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Nützliche Zusammenarbeit

  • Dachzeile: Naturns/Vinschgau

Kurz vor dem Saisonstart im Skigebiet der Seilbahnen Sulden ist es Tradition, eine äußerst nützliche Zusammenarbeit zu unterzeichnen und damit fortzuschreiben. Seit mehr als 40 Jahren versehen in Sulden Mitglieder des Soccorso Alpino Guardia di Finanza SAGF Dienst auf den Pisten der Seilbahnen Sulden und zwar Pistendienst, Erste Hilfe Bergemaßnahmen, auch behutsame Hinweise auf Verhaltensregeln usw. Die derzeit 11 Finanzbeamten, die in Sulden abwechselnd Dienst leisten, werden von Maresciallo Andrea Sandri, dem Kommandanten der SAGF Schlanders, koordiniert.
Von den rund 500 Finanzbeamten in Südtirol sind rund 60 Mitglieder des SAGF und von diesen nehmen jene aus der Station Schlanders als erste in der Region Trient/Südtirol den Dienst in Sulden auf.
Für die Besiegelung dieser Zusammenarbeit für die kommende Wintersaison hat sich der Brigade-General und Kommandant der Guardia di Finanz der Region Gavino Putzu am 8. September nach Sulden begeben. Gekommen sind auch Oberst bzw. Colonello Giuseppe Dinoi; Kommandant der Finanzbehörde in Südtirol, Capitano Ariana Olivieri, Kommandantin der Finanzbehörde Meran.
Erich Pfeifer betonte die Wichtigkeit des Pistendienstes von Seiten der Finanzbeamten, die äußerst gut vorbereitet die Dienste professionell versehen. Auch weil sich das Verhalten der Pistengäste in den letzen Jahren verändert habe, sei der Dienst von großer Bedeutung. Pfeifer überbrachte grßen Dank von Seiten der Seilbahnen Sulden und überreichte den Kommandierenden Wanderstöcke als Einladung, das Ortlergebiet zu erwandern. Brigade -General Gavino Putzu hob die Bedeutung des SAGF hervor und gab den Dank zurück. Denn die Bergrettung sei eine positive Sichtbarkeit der Arbeit der Guardia di Finanza, die von der Bevölkerung sehr geschätzt werde. Die Zusammenarbeit in Sulden sei von gegenseitigem Interesse und sie funktioniere gut. Die Unterzeichnung der Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem Skigebiet Sulden sei die erste im Lande. Putzu überreicht den Suldnern Bücher, in denen die Bergrettungsdienste der Finanzbehörden beschrieben sind. Bei kleinem Buffet und angeregtem Austausch wurde der positive Geist der Zusammenarbeit zwischen Finanzbehörden und Seilbahnen Sulden spürbar. (eb)

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Die Gemeinde als negatives Vorbild

  • Dachzeile: Mals/Burgeis/Sandgrube

In der Örtlichkeit „Sandgrube“, vom Kreisverkehr oberhalb von Burgeis in Richtung Ulten, befindet sich das Feldlager der Biogasanlage Schluderns. Die vergorene Gülle wird dorthin gebracht und aus dem Lager entnehmen die Bauern die Gülle zum Düngen. Am Rande des Areals, welches von den Mitgliedern der Genossenschaft Biogasanlage angekauft worden ist und damit de facto gehört, haben die Arbeiter vom Bauhof im Laufe der vergangenen Monate mehrmals den Inhalt der Kehrmaschine entleert, der auch allerhand „Giftstoffe“ in Form von Zigarettenstummeln und dergleichen enthält. Diese eigentlich illegale Müllablagerung hat die Leute dazu animiert, daneben Gartenabfälle zu entsorgen. Die Gemeinde Mals hat so quasi als negatives Vorbild gedient. Im Gemeindeblatt der Gemeinde Mals wurde kürzlich darauf hingewiesen, dass diese Form der Müllentsorgung unterbleiben solle. Spötter sagen in Burgeis, dass sich die Gemeinde Mals so selbst aufgefordert hat, die illegale Müllentsorgung zu unterlassen. Scheinheiliger geht’s nicht mehr. (eb)

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Milchwirtschaft - ein fataler Kreislauf

  • Vorspann: Unter dem Motto „Terra Culta“ wurde anlässlich der Palabir Tage in Glurns ein Filmfestival gestartet, das sich mit dem Thema Landwirtschaft beschäftigte. Organisatoren waren David Frank und Moritz Gamper. Unterstützung kam von der Stadtgemeinde Glurns, der Ferienregion Reschensee von EOCLEO Cultural Live und von OK Palabir.
  • Dachzeile: Glurns
  • Redakteur: Magdalena Dietl Sapelza
  • Redakteur Bild:

Beim Filmfestival drehte sich alles um Schafwollproduktion, Transhurmanz in Süditalien, um die Palabirne als Frucht, um das Portrait eines Viehmenschen. Es ging um Bäuerinnen und Bauern und um Milchproduktion. Der 90ig-minütige Film aus dem Jahre 2017 „Das System Milch“ von Andreas Pichler wirkte beklemmend und zeigte die schonungslose Vergewaltigung der Hochleistungskühe in industriellen Betrieben auf, in denen die Tiere nur Produktionsmaschinen sind. Es geht nur darum, den durch Werbung befeuerten Milchmarkt zu befriedigen und Profit zu machen. Das Schlimme an der Sache ist, dass der Milchpreis durch Großkonzerne immer mehr gedrückt wird, was kleine Landwirte an den Rand ihrer Existenz bringt. Der Milchpreis in Deutschland bewegt sich um 27 Cent pro Liter. Es gibt angetrieben vom Futterzukauf und der umweltschädliche Güllemengen einen Milch-Überschuss, der dann zu Milchpulver verarbeitet die Märkte in Afrika überschwemmt und auch den dortigen Milchbauern die Lebensexistent nimmt. Die Folge sind Fluchtbewegungen nach Europa, weil junge Menschen dort keine Perspektive mehr haben. Alles ist ein fataler Kreislauf, der das globale System irgendwann zum Kollabieren bringen könnte. Südtirols Milchhöfe können sich dank gut funktionierenden Genossenschaften, guter Qualität und nicht zuletzt durch das Image einer heilen Berglandwirtschaft bislang auf dem Markt behaupten. Die Milchauszahlungspreise sind hierzulande mit 60 bis 90 Cent pro Liter Milch weit über dem europäischen Durchschnitt. Doch wenn der Glanz der heilen Bergbauern-Milchproduktion verblasst, könnte es ein böses Erwachen geben. Deshalb gilt es, nicht alles der Geldgier zu opfern. Es geht um ehrliche Authentizität, damit Konsumentinnen und Konsumenten auch weiterhin bereit sind, Südtiroler Milch zu kaufen. Südtirol hätte eine große Chance im Biobereich. Wie es gelingt als klein strukturierter Milchviehbauer erfolgreich zu wirtschaften, beschreibt im Film Alexander Agetle aus Schleis. „Ich habe mich als Selbstvermarkter vom System abgekoppelt und einen neuen Weg eingeschlagen“, so Agethle. Er produziert Käse mit der Milch seiner Kühe. Es gehe ihm nicht um Mengenoptimierung und Profit, sondern um Tierwohl, Nachhaltigkeit und Achtung von Natur und Umwelt. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurde auf die zufriedenstellende Situation in Südtirol hingewiesen. Es wurde auch angeregt, die Politiker mehr zu fordern und ihnen Zukunftsvisionen abzuverlangen. Eine Vision zum Überleben der Südtiroler Landwirtschaft könnte langfristig gesehen die Schaffung einer Bioregion Südtirol sein. Doch da braucht es mutige und weitblickende EntscheidungsträgerInnen.

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Die vierte Kränkung

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

Was ist der Mensch? Ein von Gott geschaffenes, vernunftbegabtes Wesen, die Krone der Schöpfung im Mittelpunkt des Universums? Dieses Selbstbild hat im Laufe der Jahrhunderte massive Risse bekommen. Sigmund Freud hat im Jahr 1917 als erster von den drei großen Kränkungen des Menschen gesprochen. Die erste Kränkung, die kosmologische Kränkung, besteht nach Freud darin, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Die zweite große Kränkung, die biologische Kränkung, besteht in der Erkenntnis, dass der Mensch vom Affen abstammt. Er hat sich durch die Evolution aus anderen Lebewesen entwickelt. Die dritte große Kränkung, die psychologische Kränkung, sah Freud in der von ihm begründeten Psychoanalyse. Der Mensch hat ein Unterbewusstsein, das ihn oft stärker steuert als sein Bewusstsein. Das bedeutet, dass das Ich nicht Herr im eigenen Haus ist und wir von Gefühlen und Trieben gesteuert werden. Nun spricht man von einer vierten Kränkung: der technologischen bzw. digitalen Kränkung. Maschinen können Dinge, für die früher die Schaffenskraft des Menschen benötigt wurde, schneller, besser und effizienter erledigen. Durch Computer und Künstliche Intelligenz werden heute viele Aufgaben in Sekundenschnelle erledigt. Nun zeigt sich, dass es gar nicht die Ratio (Vernunft) ist, die den Menschen einzigartig macht. Diese kann von Maschinen kopiert und in vielen Fällen mühelos übertroffen werden. Am Ende bleibt vom Menschen eigentlich nur noch seine soziale, emotionale Seite. Diese kann von Maschinen (noch) nicht kopiert werden. (hzg)

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