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„Lehrlinge zu finden, ist wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen“

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer
  • Weitere Fotos - 1: Fassadengestaltung Felicetti

Vinschgerwind: Warum sollte man Maler und Lackierer werden?
Noah Unterweger: Weil es eine abwechslungsreiche, gestalterische Arbeit ist und man am Ende des Tages sieht, dass man etwas getan hat. Man arbeitet auf verschiedenen Baustellen und ist nicht monatelang am gleichen Ort.

Was zeichnet einen guten Maler aus?
Noah Unterweger: Das sind meiner Meinung nach vor allem Präzision und eine künstlerische Ader.

Maler sein bedeutet mehr als nur Wände streichen und Farben mischen. Was ist das Haupttätigkeitsfeld eines Malers von heute?
Noah Unterweger: Wir bringen neuen Glanz in Wohnungen und Häuser. Sehr wichtig ist die individuelle Beratung unserer Kunden, um deren Wünsche bestmöglich umzusetzen und den Wohnräumen eine persönliche Note zu geben. Unser Haupttätigkeitsfeld umfasst Trockenbau, Malerarbeiten, Fassadengestaltungen, spezielle Techniken und Tapeten.

Auf welches Projekt bist du besonders stolz?
Noah Unterweger: Wir haben die Fassade der Nudelfabrik Felicetti im Fassatal gestaltet. Auf unserer Instagram- oder Facebook-Seite kann man die Bilder dazu anschauen. Das war wirklich ein außergewöhnliches Projekt, auf das ich stolz bin.

Wie hoch ist dein Anspruch an Qualität? Und was heißt Qualität bieten für dich?
Noah Unterweger: Qualität ist das A&O in unserem Betrieb. Ein Auftrag muss von A bis Z perfekt geplant und ausgeführt werden. Da gibt es keine Ausreden wie Zeitdruck usw.
Unser Kapital sind unsere qualifizierten Mitarbeiter.

Wie schwierig oder leicht ist es Lehrlinge zu finden?
Noah Unterweger: Kaum zu finden, im Grunde ist es wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen.

Was ist das Schönste am Malerberuf?
Noah Unterweger: Das Schönste ist die Zufriedenheit und Freude der Kunden, wenn ein Projekt abgeschlossen ist.

Was sind deine beruflichen Ziele?
Noah Unterweger: Ich möchte den Malerbetrieb meines Vaters gemeinsam mit unserem Team erfolgreich weiterführen und neue Ideen einbringen.

Abschließend eine persönliche Frage: Deine Lieblingsfarbe ist?
Noah Unterweger (lacht): Dunkelweiß.

 

Noah Unterweger
Jg.: 2001

Gründung Einzelfirma Maler Günther Unterweger: 1993
Gründung Gesellschaft Maler Unterweger v.GmbH: 2015
Gründung Gesellschaft Maler Unterweger PLUS v.GmbH: 2026
Mitarbeiter: 5

Seit wann im Betrieb: 2017

Ausbildung:
Matura TFO Meran 2020
Gesellenprüfung Maler und Lackierer 2021

 

Wir suchen PRAKTIKANTEN, Lehrlinge und GESELLEN: 331 2180832



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Marillen aus dem Vinschgau - Prunus armeniaca ist ein Frühblüher

  • Dachzeile: Natur&Landschaft
  • Redakteur: Wolfgang Platter, am Tag des Evangelisten Markus, 25. April 2026
  • Weitere Fotos - 1: Von der Blüte über die Bestäubung zur Frucht
  • Weitere Fotos - 2: Erdhummel als Bestäuberin der Marillenblüten; Foto: Franz Grassl
  • Weitere Fotos - 3: Vinschger Marille; Foto: Franz Grassl
  • Weitere Fotos - 4: Hunza-Marille; Foto: Franz Grassl
  • Weitere Fotos - 5: Red Orange
  • Weitere Fotos - 6: Marillenwiese bei der St. Nikolaus-Kirche in Laas in den Herbstfarben

Die Marille ist ein Frühblüher. In manchen Jahren öffnen sich die Blüten schon um Josefi, also um den 19. März. Die Marillen-Blüte eignet sich nicht für die Frostschutzberegnung wie die Blüten der Apfelsorten. Weil die Marille ein Frühblüher ist und nicht mit Frostschutzberegnung eingeeist werden kann, ist sie den Spätfrösten ausgesetzt. Deswegen wurde sie von unseren Vorfahren bevorzugt auch in den Schattlagen des Vinschger Nörderberges gepflanzt, damit sie später blüht und möglichst den Spätfrösten entgeht.
Weil die Marille ein Vinschger Regionalprodukt und Identifikationsmerkmal mit unserem Tal ist, sei ihr der heutige Beitrag gewidmet. Neue Sorten wie Red Orange oder Goldrich werden als Vinschger Bergmarillen vermarktet.

Prunus armeniaca
Die Marille heißt mit ihrem wissenschaftlichen Namen Prunus armeniaca. Der lateinische Name verweist auf das Herkunftsgebiet: Die Marille kommt ursprünglich aus Armenien. Dort war sie schon in der Antike bekannt. Bei einer archäologischen Grabung in Armenien fand man Steinkerne der Marille aus der Kupferzeit. Die Kupferzeit dauerte im Südosten von 5.500 bis 2.200 vor Christi Geburt. Diese Zeitperiode ist nach der Verwendung des Schmelzmetalls Kupfer benannt. In der Abfolge der Zeitalter menschlicher Zivilisation liegt die Kupferzeit zwischen der Jungsteinzeit und der Bronzezeit.
In der Fachliteratur wird Armenien aber nicht als einziger Herkunftsort der Marille geführt. Es gibt auch Quellen, welche den genetischen Ursprung der Marille in China verorten. Wieder eine andere Quelle besagt, dass die Aprikose um 3.000 vor Christus zuerst in Indien kultiviert wurde.
Marille heißt die Steinfrucht aus der Familie der Rosengewächse nur im bayrisch-österreichischen Sprachraum (Ober- und Niederbayern, Oberpfalz, Österreich und Südtirol), hochdeutsch heißt sie Aprikose. Das Wort Aprikose geht auf das lateinische praecox („frühreif“) zurück.

Weltweite Produktion
Im Jahr 2022 betrug die weltweite Produktion von Aprikosen laut Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO 3.863.180 Tonnen, aufgerundet also 4 Millionen Tonnen. Von dieser Weltproduktion stammt ein Fünftel aus Europa. Noch eine Einordnung: Im Vinschgau werden in „normalen“ Jahren 150 – 200 Tonnen Marillen erzeugt. Mit 20 Tonnen der originalen Vinschger Marille konnten im Jahr 2024 deutlich weniger Marillen geerntet werden. Die Schlechtwetter- und Regenperiode während der Blütezeit hat 2024 zu geringer Bestäubung und nachfolgend zu verminderter Ernte geführt.
Das weltweit größte Anbaugebiet für Aprikosen liegt in der osttürkischen Provinz Malatya am Oberlauf des Euphrat. Dort werden die süßen Aprikosen entsteint und als ganze Frucht getrocknet. Mittlerweile stammen ca. 95% der in Europa gehandelten getrockneten Aprikosen aus Malatya.

Die Hunza-Marille
In Tibet, Ladakh und Nordpakistan wird die kleinfruchtige Hunza-Marille angebaut. Die Hunza-Marille ist nach den Bewohnern des Hunza-Tales in Pakistan benannt.
Martin Fliri Dane (geboren am 11. November 1949 und gestorben am 16. Mai 2019, beerdigt in Taufers im Münstertal) hat die ersten Hunza-Marillen als Steinkerne in den Vinschgau gebracht und ausgesät. Während die Vermehrung unser Vinschger Marille als endemische Lokalsorte üblicherweise durch Okulation erfolgt, ist die Hunza-Marille eine Sämlingsmarille. Die Hunzuruc, das Bergvolk im Hunzatal, kennen das Veredeln der Obstbäume nicht. Die Hunza-Marille gedeiht in Pakistan bis auf eine Meereshöhe von 4.000 Metern.

Wachauer versus Vinschger Marille
Die Wachau ist das circa 30-35 km lange Tal der Donau zwischen Melk und Krems in Niederösterreich. Die Wachau ist wie der Vinschgau ein bekanntes und gutes Anbaugebiet für Marillen. Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Meine Frau und ich haben vor einigen Jahren in der Wachau zur Zeit der Marillenernte ein paar Tage Urlaub verbracht und sind dabei auch Abschnitte des Donauradweges abgefahren. Als wir bei einer Bäuerin, die am Rande des Radweges ihrer Marillen anbot, ein paar Früchte kaufen wollten, fragte sie uns zuerst woher wir kämen. Als sie Vinschgau hörte, gab sie uns nicht die bereits geernteten Marillen aus ihrer Obststeige, sondern stieg mit der Leiter in einen Baum, um frische Früchte zu pflücken. Denn, so sagte sie, die Vinschger Marillen seien die besten, und sie könne nur mit baumfrischen Marillen dagegen antreten. Eine respektvolle Sicht von außen auf unsere Frucht. Beste Werbung für das Laaser Kulturfest „Marmor und Marillen“, das auch im heurigen Jahr 2026 wieder am 1. und 2. August stattfindet.

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Inspiriert

  • Dachzeile: Kommentar von Chefredakteur Erwin Bernhart
  • Redakteur: von Erwin Bernhart
  • Redakteur Bild:

Schloss Goldrain ist immer inspirierend. Den Fortbildungen und Seminaren dort kommt die Schlossatmosphäre sehr zugute. Einen guten Schuss Inspiration dürften auch Teile der Landesregierung dort abbekommen haben. Bei der an der Sitzung anschließenden Pressekonferenez - abgehalten von der Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch und zu ihren Flanken Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Peter Brunner - in der prächtigen Kapellenstube des Schlosses dürfte neben der Inspiration auch noch der Heilige Geist zugegen gewesen sein und kräftig mitgewirkt haben. Denn dort wurde unter anderem verkündigt, dass heuer noch 1. die von Mals weiterführende Bahntrasse verbindlich festgelegt werde und 2. dass die Lombarden und die Trientner die „linee guide“ des Nationalparks Stilfserjoch verabschieden würden. Halleluja, dem sei so. Beides sind Themen für die Ewigkeit. Jedenfalls beide bisher ungelöst und, wie man so schön sagt, seit Jahren auf der langen Bank. Jedenfalls müssen wir uns des Lobes für inspirierende Ankündigungen enthalten und Lob wohl erst dann ausschütten, wenn beide Dinge Ende des Jahres eingelöst und erledigt sind. Schließlich lehrt uns das die Erfahrung - im Vinschgau, auch weil sich vor allem unser allseits geschätzter Landeshauptmann Arno Kompatscher mit Ankündigungen sehr leicht und mit deren zeitgerechter Einlösung bisher sehr schwer getan hat. Dass unsere Bezirkspräsidentin den professionellen Ankündigungen gläubig zugenickt hat, ist eher den drängenden Wünschen im Vinschgau als der Realität im Bozner Parlament geschuldet. Sei’s drum, lassen wir uns halt einmal mehr blenden?


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Impressionen von Gianni Bodini 9-2026

  • Dachzeile: Foto
  • Redakteur: Gianni Bodini
  • Redakteur Bild:

Wassermusik.

Mit der schönen Jahreszeit werden die Wasseradern des Vinschgaus reaktiviert. Eine Gelegenheit für Naturliebhaber. Entlang dieser, zum Teil sehr alten, Anlagen zu spazieren und das Murmeln des Wasserwossers zu genießen: jeder Waal und auch jedes Orchester hat seinen eigenen Klang.


Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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