Zum Hauptinhalt springen

Die Bäuerin das Herz des Hofes

  • Vorspann: Die Vereinten Nationen (UNO) haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt. Sie möchten durch das Aktionsjahr hervorheben, welch‘ wichtige Rolle die Frau im Agrar- und Ernährungssystem spielt. Es soll dazu beitragen, geschlechterspezifische Ungleichheiten zu verringern und die Lebensbedingungen von Frauen weltweit zu verbessern.
  • Dachzeile: Spezial-Landwirtschaft
  • Redakteur: Christine Weithaler
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1:

Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation (SBO) möchte mit dem Internationalen Jahr der Bäuerin 2026 im Hintergrund die Wurzeln der Frauen stärken und fest in der Gesellschaft verankern.
Die SBO wurde 1981 gegründet und ist eine Teilorganisation des Südtiroler Bauernbundes(SBB) mit Sitz in Bozen. Sie ist mit über 16.700 Mitgliedern, 154 aktiven Ortsgruppen und über 1.100 Funktionärinnen die größte Frauenorganisation in Südtirol. Im Vinschgau gibt es 28 Ortsgruppen.
Seit der Gründungsversammlung setzen sich viele Bäuerinnen ehrenamtlich für ihren Arbeitsplatz Bauernhof, für Brauchtum und Kultur und für die Erhaltung des ländlichen Raumes ein. Vielseitig, selbstsicher und innovativ suchen sie gemeinsam neue Wege, bilden ein starkes Netzwerk, fordern notwendige Rahmenbedingungen ein, um die Rolle der Bäuerinnen in der Gesellschaft zu stärken. Nicht jede „Bäuerin“ identifiziert sich als solche und ist Mitglied der Organisation. Viele sehen den Hof als Betrieb ihres Mannes, überlassen ihm die Organisation und die dazugehörige Verantwortung.
Die Bäuerinnenorganisation möchte aktiv unterstützen und neue Wege aufzeigen, die auch ein eigenes Einkommen ermöglichen. Dafür hat die SBO ihre Tätigkeitsfelder erweitert, vorwiegend im Bereich Zu- und Nebenerwerb.

Gut ausgebildete Bäuerinnen geben Einblicke in das Leben und Arbeiten am Hof und schaffen dadurch Anerkennung und Verständnis für die Landwirtschaft. Sie arbeiten als Botschafterinnen für landwirtschaftliche Produkte, als Referentinnen für Kurse, bieten Hof- und Gartenführungen oder bäuerliches Catering an.
Die SBO betreut mehrere Projekte, wie „Schule am Bauernhof“, „das Apfel- und Milchschulprojekt“, das Projekt „Mit Bäuerinnen wertvolle Lebensmittel erleben“ und die „Lehrmittelkiste Bauernhof“. Das Erleben von Landwirtschaft und Ernährung legt den Grundstein für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln und den Ressourcen der Natur. Die Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen – wachsen – leben“ bietet wertvolle Dienste, wie die Kinderbetreuung, Betreuung von Senioren und von Menschen mit Beeinträchtigung an. Südtiroler Bäuerinnen „Aus unserer Hand“ stehen für Bäuerinnen-Dienstleistungen und Soziale Landwirtschaft, auch das ist im Dienstleistungsportal der SBO nachzulesen.
Bäuerinnen sind wichtige Säulen und tragen dazu bei, die Landwirtschaft und deren Werte lebendig zu halten.
Das Bild der Bäuerin hat sich im Laufe der Zeit von der traditionellen Vorstellung zur selbstbewussten Unternehmerin entwickelt. Gleich geblieben ist, dass die Bäuerin das Herz des Hofes ist. Sie agiert mit Mut, Kreativität und einem klaren unternehmerischen Denken, gestaltet aktiv ihre Zukunft und die ihrer Familie.
Eine Sonderausstellung im Frauenmuseum Meran soll an „die Verantwortung, die Bäuerinnen tagtäglich tragen, erinnern und daran, dass Frauen in der Landwirtschaft seit dem Mittelalter unverzichtbare Leistungsträgerinnen waren“, so Julia Aufderklamm, Direktorin des Museums.
Wie präsent und gleichzeitig wie unterrepräsentiert Bäuerinnen noch immer sind, zeigt Landesbäuerin Antonia Egger auf. Weltweit leisten Frauen laut UN über ein Drittel der Arbeit im Agrar- und Ernährungssystem. In Südtirol führen sie zwar 17 Prozent der Betriebe – doch nur 5 Prozent von ihnen sitzen in Verwaltungsräten der Genossenschaften. […] „Die unbezahlte Care-Arbeit von Bäuerinnen ist unverzichtbar und muss endlich stärker anerkannt und sichtbar gemacht werden.“ so Egger. Das Internationale Jahr bietet die Chance diese Leistungen der Bäuerinnen zu würdigen und die Weichen für mehr Sichtbarkeit und Mitbestimmung in Zukunft zu stellen.

Quellen: Homepage SBO,
verschiedene Printmedien und Soziale Netzwerke

 

s57 tab1

s57 tab2

s57 tab3

Grundlage sind die 13 Gemeinden der Bezirksgemeinschaf Vinschgau. Bei den Ende 2024 registrierte Landwirtschaftbetriebe sind
ca. 80% Männer, 15% Frauen Betriebsleiter:innen und 5% Körperschaften. Dazu zählen Fraktionen, Interessentschaften und Kleinstbetriebe)
Wenn wir diese Kategorien weglassen, kommen wir
vinschgauweit auf rund 2000 Betriebe.
Eine andere Auswertung für dieselben 13 Gemeinden zwischen Graun und Schnals ergibt (dieselbe Datengrundlage):
1.216 Viehhaltungsbetriebe mit mind. 1 GVE (Großvieheinheit)
dort macht der Frauenanteil knapp 13% aus.
997 Betriebe mit Apfelanbau (mind. 3.000 m² Apfelfläche/Betrieb)
dort macht der Frauenanteil unter den eingetragenen Betriebsleitern knapp 15% aus.
N.b.: ein Mischbetrieb z.B. mit 1 ha Apfelanbau und 5 GVE scheint in beiden Kategorien auf.

Quelle: Autonome Provinz Bozen - Südtirol Bezirksamt für Landwirtschaft West

special2

  • Aufrufe: 34