Mittwoch, 07 März 2012 00:00

Waghalsiger Mut zum Risiko

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Mals

s16_0125Vor einer Woche hat der Malser BM Ulrich Veith einen waghalsigen Schritt gewagt und mit Hilfe von 14 Gemeinderäten das Konzept zur Dorfentwicklung genehmigen lassen. Nicht nur das Konzept, sondern auch den zeitlichen Umsetzungsplan ließ sich Veith vom Rat absegnen. Zentraler Punkt ist eine Fußgängerzone in Mals. Die, so der abgesegnete zeitliche Fahrplan, wird ab 1. Juli kommen: Die General-Verdross-Straße bis zum Grozzesweg und die Kreuzung am Hauptplatz beim Geschäft Weirather sollen Fußgängerzone werden. Eine Galgenfrist soll der Abschnitt Benediktsstraße-Kinoplatz bekommen. Bis zum 2. September soll dieser Bereich von der Benediktsstraße kommend als Einbahn genutzt werden können. Denn ab 2. September sollen die großen SAD-Busse nicht mehr ins Dorf, sondern zum Bahnhof fahren - und von dort wird mit einem Shuttlebus das Dorfzentrum angefahren. Der Kinoplatz wird damit Parkplatz, weil der große Wenderadius wegfällt.


Bedenken ließ Veith nicht zu. So hat Marcel Weirather die Frage aufgeworfen, ob die Gemeinde nicht Angst habe, dass die Geschäfte in der General-Verdross-Straße abwandern könnten. Betroffen seien fünf Geschäfte. Weirather hat Bedenken geäußert, dass die Verdross-Straße tot sein werde. „Eure Kunden betteln uns, eine Fußgängerzone zu machen“, entgegnete Veith. Nur mit einer Fußgängerzone allein funktioniere es nicht, die Kaufleute müssten mitmachen.
„Tragt ihr das mit? Ich will heute eine Grundsatzentscheidung haben“, forderte Veith von den Gemeinderäten. 14 waren dafür, drei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Veith hat sich damit in seinem politischen Schicksal an eine Fußgängerzone in Mals gebunden.
Vor der Abstimmung hat Andreas Flora die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung vorgestellt. Hermann Knoflacher hielt - in verkürzter Form - jenes Referat, welches er schon bei der Bürgerversammlung im Jänner vorgetragen hatte. Knoflacher wäre sogar für eine viel weiträumigere Fußgängerzone. Die Stimmung im Rat ward also auf Autoverbannung vorbereitet - Veiths Rechnung ist - vorerst - aufgegangen.
Noch ein Thema hat einen argumentativen Schlagabtausch zwischen dem Freiheitlichen Gemeinderat Peppi Stecher und BM Veith abgegeben. Veith möchte im Zuge des Interreg-Projektes „Hoache“ im Pflanzgarten am oberen Malser Waalweg eine Jausenstation errichten. Der Architekt Jürgen Wallnöfer hat ein Vorprojekt entworfen - Holz, Glas, Stein. Begründung: Es sei auf vielen Wanderwegen keine Restauration, kein Getränkestand anzutreffen. Eine Konsumation sei demnach nicht möglich. Eine Bar oder was auch immer aufzuziehen, sei nicht Aufgabe der Gemeinde, entgegnete Stecher. Da sei er grundsätzlich dagegen. Zudem fehle eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Ob wir uns das langfristig leisten können, fragte Stecher. „Wir sollten den Gästen etwas bieten und wenn das über Interreg möglich ist, warum nicht“, sagte Tourismusreferent Joachim Theiner. 14 Räte sprachen sich für die Bauleitplanänderung am Pflanzgarten aus. Eine Gegenstimme, drei Enthaltungen.
Formsache war es, weitere 500.000 Euro der Touristik und Freizeit AG zur Verfügung zu stellen. Stattgegeben wurde der Forderung von Christine Taraboi, dass dem Rat Pläne und Bilanzen der Gesellschaft vorgestellt werden.
Mals bekommt demnächst einen Lebensmitteldiscounter. Der Branchenmix wird dadurch nicht aufgewertet, aber der Gemeinde sind da anscheinend die Hände gebunden. Jedenfalls hat der Rat für das Areal hinter dem ENEL-Haus eine wesentliche Änderung des Durchführungsplanes beschlossen: Tiefgarage unten, oben ein einstöckiges Geschäft und Wohnungen. Von der Puni, so fordert es das Gutachten der Wildbachverbauung, muss - oberirdisch ein Abstand von 4,5 Metern eingehalten werden. (eb)


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