Eine „Ackerfreiluftgalerie“

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Latsch - Eine „Ackerfreiluftgalerie“ zum 70sten Geburtstag von A.R.Hornbach: „Wenn man 70 Jahre alt wird und so wie ich gelebt hat, dann kann man schon von sich behaupten, dass man ein harter Knochen ist“, erzählte A.R. Hornbacher.
Als er von Deutschland nach Latsch zurückkam war das anders. „Aber vorher war nicht Quantität auschlaggebend sondern Qualität. Der Maßstab war nicht, wie lange man lebt sondern wieviel man erlebt bevor der Stecker gezogen wird!“ sagte Arthur. Mit den Jahren machte sich allerdings auch bei ihm die Erkenntnis breit, dass man halt doch gerne lebt.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Hornbacher sehr intensiv mit der Malerei beschäftigt. Er hat dabei aber gespürt, dass die Kraft des Körpers so langsam zurückgeht, dass der Geist nicht mehr so fit ist wie früher.
Arthur hat schon zu seinem 50sten und 60sten Geburtstag etwas Künstlerisches gemacht aber jetzt mit 70 wollte er es noch einmal wissen. Er beabsichtigte in seinem Grundstück, einem Acker von ca: 3.000 Quadratmeter „die nicht mehr rentabel waren“ etwas zu tun, was mit Kunst verbunden ist. „Ich habe mir gesagt, so jetzt fordere ich mich noch einmal heraus, Körper und Geist. Ich will eine 2 x 50m lange Galerie bauen mit 200m Ausstellungsfläche. Das ist eine körperliche Arbeit, die an die Grenzen geht, das passt zu mir!“
Arthur hat in seinem Leben immer alles bis ins Letzte ausgekostet. Das lag in seiner Natur. Und auch dieses Vorhaben sollte wieder so ein Akt sein. Er rodetee alle seine Apfelbäume „über 700 Tellices M 9“, um den Acker für seine Ausstellung vorzubereiten. Hinzu kam der „blöde Virus“, der eine Darstellung im Freien regelrecht anbot.“
„Ich bin schon gespannt alle meine Bilder in den zwei Reihen zu sehen. Da gibt es Trauer, Leid, Zorn und Gewalt“ sagte Arthur. Aber wer ihn kennt, der erkennt in seinen Landschaftsbilder auch seine andere Seite, seine Fähigkeit zu den weichen Dingen des Lebens. „Hoffe mir eine Freude zu machen“ sagte Arthur und fügte hinzu: „Ich bin in ganz Europa herumgereist aber so etwas habe ich noch nie gesehen, so etwas hat noch niemand gemacht. Ein schwingendes Dach auf Stahldraht, der vorher die Obstbäume festgehalten hat. Allein schon die Galerie ist für mich persönlich ein Kunstwerk. Das Risiko zum 70er ist, wenn ein Sturm mit Wind kommt, dass dieser alles kaputt machen könnte. Aber ich bin zuversichtlich, dass es hält!“
Seit Februar dieses Jahres arbeiten seine Frau Bernadette und er an der „Ackerfreiluftgalerie Tieftal“ in Latsch, in der Tieftalstrasse zwischen Latsch und Kastelbell Nummer 69. Die Ausstellung sollte vom 1. bis 30. September 2020 zugänglich sein, sofern die Natur es zuläßt. „Wenn sich ein Individuum die Mühe gibt und daher kommt sich das anzuschauen hätte ich eine Freude. Auch würde es meine Einsamkeit in dieser so schwierigen Coronazeit etwas aufheben“ sagte er.
Peter Tscholl

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