Zu den Maßnahmen, die die Regierung Meloni mit dem neuen Schuldekret eingeführt hat, gehört auch jene, Eltern ausländischer Kinder mit mangelnden Italienischkenntnissen zur Zusammenarbeit mit der Schule zu verpflichten. Sie können in Zukunft genötigt werden, an einem Italienischkurs teilzunehmen. Wer auch nach einer förmlichen Aufforderung nicht an dem Kurs teilnimmt, muss mit einer Geldstrafe zwischen 200 und 1.000 Euro rechnen. Wie bitte? Erst vor wenigen Monaten hat die Regierung Einwände gegen eine ähnliche Regelung in Südtirol erhoben. Das neue Landesrahmengesetz für die Schule sah Geldstrafen von 50 bis 150 Euro für Eltern vor, die nicht ausreichend mit der Schule zusammenarbeiten – etwa indem sie nicht an Elterngesprächen oder anderen als notwendig erachteten Treffen teilnehmen. Besonders Landesrat Galateo hatte die Regelung scharf kritisiert: „Ich halte es für falsch, Eltern mit einer Geldstrafe zu belegen, wenn sie sich nicht an die Vorgaben des Landesgesetzes halten. Was ist etwa bei getrennt lebenden Eltern – wem wird die Strafe auferlegt? Und was, wenn ein Jugendlicher gute schulische Leistungen erbringt, die Eltern aber aufgrund ihrer Arbeit keine Zeit haben, an den vorgesehenen Gesprächen teilzunehmen?“. Diese Bedenken scheinen für ihn beim Staatsgesetz nicht zu gelten. Im Gegenteil: dieses wird als großer Erfolg verkauft. Der Grund ist einfach. Der Gesetzespassus in Südtirol hat nicht nur Eltern von Nicht-EU-BürgerInnen betroffen, sondern auch italienischsprachige Eltern, die ihre Kinder in die deutsche Schule schicken. Bildungsminister Valditara hat von der Landesregierung gefordert, die Geldstrafen zu streichen. Ansonsten würde die Regierung das Gesetz vor dem Verfassungsgericht anfechten. Es ist offenkundig, dass die „fratelli“ hier mit unterschiedlichen Maß messen.
Vorspann: Das Malser Ingenieurbüro Patscheider & Partner arbeitet international und ist mit Büros in Nordtirol, in der Schweiz und in Deutschland vertreten. Seit 20 Jahren auch in der Provinzhauptsstadt Bozen. Dort ist man vor kurzen zum 4. Mal umgezogen.
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Redakteur: Erwin Bernhart
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Mals, Schwaz in Nordtirol, Aarau in der Schweiz, Mertingen in Deutschland und Bozen: das Ingenieurbüro Patscheider&Partner mit Firmensitz in Mals ist genauso bodenständig wie international vernetzt, bietet differenzierte Dienstleistungen an und betreut Baustellen in ganz Europa und darüber hinaus. Die Qualifikationen und die Arbeitsmoral im Hauptsitz wie in den Zweigstellen sind hoch, so dass auch diffizile ingenieurtechnische Aufgaben abgearbeitet werden können. Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist gut, was nicht zuletzt bei der 30-Jahr-Feier des Betriebes in Mals sichtbar geworden ist. Und kürzlich auch in Bozen: Denn gute Stimmung herrschte auch in der Galvanistraße in Bozen. Dort wurde mit einer betriebsinternen Feier ein neues Büro bezogen. Eingeladen waren neben der Belegschaft viele Freunde und Weggefährten, die mit Patscheider&Partner zu tun haben. In den Ansprachen von Walter Gostner und von Ronald Patscheider wurde an die Geschichte von Patscheider&Partner in Bozen erinnert. Es sei nunmehr das 4. Büro, welches bezogen werden kann. Denn die vorherigen sind immer wieder viel zu klein geworden. Vor 20 Jahren habe man in der Firmenzentrale in Mals beschlossen, eine Zweigstelle in Bozen zu eröffnen. Die Weg nach Bozen war von Mals aus immer weit und deshalb bot die Zweigstelle in der Landeshauptstadt kurze Wege zu den Verwaltungen. Das erste Büro habe sich oberhalb des „Beate Uhse“-Ladens am Verdiplatz befunden, erzählte Ronald Patscheider und deshalb sei es leicht zu finden gewesen. In den vergangenen 20 Jahren ist auch das Büro in Bozen stetig gewachsen und habe sich im Wasserbau, beim Bau von Beregnungsanlagen, beim Bau von E-Werken, von Trinkwasserbecken, in der Sicherheitstechnik und im Baugewerbe bewährt. 20 Mitarbeiter:innen haben in Bozen ihren Arbeitsplatz, davon 5 Südtiroler:innen. Denn in Bozen spiegelt sich im hochqualifizierten Personal das internationale Arbeiten wider. Die Ingenieure kommen aus Polen, aus Marokko, aus Jordanien und aus Italien. In Bozen wurde denn auch kräftig gefeiert. Das Ingenieurbüro Patscheider&Partner beschäftigt insgesamt rund 70 Mitarbeiter:innen.
Was als „Alpine Straße der Romanik – Stiegen zum Himmel“ 2006 aus dem Tourismusverein Obervinschgau als Projekt herausgewachsen ist, ist in den Händen der IDM zu einer schönen Perle herangereift. Es gelingt immer mehr, die romanischen Kleinode im Vinschgau und auch im Land sichtbar zu machen. Dazu trägt das kürzlich im Raetia-Verlag (Projektleiterin Magdalena Grüner) erschienene Buch „Die Alpine Straße der Romanik in Südtirol“ von Marlene Lobis bei. Der Zusatz „Ein Erlebnis-Guide“ kann durchaus als Aufforderung verstanden werden, Südtirol entlang der romanischen Stätten zu erkunden. Da kommt man von Burgeis bis nach Innichen, vom Kloster St. Johann im Val Müstair bis nach Sand in Taufers. In den wunderbaren und aufschlussreichen „Haltestellen“ in Klöstern und Burgen, in Kirchen und Kapellen lassen sich Bilderkosmen, Gedankenwelten und Zeiträume aus der romanischen Epoche erleben. Der jungen Autorin Marlene Lobis gelingt es mit ihren Texten, den Besucherinnen und Besuchern der romanischen Stätten unaufdringlich erklärend zur Seite zu stehen. (eb)
Leistbares Wohnen: Nicht nur schreiben – sondern tun!
Die SVP-Fraktion im Gemeinderat von Naturns weist die Darstellungen des Gemeindesrates der Südtiroler Freiheit Elmar Karl Müller zurück. Besonders bei den Leerstandszahlen werden unterschiedliche Dinge vermischt und Äpfel mit Birnen verglichen. Die im Gemeinderat vorgestellten Analysen im Rahmen des Gemeindeentwicklungsprogramms zeigen klar: Zum Stichdatum 2024 gab es in Naturns insgesamt 13 leerstehende Immobilien. Laut den Experten liegt dieser Wert deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Orte und ist als unauffällig einzustufen. Dabei handelt es sich nicht um 13 leerstehende Wohnungen, die einfach dem Wohnungsmarkt zugeführt werden könnten. Vielmehr sind es überwiegend ältere Bauern- und Landwirtschaftsgebäude außerhalb der Siedlungsgrenze, die seit Jahren nicht mehr bewohnt und teilweise gar nicht bewohnbar sind. Wie Gemeinderat Müller daraus 200 leerstehende bzw. 500 nicht verfügbare Wohneinheiten ableitet, ist für uns nicht nachvollziehbar. Denn Zweitwohnungen oder Wohnungen, die nur zeitweise genutzt werden, sind kein „Leerstand“ oder stehen einfach so zur Verfügung. Von rund 3.500 Wohnimmobilien in Naturns sind derzeit 118 Wohnungen nur zeitweise bewohnt. Hinzu kommen beispielsweise Unterkünfte für Hotelmitarbeiter oder Erntehelfer. Das sind alles rechtlich konforme Nutzungen. Entscheidend ist aber nicht, wer die höheren Zahlen nennt, sondern wer konkrete Lösungen umsetzt. Und hier kann der Gemeinderat einiges vorweisen. Die Hebesätze der GIS für nicht dauerhaft besetzte Wohnungen sowie Zweit- und Ferienwohnungen wurden bereits vor Jahren auf das Maximum angehoben. In den vergangenen fünf Jahren wurden außerdem alle ausgewiesenen Wohnbauzonen zu 100 Prozent Ansässigen vorbehalten. Auch bei der Raumplanung setzt die Gemeinde auf konkrete Maßnahmen. Die „Vision Naturns 2030+“ sieht eine verstärkte Verdichtung im bestehenden Siedlungsgebiet vor. Das schont Grund und Boden und schafft zusätzlichen Wohnraum. Entsprechend wurden bereits mehrere Durchführungspläne angepasst und Baudichten erhöht. In der Zone „Etschufer“ wurden vier kleinere Mischzonen ausgewiesen, in denen unter anderem Projekte für Mehrgenerationenwohnen entstehen können. Auch diese neuen Flächen stehen zu 100 Prozent für Wohnungen für Ansässige zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden neun Mietwohnungen für das Betreute Wohnen übergeben, zusätzlich stellte die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt fünf Trainingswohnungen zur Verfügung. Auch beim geförderten Wohnbau wurde gehandelt: Im Zentrum von Naturns entstanden 15 Wohnungen für Anspruchsberechtigte. Gemeinsam mit der Arche im KVW wurde ein Projekt umgesetzt, bei dem der durchschnittliche Preis bei rund 3.000 Euro pro Quadratmeter Konventionalfläche lag. Die entsprechende Rangliste ist inzwischen erschöpft – alle Interessierten konnten eine Wohnung erhalten. Ein weiteres konkretes Projekt wird in der St.-Prokulus-Straße angegangen. Dort sollen vier Wohnungen mit Preisbindung entstehen, die schlüsselfertig zu durchschnittlich rund 3.300 Euro brutto pro Quadratmeter Konventionalfläche verkauft werden müssen. Die Rangliste für den Erwerb soll nach Genehmigung des Durchführungsplans voraussichtlich noch heuer ausgeschrieben werden. Auch beim sozialen Wohnbau wurde eine bestehende Zone genutzt und die Dichte erhöht, damit das WOBI weitere acht Wohnungen errichten kann. Das spart Fläche und Kosten. Natürlich ist Wohnen teurer geworden – sowohl beim Eigentum als auch bei den Mieten. Die Mehrheit im Gemeinderat nimmt diese Entwicklung ernst. Deshalb hat mittlerweile auch eine Bürger*innen-Arbeitsgruppe zum Thema Wohnen ihre Arbeit aufgenommen. Interessierte können sich gerne melden. Zusätzlich lädt der SVP-Ortsausschuss herzlich zum offenen Bürger*innen-Infoabend mit Landesrat Peter Brunner ein: Dienstag, 10. November 2026, um 19.00 Uhr Ratssaal des Bürger- und Rathauses Naturns. Auch das steht das Leistbare Wohnen im Mittelpunkt. Die Kritik des STF-Gemeinderates Elmar Karl Müller ist vor allem deshalb wenig überzeugend, weil konkrete Lösungsvorschläge fehlen. Die Mehrheit im Gemeinderat kann hingegen auf zahlreiche umgesetzte und laufende Projekte verweisen. Leistbares Wohnen entsteht nicht durch möglichst hohe Leerstandszahlen in einem Leserbrief. Es entsteht durch konkrete Maßnahmen. Genau daran arbeitet die SVP-Fraktion gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung und der Mehrheit im Gemeinderat. Die Südtiroler Freiheit hat in den vergangenen Jahren – abgesehen von Presse-Texten – hingegen keinen konkreten Vorschlag vorgelegt, der in Naturns zusätzlichen leistbaren Wohnraum geschaffen hat… Michael Kaufmann – SVP-Fraktionssprecher Paul Ladurner – Stellv. SVP-Fraktionssprecher
Eine neue Verkehrslösung für Südtirol – ausgehend vom Vinschgau
In unseren Städten und Dörfern zirkulieren vor allem in den Stoßzeiten viele Autos, in denen sich nur eine Person, der Fahrer, befindet. Dies führt zu Staus und Zeitverlust, was uns alle belastet. Dafür gäbe es eine einfache Lösung: Personen, die zur gleichen Zeit in dieselbe Richtung fahren, könnten Fahrgemeinschaften bilden, anstatt alleine in ihrem PKW zu fahren. Damit könnte man Geld sparen, die Fahrt stressfreier gestalten, weniger Zeit in Staus verlieren, leichter einen Parkplatz finden. Warum wird das so wenig praktiziert? Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat sich mit dieser Thematik befasst und sich an den Meraner Verkehrsexperten Sergio Fedele gewandt. Fedele hat sich mit der Materie auf wissenschaftlicher Basis befasst und unterrichtet auf dem italienischen Staatsgebiet „carpooling“. Was sind seine Antworten auf unsere Frage: Einem Unbekannten eine Mitfahrgelegenheit anzubieten, wird als potentiell gefährlich und unangenehm wahrgenommen. Man glaubt Flexibilität und Zeit zu verlieren und der persönliche Vorteil scheint gering zu sein. Fedele ist von der Theorie zur Praxis übergegangen und hat mit seinem Startup Team die App LigthRide entwickelt, die diese Probleme effizient löst: Es wurden 5 Sicherheitsfilter eingebaut, verschiedene Funktionen, um Fahrer und Mitfahrer zu unterstützen und vieles mehr. Vor einigen Monaten wurde mit dem Projekt LightRide im Vinschgau gestartet, seither wird es auch in anderen Regionen Italiens getestet. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau arbeitet mit Betrieben, Organisationen und Institutionen zusammen, um diese Innovation bekannt zu machen, die weder Infrastruktur noch finanzielle Unterstützung benötigt. Wir unterstützen die Absicht, die hinter LightRide steckt: Fahr gemeinsam, tu Gutes! Die Fahrer entscheiden, ob sie den Beitrag des Mitfahrers behalten oder einer ehrenamtlichen Organisation spenden wollen. Eine wertvolle Hilfe für das Ehrenamt! Umweltschutzgruppe Vinschgau
HAIKU – Gedicht abgedruckt im Haiku Heute Jahrbuch „Stille Fenster“:
Ein Windstoß im Nussbaum – lauter als sonst fallen Blätter.