Schweizer machen mobil

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Foto: Studie Paul Stopper Foto: Studie Paul Stopper

Engadin/Vinschgau/Südtirol - In der Schweiz, im benachbarten Kanton Graubünden, ist man mobiler und agiler in Sachen Bahnverbindung Mals-Scuol. Agiler jedenfalls als im Vinschgau. Auf der Internetseite www.scuol-mals.com präsentiert sich eine „Arbeitsgruppe Pro Bahnverbinung Scuol-Mals 2032“, die aus illustren Persönlichkeiten besteht. Ziel der Arbeitsgruppe: „Die Initiativgruppe Bahnverbindung strebt die Erarbeitung eines plangenehmigten Projektes für die Bahnverbindung Scuol – Mals innert drei Jahren an. Zu diesem Zwecke sollen sofort Gespräche aufgenommen werden, mit dem Ziel, dass die Regierungen Graubünden und der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol im Jahr 2021 eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen.“ Die Präsidentin der Arbeitsgruppe ist die Großrätin Valérie Favre Accola aus Davos. Mit dabei sind Gabriella Binkert Becchetti, Gemeindepräsidentin der Gemeinde Val Müstair, Erwin Bundi aus Chur, der ehemalige Großrat und Richter am Regionalgericht Not Carl aus Scuol, der ehemalige Kurdirektor in St. Moritz Hanspeter Danuser, der in Zugkreisen im Vinschgau bestens bekannte Verkehrsplaner Paul Stopper, die Großrätin Franziska Preisig aus Samedan und der Rechtsanwalt Dario Giovanoli aus Scuol.
Die Arbeitsgruppe führt gute Gründe für ein rasches Angehen der Bahnverbindung Scuol-Mals an. Etwa: „Es ist ein Vorprojekt vorhanden, es braucht keine weiteren Studien.
Die Erarbeitung eines genehmigungsfähigen wäre innert drei Jahren möglich.
Entsprechend hätte man mit NEAT (Gotthard und Lötschberg/Simplon ) und Brennerdrei Nord-Süd-Alpentransversalen und die Linie Bozen– Meran – Mals – Scuol – Klosters – Zürich wäre als Ost-West Verbindung ideal.
Scuol – Mals ist gewissermassen die letzte Etappe der längst versprochenen Ostalpenbahn Traverse für Graubünden in den Süden. Das ist im Vergleich zu den Basistunnels Gotthard und Lötschberg ein Schnäppchen.
Politisch liegt diese Bahnverbindung exakt im Trend: KLIMAneutral, da elektrisch, und sie unterstützt RANDregionen wie BevölkerungsMINDERHEITEN: Graubünden und Südtirol sind die einzigen Regionen, die Italienisch, Romanisch/Ladin und Deutsch als Staatsprachen führen und pflegen.“
Auf politischer Ebene ist man ebenfalls nicht untätig: Laut der Zeitung Südostschweiz haben die SVP-Großrätin Valérie Favre Accola und 66 weitere Bündner Parlamentsmitglieder einen parlamentarischen Auftrag «Verbindung Vinschgauerbahn – Rhätische Bahn» eingereicht. Der Vorstoß wurde in der Dezembersession in Davos eingereicht und wird von sämtlichen Fraktionen getragen. „Die Regierung wird deshalb beauftragt“, heißt es, „1. Die Zweckmässigkeitsstudie der Grischconsulta AG bezüglich der Bahnverbindung Scuol-Mals vom 19. März 2012 im Hinblick auf die seither veränderte Ausgangslage unverzüglich neu beurteilen zu lassen, damit allfällige neue Erkenntnisse mitberücksichtigt werden können.
2. Ein Konzept vorzulegen zur schnellen Zielerreichung der unterschriebenen Absichtserklärung vom 9. September 2020.“
Am 9. September 2020 hatte LH Arno Kompatscher die politischen Vertreter aus der Schweiz, aus Tirol und aus der Lombardei zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung nach Graun geladen. (eb)

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1 Kommentar

  • Kommentar-Link Giacumin Bass Freitag, 22 Januar 2021 08:35 gepostet von Giacumin Bass

    Mit der Terra Raetica wären dann alle drei Länder erschlossen. In diesem Sinne «Chapeau» an Frau Valérie Favre Accola, die sich viel Zeit für diese Angelegenheit genommen hat, dem Lokführer Not Carl, dem Promoter sowie Hans Peter Danuser, der unermüdliche Kämpfer. Besonders auch dem Landeshauptmann Arno Kompatscher! Aber auch allen Mitglieder für die ständige Aufmerksamkeit. Mit der Variante A könnte man auch die akute Abwanderung aus der Val Müstair bremsen...
    Bereits am 10. Mai 2020 hatte ich folgendes geschrieben: Absichtserklärungen, die das Papier nicht wert sind? Seit 150 Jahren wird um das Projekt gerungen, konkret seit der Jahrtausendwende im Jahr 2006. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man; eventuell geschehen noch Wunder. Was man unter einem Wunder versteht? Laut Definition ist es ein Ereignis, dass grosses Erstaunen hervorruft, eine geradezu magische Erfahrung, wenn genau dann, in dem man schon alle Hoffnung fahren lässt, doch noch etwas Gutes passiert! Da mag Katja Ebstein noch so schön schmettern: «Wunder gibt es immer wieder», die Wissenschaft hat sie damit nicht überzeugt. Wer bei Problemen lieber auf ein Wunder hofft, statt alles Menschenmögliche zu unternehmen, handelt fahrlässig. Wer aber gar nicht erst an Wunder glaubt, nimmt sich die Möglichkeit, jemals eines zu erleben. Ich glaube an Wunder, weil ich selbst eins bin.Vor allem ein großes «Grazia fich» an unseren Lokführer Not Carl der unermüdliche Kämpfer und Förderer für das Engadin, für Graubünden und nun auch für das ganze Südtirol / Vinschgau. Ja, alle ausnahmslos würden von diesem Projekt profitieren bis in die abgelegenste Region! Die Verbindung Scuol-Mals hätte nur Vorteile und würde den Tourismus wieder ankurbeln. Ich verstehe einfach nicht, das ausgerechnet unsere Bündner Regierung nach all den Fakten sich so schwertut?

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