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Theaterfreundschaft über Grenzen

  • Dachzeile: Marienberg/Schluderns/Kauns

Die Freundschaft zwischen den Theatergruppen in Schluderns und Kauns im Bezirk Landeck hatte ihren Anfang vor drei Jahren bei den Südtiroler Ritterspielen. Damals trafen der Kaunser Bürgermeister und gleichzeitig Theaterspieler Matthias Schranz und der dortige Theaterobmann Michael Schmid in feucht fröhlicher Runde auf Tina Pali von der Theaterbühne Schluderns. Die Regisseurin Christl Stocker kam dazu. Beide glaubten anfangs nicht, dass sie mit Matthias einen Theater spielenden Bürgermeister vor sich hatten. Doch sie wurden eines Besseren belehrt. Seither besuchen sich die Theaterleute gegenseitig bei Theateraufführungen, Geburtstagsfeiern usw. Im vergangenen Sommer unternahmen die Vinschger mit den Kaunsern eine Bergwanderung im Kaunertal. Die treibende Kraft bei der Pflege der grenzüberschreitenden Beziehung ist mittlerweile der rührige Obmann der Theaterbühne Schluderns Andreas Oberhofer. Anfangs September lud er - auf Anregung und organisatorisch unterstützt von Christian Überbacher - die Nordtiroler Freunde zu einem Besuch des Klosters Marienberg ein. Helene Dietl Laganda übernahm die Führung. Die Krypta und die Bibliothek beeindruckten besonders. Bei der Betrachtung der Malerei „Anbetung der Hirten“ aus dem 17. Jh. wurden die Gäste aus dem Kaunertal überrascht. Denn die Malerei stammt von ihrem Kaunser Landsmann Matthias Gasser. Ein fröhliches Beisammensein bei einem Essen bildete den Abschluss. (mds)

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„Abend der offenen Tür“ in der Kleiderstube Wilma

  • Dachzeile: Naturns

Es ist angenehm ruhig, die Kleidung, Haushaltsartikel, Spielsachen und zahlreiche weitere Gebrauchsgegenstände sind fein säuberlich geordnet, die Begrüßung durch die Mitarbeiterinnen herzlich.
Um die Kleiderstube Wilma näher an die Dorfbevölkerung zu bringen, Hemmschwellen zu überwinden und auch alternative Öffnungszeiten anzubieten, gab es dort am Freitag, den 25. September, den dritten „Abend der offenen Tür“. Wie bereits im März und Mai nutzten auch dieses Mal zahlreiche Besucher die Gelegenheit für einen Besuch in der Kleiderstube, um sich über deren Arbeitsweise zu informieren, einen Einblick in das reiche Sortiment zu bekommen oder um sich einfach unter Gleichgesinnten zu treffen.
Bereits seit 2012 gibt es die Kleiderstube Wilma in Naturns und seitdem ist sie stetig gewachsen: Nicht nur die Anzahl der Mitarbeiterinnen ist von den ursprünglichen 12 Helfern auf stolze 30 angestiegen, auch die Auswahl der vorhandenen Artikel reicht mittlerweile weit über reine Bekleidung hinaus. Somit können zudem Haushaltsartikel, Gebrauchsgegenstände und Spielsachen kostenlos an Mitbürger weitergegeben werden. Der Name „Wilma“ wurde der Kleiderstube in Erinnerung an eine der ersten freiwilligen Mitarbeiterinnen gegeben, welche sich engagiert für das Projekt einsetzte. Zudem war es ihr ein persönliches Anliegen, dass nicht von einer „Kleiderkammer“ gesprochen wurde, da dieses Wort mit vielen negativen Assoziationen verbunden ist. Daher ihre Idee zum Namen „Kleiderstube“.
Mittlerweile ist die Kleiderstube eine wertvolle soziale Ressource im Dorf, in dem sie Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützt und die Solidarität in der Gemeinde fördert. Außerdem leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit, da gut erhaltene Gegenstände wiederverwendet werden, was Ressourcen schont und Müll vermeidet.
Beim Abend der offenen Tür wurde über diese Leitgedanken der Kleiderstube, Kreislaufwirtschaft verbunden mit gelebter Solidarität, bei einem kleinen Umtrunk in angenehmer Runde rege diskutiert und Ideen ausgetauscht.
Anna Pfitscher

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Genau hinhören

  • Dachzeile: Buch

Mit „Hineinlauschen“ veröffentlicht Helga Maria Gorfer einen Gedichtband mit Haiku aus Südtirol. Naturbeobachtungen, Jahreszeiten, Erinnerungen und Vinschgauer Dialekt verbinden sich zu kleinen poetischen Momentaufnahmen. Das Buch ist im Effekt!Verlag erschienen. Helga Maria Gorfer Hardcover 140 Seiten 12,5 × 20,5 cm ISBN 979-12-5532-198-9 Effekt: Verlag Euro 20 - Dieses Buch lädt ein, innezuhalten und einen Augenblick lang ganz genau hinzuhören.

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60 Jahre Lyzeum Schlanders

  • Vorspann: Vor 60 Jahren am 1. Oktober 1966 wurde das Wissenschaftliche Lyzeum in Schlanders eröffnet. Die neue Schule war die erste zur Matura führende Oberschule des Tales. Am 1. Oktober 2026 wurde das gefeiert mit Grußworten vom ehemaligen Direktor und derzeitigen Bildungsdirektor Gustav Tschenett, mit Erinnerungen von Gottfried Tappeiner und einer beeindruckenden Rede der Schülerin Sophia Pfitscher.
  • Dachzeile: Schlanders
  • Redakteur: Heinrich Zoderer
  • Redakteur Bild:

Verena Rinner, die Direktorin des Oberschulzentrums Schlanders, konnte neben Schülern und Professoren, auch viele ehemalige Absolventen der Schule, ehemalige Professoren, Direktoren, Vertreter der Politik und der Gesellschaft begrüßen. Der Schulchor und die Schulband spielten auf. In ihren Ansprachen erinnerten sowohl Gustav Tschenett als auch Gottfried Tappeiner an die schwierige Anfangsphase, die fehlenden Infrastrukturen, die Suche nach Lehrpersonen, aber auch an den Mut der Politiker, das Engagement der Lehrpersonen bei der Begleitung und Erziehung der Jugendlichen. Das Lyzeum war anfangs eine Außenstelle von Brixen. 36 Schüler:innen besuchten im ersten Schuljahr die erste Klasse. Josef Feichtinger war der Schulleiter und zusammen mit den anderen Lehrpersonen musste viel improvisiert und koordiniert werden. Gottfried Tappeiner, ehemaliger Absolvent der Schule, sprach vom Geist des Aufbruchs in Zeiten des Geburtenüberschusses und der großen Abwanderung. Er sprach vom Weitblick der damaligen Schulpolitiker, die den Wert der Bildung erkannten und für Buben und Mädchen eine Oberschule errichteten, um ihnen den Zugang zur Universität zu ermöglichen. Tappeiner erinnerte an Persönlichkeiten der Schule, die nicht nur Schulstoff vermittelten und abfragten, sondern kritische Geister förderten und Theaterprojekte ermöglichten. Heute werden von der Schule viele Projekte durchgeführt. Tappeiner betonte die Wichtigkeit von Werten, den kritischen Umgang mit neuen Technologien und wünschte den Schülern Optimismus, Empathie, Neugier und Tatendrang. Sophia Pfitscher vom Realgymnasium und Gewinnerin des Südtiroler Jugendredewettbewerbes 2026, sprach vom großen Stress der Schüler, den vielen Terminen zwischen Tests, Hausaufgaben und Projektvorbereitungen. Sie stellte die Frage: Was hilft damit umzugehen? Und gab auch gleich eine klare Antwort: gute Planung, klare Prioritäten setzen, Pausen machen und für ausreichend Schlaf sorgen. Wir sind keine Maschinen, wir müssen nicht perfekt sein, wir müssen Freundschaften pflegen, auf unsere Gesundheit achten und dürfen die Lebensfreude nicht verlieren und vor allem nicht vergessen zu leben, so die Schülerin Sophia Pfitscher. Nach dem offiziellen Teil unterhielten sich die Schüler:innen, die ehemaligen Absolventen und Professoren bei einem Umtrunk noch lange und tauschten Erfahrungen und Erinnerungen aus.

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