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Kommentar von Chefredakteur Erwin Bernhart

Wenn Glurns zusperrt

veröfftl. am 24. Juni 2026

Die Monate Juli und August werden interessant. Vor allem für Glurns. Es ist ja so, dass bei einer Aufsehen erregenden Sperre oder bei einer Einführung einer Maut oder einer Eintrittsgebühr (Stilfser Joch?) der Besucherstrom dort zunimmt. Man wird eben neugierig gemacht. Das kann auch in Glurns passieren. Die bevorstehende Sperre für den Durchzugsverkehr kann bewirkten, dass viele Leute Glurns besuchen werden, die das eigentlich gar nicht vorhatten. Jedenfalls versuchen die Glurnser Stadtväter die Notbremse zu ziehen und den überbordenden Verkehr in den drei Stadtgassen zu reduzieren. Mit dieser Vollbremsung machen die Glurnser aber auch auf die Jahrzehnte lang andauernde Umfahrungsdiskussion aufmerksam. Natürlich hat der Glurnser BM Erich Wallnöfer recht, wenn er sagt, dass Glurns für eine Umfahrung immer von den Nachbargemeinden abhängig ist. Eine Umfahrung wäre ja nicht nur ausschließlich für Glurns gut, es würde auch andere Orte betreffen, etwa Schluderns, etwa Tartsch, auch Mals. Also die Monate Juli und August werden nicht nur für Glurns spannend, sondern auch für Prad und Laatsch, die einen möglichen Umwegverkehr wohl in Kauf nehmen müssen. Oder: Die Verkehrssperre in Glurns beginnt den Gordischen Knoten bei einer möglichen Umfahrung im Obervinschgau zu lösen? Das wäre ja wünschenswert. Aber - wie hat es der bekannte Verkehrsplaner Hermann Knoflacher immer wieder vorgebracht - „Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“. Für Glurns (auch für anderswo) könnte man diesen Spruch aber auch abwandeln: Wer keine Straßen baut, wird im Verkehr ersticken. Wollen wir das?