und Platter Josef waren von Beginn an wichtige Stützen des Vereins. Die lange Vereinsgeschichte des LAC Vinschgau wird durch die zahlreichen Trainer und Funktionäre möglich gemacht, welche nahezu unzählige Athleten durch die vielen Trainingsstunden professionell begleiten. Jeder Trainer bereichert den Verein mit fundiertem Wissen und Kenntnis, verbunden mit persönlichen Erfahrungen in den verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik.
Bei der jüngsten Ausschussitzung des LAC Vinschgau Raiffeisen ASV wurde Lechthaler Tobias einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt, Gamper Hannes wurde zum Vizepräsident ernannt. Lechthaler folgt auf Pohl Heiner, der den Verein seit 2011 vorbildlich leitete. Ihm, sowie Traut Michael und Pfeifer Rupert, welche sich nicht mehr der Wahl stellten, gilt ein herzliches Dankeschön für den jahrelangen und unermüdlichen Einsatz für den Vinschger Leichtathletikverein. Ein großer Dank geht auch an Erwin Schuster, welcher seit Jahrzehnten sich mit Leidenschaft für die Leichtathletik interessiert und sich engagiert.
Neu im Ausschuss sind Gamper Hannes, Graf Moritz, Modica Manuel und Lepir Mirko. Gerstl Christian, Müller Monika und Waldner Fabian wurden als Ausschussmitglieder wiedergewählt.
Die Leichtathletik, die Mutter aller Sportarten, hat in den letzten Jahren mit der Vielfalt an verschiedenen sportlichen Angeboten leider einen kleinen Rückgang verzeichnet. Der junge Ausschuss möchte versuchen diese schöne Sportart wieder populärer zu machen. Neben den wöchentlichen Trainings in Latsch werden vom LAC Vinschgau u.a. noch Leichtathletik Camps in Latsch und Mals, der Fakie-Cup, der 3-Kampf und nicht zuletzt das mittlerweile zum Klassiker gewordenen internationale Stabhochsprungmeeting veranstaltet.
Ein Dank gilt auf diesem Wege auch den Sponsoren, allen voran der Raiffeisenkasse.
Mals/Vinschgau - Die Mädchen der Volleyballgruppen der Kategorien U10, U12 und U15 im Amateursportverein Mals sind derzeit in der Zwangspause wie alle anderen Sportlerinnen und Sportler. Sie verbringen ihre Tage im Hausarrest und können nur auf ihre sportlichen Aktivitäten der vergangenen Monate zurückblicken. Auch eine geplante Fahrt Anfang März zu einem Spiel der italienischen Serie B1 Volleyballmeisterschaft in Trient ist entfallen.
Die 14 Mädchen der U15 aus Mals, Tartsch, Burgeis, St. Valentin, Taufers i. M. und Glurns trainierten zweimal wöchentlich in der Halle des Malser Oberschulzentrums „Claudia von Medici“. Betreut wurden sie von den Trainerinnen Roswitha Rinner und Barbara Stecher. Gelegentlich helfen auch Alessandro Di Nardo und Karin Thanei (Volleyball-Koordinatorin) aus. Die Volleyballmannschaft Mals 2 hatte in der Vorrunde der VSS-Spiele in der U10- Kreis West die Nase vorn und steht nun auf dem ersten Tabellenplatz. In der Rückrunde – wer weiß wann – könnten sie um den Einzug in das Finale kämpfen. Die Mannschaft Mals 1 hat die Vorrunde auf dem vierten Tabellenplatz beendet und würde in der Rückrunde um die Platzierungen 19 bis 36 kämpfen. Die Mannschaft U12 erreichte den 5.Platz und würde in der Rückrunde um Platzierungen zwischen dem 31 und dem 51. Platz kämpfen. Ob die geplanten Schnupperkurse für „Volleyballzwerge“ der Jahrgänge 2010/11/12/13 im Mai unter der Leitung von Karin Thanei und Petrilakova Juliana stattfinden können, steht derzeit auch in den Sternen, wie so vieles andere. Ungeduldig warten die jungen Sportlerinnen nun darauf, dass sie sich wieder in den Hallen treffen und bei Spiel und Spaß die Bälle über die Netze schlagen können. (mds)
Eishockey - In der heurigen Eishockeysaison gibt es in keiner Meisterschaft einen Meister. Doch einen Titel mit Vinschger Beteiligung gab es dennoch zu feiern. Thomas Tragust, Manuel Lo Presti, Thomas Mitterer (im Bild) und Stefan Kobler gewannen im Januar zusammen mit dem HC Meran das Pokalfinale der Italian Hockey League (IHL). (sam)
Eishockey - EBEL und Alps Hockey League auch abgesagt: Auch die Meisterschaft der EBEL (mit dem HC Bozen Südtirol Alperia) sowie die AlpsHL – die grenzüberschreitende Meisterschaft italienischer Teams mit Österreich und Slowenien - wurden abgesagt. (sam)
Wolfgang Platter, am Tag des Hlg. Rupert, 27. März 2020
Nur 5% der Wasserreserven unserer Erde sind Süßwasser. In Zeiten des menschengemachten und -verstärk-ten Klimawandels verändern sich Wasserkreisläufe im Großen wie im Kleinen. Südtirol und der Alpenbogen gehört zu den Süßwasserregionen. Die Benennung der Alpen als „Wasserschloss Europas“ verweist auf die Bedeutung dieses Wasserreservoirs. Der Druck auf das Gut Wasser steigt. Die Auseinandersetzungen unter den verschiedenen Wassernutzern werden schärfer. So wird die derzeit laufende Diskussion um den Gewässernutzungsplan des Landes Südtirol heftig geführt. Sie wird im Vinschgau als inneralpinem Trockental mit Niederschlagsarmut besonders in der Landwirtschaft verspürt.
Die kalten, schnellfließenden Gebirgsbäche bilden die sogenannte Sauerstoffregion, aus Sicht der Fischbiologie auch Forellen- oder Salmonidenregion genannt. Die stehenden Gewässer z.B. von Niederungsseen weisen höhere Wassertemperaturen, niedrigeren Sauerstoffgehalt und größere Eutrophierung auf. Sie bilden die Fischregion der Karpfenartigen oder Cypriniden. Die Vertreter aus der Fischfamilie der Forellenartigen erkennt man an ihrer Stromlinienform und an der sogenannten Fettflosse. Es ist dies eine kleine Flosse an der Körperoberseite zwischen der Rücken- und der Schwanzflosse.
Die Erhebung der Fischfauna
Die Fische sind gute Bioindikatoren für die Wassermenge und die Wasserqualität von Fließgewässern. Über das vorhandene Artenspektrum, die Abundanz- und Dominanzverhältnisse und den Populationsaufbau der einzelnen Arten können verlässliche Aussagen über den Zustand eines Gewässers getätigt werden. Derzeit läuft in Nord-, Ost- und Südtirol des Monitoring- und Untersuchungsprojekt „ALFFA – Interreg I-A 2017-19. Das wissenschaftliche Forschungsprojekt trägt den Titel „Gesamtheitliche (skalenübergreifende) Analyse der Einflussfaktoren und ihre Wirkung auf die Fischfauna im inneralpinen Raum.“ Es hat eine dreijährige Laufzeit und ist aus Finanzmitteln der Europäischen Union auf der Schiene Italien – Österreich finanziert. Am Projekt beteiligt sind mehrere Partner. Neben dem Institut für Alpinökologie der Europäischen Akademie Bozen arbeiten mit die Wissenschaftler der Universität Innsbruck aus dem Institut für Zoologie an der Fakultät für Biologie, die Agentur der Südtiroler Landesdomäne und das Südtiroler Landesamt für Jagd und Fischerei. Projektleiter ist der Landschaftsökologe und gebürtige Prettauer Erich Tasser von der eurac Bozen. Erste Ergebnisse der ichthyologischen Forschung wurden am 24. Februar im Innsbrucker Alpenzoo vorgestellt. Die Ergebnisse beruhen dabei auf 81 Untersuchungspunkten, an denen möglichst repräsentativ Landschafts- und Einzugsgebiete der Zubringere zu den großen Flüssen untersucht und verglichen wurden. Bei den untersuchten Gewässern handelt es sich um neun Fließgewässer in Südtirol (Ahr, Gader, Etsch, Pfusserlahn Kaltern, Falschauer, Plima, Saldurbach, Puni, Rambach,) sowie einige Gräben im Unterland (Kalterer, Branzoller und Leiferer Graben). In Tirol wurden an sieben Fließgewässern Untersuchungen vorgenommen (Lech, Rosanna, Ache, Großache, Ruetz, Gerlosbach und Isel). Die dargestellten Ergebnisse gelten aufgrund der nicht miteinbezogenen Mittelläufe der Etsch, des Eisacksund des Inns nicht für diese Großgewässer.
Der Zustand der Fischfauna
Mit zunehmender Nutzung unserer Kulturlandschaft unterliegen auch die Gewässer-ökosysteme einem ansteigenden Einfluss durch verschiedene anthropogene Maßnahmen. Die meisten Gewässer sind nicht durch eine einzige Maßnahme, sondern durch Eingriffskombinationen mehrfach belastet. Ein sich dadurch ergebender Multiplikationseffekt kann zu dramatischen Veränderungen der aquatischen Lebensräume und ihrer Organismengemeinschaften führen.
Die Veränderungen der Fischfauna sind sowohl in Tirol als auch in Südtirol teilweise schwerwiegend. Sie reichen vom lokalen Rückgang einzelner Populationen bis zur aktuellen Bedrohung der Bestände und im Einzelfall sogar bis zum Verschwinden von Arten.
Eine Besonderheit in den Gewässern Südtirols ist die Marmorierte Forelle (Trota marmorata). Eine Bedrohung für diese Art liegt in der genetischen Verunreinigung, auch durch Fehlbesatz. Regenbogenforelle, Bachforelle und Marmorierte Forelle stehen sich als Salmoniden-Arten so nahe, dass sie bastardieren und dabei fertile Hybriden erbringen. Die Hybridisierung geht zu Lasten der Marmorierten Forelle. Die Marmorierte Forelle wies in den beprobten 81 Abschnitten eine mäßige bis unbefriedigende Altersstruktur auf.
Bei der Äsche (Thymallus thymallus) zeigten sich in den für sie typischen Flussabschnitten (Metarhitral/Äschenregion) ähnlich unbefriedigende Ergebnisse in der Populationsstruktur, mit einer Ausnahme an der unteren Ahr.
Der Fischfauna abträglich ist auch der Schwallbetrieb infolge der hydroelektrischen Nutzung vieler Gewässerstrecken. Der Schwallbetrieb bringt starke Schwankungen in der Wasserführung und im Wasserstand.
Wasserschutzbauten wie etwa Sperren-Staffelungen verhindern den Laichzug der Salmoniden in die Oberläufe und Quellregion der Bäche. Salmoniden sind Kaltwasser-Laicher im Winter, welche zur Eiablage stromaufwärts ziehen.
Entsandungen durch Wasserspülung von Beruhigungsbecken in Stauanlagen sind für die Fische schwerwiegendst. Die enorme Wassertrübung und Schwebstoffbelastung führt zum Verlust ganzer Fischgenerationen.
Kormoran, Graureiher und Gänsesäger
Von Fischern wird oft beklagt, dass der Graureiher und der Kormoran als fischfressende Vögel zu unvertretbaren Konkurrenten werden und kleingehalten werden sollen. Die Südtiroler Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz (AVK) hat den Bestand der Brutpaare von Graureihern in Südtirol erhoben. Der statistischen Aufschlüsselung im Mitteilungsblatt der AVK Nr. 73/2019 ist zu entnehmen, dass der Graureiherbestand in Südtirol im Jahr 2019 66-70 Brutpaare umfasste. 2017 waren 45 Horste erfasst worden. Aus dem Vinschgau ist bisher keine Graureiher-Brut gemeldet.
Die Ergebnisse der Studie ALFFA zeigen, dass der Fischbestand durch die fischfressenden Vögel an einzelnen Stellen negativ beeinflusst wird wie beispielsweise in Lana an der Einmündung der Falschauer in die Etsch, wo sich ein Schlafbaum der Kormorane befindet. Großräumig gesehen ist der Einfluss der Vögel auf die Fischpopulationen an den Untersuchungspunkten von ALFFA übers Jahr gesehen jedoch als gering anzusehen.
Ergebnisse und Erkenntnisse
Die ALFFA-Fischstudie kommt zum Schluss, dass sich eine Beeinträchtigung der Fischmenge und -vielfalt erkennen lässt, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig und kombiniert wirken.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Wasserqualität in Südtirol deutlich verbessert. Chemische Substanzen wie Nitrat, Aluminium, Kupfer, Ammoniak liegen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Es sind jedoch andere Faktoren, welche einen Einfluss auf die Anzahl und Vielfalt unserer Fische haben, so etwa die Verbauungen, Kläranlagen, das Umland der Gewässer und wie es genutzt wird oder die Anwesenheit fleischfressender Vögel und die Auswirkungen der Fischerei.
Insgesamt konnten 26 verschiedene Fischarten im gesamten Untersuchungsgebiet nachgewiesen werden: in Südtirol 24, in Tirol 12, darunter einige seltene bzw. besondere Fischarten wie z.B. die Martens Grundel, der Steinbeißer, der Maskierte Steinbeißer oder die Bachschmerle. Auch die Mühlkoppe oder Groppe (der „Dolm“ – Cottus gobio) ist als sauerstoffbedürftige Fischart an verschiedene Fließstrecken zurückgekehrt.
Die größte Anzahl an Fischen wurde im Großen Kalterer Graben mit über 30.000 Individuen pro Hektar Wasserfläche gefunden. Dieser Wert stellt allerdings eine Ausnahme dar. Im Mittel betrug die Biomasse über alle Befischungspunkte 141 kg pro Hektar in Südtirol (bzw. 79 kg ohne die Tieflandgräben im Unterland) und 45 kg in Tirol.
Hormone aus Medikamenten
Interessant ist die Beobachtung aus der ALFFA -Studie, dass die Spuren und Reste von Hormonpräparaten im Wasser zu einer Verweiblichung der Fischfauna führen. Die Hormone aus Antibabypille und Diabetes-Medikamenten werden durch die mechanische und biologische Reinigung der Abwässer in den Kläranlagen nicht abgebaut.
Ingenieurbiologie
Die Techniker der Südtiroler Wildbachverbauung haben beim Hochwasserschutz und bei der Flussuferverbauung, dort wo möglich, schon seit mehreren Jahren von den harten Verbauungsmethoden mit Betonkünetten auf ingenieurbiologische Methoden umgestellt. Ausweitung des Bachbettes, Einbringung von Totholz, Errichtung von Fischtreppen sind Beispiele für ein Flussraummanagement zur Verbesserung der Lebensräume aquatischer Lebewesen.
INFO
Im Nationalparkhaus aquaprad in Prad am Stilfserjoch können sie den Südtiroler Fischarten sozusagen „Aug in Auge“ in Lebendtierhaltung in spektakulären Aquarien begegnen.
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