Zum Hauptinhalt springen

„Im Vinschgau macht im Gemüseanbau der Karfiol knapp 90 Prozent aus“

  • Vorspann: Am Außensitz des Versuchszentrums Laimburg in Eyrs werden auf 5 Hektar verschiedenste Gemüsearten und -sorten zu Versuchszwecken angebaut. Der Vinschgerwind hat mit dem Leiter der Arbeitsgruppe Freilandgemüsebau des Versuchszentrums Laimburg Markus Hauser ein Gespräch über angebaute Arten, über Sorten, Herausforderungen und Empfehlungen geführt. Hauser ist seit über 30 Jahren im Versuchsfeld Eyrs tätig. Das Versuchszentrum Laimburg feierte im vergangenen Jahr 50 Jahre Forschungszentrum für die Südtiroler Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung.
  • Dachzeile: Spezial-Landwirtschaft
  • Redakteur: Angelika Ploner & Heinrich Zoderer (Interview I Transkription: Nadine Hofer
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2:
  • Weitere Fotos - 3:
  • Weitere Fotos - 4:

Vinschgerwind: Das Versuchsfeld Eyrs ist zwar den meisten bekannt, aber die wenigsten wissen, was dort genau angebaut wird.
Markus Hauser: Wir machen die Versuchstätigkeit für Freilandgemüsebau für ganz Südtirol. Versuche werden zwar auch an anderen Standorten der Laimburg gemacht, aber der Sitz der Arbeitsgruppe Freilandgemüsebau ist hier in Eyrs. Unter praxisnahen Bedingungen werden Sortenvergleiche, bedarfsgerechte Düngung, Anbautechniken, Kulturführung und Pflegemaßnahmen, Pflanzenschutz sowie integrierte und biologische Anbauweise bei den für die Südtiroler Landwirtschaft interessanten Gemüsearten durchgeführt.

Vinschgerwind: Wieviele Gemüsesorten werden durchschnittlich hier am Versuchsfeld Eyrs angebaut?
Markus Hauser: Das müssen wir spezifizieren. Sie sprechen von Sorten und meinen wahrscheinlich Arten. Rohnen, Karotten usw. das sind Arten. Und von jeder Art haben wir verschiedene Sorten. Zum Beispiel beim Karfiol haben wir Sorten wie Seoul, Clapton u.v.a.

Vinschgerwind: Anders gefragt: Wieviele Arten wurden im vergangenen Jahr angebaut.
Markus Hauser: 2025 haben wir Versuche bei 15 Gemüsearten durchgeführt. Wir hatten aber auch schon Jahre mit knapp 40 Gemüsearten im Anbau. Das hängt immer vom jährlichen Versuchsprogramm ab. Dieses wird jedes Jahr neu erstellt. Vorschläge dafür reichen die sogenannten Steakholder, wie bäuerliche Verbände, Beratungsorganisationen usw., ein. Diese werden dann mit uns besprochen und wir entscheiden, ob die Thematik versuchsmäßig abzuklären ist und legen gegebenenfalls einen Vorschlag dem wissenschaftlichen Beirat der Laimburg vor, der dann abschließend darüber entscheidet.

Vinschgerwind: Sind die Arten von Jahr zu Jahr relativ gleich oder gibt es neue?
Markus Hauser: Beides, wir haben hier auch schon Versuche mit „Exoten“ wie Süßkartoffeln oder Artischocken gemacht. Das sind nicht typische Südtiroler Produkte. Im Fokus stehen aber hauptsächlich die für das Südtiroler Anbaugebiet relevanten Gemüsearten. Knapp 90 Prozent des im Vinschgau für den Verkauf produzierten Gemüse macht der Karfiol aus und das spiegelt sich natürlich auch in unserem Versuchsprogramm wieder.

Vinschgerwind: Knapp 90 Prozent? Also Steckenpferd hier ist der Karfiol.
Markus Hauser: Wir sind bei der Sortenprüfung von Karfiol gut aufgestellt. Denn der Gemüsebau im Vinschgau ist, wie gesagt, vorwiegend Karfiol. Wenn sich Sorten hier bei uns im Versuchsfeld über einen Zeitraum von drei Jahren gut zeigen, dann empfehlen wir sie an die landwirtschaftliche Praxis weiter.

Vinschgerwind: Aber was untersuchen Sie genau? Krankheitsanfälligkeit, Klimaeinfluss…?
Markus Hauser: Die zu untersuchenden Parameter sind quantitative, wie Ertragsleistung, mittleres Blumengewicht usw., und qualitative, wie Farbe, Grießigkeit, Kompaktheit, aber auch Resistenzen und Toleranzen usw. Der Hektarertrag ist entscheidend für den Anbauerfolg, genauso wie die Farbe, denn unser Karfiol muss schneeweiß sein.

Vinschgerwind: Das heißt Sie müssen auch die Verkaufsstrategie im Kopf haben?
Markus Hauser: Ja, die Parameter, die wir prüfen, sind auch jene, die für die Vermarktung wichtig sind.

Vinschgerwind: Welche Karfiolsorte wird im Vinschgau am meisten angepflanzt?
Markus Hauser: Momentan ist es die Sorte Seoul. Das ist eine israelische Züchtung, eine Hybridsorte. Es handelt sich – ganz nebenbei bemerkt – bei den Neuzüchtungen vorwiegend um Hybridsorten.

Vinschgerwind: Was sind Hybridsorten?
Markus Hauser: Hybridsorten sind, im Gegensatz zu den samenfesten Zuchtsorten, nicht fortpflanzungsfähig. Es handelt sich um eine Kreuzung, bei welcher alle Hybride, also Pflanzen, eine große Ähnlichkeit und Einheitlichkeit haben. Bei samenfesten Sorten hingegen ist das genetische Material unterschiedlich und jede Pflanze ist anders als die andere. Das ist der große Unterschied. Als ich hier vor 30 Jahren begonnen habe, wurden noch vorwiegend samenfeste Karfiolsorten in der landwirtschaftlichen Praxis angebaut. Die Hybride haben sich jedoch im ganzen Gemüsebau durchgesetzt, da das Wachstumsverhalten sehr gleichmäßig ist und die Bestände deshalb sehr einheitlich sind. So liegt auch das Erntefenster bei einem Satz Blumenkohl z.B. in der Regel bei 15 bis 20 Tagen, während vor 30 Jahren auch zwei Monate zum Durchernten benötigt wurden.

Vinschgerwind: Also die Pflanzen wurden vereinheitlicht?
Markus Hauser: Ja. Heute pflanzen bei uns zum Beispiel sehr viele zwei Sätze Karfiol im Jahr auf demselben Feld: den ersten Anfang April und den zweiten Anfang Juni.

Vinschgerwind: Und wie haben die Bauern das früher gemacht?
Markus Hauser: Früher ging sich zeitlich nur ein Satz pro Jahr aus. Die Samen haben die Bauern immer gekauft, aber früher haben sie die Pflanzen selbst gesät, pikiert und in den Folientunnel aufgezogen. Das tut heute kaum einer mehr. Die Jungpflanzen produzieren jetzt große Firmen in der Poebene, welche die Pflanzen dann liefern. Die Genossenschaften handeln den Preis aus und kaufen sie gemeinschaftlich ein.

Vinschgerwind: Blöde Frage: Wenn Sie schon wissen, welche die beste Blumenkohlsorte ist, was untersuchen sie dann noch?
Markus Hauser: Jetzt, momentan, ist sie die für unser Anbaugebiet geeignetste Sorte. Aber vor dieser Sorte hat es auch eine Beste gegeben und wenn wir es bei jener belassen hätten, hätten wir die Jetzige nie gefunden. Es kommen jedes Jahr viele Neuzüchtungen von unterschiedlichen Züchterfirmen auf den Markt und die schauen wir uns natürlich an. Wir pflanzen im Versuchsfeld normalerweise zwei, drei Sätze Karfiol pro Jahr: Frühpflanzung bis Mitte Mai, Sommerpflanzung bis Mitte Juni und Spätanbau bis Mitte Juli. Früher hatten wir für jeden Satz eine andere geeignete Sorte. Die Sorte Seoul ist jedoch für alle drei Sätze geeignet, das heißt für die ganze Anbauzeit im Vinschgau. Für die mit Kohlhernie verseuchten Felder schlagen wir Sorten vor, welche eine bestimmte Resistenz bzw. Toleranz gegen diese Krankheit haben.

Vinschgerwind:Kohlhernie?
Markus Hauser: Kohlhernie ist eine Pilzkrankheit, die die Wurzeln befällt und die Pflanzen verwelken lässt. Das kann einen Totalausfall bewirken. Im ersten Jahr kann man die Pflanzen vielleicht noch zur Ernte bringen, aber dann bilden die Pilze Dauersporen und diese bleiben über Jahre, ja Jahrzehnte im Boden und da gibt es auch kein Mittel, das dagegen hilft. Das einzig Wirksame wäre eine Bodenentseuchung, und die ist, richtigerweise, bei uns hier verboten. Auf solchen, von Kohlhernie befallenen Feldern, kann man dann mit toleranten/resistenten Sorten wie Clapton oftmals noch einige Jahre Karfiol produzieren. Das Problem ist: Normalerweise sollte man Karfiol nur alle vier Jahre auf dem gleichen Feld anbauen und dazwischen andere Gemüsefamilien oder andere Kulturen, beispielsweise Korn anbauen. Das heißt, idealerweise eine bestimmte Fruchtfolge einhalten.

Vinschgerwind: Das heißt nach zehn, fünfzehn Jahren ist der Boden unfruchtbar?
Markus Hauser: Unfruchtbar nicht, es bestehen jedoch bestimmte Anbaurisiken. Wir haben das Glück, dass wir in der Talsohle, also auf den Mösern zwischen Gadria und Prad, Böden mit alkalischem pH-Wert, d.h. mit einem pH-Wert über sieben, haben. Unter sieben ist sauer, über sieben ist alkalisch. Pilze mögen saures Milieu. Wir haben also weniger Probleme mit Pilzen. Die Kohlhernie ist eine Pilzkrankheit, hervorgerufen durch einen Schleimpilz der die Wurzeln von Kohlgewächsen befällt. In Hanglagen hingegen, haben wir einen pH-Wert von unter 7 und dort haben wir nach wenigen Jahren Karfiolanbau das Problem mit Kohlhernie. Oft sogar schon nach dem ersten Jahr, wie es uns z. B. einmal in Schluderns passiert ist.

Vinschgerwind: Nochmals zurück zu den Mösern. Das Glück ist also, dass es sich um alkalische Böden handelt?
Markus Hauser: Genau. Und in Europa gibt es nur wenige solche Gebiete, z. B. noch in einer bestimmten Gegend in Belgien. Dort wurde schon 50 Jahre lang, zwei Mal im Jahr, auf den gleichen Feldern, Karfiol angebaut und es gab kaum Probleme mit der Kohlhernie. Der pH-Wert dieser Felder lag über 8. Die alkalischen Böden sind also der Grund, dass der Karfiol bei uns über so viele Jahre ohne Fruchtfolge angebaut werden konnte.

Vinschgerwind: Früher wurden aber auch Karotten und Rohnen gepflanzt.
Markus Hauser: Karotten und Rohnen wurden größer flächig angebaut, bevor Ende der 70er Jahre der Blumenkohlanbau Fahrt aufnahm. Mittlerweile spielen diese im Vinschgau eine untergeordnete Rolle, denn wie gesagt: knapp 90 Prozent vom Freilandgemüse ist Karfiol, der angebaut wird. Der Rest sind meist Kartoffeln, Speisekürbis, Salat, Fenchel, Rohnen usw. Aber der Karfiolanbau hält sich bei uns eigentlich, weil wir in einer Zeitnische produzieren, in der in den restlichen Anbaugebieten Italiens der Anbau aufgrund der heißen Witterung nicht möglich ist. Die Vinschger Produzenten liefern von Anfang Juni bis Anfang Oktober.

Vinschgerwind: Wie viel Blumenkohl wird im Vinschgau produziert?
Markus Hauser: Im Jahr 2025 waren es um die 320 Waggon, also 3.200 Tonnen.

Vinschgerwind: Welche Schädlinge und Krankheiten bereiten die größten Sorgen?
Markus Hauser: Die Regulierung der gängigen Schädlinge an Kohlgewächsen, wie Kohlfliege, Kohlschabe, Kohlweißling, Kohleule, Erdeulen, Erdflöhe sowie Verbiss durch Vögel oder Wildtiere beschäftigen uns auch in der Versuchstätigkeit.
Darüber hinaus sind im Pflanzenschutz auch Pilzkrankheiten wie eben die Kohlhernie, die Kohlschwärze (Alternaria) und andere, sowie Bakteriosen, wie Adernschwärze und Weichfäule Thema. Erheblichen Arbeitsaufwand bereiten uns letzthin auch EU-Entscheide zur Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln im Anbau von landwirtschaftlichen Produkten. Wenn Wirkstoffe, oft recht kurzfristig, die Zulassung verlieren, gilt es möglichst schnell alternative Pflanzenschutzstrategien aufzuzeigen, um trotzdem ein marktfähiges Produkt wirtschaftlich zu produzieren.
Durch die derzeitigen weltweiten Kriege und Krisen scheint ein gewisses Umdenken zu erfolgen und die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln in Europa erhält dadurch wieder eine andere Gewichtung.

Vinschgerwind: Wird der Pestizid-Einsatz abgebaut?
Markus Hauser: Die zugelassenen Wirkstoffe werden kontinuierlich reduziert und auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Dies kann jedoch unter Umständen zu Schwierigkeiten im Anbau führen, auch beim Karfiol. Vor wenigen Jahren hat z.B. ein Wirkstoff die Zulassung verloren, welcher bei uns standardmäßig zur Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege eingesetzt wurde. Die Kohlfliege legt Eier an den Wurzelhals junger Pflanzen und die daraus schlüpfenden Maden fressen dann die Wurzeln und verursachen dadurch das Absterben der Pflanzen. Ohne wirksame Pflanzenschutzstrategie kann es zu Ausfällen von 50% und mehr kommen.

Vinschgerwind: Es wurde also etwas abgeschafft, wofür es keine Alternativen gab?
Markus Hauser: Für unser Anbaugebiet zu diesem Zeitpunkt nicht. Wir haben dann gesehen: die Holländer und die Deutschen z.B. haben schon einen alternativen zugelassenen Wirkstoff, dieser war in Italien jedoch nicht zugelassen, da die Zulassungen nicht EU-weit gelten.

Vinschgerwind: Die Zulassung erfolgt auf nationaler Ebene?
Markus Hauser: Ja, auf EU-Ebene und eben auch auf nationaler Ebene. In Italien ist das Überprüfen dem Sanitätsministerium unterstellt, in anderen Staaten wiederum dem Landwirtschaftsministerium. Die Regelung ist also ganz unterschiedlich. Da sind wir noch weit entfernt von einer europaweiten Einheitlichkeit.

Vinschgerwind: Nochmal zurück zur Kohlfliege. Das andere Mittel war nicht mehr zugelassen – was dann?
Markus Hauser: Unsere Nachbarn im Norden hatten ja einen Wirkstoff, der bei uns noch keine Zulassung hatte. Ein naher Verwandter dieses Wirkstoffes aus derselben Wirkstoffklasse hatte allerdings die Zulassung in Italien auf Blumenkohl. Diesen haben wir hier in Eyrs auf seine Wirksamkeit gegen die Kohlfliege geprüft und gesehen, dass eine gute Wirkung gegeben war. Die Handhabung dieses Mittels war für den Anwender auch einfach und schonend.

Vinschgerwind: Was ist anbautechnisch für Sie wichtig?
Markus Hauser: Das Ziel ist den Gemüsebauern möglichst viele Informationen zur Verfügung zu stellen, die es ihnen ermöglichen, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig, marktfähiges Gemüse zu produzieren. Dabei geht es um Bodenbearbeitung, Sortenwahl, Düngung, Kulturführung, Pflanzenschutz usw. Die Pflanzenzahl pro Hektar und damit die Pflanzabstände haben z.B. entscheidenden Einfluß auf den Ertrag, aber auch auf mögliche Risiken in Bezug auf bestimmte Krankheiten. Bei der Düngung verhält es sich ähnlich. Es gibt immer ein Ideal und das muss man finden. Wir können und sollen nicht die Verantwortung für die Äcker der Bauern übernehmen, aber wir können sie beraten und ihnen sagen was ideal wäre bzw. was die Risiken sind.


Vinschgerwind: Ist Gemüseanbau wasserintensiv?
Markus Hauser: Würde ich so nicht sagen. Aber es braucht Wasser. Es braucht auf jeden Fall die Beregnung, das ist der Knackpunkt. Die Beregnung ist Voraussetzung für unseren Gemüsebau. Dass Tropfberegnung besser gegen Pilzkrankheiten usw. wäre, stimmt. Da es sich beim Gemüsebau um eine einjährige Kultur handelt, wäre der Aufwand des jährlichen Auf- und Abbaus viel zu groß und auch die nötigen Kulturführungsmaßnahmen würden eingeschränkt. Wir hier im Vinschgau haben das Glück, dass fast immer entweder der Oberwind oder der Unterwind weht. Der Wind trocknet die Bestände und ist mit ein Grund dafür, daß Behandlungen gegen Pilzkrankheiten im Blumenkohlanbau eher die Ausnahme sind.

Vinschgerwind: Was sind die größten Herausforderungen im Hinblick auf die nächsten Jahre?
Markus Hauser: Ich denke die Herausforderungen liegen zum einen auf der Vermarktungsseite, da der Gemüsebau im Vinschgau derzeit eben vorwiegend Karfiolanbau ist. Hier im Mittelvinschgau zwischen Laas und Prad, wo aufgrund der besonderen Bodeneigenschaften (alkalischer pH-Wert) mehrjähriger ununterbrochener Karfiolanbau möglich war, ist der Obstanbau auf dem Vormarsch. Der Gemüseanbau verlagerte sich in den letzten Jahren bereits Richtung Obervinschgau, seit dort Beregnungsprojekte realisiert wurden. Die Felder dort haben allerdings vorwiegend leicht saure PH-Werte, sodass vieljähriger Blumenkohlanbau in dem Maße nicht möglich sein wird. Der Ausweg kann einerseits ein kontinuierlicher und geplanter Feldtausch zwischen Gemüsebau- und Viehwirtschaftsbetrieben sein, oder anderseits die Einhaltung einer sinnvollen Fruchtfolge im Gemüseanbau, was allerdings ähnliche Erlöse bei anderen Gemüsearten, wie beim Karfiol, für die Produzenten erfordern würde.

„Lehrlinge zu finden, ist wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen“

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer
  • Weitere Fotos - 1: Fassadengestaltung Felicetti

Vinschgerwind: Warum sollte man Maler und Lackierer werden?
Noah Unterweger: Weil es eine abwechslungsreiche, gestalterische Arbeit ist und man am Ende des Tages sieht, dass man etwas getan hat. Man arbeitet auf verschiedenen Baustellen und ist nicht monatelang am gleichen Ort.

Was zeichnet einen guten Maler aus?
Noah Unterweger: Das sind meiner Meinung nach vor allem Präzision und eine künstlerische Ader.

Maler sein bedeutet mehr als nur Wände streichen und Farben mischen. Was ist das Haupttätigkeitsfeld eines Malers von heute?
Noah Unterweger: Wir bringen neuen Glanz in Wohnungen und Häuser. Sehr wichtig ist die individuelle Beratung unserer Kunden, um deren Wünsche bestmöglich umzusetzen und den Wohnräumen eine persönliche Note zu geben. Unser Haupttätigkeitsfeld umfasst Trockenbau, Malerarbeiten, Fassadengestaltungen, spezielle Techniken und Tapeten.

Auf welches Projekt bist du besonders stolz?
Noah Unterweger: Wir haben die Fassade der Nudelfabrik Felicetti im Fassatal gestaltet. Auf unserer Instagram- oder Facebook-Seite kann man die Bilder dazu anschauen. Das war wirklich ein außergewöhnliches Projekt, auf das ich stolz bin.

Wie hoch ist dein Anspruch an Qualität? Und was heißt Qualität bieten für dich?
Noah Unterweger: Qualität ist das A&O in unserem Betrieb. Ein Auftrag muss von A bis Z perfekt geplant und ausgeführt werden. Da gibt es keine Ausreden wie Zeitdruck usw.
Unser Kapital sind unsere qualifizierten Mitarbeiter.

Wie schwierig oder leicht ist es Lehrlinge zu finden?
Noah Unterweger: Kaum zu finden, im Grunde ist es wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen.

Was ist das Schönste am Malerberuf?
Noah Unterweger: Das Schönste ist die Zufriedenheit und Freude der Kunden, wenn ein Projekt abgeschlossen ist.

Was sind deine beruflichen Ziele?
Noah Unterweger: Ich möchte den Malerbetrieb meines Vaters gemeinsam mit unserem Team erfolgreich weiterführen und neue Ideen einbringen.

Abschließend eine persönliche Frage: Deine Lieblingsfarbe ist?
Noah Unterweger (lacht): Dunkelweiß.

 

Noah Unterweger
Jg.: 2001

Gründung Einzelfirma Maler Günther Unterweger: 1993
Gründung Gesellschaft Maler Unterweger v.GmbH: 2015
Gründung Gesellschaft Maler Unterweger PLUS v.GmbH: 2026
Mitarbeiter: 5

Seit wann im Betrieb: 2017

Ausbildung:
Matura TFO Meran 2020
Gesellenprüfung Maler und Lackierer 2021

 

Wir suchen PRAKTIKANTEN, Lehrlinge und GESELLEN: 331 2180832



Alles beginnt mit einer Idee: I-Klaub der elektronische Klaubkorb

  • Vorspann: I-Klaub, einen elektronischen Klaubkorb, hat der Landwirt David Pircher aus Tarsch entwickelt. Im vergangenen Herbst war der sensorgesteuerte und hochprofessionelle Klaubkorb erstmals im Einsatz und hat die Testphase gut bestanden.
  • Dachzeile: Spezial-Landwirtschaft
  • Redakteur: Angelika Ploner
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2:
  • Weitere Fotos - 3:

David Pircher ist ein Tüftler, „a Baschgler“ wie man im Dialekt so schön sagt. In erster Linie, sagt er, sei er ein ganz normaler Bauer. Jede Maschine, jeder Traktor, jeder Hänger, kurzum jedes landwirtschaftliche Gerät auf seinem Hof in Tarsch ist umgebaut oder angepasst worden. „Meine Leidenschoft isch oanfoch olls zu optimieren und weiterzuentwickeln. Wenn mir firkimmp, dass eppes ungschickt isch, richt i mir die Maschinen so, dass es leichter isch zun orbeiten“, erklärt David Pircher seine Philosophie. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die letztendlich aber einen großen Unterschied machen können. Die Ideen, die Einfälle kommen spontan auf der Wiese beim Arbeiten. Er könne nicht anders als diese dann in seiner Werkstatt umzusetzen. Unterstützt wird er dabei auch immer wieder von der Firma Vimas mit Bruder Hansjörg Pircher.

Das jüngste Ergebnis seiner Tüftelei nennt sich I-Klaub und ist ein elektronischer Klaubkorb. Eine innovative Idee, die eigentlich aus der Not heraus geboren wurde, sagt er. Mühselig sei es oft bei der Ernte die Kisten an- und herumzuheben oder lange Wege mit wenigen Äpfeln zurücklegen zu müssen. Bei einer Ernte, die über Tage und Wochen geht, ist das sehr anstrengend. „Des gibs jo net, dass es nix gib, wo man in Äpfl inni tian konn, isch mir olm wieder durchn Kopf gongen“, sagt Pircher. Etwas, das die Ernte erleichtert und sich selber ausleert. Die Idee eines elektronischen Klaubkorbs kam nicht spontan, sondern entwickelte sich langsam und reifte mit der Zeit heran.

In der Werkstatt in Tarsch stehen mehrere Prototypen. Über Jahre hat David Pircher die Prototypen weiterentwickelt. Den ersten hat er noch aus Eisen gefertigt. Immer wenn ihm etwas eingefallen ist, hat er „weitergebaschglt“ und weiterprobiert. Dann kam ihm die Idee mit der halbrunden Schaufel. Das war letztendlich der entscheidende Durchbruch. Die zwei halbrunden Schaufeln oder Schalen öffnen und schließen sich mechanisch und ähneln einem Greifer. Innen staffierte er sie mit Gummimatten aus, die irgendwie an den guten, alten „Tschaggl“ erinnern und die Äpfel weich landen lassen. Der Klaubkorb hängt an vier Bändern und ist sensorgesteuert. Ist er voll, fährt er per Knopfdruck automatisch nach unten bis kurz oberhalb der Äpfel, die Schaufeln öffnen sich und der Inhalt entleert sich langsam und schonend in die Großkiste. Hat der Klaubkorb die Äpfel entleert, fährt er alleine wieder hoch. Herzstück des Systems sind die halbrunden Schaufeln und der spezielle Öffnungsmechanismus, der sensorgesteuert arbeitet und patentiert ist.

Der Klaubkorb selbst ist von einem Rahmen mit zwei Griffen eingefasst und dort praktisch befestigt. I-Klaub kann auf einer Hebebühne oder auch auf eine Erntemaschine aufgebaut werden. Oben wird einfach in das Klaubkörbchen geerntet und wenn es voll ist, entleert es sich in die darunter liegende Kiste. Es geht darum kurze Wege zu nehmen, schonend, effizient und flexibel zu ernten.
Es ist eine Hilfestellung, eine Zusatzhilfe beim Klauben und „isch kinderleicht zu bedienen“, sagt David Pircher zum Vinschgerwind. Kein schweres Tragen mehr, „i will, dass es in die Leit guat geaht ban Klauben.“ Und den Äpfeln, dem Produkt natürlich auch.

„Wir haben I-Klaub im vergangenen Jahr erstmals getestet und waren damit sehr zufrieden“, sagt Pircher. Die Teile professionell gefertigt hat die Firma Weico in Brixen und auch die letzten Details ausgefeilt, damit der elektronische Klaubkorb den Anforder-
ungen

an die Arbeitssicherheit und Zertifizierungen standhält. Im vergangenen Jahr zwischen Ferragosto und dem Klauben hat Weico die Teile an Pircher geliefert und dieser hat sie in kürzester Zeit zusammengebaut und einsatzbereit gemacht.
MyID steht auf dem Klaubkorb und i-Klaub. MyID steht für Mei Idee, i-Klaub einfach für „i klaub“. Das Design stammt von Studio Oberhauser aus Bozen. Unterstützung kam auch von der Abteilung für Innovation und Forschung. David Pircher geht es darum, „dass in die Bauern gholfn isch.“ Die Produktion schafft er nicht alleine. Soviel steht fest. Er ist in seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit fest eingebunden. Pircher: „Es war flott, wenn jemand die Produktion übernemmen tat.“

MyID
i-Klaub – Pircher David
Tel. 333 1379389

 

Damit man sich ein umfassendes Bild über i-Klaub machen kann, hat David Pircher ein Video gedreht. Auf Youtube ist dieses abrufbar und zeigt wie der elektronische Klaubkorb in der Praxis funktioniert.
https://m.youtube.com/watch?si=Q6bnMBUzdVte4c3k&v=yYXbMnK-pME&feature=youtu.be

Bauen mit und auf Experten

  • Vorspann: Bauen mit und auf Experten ist der Titel unseres Sonderthemas. Sie finden auf den folgenden Seiten geballte Fachkompetenz in verschiedenen Bereichen - Ideen, Tipps, Fachbetriebe, die mit viel Erfahrung punkten. Das Angebot ist rund, die Betriebsauswahl bunt.
  • Dachzeile: Spezial-Experten
  • Redakteur: Angelika Ploner
  • Redakteur Bild:

Kompetenz und Fachwissen stellen wir in diesem Sonderthema in den Mittelpunkt. Deshalb heißt es Bauen mit und auf Experten. Sie finden auf den folgenden Seiten viele Fachbetriebe, die sich und ihr Angebot vorstellen und auf die Qualität ihrer Arbeit und ihre Qualifikationen hinweisen. Denn Bauen mit Experten ist auch Bauen auf Experten. Das heißt konkret: Bauen und vertrauen Sie auf die geballte Fachkompetenz, die von den Betrieben auf den folgenden Seiten ausgeht.

LEEB Balkone ist der führende Hersteller von Balkongeländern aus Aluminium, Glas und Holz. Die vielseitigen Balkongeländer treten in zahlreichen unterschiedlichen Designs auf. Mit mehr als 60 Jahren Erfahrung in der Branche und über 150.000 zufriedenen Kunden steht Leeb für zertifizierte Qualität.

➜ In die Reihe der Experten stellt sich auch Immobilien Regensburger - ein dynamisches, junges Team mit innovativen Ideen und einer Hingabe für den Bau- und Wohnraum. Jede Immobilie wird von Immobilien Regensburger gleichermaßen geschätzt, unabhängig von ihrer Größe. Nach ethischen Prinzipien wird gehandelt, gearbeitet und gelebt. Kurzum: Immobilien Regensburger ist alles andere, als ein klassischer Immobilienmakler. Das Motto: Wir bringen Sie mit Sicherheit schön unter. Ob in einen Neubauprojekt oder einem zum Verkauf stehenden Objekt.

➜ Um Wohn- und Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden dreht sich das Angebot auch bei Fleischmann Raumausstattung in Schlanders. Als Raum³-Fachgeschäft nimmt man sich bei Fleischmann Zeit, um Räume zu gestalten: Zeit, um zu beraten, Zeit, um die besten Produkte und Materialien auszuwählen und Zeit für eine perfekte Umsetzung. Wenn von der Planung über die Beratung bis hin zur Realisierung alles stimmt, dann werden aus Wünschen und Ideen - handwerklich und gestalterisch - eindrucksvolle Wohnkonzepte. Kundinnen und Kunden finden im Geschäft direkt an der Staatsstraße die schönsten Accessoires und Ideen für die Innendekoration, Gardinen, Insekten- oder Sonnenschutz oder Bettwaren und Teppiche.

Sonn Well Activ in der Industriezone in Vetzan ist der Experte für Sonnenschutz und Innen- und Außenbeschattung. Mit einer breiten Produktpalette an Markisen, Rollläden und Raffstores für Haus, Wohnung oder Geschäftslokal ist Sonn Well Activ ein Vorzeigebetrieb im Vertrieb, aber auch in der Montage. Mit großem Fachwissen ausgestattet, empfiehlt sich das Unternehmen als Serviceexperte und punktet nicht nur mit einer hohen Beratungsqualität, sondern auch durch großzügige Garantieleistungen.

Ratschiller Böden zeigt als Experte Kante und Profil. Im wahrsten Sinne des Wortes. Christian Ratschiller fertigt seit fast 20 Jahren für seine Kunden Möbel, Innentüren, Böden oder Außengestaltungen – individuell und mit pfiffigen Ideen. Er bietet Qualität, die man spürt. Denn Holz sorgt für Wärme, für Behaglichkeit, für Wohn- und Wohlgefühl.

Maler Unterweger ist ein erfolgreicher Meisterbetrieb. Die Zukunft ist gesichert. Noah Unterweger hat den Betrieb von seinen Eltern Günther und Uschi Unterweger frisch übernommen und führt ihn mit Qualitätsbewusstsein weiter. Zu den Malerarbeiten ist ein breit gefächertes Angebot im Bereich Trockenbau, speziellen Techniken und Fassadengestalltungen dazugekommen. Es sind demnach viele Bereiche, in denen sich das Team von Maler Unterweger mit Fachwissen bewegt. Im Innen- und im Außenbereich.

Handytreff ist der Experte rund um Handy, Tarife, Second-Hand u.v.m. Das Team um Francesco Paesano bündelt Fachwissen. Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit sind bei Handytreff ein Herzensanliegen. Deshalb gibt es etwa für kaputte Handys bares Geld. Gleichzeitig kann man gebrauchte Handys, die noch in Top-Zustand sind, günstig erwerben und markenunabhängig aus einem großen Secondhand-Sortiment das passende Handy auswählen.

➜ Und die Firma Moriggl ist seit über 30 Jahren mit Rohrsanierungen am Markt - wenn das kein Experte ist. Für das RISAN®-Verfahren erhielt Morrigl den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. „Er ist der Lohn für viele Jahre hartnäckiger Arbeit, in welcher wir unser RISAN®-Verfahren laufend weiterentwickelt und verbessert haben. Der Preis ist die Wertschätzung“ sagte Geschäftsführer Thomas Moriggl in einem Wind-Interview.

Bewegungskampagne: Gesundheit und Leben - Fit – Beweg dich gesund“

  • Dachzeile: Spezial-Gesundheit

Mehr Bewegung im Alltag und mehr Bewusstsein für Gesundheit und Prävention will das Land mit der neuen Kampagne „fit – Beweg dich gesund“ erreichen. Diese ist am 7. April 2026 - vor gut einer Woche - gestartet. Die Kampagne setzt auf Information und Sensibilisierung. Sie zeigt, wie Bewegung einfach in Tages-, Freizeit- und Arbeitsabläufe integriert werden kann. Ziel ist es, den gesundheitlichen Nutzen regelmäßiger Bewegung sichtbar zu machen. Denn Bewegung ist eine der wirksamsten Formen der Prävention.
In Südtirol treiben 42 Prozent der Erwachsenen regelmäßig Sport, weitere 16 Prozent zumindest gelegentlich. Gleichzeitig bewegen sich rund 15 Prozent der Bevölkerung weder sportlich noch körperlich aktiv. Besonders groß ist der Bewegungsmangel bei älteren Menschen (ASTAT-Daten, 2024).
Die Kampagne richtet sich gezielt an Menschen, die sich bisher wenig bewegen. Sieglinde Kofler, Primaria der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Meran, unterstrich bei der Vorstellung der Kampagne: „Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf alle Bereiche der Gesundheit aus und ist ein zentraler Faktor für ein aktives Altern.“ „Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen spürbaren gesundheitlichen Effekt haben“, sagte Lukas Waldner vom Dienst für Sportmedizin in Meran, der verschiedene Bewegungen in Videos für die Kampagne vorzeigt.

Bewegung gehört zu den einfachsten und wirkungsvollsten Wegen, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Schon wenige zusätzliche Minuten Bewegung am Tag machen einen spürbaren Unterschied. Eine große internationale Studie belegt, dass bereits fünf bis zehn Minuten moderate Aktivität täglich das Risiko für einen vorzeitigen Tod deutlich senken können. Besonders Menschen, die sich zuvor kaum bewegt haben, profitieren davon. Auch im Alltag sollen wir uns bewegen: Treppensteigen, kurze Wege zu Fuß, ein Gang zum Drucker oder ein Spaziergang in der Mittagspause. Diese kleinen Aktivitäten – von Fachleuten NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis, d.h. Thermogenese durch nicht-sportliche Bewegung) genannt – wirken positiv auf Kreislauf, Stoffwechsel und sogar auf die Psyche. Wer öfter aufsteht oder kleine Wege selbst erledigt, kann damit seine Gesundheit nachhaltig stärken.

Die Aktion „fit - Beweg dich gesund“ setzt hier an und stellt Ideen vor, wie man ein bisschen mehr Bewegung in seinen Alltag einbauen kann: So können schon 1.000 Schritte mehr am Tag die allgemeine Sterblichkeit um 15 Prozent senken – das entspricht etwa zehn Minuten Gehen. Für mehr Bewegung braucht es weder ein Fitnessstudio noch viel Zeit: Ob „zwei Lieblingslieder lang um den Block spazieren“, mit Kindern spielen, eine Haltestelle früher aus dem Bus aussteigen oder einfach öfter vom Stuhl aufstehen – jede Bewegung zählt und wirkt wie ein kleines Gesundheitsplus im Alltag.

 

Info und Videos zur Kampagne: www.provinz.bz.it/fit

Der Bioapfel aus dem Vinschgau im Wandel

  • Vorspann: Der Vinschgau ist seit jeher ein Apfelland. Was hier wächst, findet seinen Weg auf Märkte in ganz Europa. Doch wie gelingt es, Bioäpfel aus dem Tal nicht nur regional zu produzieren, sondern europaweit eine führende Rolle einzunehmen? Eine Antwort darauf liegt in der BIO-Abpackstätte der Genossenschaft JUVAL, einem Herzstück der Bio-Strategie von VIP, dem Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse.
  • Dachzeile: Spezial-Landwirtschaft
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2:
  • Weitere Fotos - 3:

Ein starkes Zeichen für Bio
VIP zählt heute zu den wichtigsten Anbietern von Bioäpfeln in Europa. Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Ergebnis langfristiger Entscheidungen – für Qualität, Nachhaltigkeit und moderne Strukturen. In der JUVAL wurde gezielt in eine Infrastruktur investiert, die ausschließlich auf Bio ausgerichtet ist. Das ist in dieser Form europaweit etwas Besonderes.
Hier werden Bioäpfel gelagert, sortiert und verpackt – und das mit modernster Technik. Ziel ist es, den Handel und die Konsumentinnen und Konsumenten das ganze Jahr über zuverlässig mit hochwertigen Bioäpfeln aus dem Vinschgau zu versorgen.

Frische, die bleibt – das ganze Jahr
Äpfel sind ein Naturprodukt, das Zeit braucht. Damit sie auch Monate nach der Ernte noch frisch, knackig und aromatisch sind, spielt die Lagerung eine entscheidende Rolle. In der JUVAL kommen dafür große Hochregallager mit kontrollierter Atmosphäre zum Einsatz. Temperatur, Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit werden exakt gesteuert – so bleiben die Äpfel in Topqualität.
Ein digitales Lagersystem sorgt dafür, dass immer jene Äpfel zuerst ausgeliefert werden, die am längsten lagern. Das klingt simpel, bringt aber große Vorteile: weniger Energieverbrauch, bessere Planbarkeit und gleichbleibende Qualität. „So können wir ganzjährig Bioäpfel auf höchstem Niveau liefern“, erklärt Gerhard Eberhöfer, Bio Product Manager bei VIP.

Geschwindigkeit trifft Sorgfalt
Neben der Lagerung ist auch die Verarbeitung ein wichtiger Faktor. In der JUVAL können pro Stunde große Mengen an Äpfeln sortiert und über zwölf Verpackungslinien für unterschiedliche Kunden vorbereitet werden – vom kleinen Bio-Fachhandel bis zum großen Lebensmittelmarkt. Trotz dieser Leistung steht eines immer im Vordergrund: Sorgfalt und Rückverfolgbarkeit.
„Jeder Apfel soll nachvollziehbar bleiben – vom Baum bis ins Regal“, sagt Stephan Gorfer, Betriebsleiter der Genossenschaft JUVAL. Möglich macht das eine weitgehend automatisierte Abwicklung, bei der alle Schritte dokumentiert werden.

Wer steckt hinter dem Apfel?
Besonders spannend – auch für Konsumentinnen und Konsumenten – ist das Projekt BioGraphy. Über einen QR-Code auf der Verpackung kann man nachverfolgen, von welchem Hof im Vinschgau die Bioäpfel stammen. Man lernt die Bäuerinnen und Bauern kennen, sieht ihre Höfe, die angebauten Sorten und bekommt einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.
So wird der Bioapfel wieder greifbar – nicht als anonymes Produkt, sondern als Ergebnis täglicher Arbeit, Erfahrung und Verantwortung.

Nachhaltigkeit, die sichtbar ist
Zur Zukunft des Bioanbaus gehört auch der bewusste Umgang mit Ressourcen. Auf den Dächern der Genossenschaft JUVAL erzeugen Photovoltaikanlagen bis zu 65 Prozent des benötigten Stroms. Das spart Energie, reduziert Emissionen und macht den Standort unabhängiger.
Moderne Technik, erneuerbare Energie und regionale Wertschöpfung greifen hier ineinander – ein Modell, das zeigt, wie Landwirtschaft und Nachhaltigkeit zusammengehen können.

Die Menschen hinter dem Bioapfel
Im Zentrum dieser Entwicklung stehen jedoch nicht Maschinen oder Hallen, sondern die 261 Bio-Produzentinnen und Bio-Produzenten im Vinschgau. Ihr Know-how ist über Generationen gewachsen und bildet das Fundament der heutigen Bioqualität. Unterstützt werden sie durch eine spezialisierte Fachberatung, die sie bei allen Fragen rund um den Bioanbau begleitet – von der Pflege der Anlagen bis zur Ernte. Gleichzeitig bleiben die Betriebe nicht stehen: Produktion und Sortenwahl werden laufend an neue Erkenntnisse, Marktanforderungen und klimatische Bedingungen angepasst. Diese Mischung aus Erfahrung, Professionalität und Bereitschaft zur Weiterentwicklung macht den Vinschger Bioapfel zu dem, was er heute ist.

Ein Gewinn für den ganzen Vinschgau
Mit Investitionen wie jener in der JUVAL stärkt VIP nicht nur seine Marktposition, sondern auch den Vinschgau als Bio-Kompetenzregion. Die Verbindung aus bäuerlicher Arbeit, moderner Technik und transparenter Vermarktung schafft Vertrauen – bei Handelspartnern ebenso wie bei den Menschen, die Bioäpfel aus dem Tal genießen.
So bleibt der Apfel aus dem Vinschgau nicht nur ein Stück Tradition, sondern auch ein Blick in die Zukunft der Landwirtschaft.

Eine kostbar für Vetzan

  • Vorspann: Mit Kostbar in Vetzan, dem neuen Geschäft samt Bar, ist ein Ort entstanden, an dem man nicht nur einkauft, sondern Gemeinschaft lebt - an dem man zusammenkommt und sich wohlfühlt. Sarah Oberhofer und ihr Team führen die Kostbar Vetzan mit Herz für ihre Kunden, mit Leidenschaft für Qualität und mit viel Wertschätzung für regionale Lebensmittel.
  • Dachzeile: Bauplatz
  • Redakteur: Angelika Ploner
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2:
  • Weitere Fotos - 3: Das Kostbar-Team in Vetzan: v.l.o. Tanja Ratschiller, Kathrin Stecher, Nathalie Pauli, Sarah Oberhofer, Jessica Waldegger und Esther Oberdörfer

Kostbar ist der neue Dorfladen samt Bar für Vetzan: Kostbar als Nahversorger. Kostbar als Treffpunkt und kostbar ist das, was angeboten wird. Mit Kostbar Vetzan ist nicht nur ein Ort entstanden, an dem man einkauft, sondern Gemeinschaft lebt – ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und sich wohlfühlen. Ein Dorfladen samt Bar im Herzen von Vetzan war ein lang gehegter Wunsch der Vetzaner Dorfbevölkerung. Seit dem 4. April 2026 ist der neue Treffpunkt für Vetzan geöffnet. Das Konzept trägt Kostbar im Namen: Kost und Bar. Kost, also Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs, und eine Bar verbinden sich zu einem wertvollen Miteinander. Im Mittelpunkt steht der Genuss.

Regional. Frisch. Mit Liebe. Seit sechseinhalb Jahren führen Sarah Oberhofer und ihr Team die Kostbar in Morter. Von der Morterer Dorfbevölkerung und darüber hinaus wird das Angebot von Geschäft samt Bar sehr gut und dankbar angenommen. In Morter ist die Nahversorgung damit gesichert.
Für die Schlanderser Gemeinde waren Sarah Oberhofer und ihr Team ein Glücksfall. Die Gemeindeverwaltung hatte die Mauern, Sarah Oberhofer mit Kostbar Morter viel Erfahrung und eine Referenz. Das Konzept und die Einrichtung, für die die Gemeinde aufkam, in Kostbar Vetzan sind deshalb an jene von Morter angelehnt.
Die Liebe zum Detail ist bereits beim Eingang spür- und sichtbar. Gemütliche Sitzmöbel laden zum Verweilen und Genießen. Dekorationen und Blumen in jeder Ecke unterstreichen die Gemütlichkeit. Ein offenes, feines Ganzes ist im Inneren entstanden. Offene Regalsysteme zeigen das Sortiment in seiner ganzen Vielfalt. Übersichtlich und fein sortiert finden Kunden alles, was man täglich braucht, darunter viele regionale Produkte. Frisches Brot von hiesigen Bäckereien, Eier vom Pircher- und Tafratzhof, Fleisch von Genuss Gruber - zwei Mal in der Woche frisch, Wein vom Befehlhof oder Bier von Probiers – beides Vetzaner Produkte – haben hier ihren festen Platz im Sortiment. Gerne werden auch Bestellungen entgegengenommen. Die Philosophie erklärt sich auf Anhieb: Ausgewählte Produkte, ein hoher Anspruch an Qualität, kurze Wege und Frische. Obst und Gemüse stehen in der mittig platzierten Kühltheke bereit, Süßes, Käse oder Wurstwaren hingegen in der gegenüber liegenden Verkaufstheke. Mit einem „Griaßt enk“-Schild werden die Kunden dort willkommen geheißen. Es ist eben diese Liebe zum Detail zusammen mit viel Herzlichkeit und Erfahrung des Kostbar-Teams, die in Konzept und im täglichen Tun stecken.

Kostbar Vetzan ist mehr als ein traditioneller Nahversorger. Kostbar ist ein Treffpunkt, an dem man nicht nur einkauft, sondern sich begegnet und austauscht. Die Regionalität wird natürlich auch im Cafè zelebriert: Die Kaffeebohnen werden von der Rösterei Kuntrawant aus Prad bezogen. Das Interieur hier im Barbereich ist gemütlich gehalten. Bequeme, feine Polstermöbel schaffen eine Wohlfühl-Atmosphäre und sorgen für Farbakzente. Blickkontakte gibt es zwischen Geschäft und Bar, Sichtbeziehungen, die das Miteinander und den Austausch der Gäste fördern. Dunkelbraunes Metall trifft auf Holz im Interieur und Beton an der Decke und den Wänden. Der Boden trägt Feinstein. Alles ist aus einem Guss. Zusammen mit einer genau ausgeklügelten Lichtführung verbindet sich alles zu einem modernen Ambiente. Es ist es gelungen mit einer einheitlichen Designsprache zwei differenzierte Bereiche zu schaffen. Die Getränkekarte führt Kaffee, Tee, sämtliche alkoholische und nicht-alkoholische Getränke und ergänzt sich nun im Frühjahr und Sommer mit Eisbechern und Kuchen.
Zu finden ist Kostbar Vetzan unweit der Vetzaner Pfarrkirche, im Kondominium von Günther Gluderer und Monika Telser. Dort, wo früher das Hotel Vetzanerhof stand, ist nun die Kostbar Vetzan untergebracht – zweifelsohne eine Kostbarkeit für Vetzan und darüber hinaus.

 

Die Öffnungszeiten: Mo - Sa 7- 12:30 Uhr; Mo - Fr 14-19 Uhr

 

Tipp: Wandern & genießen

Von Schlanders ist die Kostbar Vetzan über den Feuersteig in rund 1,5 Stunden erreichbar. Start: Sportplatz Schlanders. Von dort Richtung Schloss Schlandersberg wandern, unterhalb des Fischerteichs Priel, rechts abbiegen und dem Feuersteig Weg Nr. 13 stets ostwärts bis nach Vetzan folgen. Denselben Weg oder den Weg Nr. 12 retour.
Variante: Vom Bahnhof Goldrain Richtung Schießstand wandern, vor dem Schießstand links Richtung Sportplatz Vetzan weitergehen und bis zur Kirche und zur Kostbar Vetzan wandern.

Kitz-direkt - Neues Standbein für den „Egghof“

  • Vorspann: Taufers i. M. - Der 18-jährige Samuel Höchenberger vom „Egghof“ in Taufers i. M. besucht die 5- Klasse der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg. Mit dem Projekt „Kitz-direkt“ will er lange Transportwege für die Tiere vermeiden.
  • Dachzeile: Spezial-Landwirtschaft
  • Redakteur: Magdalena Dietl Sapelza
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2: Seine Mutter Esther Kyburz veredelt  dort seit Jahren Ziegenmilch
  • Weitere Fotos - 3: Samuel Höchenberger vom „Egghof“ will Kitzfleisch vermarkten

Beim „Tag der offenen Tür“ am 29. November 2025 in der Fachschule für Land- und Fortswirtschaft Fürstenburg bei Burgeis stellte Samuel den Besucherinnen und Besuchern sein Maturaprojekt „Kitz-direkt“ vor. Er bot ihnen schmackhaft gekochtes Kitzfleisch zur Verkostung an. Seine Schwester Eva-Maria, einst ebenfalls Schülerin in der Fürstenburg und jetzt Theologie-Studentin, unterstützte ihn dabei.
Beim Projekt geht es ihm um die Direktvermarktung von Kitzfleisch, das er auf seinem Heimathof umsetzen möchte, um den Tieren den Transportweg zu den Schlachtungen in Bozen oder anderswohin zu ersparen. Diese Transporte samt Vermarktung werden regelmäßig vom Kleintierzuchtverband organisiert. Was eigentlich eine gute Sache ist und den Kleintierzüchterinnen und Züchtern Jahr für Jahr ein Einkommen garantiert, ist für Samuel immer mit dem schmerzlichen Loslassen der Kitze verbunden, mit denen er eine innige Beziehung aufgebaut hat und die ihm ans Herz gewachsen sind. „Ich habe jedes Mal ein ungutes Gefühl und frage mich, was mit den Tieren nach dem Abtransport beim Herumkarren so alles passieren könnte und wo sie letztendlich landen“, sagt Samuel. „Deshalb versuche ich nun einen neuen Weg zu gehen.“
Der „Egghof“ auf 1730 Metern Meereshöhe auf „Tella“ bei Taufers i. M. ist ein Erbhof, der nachweislich 400 Jahre im Besitz der Familie ist. Der Hof umfasst eine Fläche von sieben Hektar (1 ½ Hektar Weideland, der Rest Grünland).
Vor zirka 20 Jahren gab Samuels Vater Gottfried Höchenberger die Milchviehhaltung auf und kaufte die ersten Ziegen. Samuels Mutter Esther begann mit der Produktion von Ziegenkäse, den sie seither im Hofladen, im Tauferer Dorfladen und auf Märkten verkauft. Ein Teil geht an die Gäste in den Ferienwohnungen des Hofes oder wird zusammen mit anderen hofeigenen Produkten im Hofschank serviert. Aus den anfangs zehn Ziegen sind inzwischen an die 50 Stück geworden. Und diese bringen jährlich Kitze zur Welt.
Samuel möchte schon in diesem Frühjahr mit der Direktvermarktung des Fleisches beginnen. Voraussetzung dabei ist allerdings die Nachfrage. Ist die Nachfrage gegeben, will er die drei bis vier Monate alten Tiere in den Schlachthof bei Mals bringen, wo die Schlachtung tiergerecht erfolgt. Diese stellt sicher, dass die Tiere vor der Tötung betäubt werden und kaum etwas mitbekommen. Die Kundinnen und Kunden können das von den Metzgern fachgerecht zerlegte Fleisch dann im Schlachthof abholen. Derzeit beschäftigt sich Samuel mit der Kostenrechnung und dem Finanzplan. Er erstellt eine Homepage und will die sozialen Medien nutzen, um das Vermarktungskonzept bekannt zu machen. Ein Kitz hat ein durchschnittliches Schlachtgewicht von sieben Kilogramm, Das Fleisch ist edel, zart und geschmacksneutral. Die Kitzfleischvermarktung soll zu einem zusätzlichen Standbein für den Hof werden.

Kontakt:
Tel. +39 370 1399958
www.egghof-suedtirol.com

Latsch - die goldene Mitte

  • Vorspann: Latsch spielt eine zentrale Rolle im Vinschgau: Für die Landwirtschaft, den Tourismus und die Wirtschaft. Nicht nur die VIP, die zentrale Vermarktungsstruktur der Vinschger Produzenten, hat ihren Sitz im Apfeldorf, auch touristisch ist Latsch seit wenigen Monaten Mittelpunkt. Vinschgau Marketing, die Marketingorganisation der Region Vinschgau, ist von Glurns nach Latsch gezogen. Abseits davon ist Latsch wirtschaftlich stark aufgestellt und hat mit dem Bildungshaus Schloss Goldrain ein Alleinstellungsmerkmal.
  • Dachzeile: Spezial-Latsch
  • Redakteur: Angelika Ploner (Text & Fotos)
  • Redakteur Bild:

Latsch ist ein beeindruckender Wirtschaftsraum. Das belegen allein schon die Zahlen. 660 Latscher Betriebe sind bei der Handelskammer Bozen mit Februar 2026 registriert und sorgen für wirtschaftliches Wohlergehen. Nimmt man allein die Zahl der Betriebe her, so ist Latsch - nach Schlanders und Naturns - der drittstärkste Wirtschaftsort im Vinschgau. Obwohl der Wirtschaftsstandort Latsch eng mit der Landwirtschaft verknüpft ist, ist die Vielfalt da. Betriebe aller Couleur sind hier Zuhause. Latsch ist zweifelsohne wirtschaftlich stark aufgestellt.

Arbeitsmarkt Latsch.
Die MIVOR ist mit 160 Mitarbeitern mittlerweile der größte Arbeitgeber in Latsch. Die Karl Pedross AG reiht sich an zweiter Stelle. „Aktuell zählt das Unternehmen 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele von ihnen begleiten den Betrieb seit Jahren – ein Zeichen für Kontinuität, Zusammenhalt und eine starke Verwurzelung in der Gemeinde Latsch“, sagt Stephanie Perkmann von Pedross Sockelleisten auf Nachfrage vom Vinschgerwind. Ein rundes Jubiläum feiert die Karl Pedross AG heuer. „Seit dem 15. Februar 2026 steht die Karl Pedross AG für 70 Jahre s36 latsch2Unternehmergeist, Innovationskraft und kontinuierliche Entwicklung. Was einst als kleiner Betrieb mit vier Mitarbeitern und der Produktion von Massivparkett begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte. Mit der Spezialisierung auf Sockelleisten im Jahr 1973 wurde ein entscheidender Grundstein für die weitere Ausrichtung des Unternehmens gelegt. Seither ist die Karl Pedross AG stetig gewachsen, hat sich technologisch weiterentwickelt und neue Märkte erschlossen. Heute ist Pedross als international anerkannter Hersteller von Sockelleisten und Bodenzubehör weltweit etabliert.“ Seit 2012 ist das Biomasseheizkraftwerk der Karl Pedross AG in Betrieb und der gesamte Restholzverschnitt aus der Produktion wird in Energie umgewandelt. Neben 3.500 MWh an Elektrizität pro Jahr entsteht zusätzlich Wärme, die in das Fernwärmenetz der Gemeinde Latsch eingespeist wird. Das in den Sommermonaten benötigte Warmwasser für die rund 5.000 Einwohner unserer Gemeinde wird vollständig durch unser BHKW aufgeheizt. Die Wärmeleistung beträgt 2,5 MW pro Stunde. Auch das dürfte einzigartig im Vinschgau sein. Einen Betrieb wie die Karl Pedross AG im s36 wirtschaftWirtschaftsgefüge der Gemeinde zu haben, macht zweifelsohne stolz.
Auch der Tourismus ist wichtiger (saisonaler) Arbeitgeber: „In der vergangenen Saison waren im Hotel das Paradies durchschnittlich rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt“, sagt Andreas Pernthaler vom 5-Sterne-Hotel Das Paradies auf Nachfrage zum Vinschgerwind.
Das Dolce Vita Hotel Jagdhof beschäftigte „mit allen Lehrlingen und Praktikanten, sowie den Aushilfen im Jahr 2026 insgesamt 68 Mitarbeiter“, sagt Julian Pirhofer auf Nachfrage dem Vinschgerwind.
Auch die VIP - das Herz der Genossenschaften - ist in Latsch beheimatet. 1990 wurde die VIP aus der Taufe gehoben.
VIP, der Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse, ist „First Class Apple Partner“, wenn es um die Vermarktung der Vinschger Äpfel geht. Mit 66 Mitarbeitern reiht sich auch die VIP zu den größeren Arbeitgebern in der Gemeinde Latsch ein.
„In der vergangenen Saison waren bei uns 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt“, heißt es von der Familie Dietl vom Matill Retreat in Latsch auf Nachfrage.
Zu den weiteren größeren privaten Unternehmen zählt auch die Rizzi Group. „Unsere aktuelle Mitarbeiterzahl beträgt 25“, sagt Simone Rizzi auf Nachfrage vom Vinschgerwind.
Einer der traditionsreichsten Betriebe in Latsch ist die WMH. „Wir beschäftigen 22 Mitarbeiter“, erklärt Patricia Herion-Ropte, die Geschäftsführerin. Der Industriebetrieb bedient den hochspezialisierten Nischenmarkt, nämlich die Verzahnungstechnik. Klaus Rinner vom Hotel Vermoi erklärt auf Nachfrage: „Da wir viel familiär stemmen, haben wir im Verhältnis zur Größe des Betriebes, wenige Angestellte. Wir haben meist zwischen 16 und 18 Angestellte in der Hochsaison.“
s38 arbeitsmarktDie Unternehmen in Latsch bilden - abeits der Hotellerie- einen bunten Mix mit verschiedenen Bauunternehmen, Elektrobetrieben, Einrichtungsstudios, es gibt Maler, Spengler, Schlosser, Betriebe, die einen Nischenmarkt bedienen oder eine Vielzahl an Dienstleistern wie technische Büros. Apropos technische Büros: Auffallend in Latsch ist die geballte Fachkompetenz was den technischen Bereich anbelangt. Konkret: Es gibt im Vinschgau wohl kein Dorf mit einer vergleichbar hohen Anzahl an Technikern, Ingenieuren und Architekten. Der überwiegende Teil der Betriebe in Latsch sind aber Klein- und Mittelbetriebe, sie bilden das Rückgrat der Latscher Wirtschaft, sind produktiv und qualifiziert. Demnach ist Latsch nicht nur für die Landwirtschaft ein fruchtbarer Boden, sondern auch für verschiedene Unternehmen, vor allem Traditionsbetriebe oder Familienbetriebe. Vieles sind innovative und leistungsstarke Betriebe. Zusammen bilden diese ein beeindruckendes Arbeitsplatzangebot mit knapp 2.000 Arbeitsplätzen. Um genau zu sein hatten im vergangenen Jahr 1.869 Personen ihren Arbeitsplatz in Latsch. Von den 2.403 Arbeitnehmern in Latsch pendeln 1.476 aus, 927 arbeiten in Latsch.

 


 Die Industriezone Latsch
In der Industriezone Latsch zeigt sich die Vielfalt der Latscher Wirtschaft. 1973 beschloss die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Sepp Rinner eine Handwerker- und Industriezone auszuweisen. Im Dorfkern war es zu eng geworden, der Tourismus boomte. Vor diesem Hintergrund wurden fünf Hektar ausgewiesen. Mit zehn Bauern musste verhandelt und kein Quadratmeter Grund enteignet werden. Die Gemeindeverwalter verhandelten geschickt und die interessierten Betriebe waren sehr kompromissbereit. Zwei Betriebe waren bereits in der heutigen Industriezone angesiedelt: Die Pedross AG, damals Euroform Sockelleistenherstellung und die Firma Sepp&Franz Rinner OHG. Bereits im Frühjahr 1974 konnte mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden, mit Gemeinderatsbeschluss vom 19. August 1974 erfolgten die Grundzuweisungen und 1975 wurden die Kaufverträge abgewickelt. Die Zone 1, wie die Industriezone Latsch in ihren Anfängen getauft wurde, platzte schon bald aus allen Nähten. Für das Vorhaben die beiden Genossenschaften Mivo und Ortler in die Industriezone zu platzieren, hagelte es von den Bauern viel Kritik. Der damalige Bürgermeister Sepp Rinner sagte im Vinschgerwind-Interview 2022 dazu: „Ich konnte eine Zeit lang in kein Gasthaus gehen, weil ich nur auf den Deckel bekommen habe. Als dann die beiden Obmänner, der Karl Weiss und der Josef Holzner dieses Vorhaben unterstützt haben, ist das Ganze gut über die Bühne gegangen....Aber das war schon eine harte Zeit mit viel Streit.“ 402 Millionen Lire hat alles gekostet, Grund und Erschließung. 196 Millionen Lire hat die Gemeinde Latsch von der Landesregierung bekommen, die Unternehmer zahlten 206 Millionen Lire. In drei Phasen erlangte die Industriezone Latsch dann im Laufe der Jahre ihre heutige Größe.


 Die Landwirtschaft & MIVOR.
Die MIVOR ist unter den sieben Genossenschaften die mengen- und mitgliederstärkste Genossenschaft im Vinschgau. Seit 21 Jahren gibt es die MIVOR in ihrer heutigen Form, hervorgegangen ist sie aus der Fusion von Ortler und MIVO. Die MIVOR ist zweifelsohne eine wichtige Säule der Latscher Wirtschaft. „Die insgesamt 317 Mitglieder bewirtschaften eine Fläche von 1.050 Hektar und produzierten im vergangenen Jahr eine s40 latsch3Menge von 72.191 Tonnen Äpfel“, sagt Monika Ohrwalder, die Geschäftsführerein der MIVOR zum Vinschgerwind. 890 Hektar nimmt die Integrierte Produktion, kurz IP, ein, 160 Hektar werden biologisch bewirtschaftet. Das Ernteverzeichnis in der MIVOR geht aber über den Apfel hinaus. 22,5 Tonnen Birnen, 13,6 Tonnen Kirschen und über eine Tonne Quitten - und das ist neu an der MIVOR - wurden 2025 geerntet.
Beeindruckendes Zahlenmaterial. Nicht weniger beeindruckend ist die Anzahl der Mitarbeiter. In der MIVOR sind 160 Mitarbeiter beschäftigt“, sagt Monika Ohrwalder.
Abseits von den Äpfeln wird vor allem am Latscher Sonnenberg Milchviehhaltung betrieben.

9 Mitglieder zählt die Bergmilch Südtirol in der Gemeinde Latsch, sagt Reinhard Schuster, der Leiter Mitgliederwesen & Werkskoordination Bruneck auf Nachfrage dem Vinschgerwind. Zusammen haben diese 2024 insgesamt 599.372 kg Milch angeliefert, das entspricht s42 milchdurchschnittlich 66.597 kg pro Mitglied. Der Durchschnittspreis pro kg Milch betrug 2022 75,55 Cent. Der durchschnittliche Auszahlungspreis der Latscher Milchviehbauern ist der höchste im Vinschgau. Das zeugt von der hervorragenden Qualität der gelieferten Milch, was auch die Keimzahl belegt. Denn mit einer Keimzahl von 5.000 sind die Milchviehbauern hier besonders fleißige was die Hygiene betrifft. Zum Vergleich: In den anderen Vinschger Gemeinden beträgt diese zwischen 9.000 und 16.000. Hut ab!
Was die Bergbauern hier leisten, ist einzigartig. Die ebenen Flächen im Tal stehen im starken Kontrast zu steilen Wiesen am Berg mit unzähligen Stunden harter Arbeit. Der Ertrag kann niemals mit dem mithalten, was im Tal generiert wird.

Der öffentliche Sektor.
Die Autonome Provinz Bozen ist bei den Arbeitgebern unter den ersten in Latsch, das ist unter anderem auf den großen Schulsprengel zurückzuführen.

 


 Stellungnahme des Direktors Matthias Ladurner und des Präsidenten Hubert Mantinger
Das Annenbergheim beschäftigt zurzeit 69 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Bereichen Verwaltung, Reinigung & Wäscherei, Küche, Hauswirtschaft, Pflege & Betreuung und im Bereich der Tagesbetreuung/Tagespflegeheim. Da Pflege & Betreuung ein Frauenberuf ist, beschäftigen wir natürlich anteilig viele Frauen: derzeit haben wir 58 Frauen und 11 Männer aller Altersklassen zwischen 21 und 65 Jahren angestellt.
Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt, sind zum einen die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf und der Wiedereinstieg in die Arbeitswelt sowie der europaweit schwierige Arbeitsmarkt im Bereich der Pflege und Betreuung. Aufgrund des demographischen Wandels gehen wertvolle MitarbeiterInnen verloren und das Suchen neuer MitarbeiterInnen gestaltet sich schwierig.
Gerade deshalb ist es uns wichtig, für PraktikantInnen einen Ort zu schaffen, wo sie erste Arbeitserfahrungen sammeln und in den Bereich Pflege und Betreuung hineinschnuppern können. Gleichzeitig ermöglichen wir aktuell zwei Mitarbeiterinnen die berufsbegleitende Ausbildung zur Pflegehelferin und einer Mitarbeiterin jene zur Sozialbetreuerin.
MitarbeiterInnen, die nicht bezahlt werden, aber unbezahlbar sind, sind unsere 110 freiwilligen HelferInnen, durch deren Mithilfe das Haus Zusatzangebote bieten kann, die ansonsten nicht möglich wären. Sie leisten einen unschätzbar großen Beitrag zum Gemeinwohl - ihr Lohn ist Dankbarkeit und Sinnerfahrung.


 

Der Schulsprengel Latsch umfasst die Grundschulen Latsch, Morter, Goldrain, Tarsch, Kastelbell, Tschars und die Mittelschule Latsch. Direktor Stefan Ganterer: „Wir haben 105 Lehrpersonen und 9 Mitarbeiterinnen für Integration für SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen. Im Sekretariat arbeiten 7 Personen, dazu kommen 15 Schulwarte und ich als Direktor.“ Macht in Summe 137 Beschäftigte im Schulsprengel Latsch. s44 bevoelkEine Zahl, die sich auf die effektive Anzahl an Personen bezieht und nicht Vollzeiteinheiten darstellt. 627 Schülerinnen und Schüler besuchen im heurigen Schuljahr eine der Schulstellen.
Ein wichtiger Arbeitgeber - um im öffentlichen Sektor zu bleiben - ist auch das Seniorenwohnheim Annenberg Latsch. Die Daten zum 25.02.2026 zeigen dies deutlich: 69 MitarbeiterInnen, davon 58 Frauen und 11 Männer im Alter zwischen 21 und 65 Jahren, arbeiten im Annenbergheim in Latsch.
55 HeimbewohnerInnen, davon 44 Frauen und 11 Männer haben ihr Zuhause im Seniorenwohnheim gefunden. Dazu kommen 23 TagespflegeheimbesucherInnen, davon 17 Frauen und 6 Männer (siehe Stellungnahme vorne Seite 43).
Und auch die Gemeinde stellt sich in die Reihe der größeren Arbeitgeber in Latsch: 54 Personen zählen zum Gemeindepersonal.

Der Tourismus.
Wie eingangs erwähnt ist der Sitz von Vinschgau Marketing seit wenigen Monaten nicht mehr Glurns, sondern Latsch. Vinschgau Marketing ist die zentrale Marketingorganisation der Region Vinschgau, die in enger Zusammenarbeit mit den sechs Tourismusorganisationen Ortlergebiet, Prad am Stilfserjoch, Schlanders-Laas, Latsch-Martell, Kastelbell-Tschars und Schnalstal für die touristische Entwicklung, Vermarktung und Kommunikation der Region verantwortlich ist. Von Latsch aus werden also in Zukunft die Fäden gespannt. Mit 2.214 Betten allein in Latsch hat s44 seilbahnman etwa fast doppelt so viele wie Schlanders.
92 Tourismusbetriebe zählt Latsch. Auch die Nächtigungszahlen sind beeindruckend: 276.628 Nächtigungen – allein in Latsch wohlgemerkt – verzeichnete man im Tourismusjahr 2025.
Das bunte Hotel- und Pensionsangebot in Latsch kann sich sehen lassen. Der deutsche Gast führt mit 61,87 Prozent die Gästestatistik an. An zweiter Stelle reiht sich der italienische Gast mit 13,85, gefolgt von der Schweiz mit 11,81 Prozent.

Latsch ist Vereins- und Bildungsort.
Latsch zeichnet sich durch ein starkes Vereinsleben und ein starkes Gemeinschaftsgefühl in den Fraktionen aus. In Goldrain etwa, jener Fraktion, die auf beeindruckende 1.104 Einwohnerinnen und Einwohner angewachsen ist hat man das Vereinshaus mit vereinten Kräften realisiert und einen starken Sinn für Gemeinschaft gezeigt und gelebt. Hier steht auch Vinschgaus einziges Bildungshaus, das Schloss Goldrain.

Das Bildungshaus Schloss Goldrain.
Seit fast 40 Jahren ist die Genossenschaft Bildungshaus Schloss Goldrain eine verlässliche Anlaufstelle für Menschen und Organisationen, die Weiterbildung suchen und das vielfältige Raumangebot schätzen. In der besonderen Atmosphäre historischer Architektur, verbunden mit zeitgemäßer Infrastruktur und guter Küche, entsteht ein inspirierender Rahmen für Lernen, Austausch und kulturelle Begegnung. Schloss Goldrain ist geprägt von Geschichte und besonderem Flair – ein Ort, der zum Wiederkommen einlädt.
s46 schloss gWas Schloss Goldrain bietet?
Als gepflegte Schlossanlage ist Schloss Goldrain ein Ort der Begegnung und des Austauschs, wo rund 250 Weiterbildungsveranstaltungen pro Jahr in unterschiedlichen Formaten und in fünf Themenbereichen stattfinden: Ernährung & Genuss, Beruf & Kompetenzen, Gesundheit & Wohlbefinden, Persönlichkeit & Entwicklung, Natur & Kreativität.

Rund 30 Themenwochen für Kinder und Jugendliche finden während der Sommerferien statt. Einmal im Monat steht eine kulturelle Veranstaltung (Lesung, Theater, Konzert) auf dem Programm.
Schloss Goldrain bietet einen stimmungsvollen Rahmen für private Feiern im Restaurant, Keller, Rittersaal oder im Freien. Der Restaurantbetrieb bietet Platz für 120 Gäste auf zwei Ebenen. Das Gästehaus steht mit 30 Einzel- und 9 Doppelzimmern für Übernachtungen bereit.
Einige Höhepunkte 2026:
• Vortrag „Perspektiven für den Wald von morgen “ am 12. März 2026, 18 Uhr, Eurac Research
• Improtheater Carambolage am 27. März 2026, 20 Uhr
• Ö3-Wettermoderator Sigi Fink liest aus seinen Werken und spricht u.a. über die Wettervorhersage: 17. April 2026, 20 Uhr
• Konzert: Moritz Gamper & Friends am 29. Mai 2026, 20 Uhr
• OU Jodelfest vom 3.-6. September 2026

Mals - die Schatzkammer des oberen Vinschgaus

  • Vorspann: In Mals zeigt sich die ganze Breite wirtschaftlicher Vielfalt. Industrie, Handwerk, Tourismus und Landwirtschaft warten mit einer bunten Palette und mit einem Reigen voller Eigenheiten auf. Die wirtschaftliche Stärke liegt vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Nicht fehlen darf im Standortportrait der Gemeinde Mals die Nähe zur benachbarten Schweiz und zu Österreich. Auch der öffentliche Sektor spielt eine wichtige Rolle.
  • Dachzeile: Spezial-Mals
  • Redakteur: Angelika Ploner (Text & Fotos)
  • Redakteur Bild:

Mals ist die Schatzkammer des oberen Vinschgaus. Hier ist die Vielfalt Zuhause. In Mals zeigen sich Wirtschaft und Landwirtschaft, Bildung, Kultur und Soziales in ganz unterschiedlicher Art und Weise und bilden ein buntes Kaleidoskop. Mals ist reich an klugen (Quer)-Köpfen. Hier regieren Herz und Verstand.
Der überwiegende Teil in Mals sind Klein- und Mittelbetriebe, die - und das muss man betonen - tief mit und in Mals verwurzelt sind. Industriebetriebe gibt es kaum, die Tischlerei Telser mit Sitz in Burgeis ist da die s42 mals2Ausnahme. In Mals zählen demnach keine großen Namen, sondern das, was man tut – und wie man es tut. Hier wird mit Herzblut und mit Hausverstand gearbeitet. Das gilt auch für die Hotellerie. Exzellente und ausgezeichnete Hotels sind in der Gemeinde Mals Zuhause. Der Wirtschaftsraum ist geprägt von der Nähe zur Schweiz und zu Österreich. Viele Malser Betriebe pflegen wirtschaftlich gute Beziehungen. Aufträge aus den Nachbarländern füllen mitunter die Auftragsbücher. Ein Vorteil. Einerseits. Andererseits gehen Fachkräfte verloren, weil sie abwandern.
Nichtsdestotrotz waren laut WIFO, dem Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen mit 31.12.2025 insgesamt 574 Betriebe im Gemeindegebiet von Mals registriert. Das ist eine beeindruckende Zahl.

Die größten Arbeitgeber. DAS GERSTL Alpine Retreat zählt eindeutig zu den Top-Arbeitgebern in der Gemeinde Mals. „Im DAS GERSTL Alpine Retreat sind aktuell 95 Mitarbeiter angestellt. Wobei zwölf Mitarbeiter in bzw. für beide DAS GERSTL Betriebe tätig sind“, heißt es aus der Marketing-Abteilung. Denn die Familie Gerstl hat im vergangenen Jahr DAS GERSTL Family Retreat am Reschensee eröffnet, ein Fünf-Sterne-Haus, das sogar eine Kita beherbergt. DAS GERSTL ist zweifelsohne ein Vorzeigebetrieb.
In die Reihe der größeren Arbeitgeber stellt sich auch derTürenhersteller, die Telser OHG, in Burgeis. Telser Türen zählt nicht nur zu den größten Arbeitgebern in der Gemeinde Mals, sondern ist gleichzeitig auch eines der traditionsreichsten Unternehmen hier. 118 Jahre alt ist die Tischlerei Telser, 1908 wurde in Burgeis mit der Eröffnung einer kleinen Tischlerwerkstatt der Grundstein für das heutige Unternehmen gelegt. s42 mals3Die Tischlerei Telser in Burgeis „beschäftigt mit Stand Jänner 2026 rund 87 hochqualifizierte Mitarbeiter“, sagt Ingrid Telser dem Vinschgerwind. Viele davon sind langjährige Mitarbeiter und bilden das Fundament für den Erfolg. Die Telser OHG prägt die Unternehmenslandschaft hier maßgeblich.
Eine wichtige Rolle als Arbeitgeber spielt auch der Garberhof in Mals. „Wir haben zur Zeit 60 Mitarbeiter im Haus, die das ganze Jahr bei uns arbeiten“, sagt Klaus Pobitzer, der Hotelchef. Nicht anders im Hotel Restaurant Weißes Kreuz in Burgeis. „Aktuell arbeiten bei uns 50 Mitarbeiter“, sagt Mara Theiner, die Hotelchefin.
Die EWOS-Group zählt ebenfalls zu den größeren Arbeitgebern in der Gemeinde. Ein junges Team ist bei EWOS am Werk. „Die Mitarbeiterzahl Anfang März 2026 beläuft sich auf 46 MitarbeiterInnen (davon 7 Lehrlinge) plus vier Gesellschafter und einem Durchschnittsalter von knapp 35 Jahren“, sagt Sabine Palfrader dem Vinschgerwind. Im Panoramahotel Watles hingegen sind „aktuell rund 34 Mitarbeiter beschäftigt, wobei die Zahl je nach Saison leicht nach oben oder unten schwankt.“
Die Mitarbeiter des Ingenieurbüros Patscheider & Partner verteilen sich auf die Standorte Mals, Bozen, Schwaz in Österreich und Aarau (Schweiz). 67 Mitarbeiter sind es insgesamt. „Am Hauptsitz in Mals sind wir 37 Mitarbeiter“, sagt Monica Valentino. Elektro Mag im Gewerbegebiet in Mals hingegen „beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter“.
Direktor Markus Moriggl von der Raika Obervinschgau erklärt: „Im laufenden Jahr haben wir 24 Mitarbeiter. Dazu kommen noch 7 Verwaltungs- und 3 Aufsichtsräte aus dem Tätigkeitsgebiet, die die Geschicke der Raiffeisenkasse steuern bzw. überwachen.“ 22 Mitarbeiter beschäftigt Eurospar Rungg in Mals, auf 21 Mitarbeiter angewachsen ist hingegen der Hyraulikerbetrieb Bliem, der mit seinem neuen Betriebssitz in der Handwerkerzone Burgeis auch räumlich gewachsen ist. Wichtig – und das sei an dieser Stelle betont – sind alle Unternehmen als Arbeitgeber.

Der öffentliche Sektor. Ähnlich wie in Schlanders ist der Anteil des öffentlichen Sektors in Mals hoch. Das hat natürlich mit dem Schulstandort Mals zu tun. Zu diesem gehören neben dem Schulsprengel Mals, das Oberschulzentrum, kurz OSZ Mals und die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft in Burgeis samt angeschlossenem Heim.

Zum Oberschulzentrum Mals zählen das FoWi, die Fachoberschule für Wirtschaft mit den Fachrichtungen Verwaltung, Finanzwesen und Marketing, das SOGYM, das soziale Gymnasium und – einzigartig in Südtirol – die Sportoberschule. „Wir haben derzeit 143 Lehrpersonen, TrainerInnen und Mitarbeiterinnen für Integration, Verwaltungs- und Hilfspersonal“, erklärt Judith Heinisch, die Schulsekretärin. In diesem Schuljahr besuchen 519 SchülerInnen das OSZ Mals: 174 SchülerInnen entfallen auf die FOWI - die Fachoberschule für Wirtschaft, 178 auf das soziale Gymnasium und 167 auf die Sportoberschule.
In der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg in Burgeis beträgt „die Anzahl der Beschäftigten 73, die Anzahl der SchülerInnen 164.“
s42 mals4Hinzu kommt der Schulsprengel Mals: Dieser hat - so heißt es auf Nachfrage aus dem Schulsekretariat - „99 Bedienstete und 467 Schülerinnen und Schüler.“ Diese Zahl schließt alle Lehrpersonen der Grundschule und Mittelschule, das Sekretariatspersonal und die Schulwarte mit ein. Der Schulsprengel Mals hat neun Schulstellen: Die Grundschulen Mals, Tartsch, Burgeis, Matsch, Laatsch, Schleis, Planeil und Schlinig, sowie die Mittelschule Mals.
In die Reihe der wichtigen öffentlichen Arbeitgeber stellt sich natürlich auch das Seniorenwohnheim Martinsheim Mals (siehe Bericht unten)
mit 116 MitarbeiterInnen in verschiedenen Bereichen. Es ist das größte Seniorenwohnheim im Vinschgau und wurde vor drei Jahren qualitativ und quantitativ erweitert. Ein Herzensanliegen ist der Führung des Martinsheimes die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies spiegelt sich unter anderem im Angebot von verschiedenen Teilzeitverhältnissen wieder.
Das Ö.B.P.B. Martinsheim Mals trägt zudem das Zertifikat „audit familieundberuf“, das die Attraktivität als Arbeitgeber unterstreicht. Daneben hat sich das Martinsheim mit einer Reihe von weiteren Benefits auf den Weg gemacht, um auch in Zukunft attraktiver Arbeitgeber zu bleiben.

 


Stellungnahme der Direktorin Roswitha Rinner
Mit seinen 116 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Martinsheim einer der größten Arbeitsgeber in der Gemeinde Mals, die in den 3 Bereichen des Malser Seniorenwohnheimes tätig sind: In der Pflege sind es 76 Mitarbeitende, in der Hauswirtschaft 35 und fünf in der Verwaltung. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist der Führung des Martinsheimes unter der Leitung von Präsidentin Anita Tscholl und Direktorin Roswitha Rinner ein besonderes Anliegen. Man ist stolz, dass das Haus als erstes Heim in diesem Sinne zertifiziert wurde und diese Auszeichnung immer wieder bestätigt wird. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spiegelt sich auch in den Arbeitsverhältnissen der Mitarbeitenden wider: Die meisten von ihnen arbeiten in Teilzeit. Besonderer Wert wird auf die Teamarbeit gelegt, denn nur in einem Zusammenspiel der verschiedenen Berufsbilder ist es möglich, einen reibungslosen Betrieb innerhalb der Mauern des Martinsheimes zu gewährleisten. Es umfasst das Wohnheim für Senioren, das Tagespflegeheim, das Betreute und Begleitete Wohnen, die Mensen und vieles mehr. Der Einsatz der Mitarbeitenden wird über die finanzielle Entlohnung hinaus mit verschiedenen Benefits belohnt wie einem vielfältigen Angebot an Fortbildungen, Mahlzeiten zu eine geringen Kostenbeitrag, Gratisparkplätzen in der Tiefgarage, einer Ladestation für E-Autos und E-Bikes sowie gesicherten Abstellplätzen für E-Bikes und Fahrräder. Das Martinsheim sieht sich als einen attraktiven Arbeitgeber, der trotz der Größe eine familiäre Atmosphäre bietet. Ein großer Pluspunkt ist die Wertschätzung, die die Mitarbeitenden für ihre Arbeit erfahren - die Wertschätzung der Heimbewohner und -bewohnerinnen sowie von deren Angehörigen, aber auch von der Führung. Wer sich für die Tätigkeit in einem der Bereiche des Martinsheimes interessiert, kann sich jederzeit melden. Auch Quereinsteiger sind willkommen. So ist auch berufsbegleitend eine Ausbildung zum Pflegehelfer bzw. zur Pflegehelferin sowie zum Sozialbetreuer bzw. zur Sozialbetreuerin möglich.


 

Handwerk in Mals. 133 Betriebe im Sektor Handwerk und Dienstleistungen zählt man im ganzen Gemeindegebiet Mals bei der Handelskammer in Bozen mit Stand 31.12.2025. Die meisten Betriebe in Mals verstehen sich als Unternehmen vor Ort und pflegen nicht nur gute Kontakte mit ihren Kunden, sondern bieten den Mitarbeitern Lebensqualität. Das Baugewerbe ist in Mals auffallend stark vertreten. 14 Betriebe s42 mals5sind im Hochbau Zuhause und verteilen sich auf das gesamte Gemeindegebiet. Geballte Fachkompetenz in der Baubranche zeichnet die Gemeinde Mals samt Fraktionen - vor allem Burgeis und Laatsch - demnach aus. Abseits davon ist ein bunter Branchenmix hier zu finden. Mals ist gewerblich vielfältig, Werkstätten sind da, Tischlereien, Schlosser, ein Einrichtungshaus, Elektriker, Fliesenleger, Heizungsinstallateure, Ofensetzer, Friseure oder zahlreiche Dienstleister. Der Großteil davon sind familiär geprägte und geführte Betriebe, die mit Herzblut, Fleiß und Einsatz aufgebaut wurden und sich heute erfolgreich behaupten. Die Branchenbreite ist in Mals zweifelsohne da und zeigt sich auch in der Handwerkerzone Mals.

 


Die Handwerkerzone Mals
In kleinen Schritten hat sich die Handwerkerzone Mals entwickelt und ist zu dem geworden, was sie heute ist: ein repräsentativer Querschnitt der Malser Wirtschaft. Auf das Jahr 1974 gehen die Anfänge der Gewerbezone zurück. In diesem Jahr hat man die ersten Grundflächen zugewiesen, später in den 90er Jahren folgte die Erweiterung, Anfang 2000 dann der dritte Schritt: die Ausweisung weiterer Grundflächen. Es sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe, die das Gesicht der Handwerkerzone Mals bestimmen. Attraktiv macht sie - wie erwähnt - ein breiter Branchenmix, ein vielfältiges Leistungsspektrum, das vom Tischler, über Dienstleistungsbetriebe bis hin zum Brautmodeatelier reicht. Handwerksbetriebe und Dienstleister gehen Hand in Hand und haben sich über die Ortsgrenzen hinaus einen guten Ruf erworben. Insgesamt haben rund 30 Unternehmen in der Handwerkerzone Mals ihren Sitz, vorwiegend familiengeführte Unternehmen, die sich eine Fläche von rund sechs Hektar teilen.
Zur Handwerkerzone Mals zählt auch der - noch recht junge - Gewerbepark. Unter einem Dach haben sich rund ein halbes Dutzend Betriebe zusammengefunden. Am 20. Oktober 2007 wurde der Gewerbepark offiziell eröffnet und eingeweiht. Im nächsten Jahr wird das 20-Jahr-Jubiläum gefeiert. Betriebe aus ganz unterschiedlichen Sparten haben ihren Sitz dort. Initiator war Paul Peer von der PEWAS Bau KG. Die Ideen dahinter: verschiedene Betriebe unter einem Dach, Einsparung von Gewerbegrund und Synergieeffekte nutzen. Die Idee hat gefruchtet, die Betriebe im Gewerbepark arbeiten sehr erfolgreich.


 

Landwirtschaft. Die Diversifikation ist in der Gemeinde Mals gegeben. Die Landwirtschaft hier ist so bunt wie nirgends im Vinschgau. Vieh- und Obstbauern, Gemüseproduzenten, innovative Selbstvermarkter, – in s42 mals6der Gemeinde Mals hat jeder seinen Platz. Die Pestiziddiskussion ist gemeistert. Man ist dabei die Landwirtschaft individuell weiterzuentwickeln. Die Viehwirtschaft spielt hier traditionell eine große Rolle. 31 Bauern liefern ihre Milch an die Sennerei Burgeis. Die Sennerei Burgeis ist ein einzigartiger Betrieb und „hat 2025 insgesamt 3.757.615 Kilogramm Milch verarbeitet“, erklärt Geschäftsführer Stefan Baldauf. 31 Mitglieder liefern ihre Milch zur Sennerei Burgeis. Diese wiederum veredelt die Milch zu 16 verschiedene Produkte. Zudem ist die Sennerei ein wichtiger Arbeitgeber: 17 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.
87 Mitglieder hingegen liefern ihre Milch an die Bergmilch Südtirol. Reinhard Schuster, der Leiter des Mitgliederwesens & Werkskoordination Bruneck liefert auf Nachfrage die Daten. 8.521.633 Kilogramm an Milch wurden 2024 angeliefert - am meisten im Vinschgau.
So bunt wie die Landwirtschaft in Mals ist auch die OVEG, wo ein Großteil an Äpfeln, Gemüse und Stein- und Beerenobst der Malser Produzenten angeliefert und vermarktet werden. OVEG Geschäftsführer Markus s51 milchNiederegger zum Vinschgerwind: „In der Gemeinde Mals ist viel möglich, vor allem der Beerenanbau wäre lukrativ. Die Nachfrage in diesem Bereich ist seit Jahren zweistellig. Die Preise, die ausgezahlt werden, sind ausgezeichnete.“ Das Ernteverzeichnis 2025 für das Gemeindegebiet Mals: 3 Tonnen Beerenobst, 35 Tonnen Gemüse, 150 Tonnen Steinobst und 4.000 Tonnen Äpfel. Die Mengen beinhalten sowohl den Anbau der Integrierten Produktion, als auch den BIO-Anbau.

Tourismus. Mals gehört seit dem vergangenen Jahr zur Ferienregion Reschensee. Die ehemaligen Ferienregionen Reschenpass und Obervinschgau und die Bergbahnen Schöneben-Haideralm und Watles bilden gemeinsam die Konsortial GmbH Ferienregion Reschensee. Das Logo: der versunkene Grauner Kirchturm im Reschensee.
Die touristische Jahresstatistik der Gemeinde Mals ist eine beeindruckende: 108 Betriebe gibt es in der Gemeinde Mals im Bereich der Gastronomie und Hotelerie, die zusammen die stolze Anzahl von 2.431 Betten bieten. Auch die Zahlen der Ankünfte und Nächtigungen können sich mehr als sehen lassen und mit touristischen Hochburgen mithalten: 382.456 Nächtigungen und 97.472 Ankünfte verzeichnete man im Jahr 2025. Die Aufenthaltsdauer lag bei 3,9 Tagen. Die Hotellerie in der Gemeinde Mals ist erstklassig und exzellent. Ob am Watles, im Hauptort oder in den Fraktionen wie etwa Burgeis, Laatsch oder Schlinig - überall sind hervorragende Hotels und Gastronomiebetriebe zu finden, die die Gastfreundschaft mit neuen Inhalten und Werten füllen.
Der Erlebnisberg Watles, der Hausberg der Gemeinde Mals, spielt im touristischen Angebot eine besondere Rolle. Im Sommer ist er Wanderparadies und Kindereldorado mit Spielsee. Im Winter familienfreundliches Skigebiet im Dreiländereck mit angeschlossenem Langlauf-Nordic-Center Schlinig.
s42 mals7Ein besonderes Juwel sind auch die Jahresmärkte in Mals und in den Fraktionen, die wie ein Magnet Besucher aus nah und fern anziehen. Im Frühjahr, genau am 23. April findet in Mals der bekannteste Pflanzen- und Blumenmarkt des Tales, der Georgimarkt statt. Am 15. Juni geht es zum St. Veit Markt in Tartsch auf den Tartscher Bühel, am 16. Oktober zum Gollimorkt nach Mals und am 25. Oktober zum Lootscher Markt nach Laatsch.
Das Marktwesen hat in Mals seit Jahrhunderten eine ungebrochene Tradition. Die Geselligkeit steht seit jeher im Mittelpunkt.Ein internationales kulturelles Ereignis ist jedes Jahr die Verleihung des Gabriel-Grüner-Preises im Herbst in Mals. (s. oben)
Der Einzelhandel. Die Malser Kaufleute sind sehr rührige: und organisieren als einzige im Vinschgau jedes Jahr aufs Neue eine Weihnachtsaktion mit vielen tollen Preisen. Über 100 Betriebe aus dem gesamten Gemeindegebiet beteiligen sich jedes Jahr an der Aktion. Das zeigt: Mals lebt Gemeinschaft. Und auch die Vereine gehen mit den Kaufleuten und Wirtschaftstreibenden Hand in Hand. Die Geschäfte hier werden mit Herz geführt. Der Einzelhandel bietet Vielfalt und einen bunten Mix, aufgeteilt auf die Fraktionen. Apropos Fraktionen.
Wohl keine Gemeinde hat so viele Fraktionen wie Mals. Eine jede hat ihre Eigenheit. Matsch ist das erste Bergsteigerdorf Südtirols. Laatsch ist eine Perle, kulturell - und auch wegen der „Lootscher“ selbst. Burgeis steht für sich und ist ein Kleinod, das seinesgleichen sucht. Tartsch mit dem Tartscher Bühel ist genauso wie Planeil etwas ganz Besonderes. Schlinig ist das kleine Paradies der Gemeinde Mals. Schleis hat einen unverwechselbaren Charakter und Plawenn, Ulten, Alsack sind Seelendörfer - hier kennt jeder jeden.

 


 

Gabriel Grüner - Stipendium und Schülerpreis vergeben
Das Gabriel-Grüner-Stipendium 2026 erhalten Morgane Bona (Text) und Johanna-Maria Fritz (Fotos). Mit dem Gabriel-Grüner-Schülerpreis für Südtirol werden Annalena Gufler und Fabian Pircher ausgezeichnet, für ihre Reportage „Wann hört Heimat auf?“ (Bild oben) über den ältesten Bauern der Gemeinde Moos im Passeiertal.

Gabriel-Grüner-Stipendium 2026
Das Gabriel-Grüner-Stipendium geht in diesem Jahr an Morgane Bona (Text) und Johanna-Maria Fritz (Fotos). Die beiden Journalistinnen werden eine Reportage über ein Rennen um den Nordpol der anderen Art realisieren. Das Team will ausleuchten, wie in der Arktis eine neue militärische Frontlinie zwischen Russland und den westlichen Staaten entsteht – und welche Auswirkungen dies auf den Alltag der Menschen dort hat.

Das Stipendium erinnert an den aus Mals in Südtirol stammenden Stern-Reporter Gabriel Grüner, der am 13. Juni 1999 während einer Recherche im Kosovo zusammen mit Volker Krämer und Senol Alit ermordet wurde.
Das Gabriel-Grüner-Stipendium, das dieses Jahr zum 27. Mal verliehen wird, ist mit 6000 Euro dotiert. Zusätzlich erhält das Gewinner-Team ein zweimonatiges Residenzstipendium der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.
In diesem Jahr wurden für das Gabriel-Grüner-Stipendium 33 Bewerbungen eingereicht.

Gabriel-Grüner-Schülerpreis 2026
Der Gabriel-Grüner-Schülerpreis für Südtirol, den Zeitenspiegel Reportagen gemeinsam mit der Pädagogischen Abteilung der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, dem Bildungsausschuss der Gemeinde Mals und dem Südtiroler Wochenmagazin ff verleiht, geht dieses Jahr an Annalena Gufler und Fabian Pircher von der Landesberufsschule für Handel und Grafik für ihre Reportage „Wann hört Heimat auf?“. Darin porträtieren sie den ältesten Bauern der Gemeinde Moos im Passeiertal. Seine Geschichte erzählt von einem Leben voller Arbeit. „Wenn er einmal nicht mehr da ist, könnte der Klotz-Hof einer jener 130 Bauernhöfe sein, die in Südtirol jedes Jahr verschwinden“, so die beiden Schüler.
In diesem Jahr wurden für den Gabriel-Grüner-Schülerpreis neun Bewerbungen eingereicht. Er ist mit 1000 Euro dotiert. Das Gewinner-Team absolviert zudem Praktika beim Wochenmagazin ff in Bozen, Südtirol, sowie beim Stern in Hamburg.

Die Verleihung des Gabriel-Grüner-Stipendiums und des Gabriel-Grüner-Schülerpreises findet am 22. Mai 2026 in Mals, Südtirol, statt.

Quelle: www.zeitenspiegel.com


 

More than Honey

  • Vorspann: Vor einigen Jahren machte der Dokumentarfilm „More than Honey“ das weltweite Bienensterben zum Thema. Doch darum soll es hier nicht gehen. Der Titel dient vielmehr als Einladung, den Blick auf die vielfältigen, auch flüssigen Formen zu richten, in die sich Honig verwandeln kann. Eine davon ist der HoneyGourMet von Bert Innerhofer aus Partschins.
  • Dachzeile: Spezial-Landwirtschaft
  • Redakteur: Maria Raffeiner
  • Weitere Fotos - 1: Prüfender Blick bei der Bienenkontrolle. Foto © Karin Thaler
  • Weitere Fotos - 2: Wöchentlich füllt Bert nach, was sich im Fass verflüchtigt hat
  • Weitere Fotos - 3: Heuer sind es tausend Flaschen, bald schon sollen es mehr sein
  • Weitere Fotos - 4: Über den Erfolg freut sich die gesamte Familie

Ende Jänner taut es in den Gassen von Partschins, die Dachrinnen gluckern. Noch reicht die Wintersonne nicht aus, um die Bienen zum Ausflug zu locken, doch lange wird es nicht mehr dauern. In einem Einfamilienhaus im Sonnenbergweg führt Bert Innerhofer durch seine Kellerräumlichkeiten, in denen Honig verarbeitet und zum Honigfruchtschaumwein HoneyGourMet weiterentwickelt wird. Dieses Projekt betreibt Innerhofer im Nebenerwerb. Noch reicht der Platz im Keller, doch sollte sich die Produktion vergrößern, müssten externe Räumlichkeiten her. Seine Beschäftigung mit der Imkerei begann vor rund 15 Jahren. Der gebürtige Passeirer, Sportlehrer von Beruf, kam über einen Imker-Schnupperkurs erstmals mit der Welt der Bienen in Berührung. „Ich wollte einfach ausprobieren, ob mir das gefallen könnte“, erzählt er. Schnell jedoch faszinierte ihn nicht nur die Arbeit mit den Bienen, sondern vor allem die Frage, was sich aus Honig noch alles machen ließe. In der Fachliteratur stieß Innerhofer auf Met, den klassischen Honigwein aus Wasser und Honig. Einige selbst hergestellte Flaschen lagerte er im Keller, noch nicht perfekt gefiltert. Was dann geschah, bezeichnet er auf seiner Webseite als „Urknall“: Beim Entkorken knallte es, der Inhalt schäumte über. Eine unerwartete Nachgärung, die ihm und seiner Frau noch besser schmeckte als der ursprüngliche Met. Die Idee war geboren, dieses Getränk gezielt weiterzuentwickeln.

„Es wäre cool, irgendwann im Geschäft oder im Lokal das eigene Produkt zu kaufen“, beschreibt Innerhofer seine damalige Vision. Heute kann man sagen: Sein Plan ist aufgegangen.
Es folgten Monate des Tüftelns, Lesens und Zweifelns. Entscheidend war die Beratung durch Josef Reiterer, den Südtiroler Sektpapst aus Mölten. Zunächst skeptisch gegenüber dem Vorhaben und der Hauptzutat Honig, zeigte sich Reiterer bei der Verkostung überrascht und erteilte bereitwillig wertvolle Ratschläge. Was in seiner Sektkellerei der Traubenzucker ist, ist bei Innerhofer der Honigzucker. Seither geht der Hobbyimker und Honigsekthersteller diesen Weg: Aus dem Honig seiner ca. 35 Bienenvölker an fünf Standorten rund um Partschins mischt er einen Honig-Cuvée, um Geschmack, Aroma und Qualität gleichmäßig zu gestalten. Dem Partschinser Quellwasser-Honig-Gemisch setzt er biologischen Apfelsaft zu, was den Gärprozess aktiviert. In Stahlfässern treffen diese Komponenten auf Champagnerhefe aus Reinzucht. Drei bis vier Wochen gärt das Gemisch, die Trübstoffe setzen sich ab. Nach Abschluss der Gärung wird der Met in Barriquefässern als Stillwein ausgebaut. Dann erst folgt der entscheidende Schritt: Durch erneute Zugabe von Honig und Hefe beginnt die zweite Gärung. Die Flüssigkeit wird in Flaschen gefüllt und verschlossen. Mindestens anderthalb Jahre durchläuft sie die Flaschengärung, ganz nach dem Vorbild der klassischen Sektherstellung. Für das Rütteln und Enthefen gehen die Flaschen auf Reisen: Rund 1.000 Stück bringt Innerhofer heuer in eine Kellerei nach Brescia, ein Unterfangen mit beträchtlicher Spannung, nicht zuletzt wegen der sechs Bar Druck in den Flaschen. Nach dem Enthefen folgt ein letzter, geheimer Schritt: die Zugabe eines Expeditionslikörs. Wie in großen Sektkellereien bleibt die genaue Rezeptur von Bert Innerhofer unter Verschluss. Sie dient der Geschmackslenkung und der Feinabstimmung des Süßegrads. Der HoneyGourMet ist BRUT, also herb, der Zucker aus dem Honig nahezu vollständig vergoren. Messungen ergaben eine Restsüße von ca. 10 g/Liter.
Seit 2022 ist der Honigfruchtschaumwein in der edlen Sektflasche verkaufsfertig. Die Abnehmer reichen von Privatkunden bis zur gehobenen Gastronomie, etwa in der Luisl Stube in Algund, im Kuppelrain in Kastelbell, im flurin in Glurns oder in einigen Hotels können Sie mit dem feinperligen, alkoholischen Getränk (11,5% vol.) anstoßen. Auch einige Geschäfte wie der Vinschger Bauernladen in Naturns führen es. 2023 wurde der HoneyGourMet bei der „Goldenen Honigwabe“ im österreichischen Wieselburg als Sieger in der Kategorie „Spezialitäten mit Honig“ ausgezeichnet.
Im Glas zeigt sich der HoneyGourMet gelb und klar, mit feiner Perlage. Er duftet eindeutig nach Honig, dezent fruchtig nach Walderdbeeren und – wie Falstaff-Weinexperte Simon Staffler schreibt – „nach Sommerferien und blühenden Linden“. Als Aperitif oder zu Desserts, Kaiserschmarrn und gereiftem Käse überzeugt er mit feiner Säure. Bert serviert dazu Cantuccini, die das Geschmackserlebnis abrunden. Kastanien könnten gut dazu passen? „Ja, daher konnte ich den Eishof im Pfossental und einige Törggelelokale rund um Partschins als Kunden gewinnen. Manchmal muss ich Überzeugungsarbeit leisten, aber bei einem Hof, der Törggeleabende anbietet, war schon nach einem Abend Nachschub gefragt“, erzählt er von Geschmackskombinationen und Marketing.

HoneyGourMet. Hinter diesem einzigartigen Produkt steht sein Erfinder selbst: Bert Innerhofer, Jahrgang 1971, stammt aus St. Leonhard und absolvierte sein Probejahr als Lehrer an der Mittelschule Partschins. „Dann bin ich hier hängen geblieben“, schmunzelt er zufrieden.
Bienen und Sport sind seine großen Leidenschaften, die sich gut verbinden lassen. Oft kontrolliert er seine Völker mit dem Fahrrad und sammelt dabei gleich Höhenmeter, sei es auf dem Weg zum Steinbruch in Richtung Quadrathöfe am Nörderberg oder nach Vertigen oberhalb von Partschins. Um einen Gleichgesinnten zu besuchen, der Schaumwein auf Honigbasis herstellt, muss Innerhofer noch etwas weiter reisen, gar bis nach Slowenien. In Südtirol gibt es zwar einzelne Met-Erzeuger, doch den darauf aufbauenden zweiten Gärungs- und Reifeprozess begleitet nur Bert Innerhofer. Mit HoneyGourMet hat er sein Ziel erreicht, mehr als Honig zu produzieren und ein intensives Geschmackserlebnis auf den Markt zu bringen.

Partschins - Rabland - Töll - Ein starker Lebensraum

  • Vorspann: Die Gemeinde Partschins verbindet das Burggrafenamt mit dem Vinschgau, ist Schnittpunkt von Stadt und Peripherie, besticht mit Charme und Charakter, mit lebendigen Traditionen, mit einer erstklassigen Hotellerie – und mit innovativen Betrieben, die hier Zuhause sind. Authentisch und vielfältig zeigt sich hier ein starker Lebensraum.
  • Dachzeile: Partschins - Rabland - Töll
  • Redakteur: Angelika Ploner (Text & Fotos)
  • Redakteur Bild:

Partschins - Rabland und die Töll sind Orte, die begeistern: Sie verbinden das Burggrafenamt mit dem Vinschgau und sind gleichzeitig Schnittmenge von Stadt und Peripherie. Die Gemeinde mit einer erstklassigen s40 partsch2Hotellerie, mit lebendigen Traditionen, mit traumhafter Landschaft, Kulinarik und Kultur hat viel zu bieten. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Hauptrolle hier im Wirtschaftsgefüge der Tourismus einnimmt.

Tourismus.
Im vergangenen Jahr 2025 wurden 370.748 Nächtigungen und 83.948 Ankünfte im Gemeindegebiet verzeichnet. „Diese deutliche Steigerung und eine Auslastung von 149 Vollbelegungstagen auf Gemeindeebene bedeuten ein starkes Zeichen für die Attraktivität und die positive Entwicklung unseres Tourismusortes“, sagt Philip Ganthaler, der Präsident des Tourismusvereins Partschins, Rabland und Töll. Erstmals wurde im vergangenen Jahr wieder das hohe Nächtigungsniveau von 1994 mi 370.571 Nächtigungen erreicht. Das ist bemerkenswert.
Insgesamt gibt es in Partschins-Rabland-Töll 112 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, die zusammen insgesamt 2.554 Betten stellen und die Gemeinde zu einer starken Tourismusdestination machen. Ganthaler: „Neue Projekte wie der Campingplatz sowie die kontinuierliche

Weiterentwicklung bestehender Betriebe sind sichtbare Zeichen des Vertrauens in unseren Standort und seine Zukunft.“ Die Gästestatistik führt mit 73 Prozent der deutsche Gast an, gefolgt vom Schweitzer Urlauber mit zehn Prozent und dem italienischen Gast mit neun Prozent.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei 4,4 Tagen. Man profitiert natürlich von der Nähe zu Meran und zum benachbarten Burggrafenamt. Nicht umsonst bezeichnet man sich hier als Vorort von Meran. s40 partsch3Gleichzeitig erkennt man aber auch die Vorzüge des Vinschgaus.
Der Tourismusverein ist Spiegelbild der Tourismusregion und selbst ein sehr aktiver. Im Jahr 2025 organisierte das Team um Geschäftsführerin Karin Thaler 477 Veranstaltungen mit 2.389 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Hinzu kommen rund 1.500 Besucherinnen und Besucher bei Veranstaltungen wie „Olls hondgmocht“, den Konzerten in der Stachlburg und im Widumgarten sowie beim Kinderfest. Weitere 167 Veranstaltungen wurden von Vereinen und Institutionen organisiert und vom Tourismusverein mitgetragen. Will heißen: Partschins, Rabland und Töll leben von einem starken Vereinswesen, das starken Zusammenhalt beweist.
Die Hotellerie ist erstklassig aufgestellt in Partschins, in Rabland und auf der Töll. Es sind Hotels hier beheimatet, die sich durch exzellenten Service, luxuriöse Ausstattung und hohe Gastfreundschaft auszeichnen. Denn dahinter stehen Familien, keine Hotelketten – und das macht den Unterschied. Hier steckt Herzblut dahinter, ehrliche und authentische Gastgeber. Hier ist der Gast wirklich König und das Wohlfühlen steht an erster Stelle. Abseits davon sind die Hotels wichtige Arbeitgeber. „Wir beschäftigen ca. 40 MitarbeiterInnen in der Saison“, teilt etwa das Vitalpina Hotel Waldhof in Rabland auf Nachfrage vom Vinschgerwind mit.
Das Hotel Rössl in Rabland hat „35 Mitarbeiter“, erklärt die Familie Pircher. „Der Hanswirt“, sagt die Gastgeber-Familie Laimer, „beschäftigt ca. 26 Mitarbeiter in der Saison 2026.“ Julian Kaserer vom Vier-Sterne Klein Fein Hotel Anderlahn in Partschins sagt: „Wir haben 23 Mitarbeiter“ und „saisonal rund 19 MitarbeiterInnen“ sind im Hotel Das Stachelburg in Partschins beschäftigt. Beim Niedermair Nature Retreat arbeiten „in der Saison durchschnittlich 18 Mitarbeiter“, sagt Sebastian Keuen. Die Mitarbeiter-Anzahl (Saison und Jahresstelle) im Alpin & Stylehotel Die Sonne in Partschins beläuft sich auf zehn Mitarbeiter, sowie drei mitarbeitende Familienmitglieder, „somit sind wir im Team insgesamt 13 Personen, welche beschäftigt sind“, erklärt die Familie Ganthaler auf Nachfrage vom Vinschgerwind.
Vier-Sterne-Hotels, Drei-Sterne-Hotels, B&B, Ferienwohnungen, Urlaub auf dem Bauernhof - seit kurzem auch ein Camping - es ist eine bunte, wohl unvergleichliche, Mischung, die da in Partschins, Rabland und Töll geboten wird.
Daneben steht Partschins mit seinen Ortsteilen für Natur, Kultur, Dorfcharakter und Stadtnähe. Drei Museen beherbergt die Gemeinde Partschins, eines davon ist natürlich dem bekanntesten Sohn der Gemeinde gewidmet: Peter Mitterhofer, der Erfinder der Schreibmaschine. In Töll überrascht das K.-u.-K.-Museum und lädt ein, sich in alte Zeiten zu versetzen.
s40 partsch4Und in Rabland gilt es die größte digitale Modelleisenbahnanlage Italiens mit Südtirol in Miniatur zu entdecken. Mit über 20.000 Modeleisenbahnen ist hier die größte Privatsammlung Europas zu finden.
Die Aufstiegsanlage Texelbahn wurde vor mittlerweile 17 Jahren, am 25. April 2009, in Betrieb genommen. Sie war eine wichtige Investition – besonders für den Tourismus in der Gemeinde. In wenigen Minuten fährt die Bahn Einheimische und Gäste nach oben, direkt zum Meraner Höhenweg und zahlreichen anderen Wanderdestinationen. Es gibt hier eine ausgewogene und gesunde Mischung an verschiedensten Unterkunftsmöglichkeiten und eine Vielzahl an Einkehrmöglichkeiten.

Der öffentliche Sektor.
Ein wichtiger Arbeitgeber im öffentlichen Dienst in der Gemeinde Partschins ist das Seniorenheim (siehe Bericht unten). In der Gemeinde Partschins selbst sind 36 Personen beschäftigt.

Auch im Schulsektor sind wichtige Arbeitsplätze zu finden. Die Grundschulen Partschins und Rabland und die Mittelschule Partschins gehören zum Schulsprengel Algund. Die Direktorin Carlotte Ranigler erklärt auf Nachfrage: „Die an den Grundschulen Partschins und Rabland und in der Mittelschule Partschins beschäftigten Personen setzen sich wie folgt zusammen: An der Grundschule Partschins arbeiten 17 Lehrpersonen, an der Grundschule Rabland 16 Lehrpersonen und 1 Mitarbeiterin für Integration und an der Mittelschule Partschins 20 Lehrpersonen und 1 Mitarbeiterin für Integration . Dazu kommen jeweils zwei SchulwartInnen an den Grundschulen Partschins und Rabland und 2 SchulwartInnen an der Mittelschule Partschins. 98 SchülerInnen besuchen im heurigen Schuljahr die Grundschule Partschins, 104 die Grundschule in Rabland und 110 SchülerInnen die Mittelschule Partschins.“
Insgesamt waren in Partschins im vergangenen Jahr 122 Personen im öffentlichen Sektor beschäftigt.

 


Direktor Jürgen Pircher zum Seniorenheim Partschins
Das Seniorenheim Partschins verfügt über 50 Einbettzimmer und 8 Tagespflegeplätze, neben der stationären/teilstationäre Pflege bietet das Seniorenheim einer Reihe weiterer Dienstleistungen an, so die Kurzzeitpflege, Verleihservice für Pflegehilfsmittel, Schülermensa, die Mensa für die Gemeindemitarbeiter, einen Mittagstisch für Senioren und auch die Essen auf Räder der Gemeinde Partschins werden im Seniorenheim zubereitet. 60 Mitarbeiter in den Bereichen Pflege, Reinigung, Wäscherei, Küche und der Verwaltung finden im Senioren einen sicher und sozialpolitisch sehr wertvollen Arbeitsplatz. Mit seiner Caffetteria und der großzügigen Parkanlage bildet das Seniorenheim einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft und ist als Bindeglied zwischen Senioren und Dorfbevölkerung zu verstehen. Ein großer Mehrzwecksaal bietet Raum für Weiterbildungen und Freizeitgestaltung und kann auch für externe Veranstaltungen genutzt werden. Junge Menschen oder Berufsquereinsteiger finden im Seniorenheim Partschins die Möglichkeit über Praktikums oder berufsbegleitende Ausbildungen sich für einen Beruf mit großer Zukunftsperspektive auszubilden, um dann wohnortnahe und familienfreundlich in die Berufswelt einzusteigen.


 

Die Landwirtschaft. Auch die Landwirtschaft ist eine wichtige Säule für den Wirtschaftsraum Partschins-Rabland-Töll. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut gibt es in Partschins, Rabland und der Töll genau 132 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, von denen der Großteil Äpfel produziert. Diese werden in der Obstgenossenschaft TEXEL in Naturns verarbeitet. Der Geschäftsführer der TEXEL Christoph Pircher liefert beeindruckende Daten, die allerdings für das gesamte Einzugsgebiet der TEXEL stehen und damit den Wirtschaftsraum Naturns miteinschließen: Die aktuelle Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 162 Mitarbeiter, die aktuelle Mitgliederzahl auf 311 Mitglieder.
Die Integrierte Produktion nimmt 874 Hektar ein, 262 Hektar werden biologisch bewirtschaftet. 339 Hektar der Anbaufläche befinden sich in der Katastralgemeinde Partschins. Der Apfel führt mit 65.442.158 an Ernte im Jahr 2025 kg das Ernteverzeichnis natürlich deutlich an. Eine kleine aber nicht unwichtige Rolle spielen mit 27.854 kg Birnen und mit 27.449 kg das Stein- und Beerenobst.

s40 partsch5Die Unternehmensvielfalt. Laut WIFO der Handelskammer Bozen haben 403 Betriebe ihren festen Platz im Gemeindegebiet von Partschins und bewähren sich seit vielen Jahren bestens. Dass es sich hier gut wirtschaften lässt, beweisen die unterschiedlichsten Sektoren: vom Maler, Hydrauliker, Fliesenleger, Elektriker über Architekt, Mechaniker, Tischler, Tiefbauer, Kältetechniker und Kunsthandwerker sind besondere Betriebe, auch Nischenbetriebe, hier in der Gemeinde Partschins beheimatet. Alps Coffee und die Röfix zählen zu den größten Arbeitgebern hier. Jeweils 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen beide. Eine Traditionsrösterei ist Alps Coffee. Auf das Jahr !Achtung 1890 geht die Erfolgsgeschichte zurück. Das ist zweifelsohne beeindruckend. RÖFIS hingegen ist in Italien mit 148 Mitarbeitern unterwegs.
Auffallend: Wohl in keinem anderen Wirtschaftsraum sind so viele innovationsfreudige Unternehmen oder Betriebe, die einen Nischenmarkt bedienen, angesiedelt, wie hier. Da ist etwa das Unternehmen Alpiplast zu nennen. Alpiplast bedient namhafte Kunden wie MC Donalds oder Ferrero. Das Unternehmen produziert seit 1971 in Partschins Trinkhalme und liefert sie in die ganze Welt. „Die Mitarbeiterzahl liegt derzeit bei 15“, sagt Lara Rossi, Sales Management Alpiplast.
Und in die Reihe der besonderen Betriebe hier stellt sich auch Ungerer, der Kälte- und Klimatechnik-Spezialist mit 25 Mitarbeitern.

Bunte Mischung.
Die Stärken hier am Tor zum Vinschgau liegen in der vielfältigen Mischung. Unternehmen verschiedenster Couleur haben in Partschins-Rabland-Töll ihren festen Platz. Außerdem lässt es sich auch ausgezeichnet einkaufen und genießen. Verschiedene Restaurants warten mit besonderem Genuss auf. Gäste wie Einheimische finden alle gastronomischen Facetten. Das Angebot reicht von herzhaft-bodenständig geht über mediterran bis hin zu feinen, exklusiven Gaumenfreuden. Dazu gesellen sich exquisite und erlesene Weine der Umgebung. Und auch die Kultur hat hier einen großen Stellenwert. Es sind hier, in Partschins, Rabland und Töll, aktive Menschen am Werk für einen starken Lebensraum.

Partschins - Rabland - Töll - Entlang des Wassers - Ein Hoch auf die Waalwege – Natur, Geschichte und gesunde Bergluft

  • Dachzeile: Wandertour - Partschins - Rabland - Töll
  • Weitere Fotos - 1: Partschinser Waalweg
  • Weitere Fotos - 2: Partschinser Waalweg
  • Weitere Fotos - 3: Mühlwaal Waalweg

Ein leises Plätschern, schattige Wege und ein Gefühl von Ruhe: Die Waalwege in Partschins und Rabland zählen zu den ältesten Kulturwegen Südtirols. Entstanden im Mittelalter, als Wasser über Leben und Ernte entschied, begleiten sie noch heute das kostbare Nass aus den Bergen – gespeist vom Zielbach, dessen Ursprung hoch oben im Zieltal liegt.
Dort stürzt der Partschinser Wasserfall – einer der höchsten und bekanntesten Wasserfälle Südtirols – mit beeindruckender Fallhöhe ins Tal. Ein faszinierendes Naturschauspiel, bei dem Schmelzwasser aus den Bergen mit voller Kraft in die Tiefe rauscht und dabei feine, erfrischende Sprühnebel bildet. Dieser Sprühnebel ist reich an negativ geladenen Sauerstoff-Ionen, die die Luft reinigen und wohltuend auf Atemwege und Kreislauf wirken.
Nicht ohne Grund gilt der Bereich rund um den Wasserfall als Luftkurort mit außergewöhnlicher Reinluftqualität.
Was früher lebensnotwendig war, ist heute eine der wohltuendsten Arten zu wandern: ruhig, nahezu eben und begleitet vom stetigen Fluss des Wassers. Zwischen Kastanienhainen, Obstgärten und Wiesen öffnen sich immer wieder weite Ausblicke über das Meraner Land.

Die Waalwege in Partschins, Rabland und Töll

Der Partschinser Waalweg
Ein idealer Weg für den Frühling: Oberhalb des Dorfes gelegen, begleitet er rund 1,6 km offenes Wasser durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Errichtet im 15. Jahrhundert von den Grafen von Stachelburg, verbindet er Geschichte mit eindrucksvollen Ausblicken.

Der Rablander Waalweg
Ein kurzer, idyllischer Abschnitt oberhalb von Rabland: Auf etwa 640 Metern führt er durch schattige Vegetation und Obstwiesen. Auch hier fließt das Wasser des Zielbachs – frisch aus den Bergen kommend.
Die nachgebaute Waalschelle macht diese Geschichte bis heute hörbar
Das Besondere:
In unserer Gemeinde starten nicht nur diese beiden Waalwege – auch zwei der längsten und beliebtesten Waalwege Südtirols haben hier ihren Ausgangspunkt: der Algunder und der Marlinger Waalweg ab Töll.
Ein Dorf, viele Waalwege – und unzählige Möglichkeiten, entspannt zu wandern.

Gesund unterwegs am Wasser

Das Wasser der Waale stammt aus dem wasserreichen Zieltal. Beim Wandern entlang der Kanäle begleitet es jeden Schritt – ruhig, gleichmäßig und erfrischend.
Die Luft entlang der Wege wirkt besonders klar und angenehm kühl. Gerade an warmen Frühlingstagen entsteht so ein natürliches Wohlfühlklima, das Körper und Geist guttut.

Ein Blick hinter die Wege - Geschichte, die fließt

Die Waalwege entstanden aus der Not heraus: Mit nur rund 500 mm Niederschlag pro Jahr mussten die Bauern ausgeklügelte Bewässerungssysteme entwickeln. So entstanden die Waale – künstliche Wasserkanäle, die das Wasser aus den Bergen zu Feldern und Wiesen leiteten.

Damals Wächter, heute Bewahrer – der Waaler

Einst war der Waaler für jeden Tropfen verantwortlich. Mit Hilfe der sogenannten Waalschelle – einem kleinen Wasserrad, das einen gleichmäßigen Klang erzeugte – konnte er den Wasserfluss kontrollieren. In Rabland wurde eine solche Waalschelle originalgetreu nachgebaut und macht diese Technik bis heute erlebbar.
Auch heute kümmern sich die Waaler gemeinsam mit vielen helfenden Händen um die Pflege der Waale. Jahr für Jahr werden sie gereinigt, betreut und instand gehalten – mit viel Einsatz und Liebe zur Tradition.

FUN FACT

Wasser, das Geschichte schrieb
Wasser war einst wertvoller als Gold: Bereits im Jahr 1431 ist ein Streit zwischen Rabland und Partschins um das Wasser des Zielbachs überliefert. Erst Jahrzehnte später konnte eine Einigung erzielt werden – ein eindrucksvoller Hinweis darauf, wie kostbar diese Ressource damals war.

 

Unser VERANSTALTUNGSTIPP
Kneipp- und Kräuterwanderung auf den
Waalwegen von Partschins und Rabland
Immer Freitag abwechselnd am Partschinser
und Rablander Waalweg.
Anmeldung online oder im Tourismusbüro
Partschins oder Rabland
T +39 0473 967157
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.partschins.com

WANDERTIPP
Frühling entlang der Waalwege – unsere schönsten Touren
• Partschinser Waalweg – Zielbachrunde
• Rablander Waalweg-Runde
• Mühlwaal Rundwanderung
• Marlinger Waalweg ab Töll
• Über den Algunder Waalweg bis nach Meran

Sprit sparen: Die besten Tipps

  • Vorspann: Die Spritpreise gehen unaufhaltsam hinauf. Unbeeindruckt davon können Autofahrer mit einfachen Tipps Kraftstoff sparen.
  • Dachzeile: Spezial-Auto
  • Redakteur: Angelika Ploner (Quelle: ADAC)
  • Redakteur Bild:

1. Früh hochschalten -Bei ca. 2.000 Umdrehungen in den nächsthöheren Gang schalten (niedrigtourig fahren)

2. Vorausschauend fahren - Abstand halten, frühzeitig vom Gas gehen und rollen lassen, statt kurz vorher bremsen

3. Motorbremse nutzen - Beim Ausrollen oder bergab den Gang eingelegt lassen (Schubabschaltung verbraucht keinen Sprit).

4. Regelmäßig Luftdruck erhöhen -  Zu wenig Luft in den Reifen erhöht den Verbrauch. Schon ein 0,3 bar verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand und sorgt für unnötigen Mehrverbrauch.

5. Motor im Stand abstellen - Bei Ampeln oder Bahnübergängen den Motor abschalten, wenn der Halt länger als 10–20 Sekunden dauert.

6. Ballast abwerfen - Nicht benötigte Gegenstände aus dem Kofferraum ausladen. Dachboxen/Träger abmontieren: Auf dem Dach montierte Träger erhöhen den Luftwiderstand drastisch.

Vielfalt im Garten

  • Vorspann: Es braucht keinen riesigen Garten, um etwas für die Natur zu tun. Schon ein kleiner Balkon oder ein kleiner Bereich im Garten können zu einem wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere werden, wenn sie naturnah gestaltet werden. Damit kann die Biodiversität, die Vielfalt, wichtiger denn je, direkt vor der Haustür gefördert werden. Denn ein biologisch vielfältiger Garten ist ein hohes Gut – sowohl für uns Menschen als auch für Tiere und Pflanzen.
  • Dachzeile: Spezial-Haus & Garten

Frühblüher und Herbstblumen
Wenn Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Blühzeiten gepflanzt werden, kann nicht nur nahezu ganzjährig ein blühender Garten oder Balkon genossen werden, sie bieten Insekten auch über einen langen Zeitraum hinweg Nahrung. Mit Frühlingsboten wie Schneeglöckchen, Krokussen und Narzissen beginnt die Saison schon im Februar; und mit Astern, ungefüllten Dahlien, Herbst-Anemonen, Sonnenblumen oder der winterharten, mehrjährigen Fetthenne wird auch der Herbst bunt und bietet Insekten, gerade auch Bienen, eine letzte Nahrungsquelle vor dem Winter.

 

Bienenweiden statt Pflanzen ohne Nährwert
s40 1968837249Wussten Sie, dass eine ganze Reihe von Blüten weder Pollen noch Nektar produzieren und damit Insekten keine Nahrung bieten? Dazu zählen etwa Gartentulpen, Gartenstiefmütterchen oder typische Zierpflanzen. Tipp: Diese Zierpflanzen mit einer Bienenweide ergänzen. Bienenfreundlich sind zum Beispiel Lavendel, Glockenblumen, Schafgarbe, Löwenmäulchen, Kapuzinerkresse, Kornblumen, Wilde Malve und Verbene. Großartige Bienenweiden, gerade auch für den Balkon, sind blühende Kräuter wie Salbei, Thymian, Rosmarin, Oregano oder Majoran – und gleichzeitig sind stets frische Küchenkräuter bei der Hand.

 

Schmetterlinge im Garten und auf dem Balkon
s40 303486156Nicht jede bienenfreundliche Pflanze ist auch für Schmetterlinge attraktiv und umgekehrt. Denn viele der bunten Falter sind aufgrund ihrer Rüssellänge an ganz bestimmte Blütenarten angepasst. Geeignete Nektarpflanzen sind beispielsweise Bartblumen, Blaukissen, Fetthenne, Lavendel, Flammenblumen, Prachtscharte, Steinkraut und Thymian. Ein derart vielseitiges Buffet lockt sicherlich viele bunte Besucher in den Garten oder auf den Balkon.

 

Mischkulturen anlegen
s40 846020966Unterschiedliche Arten im Garten können das gegenseitige Wachstum fördern, sich untereinander mit Nährstoffen versorgen, Bestäuber anlocken und sogar Schädlinge durch ihren Duft verschrecken. Ein paar Beispiele: Lauch vertreibt Möhrenfliegen, während Möhren Zwiebelfliegen in die Flucht schlagen. Buschbohnen und Bohnenkraut, gemeinsam angepflanzt, geben der schwarzen Bohnenlaus keine Chance. Kräuter wie Basilikum oder Schnittlauch rund um die Erdbeeren gepflanzt, fördern das Wachstum und schützen vor Pilzsporen; Lauch, Knoblauch und Zwiebeln als Nachbarn halten Schnecken von den süßen Früchten fern. Tagetes, die man neben Tomaten oder Erdbeeren setzt, können durch ihren starken Duft nicht nur die weiße Fliege vertreiben, sondern auch Nematoden im Boden beseitigen. Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die an den Wurzeln der Pflanzen saugen und diese dadurch schädigen. Die Tagetes schafft es, die Nematoden erst anzulocken und dann quasi zu vergiften.

 

Wildwuchs statt Rasenmähen
s40 1780436818Ein schöner Garten macht viel Arbeit, so viel steht fest. Manche Arbeiten kann man sich aber sparen - zumindest teilweise. Wenn etwas Wildwuchs zugelassen und ein Teil der Wiese nicht oder erst später gemäht wird, bietet das Schmetterlingen oder Insekten zusätzlichen Lebensraum und bietet Nahrung und Unterschlupf.

 


Natürlich düngen: am besten mit Kompost und torffreier Erde
s40 1932133715Prächtige Pflanzen und eine üppige Ernte wünscht sich wohl jeder. Trotzdem sollte man torffreie Produkte wählen, denn der Jahrhunderte lange Torfabbau hat den Hochmooren in Europa schwer zugesetzt. Torffreie Blumenerde ist in den meisten Märkten erhältlich und besteht aus Holzfasern, Rindenhumus, Kompost, Tonmineralien und Lavagranulaten, die Wasser und Nährstoffe optimal speichern.

 

Winterquartiere
s40 180961679Im Spätherbst schneiden viele ihre Stauden und Sträucher zurück und entfernen das gesamte Laub aus dem Garten. So verschwinden jedoch Plätze zum Überwintern für Insekten. Wenn alles liegen gelassen und nicht aufgeräumt wird, so bieten tote Pflanzen und vor allem Laub ein wertvolles Winterquartier.

Weil Sicherheit wichtig ist ...

  • Vorspann: Das Thema Sicherheit ist ein vielfältiges und in jedem Fall ein gefühltes und immer aktuelles.
  • Dachzeile: Spezial-Sicherheit

Einbruchschutz.
Einbruchsschutz ist mit Sicherheit ein gefühltes und immer aktuelles Thema. Die Einbrüche oder Einbruchversuche nehmen laut Verbraucherzentrale Südtirol auch hier bei uns zu.
Knapp 30 Sekunden benötigen Einbrecher, um schlecht gesicherte Fenster und Türen aufzubrechen und in das Gebäude zu gelangen.
Einbrecher bevorzugen weder Nachtstunden, noch die sommerliche Urlaubszeit. Ein Großteil der Einbrüche finden tagsüber statt.
Ein Einbruch in die sicher geglaubte Wohnung bedeutet nicht nur materiellen Schaden, sondern vor allem ein Eindringen in die Privatsphäre, in den intimsten und sensibelsten Ort eines jeden Menschen. Was sie mitnehmen, ist also nicht nur materielle Beute. Sie nehmen den Einbruchsopfern auch das Gefühl, in ihrer Privatsphäre rundum sicher zu sein. Einbrecher wählen oft den Weg des geringsten Widerstands. Zwei Drittel der Einbrüche erfolgen über schlecht gesicherte Fenster oder Terrassentüren.
Die Eingangstür gehört neben der Terrassentür zur häufigsten von Einbrechern angegangenen Schwachstelle. Grundsätzlich sind Alarmanlagen natürlich die sichersten Garanten für die Sicherheit. Laut Statistik ist eine Alarmanlage die beste Abschreckung für drei Viertel aller potenziellen Täter. Alarmanlagen verhindern keinen Diebstahl, sie melden ihn und schlagen potentielle Einbrecher in die Flucht.
Was viele vielleicht nicht bedenken: Keine Hilfsmittel bereitstellen. Am Besten nichts ums Haus herum stehen lassen, das als Einstiegshilfe dienen kann. Besonders sorgfältig wegzuschließen sind Leitern und Staffeleien.

 

Kurz & bündig
➜ Auch wenn Haus oder Wohnung nur kurzfristig verlassen werden: Nicht die Tür nur ins Schloss ziehen, sondern diese immer abschließen. Auch bei kurzer Abwesenheit die Fenster, Balkon- und Terrassentüren immer schließen.

➜ Wenn die Schlüssel verloren gehen, umgehend den Schließzylinder auswechseln.

➜ Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen verstecken, denn Einbrecher finden jedes Versteck.

➜ Anwesenheit signalisieren: Rollläden sollten zur Nachtzeit geschlossen werden – jedoch keinesfalls tagsüber.
➜ Bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel nicht innen stecken lassen.

➜ Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.

➜ Hauseingänge und Zugänge zu Keller und Boden immer geschlossen halten, auch tagsüber.

➜ Außenbereiche bei Dunkelheit beleuchten, beispielsweise durch Lampen mit Bewegungsmeldern.

➜ Geprüfte und zertifizierte Alarmanlagen bieten die größte Sicherheit.

Zufriedenstellendes Honigjahr

  • Vorspann: Imkerinnen und Imker im Bezirk Obervinschgau treffen sich am 7. Februar zur Jahreshauptversammlung im Vereinshaus von Tartsch.
  • Dachzeile: Spezial-Landwirtschaft
  • Redakteur: Magdalena Dietl Sapelza
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1: Patscheider und Schriftführer Christoph Prader
  • Weitere Fotos - 2: v. l. Bundesobmann Christian Trafoier mit den geehrten Vorstandsmitgliedern Othmar Patscheider, Sabine Prieth und Herbert Theiner

Die rund 230 Imkerinnen und Imker im Bezirks Obervinschgau blicken auf ein zufriedenstellendes Honigjahr 2025 zurück. Das erklärte Bezirksobmann Othmar Patscheider bei der Jahresvollversammlung am 7. Februar in Tartsch. Die hervorragende Honigqualität sei durch die Gold-Auszeichnungen bei der Interregio-Honigbewertung unterstrichen worden. Einige Imker hatten allerdings mit Melezitosehonig, bekannt als Lärchenhonig, zu kämpfen. Dieser klebt in den Waben wie Zement. Probleme bereiteten auch mehrere Faulbrutfälle im Bezirk. In diesem Zusammenhang dankte der Seuchenwart Christian Hörtnagl den betroffenen Imkerinnen und Imkern, dass sie sich gemeldet haben. Denn manches Mal wird auf eine Meldung verzichtet. Nur wenn die Fälle bekannt werden, könne man reagieren und die Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen. Amtstierarzt Maurizio Giusti meinte dazu. „Wir haben gut zusammen gearbeitet.“
Der Verantwortliche der Belegstelle Trafoi, Hubert Stillebacher, bezifferte die Zahl der Königinnenbegattungen mit 800. Er rief dazu auf, die Einrichtung auch weiterhin zu nutzen. Die Belegstelle war eingerichtet worden, um die Reinzucht der Carnica Bienen sicher zu stellen. Obmann Patscheider lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse VIP. Man sei in ständigem Dialog miteinander und versuche alles zu tun, um Bienenschäden durch Pflanzenschutzmittel zu vermeiden. Denn es sei mittlerweile allen Beteiligten bewusst, dass man sich gegenseitig braucht. Auch mit den Verantwortlichen im Südtiroler Bauernbund pflege man eine gute Zusammenarbeit. „Wir bekommen die Unterstützung in den unterschiedlichsten Anliegen.“ so Patscheider. Jenen Imkerinnen und Imkern die mit ihren Bienenstöcken wandern, rief er dazu auf, die Grundbesitzer und eventuell auch die jeweiligen Ortsobmänner zu informieren, um Probleme zu vermeiden. Einen besonderen Dank richtete Patscheider an die Informatik Fachkräften aus Schluderns, die den Imkerinnen und Imkern kürzlich ehrenamtlich bei der recht komplizierten digitalen SUAP-Anmeldung behilflich waren. Diese Anmeldung braucht es, um Honig verkaufen zu können. Die Ehrengäste Bundesobmann Christian Trafoier und Bauernbund-Bezirksobmann Joachim Weiss, sowie die Malser Vize Vizebürgermeisterin Marion Januth drückte den Imkerinnen und Imkern ihre Wertschätzung aus.
Bei den Neuwahlen wurde Othmar Patscheider per Akklamation einstimmig zum Obmann wiederbestätigt, genauso wie sein Vorstand. Er kündigte allerdings an, nur noch in diese Periode vorne stehen zu wollen. Im Vorstand unterstützen ihn Christoph Prader, Sabine Prieth, Hubert Stillebacher, Herbert Theiner, Andreas Stecher, Hansjörg Bernhart, David Blaas, Martin Kofler, Reinhard Patscheider, Christian Hörtnagl und Ludwig Thoma. Im Bezirksausschuss vertreten sind auch die Obmänner der zehn Ortsgruppen im Bezirk Obervinschgau. Ein Höhepunkt der Vollversammlung war die Ehrung verdienter Mitglieder. Zum Abschluss referierte Andreas Platzer von der Bildungsstätte für Bienenkunde in der Fachschule Laimburg über die Veredelung der Bienenprodukte.