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Partschins - Rabland - Töll - Ein starker Lebensraum

  • Vorspann: Die Gemeinde Partschins verbindet das Burggrafenamt mit dem Vinschgau, ist Schnittpunkt von Stadt und Peripherie, besticht mit Charme und Charakter, mit lebendigen Traditionen, mit einer erstklassigen Hotellerie – und mit innovativen Betrieben, die hier Zuhause sind. Authentisch und vielfältig zeigt sich hier ein starker Lebensraum.
  • Dachzeile: Partschins - Rabland - Töll
  • Redakteur: Angelika Ploner (Text & Fotos)
  • Redakteur Bild:

Partschins - Rabland und die Töll sind Orte, die begeistern: Sie verbinden das Burggrafenamt mit dem Vinschgau und sind gleichzeitig Schnittmenge von Stadt und Peripherie. Die Gemeinde mit einer erstklassigen s40 partsch2Hotellerie, mit lebendigen Traditionen, mit traumhafter Landschaft, Kulinarik und Kultur hat viel zu bieten. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Hauptrolle hier im Wirtschaftsgefüge der Tourismus einnimmt.

Tourismus.
Im vergangenen Jahr 2025 wurden 370.748 Nächtigungen und 83.948 Ankünfte im Gemeindegebiet verzeichnet. „Diese deutliche Steigerung und eine Auslastung von 149 Vollbelegungstagen auf Gemeindeebene bedeuten ein starkes Zeichen für die Attraktivität und die positive Entwicklung unseres Tourismusortes“, sagt Philip Ganthaler, der Präsident des Tourismusvereins Partschins, Rabland und Töll. Erstmals wurde im vergangenen Jahr wieder das hohe Nächtigungsniveau von 1994 mi 370.571 Nächtigungen erreicht. Das ist bemerkenswert.
Insgesamt gibt es in Partschins-Rabland-Töll 112 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, die zusammen insgesamt 2.554 Betten stellen und die Gemeinde zu einer starken Tourismusdestination machen. Ganthaler: „Neue Projekte wie der Campingplatz sowie die kontinuierliche

Weiterentwicklung bestehender Betriebe sind sichtbare Zeichen des Vertrauens in unseren Standort und seine Zukunft.“ Die Gästestatistik führt mit 73 Prozent der deutsche Gast an, gefolgt vom Schweitzer Urlauber mit zehn Prozent und dem italienischen Gast mit neun Prozent.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei 4,4 Tagen. Man profitiert natürlich von der Nähe zu Meran und zum benachbarten Burggrafenamt. Nicht umsonst bezeichnet man sich hier als Vorort von Meran. s40 partsch3Gleichzeitig erkennt man aber auch die Vorzüge des Vinschgaus.
Der Tourismusverein ist Spiegelbild der Tourismusregion und selbst ein sehr aktiver. Im Jahr 2025 organisierte das Team um Geschäftsführerin Karin Thaler 477 Veranstaltungen mit 2.389 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Hinzu kommen rund 1.500 Besucherinnen und Besucher bei Veranstaltungen wie „Olls hondgmocht“, den Konzerten in der Stachlburg und im Widumgarten sowie beim Kinderfest. Weitere 167 Veranstaltungen wurden von Vereinen und Institutionen organisiert und vom Tourismusverein mitgetragen. Will heißen: Partschins, Rabland und Töll leben von einem starken Vereinswesen, das starken Zusammenhalt beweist.
Die Hotellerie ist erstklassig aufgestellt in Partschins, in Rabland und auf der Töll. Es sind Hotels hier beheimatet, die sich durch exzellenten Service, luxuriöse Ausstattung und hohe Gastfreundschaft auszeichnen. Denn dahinter stehen Familien, keine Hotelketten – und das macht den Unterschied. Hier steckt Herzblut dahinter, ehrliche und authentische Gastgeber. Hier ist der Gast wirklich König und das Wohlfühlen steht an erster Stelle. Abseits davon sind die Hotels wichtige Arbeitgeber. „Wir beschäftigen ca. 40 MitarbeiterInnen in der Saison“, teilt etwa das Vitalpina Hotel Waldhof in Rabland auf Nachfrage vom Vinschgerwind mit.
Das Hotel Rössl in Rabland hat „35 Mitarbeiter“, erklärt die Familie Pircher. „Der Hanswirt“, sagt die Gastgeber-Familie Laimer, „beschäftigt ca. 26 Mitarbeiter in der Saison 2026.“ Julian Kaserer vom Vier-Sterne Klein Fein Hotel Anderlahn in Partschins sagt: „Wir haben 23 Mitarbeiter“ und „saisonal rund 19 MitarbeiterInnen“ sind im Hotel Das Stachelburg in Partschins beschäftigt. Beim Niedermair Nature Retreat arbeiten „in der Saison durchschnittlich 18 Mitarbeiter“, sagt Sebastian Keuen. Die Mitarbeiter-Anzahl (Saison und Jahresstelle) im Alpin & Stylehotel Die Sonne in Partschins beläuft sich auf zehn Mitarbeiter, sowie drei mitarbeitende Familienmitglieder, „somit sind wir im Team insgesamt 13 Personen, welche beschäftigt sind“, erklärt die Familie Ganthaler auf Nachfrage vom Vinschgerwind.
Vier-Sterne-Hotels, Drei-Sterne-Hotels, B&B, Ferienwohnungen, Urlaub auf dem Bauernhof - seit kurzem auch ein Camping - es ist eine bunte, wohl unvergleichliche, Mischung, die da in Partschins, Rabland und Töll geboten wird.
Daneben steht Partschins mit seinen Ortsteilen für Natur, Kultur, Dorfcharakter und Stadtnähe. Drei Museen beherbergt die Gemeinde Partschins, eines davon ist natürlich dem bekanntesten Sohn der Gemeinde gewidmet: Peter Mitterhofer, der Erfinder der Schreibmaschine. In Töll überrascht das K.-u.-K.-Museum und lädt ein, sich in alte Zeiten zu versetzen.
s40 partsch4Und in Rabland gilt es die größte digitale Modelleisenbahnanlage Italiens mit Südtirol in Miniatur zu entdecken. Mit über 20.000 Modeleisenbahnen ist hier die größte Privatsammlung Europas zu finden.
Die Aufstiegsanlage Texelbahn wurde vor mittlerweile 17 Jahren, am 25. April 2009, in Betrieb genommen. Sie war eine wichtige Investition – besonders für den Tourismus in der Gemeinde. In wenigen Minuten fährt die Bahn Einheimische und Gäste nach oben, direkt zum Meraner Höhenweg und zahlreichen anderen Wanderdestinationen. Es gibt hier eine ausgewogene und gesunde Mischung an verschiedensten Unterkunftsmöglichkeiten und eine Vielzahl an Einkehrmöglichkeiten.

Der öffentliche Sektor.
Ein wichtiger Arbeitgeber im öffentlichen Dienst in der Gemeinde Partschins ist das Seniorenheim (siehe Bericht unten). In der Gemeinde Partschins selbst sind 36 Personen beschäftigt.

Auch im Schulsektor sind wichtige Arbeitsplätze zu finden. Die Grundschulen Partschins und Rabland und die Mittelschule Partschins gehören zum Schulsprengel Algund. Die Direktorin Carlotte Ranigler erklärt auf Nachfrage: „Die an den Grundschulen Partschins und Rabland und in der Mittelschule Partschins beschäftigten Personen setzen sich wie folgt zusammen: An der Grundschule Partschins arbeiten 17 Lehrpersonen, an der Grundschule Rabland 16 Lehrpersonen und 1 Mitarbeiterin für Integration und an der Mittelschule Partschins 20 Lehrpersonen und 1 Mitarbeiterin für Integration . Dazu kommen jeweils zwei SchulwartInnen an den Grundschulen Partschins und Rabland und 2 SchulwartInnen an der Mittelschule Partschins. 98 SchülerInnen besuchen im heurigen Schuljahr die Grundschule Partschins, 104 die Grundschule in Rabland und 110 SchülerInnen die Mittelschule Partschins.“
Insgesamt waren in Partschins im vergangenen Jahr 122 Personen im öffentlichen Sektor beschäftigt.

 


Direktor Jürgen Pircher zum Seniorenheim Partschins
Das Seniorenheim Partschins verfügt über 50 Einbettzimmer und 8 Tagespflegeplätze, neben der stationären/teilstationäre Pflege bietet das Seniorenheim einer Reihe weiterer Dienstleistungen an, so die Kurzzeitpflege, Verleihservice für Pflegehilfsmittel, Schülermensa, die Mensa für die Gemeindemitarbeiter, einen Mittagstisch für Senioren und auch die Essen auf Räder der Gemeinde Partschins werden im Seniorenheim zubereitet. 60 Mitarbeiter in den Bereichen Pflege, Reinigung, Wäscherei, Küche und der Verwaltung finden im Senioren einen sicher und sozialpolitisch sehr wertvollen Arbeitsplatz. Mit seiner Caffetteria und der großzügigen Parkanlage bildet das Seniorenheim einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft und ist als Bindeglied zwischen Senioren und Dorfbevölkerung zu verstehen. Ein großer Mehrzwecksaal bietet Raum für Weiterbildungen und Freizeitgestaltung und kann auch für externe Veranstaltungen genutzt werden. Junge Menschen oder Berufsquereinsteiger finden im Seniorenheim Partschins die Möglichkeit über Praktikums oder berufsbegleitende Ausbildungen sich für einen Beruf mit großer Zukunftsperspektive auszubilden, um dann wohnortnahe und familienfreundlich in die Berufswelt einzusteigen.


 

Die Landwirtschaft. Auch die Landwirtschaft ist eine wichtige Säule für den Wirtschaftsraum Partschins-Rabland-Töll. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut gibt es in Partschins, Rabland und der Töll genau 132 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, von denen der Großteil Äpfel produziert. Diese werden in der Obstgenossenschaft TEXEL in Naturns verarbeitet. Der Geschäftsführer der TEXEL Christoph Pircher liefert beeindruckende Daten, die allerdings für das gesamte Einzugsgebiet der TEXEL stehen und damit den Wirtschaftsraum Naturns miteinschließen: Die aktuelle Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 162 Mitarbeiter, die aktuelle Mitgliederzahl auf 311 Mitglieder.
Die Integrierte Produktion nimmt 874 Hektar ein, 262 Hektar werden biologisch bewirtschaftet. 339 Hektar der Anbaufläche befinden sich in der Katastralgemeinde Partschins. Der Apfel führt mit 65.442.158 an Ernte im Jahr 2025 kg das Ernteverzeichnis natürlich deutlich an. Eine kleine aber nicht unwichtige Rolle spielen mit 27.854 kg Birnen und mit 27.449 kg das Stein- und Beerenobst.

s40 partsch5Die Unternehmensvielfalt. Laut WIFO der Handelskammer Bozen haben 403 Betriebe ihren festen Platz im Gemeindegebiet von Partschins und bewähren sich seit vielen Jahren bestens. Dass es sich hier gut wirtschaften lässt, beweisen die unterschiedlichsten Sektoren: vom Maler, Hydrauliker, Fliesenleger, Elektriker über Architekt, Mechaniker, Tischler, Tiefbauer, Kältetechniker und Kunsthandwerker sind besondere Betriebe, auch Nischenbetriebe, hier in der Gemeinde Partschins beheimatet. Alps Coffee und die Röfix zählen zu den größten Arbeitgebern hier. Jeweils 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen beide. Eine Traditionsrösterei ist Alps Coffee. Auf das Jahr !Achtung 1890 geht die Erfolgsgeschichte zurück. Das ist zweifelsohne beeindruckend. RÖFIS hingegen ist in Italien mit 148 Mitarbeitern unterwegs.
Auffallend: Wohl in keinem anderen Wirtschaftsraum sind so viele innovationsfreudige Unternehmen oder Betriebe, die einen Nischenmarkt bedienen, angesiedelt, wie hier. Da ist etwa das Unternehmen Alpiplast zu nennen. Alpiplast bedient namhafte Kunden wie MC Donalds oder Ferrero. Das Unternehmen produziert seit 1971 in Partschins Trinkhalme und liefert sie in die ganze Welt. „Die Mitarbeiterzahl liegt derzeit bei 15“, sagt Lara Rossi, Sales Management Alpiplast.
Und in die Reihe der besonderen Betriebe hier stellt sich auch Ungerer, der Kälte- und Klimatechnik-Spezialist mit 25 Mitarbeitern.

Bunte Mischung.
Die Stärken hier am Tor zum Vinschgau liegen in der vielfältigen Mischung. Unternehmen verschiedenster Couleur haben in Partschins-Rabland-Töll ihren festen Platz. Außerdem lässt es sich auch ausgezeichnet einkaufen und genießen. Verschiedene Restaurants warten mit besonderem Genuss auf. Gäste wie Einheimische finden alle gastronomischen Facetten. Das Angebot reicht von herzhaft-bodenständig geht über mediterran bis hin zu feinen, exklusiven Gaumenfreuden. Dazu gesellen sich exquisite und erlesene Weine der Umgebung. Und auch die Kultur hat hier einen großen Stellenwert. Es sind hier, in Partschins, Rabland und Töll, aktive Menschen am Werk für einen starken Lebensraum.

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Partschins - Rabland - Töll - Entlang des Wassers - Ein Hoch auf die Waalwege – Natur, Geschichte und gesunde Bergluft

  • Dachzeile: Wandertour - Partschins - Rabland - Töll
  • Weitere Fotos - 1: Partschinser Waalweg
  • Weitere Fotos - 2: Partschinser Waalweg
  • Weitere Fotos - 3: Mühlwaal Waalweg

Ein leises Plätschern, schattige Wege und ein Gefühl von Ruhe: Die Waalwege in Partschins und Rabland zählen zu den ältesten Kulturwegen Südtirols. Entstanden im Mittelalter, als Wasser über Leben und Ernte entschied, begleiten sie noch heute das kostbare Nass aus den Bergen – gespeist vom Zielbach, dessen Ursprung hoch oben im Zieltal liegt.
Dort stürzt der Partschinser Wasserfall – einer der höchsten und bekanntesten Wasserfälle Südtirols – mit beeindruckender Fallhöhe ins Tal. Ein faszinierendes Naturschauspiel, bei dem Schmelzwasser aus den Bergen mit voller Kraft in die Tiefe rauscht und dabei feine, erfrischende Sprühnebel bildet. Dieser Sprühnebel ist reich an negativ geladenen Sauerstoff-Ionen, die die Luft reinigen und wohltuend auf Atemwege und Kreislauf wirken.
Nicht ohne Grund gilt der Bereich rund um den Wasserfall als Luftkurort mit außergewöhnlicher Reinluftqualität.
Was früher lebensnotwendig war, ist heute eine der wohltuendsten Arten zu wandern: ruhig, nahezu eben und begleitet vom stetigen Fluss des Wassers. Zwischen Kastanienhainen, Obstgärten und Wiesen öffnen sich immer wieder weite Ausblicke über das Meraner Land.

Die Waalwege in Partschins, Rabland und Töll

Der Partschinser Waalweg
Ein idealer Weg für den Frühling: Oberhalb des Dorfes gelegen, begleitet er rund 1,6 km offenes Wasser durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Errichtet im 15. Jahrhundert von den Grafen von Stachelburg, verbindet er Geschichte mit eindrucksvollen Ausblicken.

Der Rablander Waalweg
Ein kurzer, idyllischer Abschnitt oberhalb von Rabland: Auf etwa 640 Metern führt er durch schattige Vegetation und Obstwiesen. Auch hier fließt das Wasser des Zielbachs – frisch aus den Bergen kommend.
Die nachgebaute Waalschelle macht diese Geschichte bis heute hörbar
Das Besondere:
In unserer Gemeinde starten nicht nur diese beiden Waalwege – auch zwei der längsten und beliebtesten Waalwege Südtirols haben hier ihren Ausgangspunkt: der Algunder und der Marlinger Waalweg ab Töll.
Ein Dorf, viele Waalwege – und unzählige Möglichkeiten, entspannt zu wandern.

Gesund unterwegs am Wasser

Das Wasser der Waale stammt aus dem wasserreichen Zieltal. Beim Wandern entlang der Kanäle begleitet es jeden Schritt – ruhig, gleichmäßig und erfrischend.
Die Luft entlang der Wege wirkt besonders klar und angenehm kühl. Gerade an warmen Frühlingstagen entsteht so ein natürliches Wohlfühlklima, das Körper und Geist guttut.

Ein Blick hinter die Wege - Geschichte, die fließt

Die Waalwege entstanden aus der Not heraus: Mit nur rund 500 mm Niederschlag pro Jahr mussten die Bauern ausgeklügelte Bewässerungssysteme entwickeln. So entstanden die Waale – künstliche Wasserkanäle, die das Wasser aus den Bergen zu Feldern und Wiesen leiteten.

Damals Wächter, heute Bewahrer – der Waaler

Einst war der Waaler für jeden Tropfen verantwortlich. Mit Hilfe der sogenannten Waalschelle – einem kleinen Wasserrad, das einen gleichmäßigen Klang erzeugte – konnte er den Wasserfluss kontrollieren. In Rabland wurde eine solche Waalschelle originalgetreu nachgebaut und macht diese Technik bis heute erlebbar.
Auch heute kümmern sich die Waaler gemeinsam mit vielen helfenden Händen um die Pflege der Waale. Jahr für Jahr werden sie gereinigt, betreut und instand gehalten – mit viel Einsatz und Liebe zur Tradition.

FUN FACT

Wasser, das Geschichte schrieb
Wasser war einst wertvoller als Gold: Bereits im Jahr 1431 ist ein Streit zwischen Rabland und Partschins um das Wasser des Zielbachs überliefert. Erst Jahrzehnte später konnte eine Einigung erzielt werden – ein eindrucksvoller Hinweis darauf, wie kostbar diese Ressource damals war.

 

Unser VERANSTALTUNGSTIPP
Kneipp- und Kräuterwanderung auf den
Waalwegen von Partschins und Rabland
Immer Freitag abwechselnd am Partschinser
und Rablander Waalweg.
Anmeldung online oder im Tourismusbüro
Partschins oder Rabland
T +39 0473 967157
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.partschins.com

WANDERTIPP
Frühling entlang der Waalwege – unsere schönsten Touren
• Partschinser Waalweg – Zielbachrunde
• Rablander Waalweg-Runde
• Mühlwaal Rundwanderung
• Marlinger Waalweg ab Töll
• Über den Algunder Waalweg bis nach Meran

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Der Ikonenmaler Piccolruaz

  • Vorspann: Ikonen sind nach der Auffassung der Ostkirche Porträts von Christus, der Gottesmutter und der Heiligen. Sie sollen das Wesen der Dargestellten so getreu wiedergeben, dass etwas von ihrer heiligen Kraft auch in ihrem Bild vorhanden ist und aus ihm wirken kann. Hubert Piccolruaz beschäftigt sich seit etwa 20 Jahren mit der Ikonenmalerei. Seine wunderbaren Ikonen erzählen seine Religiosität in respektvoller Hingabe und Auseinandersetzung mit einer kulturellen Denkweise über Kunst, die heute in dieser Art kaum mehr vorzufinden ist.
  • Dachzeile: Kultur
  • Redakteur: Peter Tscholl
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1: Die Festtagsikone im Wohnzimmer von Hubert Piccolruaz. Sie besteht aus 13 Einzelikonen
  • Weitere Fotos - 2:  “Christus Pantokrator” ( Original im Katharinakloster auf Sinai)
  • Weitere Fotos - 3: Die Ikone der Gottesmutter ist eine der wichtigsten Ikonen der gesamten russischen Orthodoxie;
  • Weitere Fotos - 4: Die Passion Christi: “Einzug Christi in Jerusalem”
  • Weitere Fotos - 5: Die Passion Christi: “Christus der Passion” zwischen Maria und Johannes
  • Weitere Fotos - 6: Die Passion Christi: Die Kreuzigung
  • Weitere Fotos - 7: Die Passion Christi: Die Auferstehung

Leben und Werdegang:
Hubert Piccolruaz wurde am 30. 12. 1938 in St. Ulrich/Gröden geboren und ist dort aufgewachsen. Schon als Kind hat er in der Werkstatt seines Vaters geschnitzt. “Ein Stemmeisen und ein Stück Holz hat man da öfters in die Hand bekommen und so habe ich schon als Kleinkind angefangen mit Holz und Stemmeisen zu arbeiten. Nach der Volksschule habe ich die Kunstschule in St. Ulrich besucht. In Gröden habe ich die Kunstschule aber nicht abgeschlossen, sondern erst nachträglich, mit Abendkursen, am Kunstlyzeum Massa Carrara die Matura gemacht und mit dem Titel “Maestro d’Arte” abgeschlossen”, erzählt er. Bis zu seinem 30. Lebensjahr hat Hubert Piccolruaz gemeinsam mit seinem Vater und seinen zwei Brüdern als Bildhauer in St. Ulrich gearbeitet. “Als dann die Maschinen kamen, hatte man Angst, keine Arbeit mehr zu haben. So habe ich an der Mittelschule Dr. Fritz Ebner in Schlanders eine freie Stelle als Kunsterzieher angenommen, wo ich von 1968 bis 1989 unterrichtete. In Schlanders habe ich meine Frau kennengelernt, geheiratet, ein Haus gebaut und Familie gegründet”.

Die Ikonenmalerei:
Neben seiner Tätigkeit als Kunstlehrer an der Mittelschule hat Piccolruaz immer auch noch ein bisschen gebastelt, erzählt er. “Nach meiner Pensionierung besuchte ich bei P. Bernhard Frei in Gschnon bei Neumarkt einen Ikonen-Malkurs. P. Bernhard, der in Russland war, und sich dort intensiv mit der Ikonenmalerei beschäftigt hatte, hat uns die Technik und den Umgang mit Farben perfekt beigebracht. Dann habe ich selber mit der Ikonenmalerei angefangen”.
Auf die Frage, warum er sich zeitlebens mit religiösen Themen beschäftigt hat, und was ihn an der Ikonenmalerei so fasziniert, antwortet Piccolruaz: “Das war in St. Ulrich traditionell. Man hat fast ausschließlich für die Kirchen gearbeitet. Die Hauptauftraggeber waren die Priester und die Pfarreien und für sie hat man alles mögliche gemacht. Die Ikonenmalerei fasziniert mich deshalb, weil sie eine tiefere Bedeutung hat und eine spirituelle Verbindung ermöglicht. Eine Ikone wird nicht als Dekoration angesehen. Eine Ikone wird verehrt wie ein Heiligtum. Ikonen werden angebetet. Man soll keine Ikone selber entwerfen. Die Ikonen werden streng nach byzantinischen Verordnungen hergestellt, welche von einer byzantinischen Kommission festgelegt werden. Die Ikonenmalerei ist eine strenge Malerei. Vielen Menschen ist die Ikone vielleicht zu streng, mir aber gefällt sie. Die Ikonenmalerei ist das ideale Hobby für meine Person”.

Hubert Piccolruaz ist wohl einer der Letzten, der bis heute an das glaubt, was er erlernt hat. “Ich bin immer beim Traditionellen geblieben. Ich kann mit der abstrakten Kunst nicht viel anfangen, weil sie mir zu wenig sagt. Ich komme mit dem Modernen einfach nicht zurecht”, sagt er. Ihm geht es um das Handwerk, aber auch um andere Werte, die im “Bereich Kunst” zu finden sind. Und das hat ihm immer Halt und Sicherheit gegeben – bis heute.

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„In Pankratius hon i als Felix kennenglearnt“

  • Vorspann: Pankratius Eller, genannt Felix, ist seit Jahren Regisseur der Bühne „s`Lorggagassl“ in Stilfs. Den Namen Felix verdankt er einem einstigen Arbeitskollegen, der sich Pankratius nicht merken konnte. Die Regie zum Mäuseprozess „Linamaus“ von Toni Bernhart zum diesjährigen 25. Jubiläum musste er krankheitsbedingt seiner Frau Petra anvertrauen.
  • Dachzeile: Portrait
  • Redakteur: Magdalena Dietl Sapelza
  • Redakteur Bild:

Im vergangenen Sommer erfüllte sich Felix einen Wunsch: Er nahm eine Auszeit als Baggerfahrer bei der Firma Marx und hütete die 140 Schafe von Stilfs. Monatelang zog er täglich seine Runden in den Bergen, begleitet von seinem Hund Kaja. „Deis isch dr scheanschte Summer gwesn“, betont er. „Unt es tat miar ruien, wenn i deis nit toun hat“, betont er. Nach der Rückkehr überlegte er bereits, das Hirtendasein zu wiederholen. Doch er musste dieses Ansinnen auf Eis legen. Im November erhielt er die niederschmetternde Diagnose Kopftumor. Ihm und seiner Familie zog es sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weg. Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr, wie es war. Felix stand vor einer Operation und machte sich große Sorgen, dass etwas schief gehen könnte und er danach niemand mehr wiedererkennen könnte. Doch die Sorgen waren unbegründet, der Eingriff war erfolgreich. Der Tumor konnte zur Gänze entfernt werden. Allerdings, um eine Chemotherapie kam er nicht herum. Durch die Krankheit kamen auch die bereits begonnenen Vorbereitungen zur Jubiläumsproduktion „Linamaus“ ins Stocken. Doch das 25. Jubiläum vom „s‘ Lorggagassl“ sollte trotz allem gefeiert werden. Deshalb übertrug Felix die Regie an seine Frau Petra. Als Theaterspielerin brachte sie die nötige Erfahrung mit, und er konnte ihr daheim Tipps geben.
Pankratius wuchs in Pazin in Langtaufers auf. Bereits als Bub half er auf den Almen im Tal mit. Einen Sommer lang hütete er Kühe auf Prämajur. „Fir 40.000 Lire unt a Poor Housn“, erinnert er sich. Als 14-Jähriger nahm er eine Saisonsstelle in einem Hotel in Schenna an. Ein italienischer Arbeitskollege nannte ihn Felix, weil er sich den Namen Pankratius nicht merken konnte. Nachdem er daheim von seinem Spitznamen erzählt hatte, bürgerte sich der Name Felix auch dort ein. Nach der Zeit in Schenna fand er Arbeit zuerst in einem Sägewerk in Graun, dann beim Straßenbau in Langtaufers und beim Maseben Lift. Im Sommer 1983 begann er als Liftwart auf dem Stilfserjoch. Damals herrschte dort reger Sommerskilauf. Die Hotels waren mit Gästen voll belegt, und abends wurde Apres Ski gefeiert. Bei einem Tiroler Abend in der „Baita Ortler“ lernte er Petra Platzer aus Stilfs kennen. Die beiden verliebten sich. „In Pankratius hon i als Felix kennenglearnt“, lacht Petra. „I hon‘s zearsch gor it glabm gwellt, dass es ondersch isch.“ 1986 heiratete das Paar, und Sohn Andreas wurde geboren. Nach Jahren in einer Mietwohnung bezog die Familie ihr Eigenheim im Ortsteil Patzleida in Stilfs. Mittlerweile war Felix als Baggerfahrer bei einer Baufirma im Engadin beschäftigt und pendelte täglich über die Grenze. Petra kümmerte sich um den Haushalt und Kind. Später, nachdem sie den Kleinen in der Obhut seiner Großmutter gut aufgehoben wusste, nahm sie wieder Aufgaben im Gastgewerbe an. Sie kehrte auch wieder in die „Baita Ortler“ zur Familie Tschenett zurück, mit der sie sich bis heute eng verbunden fühlt. Eine Zeitlang arbeitet Petra auch in der Firma HOPPE. Nach der Geburt des Sohnes Jan 1997, nahm sie sich Zeit für ihren Nachzügler. 2005 verließ Felix die Schweiz und wurde Baggerfahrer bei der Firma Marx.
Felix und Petra lieben die Geselligkeit und die Stilfser Bräuche. Bei Fasnachtseinaktern entdeckten sie ihre Freude am Theaterspielen. 2001 gründeten sie mit anderen Interessierten die Theatergruppe „s`Lorggagassl“. Für das erste und zweite Lustspiel verpflichteten sie einen Regisseur von auswärts. Nachdem Felix mehrere Regiekurse besucht hatte, debütierte er 2004 mit dem Stück „Der Susi ihr Gspusi“. Dass er auch den Ortspfarrer Florian Öttl als Spieler einsetzte, erwies sich als Publikumsmagnet. Als der Pfarrer 2024 vor der Premiere krankheitsbedingt ausfiel, sprang Felix kurzfristig ein und rettete die Vorstellung. Laufend holt Felix Jugendliche ins Rampenlicht. Auch das erwies sich als sehr erfolgreich und sicherte den Fortbestand der Stilfser Bühne. „Wer amol mitn Theatrfiabr infiziert isch, spielt olm gearn“, meint er. Die diesjährige Jubiläumsaufführung begleitete Felix in Absprache mit Petra von zu Hause aus. Bei den Aufführungen möchte er jedoch dabei sein. Einige werden ihn auf Anhieb nicht erkennen. Denn er hat seinen geliebten Vollbart der Chemotherapie opfern müssen. Nun hofft er darauf, dass er die Krankheit schon bald hinter sich lassen kann. Und er möchte irgendwann wieder Schafe hüten, und das mit Vollbart.

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