Montag, 09 Mai 2016 00:00

Drei Maler - drei Menschenkinder

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s14 Mahlknecht 2Schloss Kastelbell - Menschenkinder ist der Titel der ersten Ausgabe der Kulturzeitschrift „Arunda“ aus dem Jahre 1976. Paul Preims hat damals das Geleitwort geschrieben, er hat auch die Frühjahrsausstellung auf Schloss Kastelbell kuratiert und den Titel festgelegt.  Zu sehen sind Werke von Alois Kuperion, Gottfried Masoner und Josef Mahlknecht.

von Heinrich Zoderer

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen rund 100 Werke von Alois Kuperion, der in Tarsch geboren und vor 50 Jahren in Meran gestorben ist. Gottfried Masoner stammt aus Brixen, war Musiker, Musikkritiker und Maler.

Er hatte Beziehungen zum Vinschgau und besonders zu den Arundaleuten. Vor 25 Jahren starb er. Josef Mahlknecht ist vor 130 Jahren in Bozen geboren, konnte wegen seiner Schwerhörigkeit den Priesterberuf  nicht mehr ausüben und begann zu malen. Sein Bruder Alfred war Pfarrer in Kortsch. Ihn hat er oft besucht, die  Landschaft im Vinschgau hat ihn beim Malen inspiriert. Alle drei waren Landschaftsmaler, Autodidakten, einsame Künstler ohne Familie und ohne Heimat. Sie liebten die Musik und malten in verschiedenen Stilen, meist kleinformatige Bilder. Sie lebten am Rande der Gesellschaft, in der Kunst fanden sie ihren Ausdruck. Sowohl Alois Kuperion als auch Gottfried Masoner werden in der ersten Arunda behandelt. Eine eigene Ausgabe erscheint 1988 über Kuperion (Arunda Nr. 24) und 1992 über Gottfried Masoner (Nr. 32). Kuperion war ein Wegbereiter der abstrakten Malerei in Südtirol. Sein Vater war Bürgermeister und Landtagsabgeordneter. Nachdem seine Mutter früh starb, zog sein Vater in die Steiermark, heiratete nochmals und hatte weitere 12 Kinder. Alois fand keinen Platz in der Familie und zog in die Fremde. Er arbeitete als landwirtschaftlicher Arbeiter. Doch die Kunst, die Malerei war ihm der liebste und wertvollste Lebensinhalt, wie er in seinem Lebenslauf schreibt. Er zog zu Fuß nach Florenz und Rom, um die Werke der großen Maler zu sehen. Gottfried Masoner war ein Kauz, ein Hausierer. Er wohnte mit seiner Schwester in Brixen, war aber oft unterwegs. Als Giftzahn der Woche verfasste er für die Wochenzeitschrift FF zeitkritische Sprüche. In seinen Zeichnungen und Bildern sind Landschaften, Bäume und Häuser zu sehen, selten Menschen.  Marjan Cescutti bezeichnete Josef Mahlknecht bei der Ausstellungseröffnung als Naturtalent. Mit 10 Jahren verlor er seinen Vater, die Mutter musste den Hof verkaufen. Er war künstlerisch und musikalisch begabt. Dorfgassen, Bäume, Kirchen und Gebäude waren seine liebsten Motive.
Die Frühjahrsausstellung auf Schloss Kastelbell ist noch bis 5. Juni zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag: 14.00 – 18.00 Uhr, Sonn- und feiertags: 11.00 – 18.00 Uhr..



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