Mals/Preisverleihung - Im Kulturhaus von Mals wurde am 5. Oktober zum 24. Mal das Gabriel-Grüner-Stipendium und zum 9. Mal der Gabriel-Grüner-Schülerpreis vergeben. Erinnert wurde dabei auch an Gabriel Grüner, dem aus Mals stammenden und 1999 im Kosovo ermordeten Journalisten vom Magazin Stern.
von Heinrich Zoderer
Für das Stipendium haben 21 Zweier-Teams aus dem deutschen Sprachraum ein Exposé für eine Reportage eingereicht. Wie Peter Grüner, der Bruder von Gabriel, in seiner Laudatio ausführte, geht es bei der Bewertung um Aktualität, Relevanz, Umsetzbarkeit und Professionalität. Den Preis in der Höhe von 6.000 Euro erhielten die Autorin Nora Belghaus und die Fotografin Helena Lea Manhartsberger. Sie wollen mit ihrem Reportage Projekt „Unter der Erde die Wahrheit” ein Team forensischer Anthropologen in Mexiko begleiten, die nach der Identität der „Verschwundenen“ suchen. Anhand körperlicher Überreste werden die vielen namenlosen Toten identifiziert, damit für die Angehörigen die Trauerarbeit beginnen kann. Der Gabriel-Grüner-Schülerpreis ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Bildungsausschuss Mals, der Gemeinde Mals, der Wochenzeitschrift FF, der Reportage Agentur Zeitenspiegel und der Pädagogischen Abteilung der Südtiroler Landesregierung. Schülerteams von Südtiroler Oberschulen schreiben Reportagen und machen Fotos dazu. Im Laufe des Schuljahres werden die Schüler:innen in vier Workshops von erfahrenen Journalisten der FF und vom Zeitenspiegel begleiten. Am Ende ermittelt eine Jury die Sieger. In diesem Jahr gab es zwei Siegerteams. Sophia Steinegger und Leonie Rita Pichler vom Kunstgymnasium Meran überzeugten mit ihrer Reportage „Karimas Weg in die Freiheit“. Nachgezeichnet wird die Flucht von Karima und ihrer Familie von Afghanistan nach Innsbruck. Beatrix Stricker und Veronika Liensberger vom Gymnasium Walther von der Vogelweide in Bozen wurden für ihre Reportage „Zuhaus im Mutterhaus“ über das Klosterleben der Tertiar-Schwestern in Brixen ausgezeichnet. Den Festvortrag hielt Walter Wüllenweber vom deutschen Wochenmagazin Stern. Er sprach über den Wert eines kritischen Journalismus, der nicht nur aus mutigen Journalisten, sondern auch aus neugierigen Fotografen besteht. Der Rai Journalist Roman Drescher moderierte die Preisverleihung und führte Interviews mit den Preisträgerinnen. Valentin Moriggl spielte auf seiner Ziehharmonika.
Schlanders/Vinschgerwind - Die Klasse 1 B der Mitttelschule Mals hat den Staffellauf auf dem Schlanderser Sportplatz gewonnen. Im Anschluss daran und alle mit einer Goldmedaille besuchen die aufgeweckten Mädchen und Buben, begleitet von den Lehrerinnen Helene Trafoier und Anita Prugger, die Redaktion des Vinschgerwind. Wieviele Zeitungen wir drucken (Auflage um die 16.000), wie viel das kostet (Papier, Druck, Postspesen, Mieten, Computerspesen, Personalspesen...), wie viele Mitarbeiter:innen bei der Zeitung arbeiten (viele freie Mitarbeiter:innen). Vinschgerwind-Chefredakteur Erwin Bernhart erzählt und versucht die Fragen so gut es geht zu beantworten. Die Klasse ist neugierig und wissbegierig, auch geduldig. In der Grafik zeigt unsere Grafikerin Elena Kaserer, was alles getan werden muss, bevor die Zeitung in Druck gehen kann. (eb)
Schlanders/Kulturhaus - Sommerzeit ist Bade- und Spielzeit. Für die allermeisten Kinder ist der Sommer aber auch die Zeit, um spannende Bücher zu lesen. Die Bibliotheken organisieren die Sommerleseaktion und stellen den Schüler:innen passende Bücher zur Verfügung. Susanne Hofer und Christine Niedermair von der Mittelpunktbibliothek Schlanders haben 120 Bücher für die Grundschüler ausgewählt und zu jedem Buch einen Fragebogen mit zwei Fragen ausgearbeitet. Insgesamt 147 Schüler haben bei dieser Sommerleseaktion mitgemacht, 1.522 Bücher gelesen und die Fragebögen abgegeben. Martha Regensburger, die im letzten Schuljahr die 2. Klasse Grundschule in Schlanders besuchte, war die fleißigste Leserin. Sie hat 82 Bücher gelesen. Mair Anton aus Kortsch besuchte die 3. Klasse und hat 66 Bücher gelesen, Sophie Thöni, welche die 5. Klasse in Schlanders besuchte, hat 63 Bücher gelesen. Bei einer Abschlussfeier haben diese drei Leser:innen tolle Preise erhalten. Aber auch andere Gründschüler:innen, die sich bei der Leseaktion beteiligten, kamen am 29. September in das Kulturhaus Schlanders und fast alle erhielten Preise. Dies war möglich, weil es der Bibliothek Schlandersburg gelungen ist, viele Sponsoren für diese Aktion zu gewinnen. So gab es Eintrittsgutscheine für den Archeopark, Aquaprad, das Vintschger Museum, die Churburg oder das Naturmuseum in Bozen. Kinokarten stellte das Kulturhaus zur Verfügung. Einkaufsgutscheine bzw. verschiedene Geschenkartikel stellten der Bildungsausschuss Schlanders, die Raiffeisenkasse und die Sparkasse zur Verfügung, genauso wie die Eisdiele Ortler, Eisdiele Lisi, Papierwelt 2000, Athesia Schlanders und der Workershop Schlanders. Vor der Preisverleihung wurde noch der Film: Es war einmal… von Roald Dahl gezeigt. Der Film handelt von zwei besten Freundinnen: Rotkäppchen und Schneewittchen. (hzg)
Schlanders/Wahlen - Am 19. September machten mehrere Kandidaten und Kandidatinnen der Grünen Wahlwerbung in der Fußgängerzone in Schlanders. Neben der ehemaligen grünen Stadträtin von Meran, Madeleine Rohrer, war auch der langjährige Gewerkschaftsfunktionär Christian Troger auf Werbetour. Begleitet wurden die beiden von den Jugendkandidaten Zeno Oberkofler aus Bozen und dem Vinschger Bauingenieur Gabriel Prenner. Auch Hanspeter Staffler, der einzige Landtagsabgeordnete der Grünen aus dem Vinschgau, verteilte Wahlwerbung und suchte das Gespräch mit den Bürger:innen. Am Nachmittag besuchten mehrere grüne Landtagskandidaten den Betrieb von Werner Schönthaler in Eyrs, wo aus einer Symbiose zwischen dem ältesten Baumaterial der Menschheit (Kalk) und der ältesten Kulturpflanze (Hanf) Hanfziegelsteine für die Bauwirtschaft hergestellt werden. Am Abend luden die Grünen noch zu einem Wahlgespräch (Meet & Greet) in der Basis Vinschgau ein. Dabei war auch die Young Greens Kandidatin, Klimaaktivistin und Filmemacherin Majda Brecelj anwesend. Ausführlich wurden die Themen Umwelt- und Klimaschutz, Gesundheit und die Zweiklassenmedizin, leistbares Wohnen und steigende Mietpreise, die Autonomiepolitik und die Angststrategie vom „Zommholtn“ der SVP besprochen. Auch die Notwendigkeit von Kitas als öffentliche Einrichtungen und eine institutionalisierte Sommerbetreuung, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, waren wichtige Themen. Die steigende Inflation und der Kaufkraftverlust wurden ebenso besprochen, wie die Themen Migration und Integration. Hanspeter Staffler meinte, dass eine Umschichtung des Haushaltes notwendig ist, um Armut zu bekämpfen und bessere Löhne für die Angestellten und für das Gesundheits- und Pflegepersonal auszahlen zu können. Gabriel Prenner betonte, dass es ein Umdenken im Bauwesen braucht. Sanierung und Wiederverwertung müssen einen höheren Stellenwert erhalten, um Ressourcen und Kulturgrund zu schonen. (hzg)
Partschins - Die Stammtische, die die Neue Bürgerliste Partschins unregelmäßig veranstaltet, gehören mittlerweile zur politischen Kultur in der Gemeinde. Mit dem langjährigen und erfahrenen Oberschullehrer Erich Knoll wurde der Stammtisch am 3. Oktober im Jugendtreff zu einer Lehrstunde der Demokratie.
Eingeführt und moderiert hat die Bürgerlisten-Gemeinderätin Jutta Pedri. Knoll zitierte in seinem Impulsreferat mehrere Artikel aus der italienischen Verfassung (z.B. Art. 48 „Wähler sind alle Staatsbürger, Männer und Frauen, die volljährig sind. Die Wahl ist persönlich und gleich, frei und geheim. Ihre Ausübung ist Bürgerpflicht.“), erklärt den Begriff Politik als Gegenteil von Egoismus, nämlich als Solidarität, als Einsatz für das Gemeinwohl. Denn „politisieren“ heißt „reden, diskutieren, über Dinge, welche das menschliche Zusammenleben regeln. „Politik muss als Gegenteil von Egoismus den Jugendlichen beigebracht werden“, sagte Knoll und schloss nach einer Übersicht über das Autonomiestatut seinen Vortrag mit einem Zitat von Berthold Brecht: „Wer gegen Politik ist, ist für die Politik, die mit ihm gemacht wird.“
Knoll wies auf die enorme Wichtigkeit der politischen Bildung in den Schulen hin. Allerdings sind die Jugendlichen, für die der Vortrag gedacht war, der Einladung zum Stammtisch nicht gefolgt. Dafür hat sich zu den Vertreter:innen der Bürgerliste und Interessierten der TeamK Spitzenkandidat Paul Köllensperger gesellt. Dass es aufgrund der großen Anzahl der wahlwerbenden Parteien und Listen bei den heurigen Landtagswahlen spannend werde, darauf wies Jutta Pedri hin und Köllensperger ergänzte, dass er aufgrund der Koalitionsmöglichkeiten nicht in der Haut von LH Kompatscher stecken möchte. In der Diskussion ging es um die Sinnhaftigkeit von Regionalrat und Regionalregierung. Köllensperger: „Regionalratssitzungen sind eine pure Qual.“ Aber es sei gefährlich, das Autonomiestatut für eine Auflösung des Regionalrates ändern zu wollen. Er sei dafür, so viel gesetzgeberische Funktionen wie möglich dem Regionalrat zu entziehen. Debattiert wurde auch über Europa, über das Ansehen der Politker und es gab von Knoll eine Presseschelte. Die Presse stelle vielfach nur das Negative des Politikbetriebes dar. Auch über Positives müsse berichtet werden. (eb)
Naturns/Plaus/Schnals/Partschins - Im Zuge der Ausarbeitung des Gemeindeentwicklungsprogrammes werden einige Themenbereiche - wie zum Beispiel Mobilität und Wohnen - von den Gemeinden Partschins, Plaus, Naturns und Schnals gemeinsam aufgearbeitet. Dabei sollen alle Bürger*innen mitreden und mitentscheiden.
Am Samstag, 16. September 2023 fand aus diesem Grund unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ eine Radtour statt, zu der alle Bürger*innen der vier Gemeinden eingeladen waren. An vier Standorten wurden mittels Plakate zu den jeweiligen Themen der Zusammenarbeit Informationen zur Verfügung gestellt und Möglichkeiten geboten, die eigene Meinung, Anregungen und Ideen einzubringen. Der gemeinsame Start erfolgte um 09.00 Uhr beim Bauernladen am Eingang zum Schnalstal, dann ging es über den Rathausplatz Naturns und den Vorplatz des Pixnerhauses in Plaus zur Radlerrast nach Rabland. Es war auch möglich, die Stationen autonom zu besuchen und sich einzubringen. Ziel der Veranstaltung war es, mehr über die übergemeindlichen Planungen zu erfahren und sich miteinander auszutauschen.
Die interessanten Diskussionen führten zu spannenden Ergebnissen. Bei der ersten Station ging es um den gesellschaftlichen Wandel. Auf die Frage, wie sich das Berufsleben verändere, meinten die Teilnehmenden, dass vor allem das Smart-Working und das Arbeiten im Homeoffice an Bedeutung gewinnen werden. Deshalb besteht der Wunsch nach so genannten Coworking-Plätzen und flexibleren Arbeitszeiten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt zentral, ebenso das Thema der fairen Löhne. Bei den neuen Strukturen wünschen sich die Bürger*innen mehr Begegnungsorte zwischen den Generationen – wie zum Beispiel einen Generationenpark, sowie mehr Angebote im Bereich der Kleinkindbetreuung, welche auch überörtlich zur Verfügung gestellt werden sollten. Bei der zweiten Station ging es um den Wohnraum – hier braucht es dringend neue Modelle für ein leistbares Zuhause: Neben dem geförderten Wohnbau, muss es auch für Menschen mit geringem Startkapital die Chance auf ein Eigenheim geben. Wahrscheinlich wäre das so genannte Mietkaufen ein attraktiver Ansatz für diese Zielgruppe. Ebenso scheint es wichtig, die bestehenden Gebäude zum Mehrgenerationenwohnen auszubauen. Das wäre durch die Erhöhung der Verbauungsdichten und auch durch neue Durchführungspläne in den Wohnbauzonen möglich. Bei den Stationen Drei und Vier stand die Mobilität im Mittelpunkt. Klare Rückmeldung war hier, dass es für Rabland eine Umfahrung braucht, die in absehbarer Zeit auch umsetzbar ist. Vor allem aber ist es den Bürger*innen wichtig, dass ihre Heimatgemeinden alles dafür tun, um den Autoverkehr besser zu steuern und deutlich zu reduzieren. Das kann durch einen besseren öffentlichen Personennahverkehr in Form eines City-Busses begünstigt werden. Zentral sei aber der Rückbau von Straßen mit dem klaren Vorzug für Fußgänger und Radfahrer. Es brauche auf jeden Fall ein gesellschaftliches Umdenken, damit deutlich weniger motorisierter Verkehr stattfindet, war die einhellige Meinung der Teilnehmenden.
An der Radtour machten die vier Bürgermeister Zeno Christanell (Naturns), Luis Forcher (Partschins), Jürgen Klotz (Plaus) und Karl Rainer (Schnals) mit, aber auch einige Mitglieder der Gemeindeausschüsse und der Gemeinderäte. „Es ist uns bei dieser bedeutenden Zukunftsplanung wichtig, dass sich alle am Gemeindeentwicklungsprogramm beteiligen können, die daran interessiert sind – denn jede Meinung hat Platz und ist willkommen“, unterstreichen die Gemeindeverwalter. Wie es nun weitergeht, wird auf den jeweiligen Gemeindeportalen laufend veröffentlicht.
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