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Karriereende eines großen Kämpfers

  • Vorspann: Nach vielen Jahren voller Einsatz, harter Arbeit und tollen Erfolgen im Skicross-Weltcup hat Yanick Gunsch vor wenigen Wochen seine aktive Karriere beendet. Der Matscher blickt auf eine außergewöhnliche Laufbahn zurück, zu deren Highlights der Gewinn der Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr zählte.
  • Dachzeile: Yanick Gunsch
  • Redakteur: Sarah Mitterer
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1: Yanick Gunsch hat seine  Karriere beendet; Foto: AGENCE ZOOM

Der Weg von Yanick Gunsch war nicht der eines klassischen Sportprofis. Yanick Gunsch steht beispielhaft für all jene Sportler, die ihren Weg abseits perfekter Bedingungen gehen – mit harter Arbeit, Willensstärke und dem festen Glauben an sich selbst. Denn während sich die meisten Profisportler vollkommen auf das Training und die Wettkämpfe konzentrieren können, meisterte der 29-Jährige den anspruchsvollen Spagat zwischen Weltcup und Beruf. In den Wintermonaten kämpfte er auf den Pisten um Topplätze, stellte sich der internationalen Konkurrenz und bewies immer wieder seinen außergewöhnlichen Kampfgeist. Kaum war die Saison beendet, tauschte er jedoch die Skier gegen Werkzeug und arbeitete als Maurer – ein körperlich ebenso fordernder Alltag, der kaum Raum für Erholung ließ. „Aufgrund meiner Arbeit kann ich im Sommer nicht so trainieren wie andere. Tagsüber bin ich auf dem Bau und abends steht noch Konditionstraining an. Das ist manchmal schon sehr anstrengend“, erklärte der Skicrosser vergangenes Jahr in einem Gespräch mit dem Vinschgerwind. Doch trotz dieser Doppelbelastung ließ er sich nie entmutigen und feilte verbissen an seiner Skicross-Karriere. Begonnen hat diese in der Sportoberschule Mals, wo er zunächst das Alpinskifahren betrieb, ehe er auf Skicross umstieg. Nach Auftritten bei den Junioren-Weltmeisterschaften und mehreren Jahren im Europacup, gelang ihm schließlich der Sprung in den Weltcup. Sein Weltcup-Debüt gab er im Dezember 2017 in Val Thorens. Seither stellte er sich Jahr für Jahr den anspruchsvollsten Strecken Europas und der Welt. Im Januar des vergangenen Jahres gelang ihm ein bedeutender Karriereschritt: erstmals schaffte er den Sprung auf das Weltcuppodest.
Ein weiterer Höhepunkt und der wohl größte Erfolg in Yanicks Sportkarriere war der Gewinn der Bronzemedaille im Mixed-Teambewerb mit seiner Teamkollegin Jole Galli. Dieser Erfolg war umso bemerkenswerter, da Gunsch ursprünglich nicht für das Mixed-Team vorgesehen war und erst kurzfristig von seinem Einsatz erfuhr.
Und auch sein letztes Karriererennen, das er am 30. März 2026 bestritt, war etwas Besonderes: Beim Saisonfinale im schwedischen Gällivare schob sich Gunsch ein allerletztes Mal aus dem Startblock, allerdings nicht im gewohnten Rennoutfit. Er trat zu seinem letzten Lauf in Lederhosen an und verabschiedete sich so von der internationalen Skicross-Bühne.
Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Erfolg auch viel von Kampfgeist, Durchhaltevermögen und Mut, den eigenen Weg zu gehen, abhängt.

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Ein Klassiker im Schnee

  • Dachzeile: Schöneben
  • Redakteur: Anna Alber
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Alljährlich findet am Ostermontag im Skigebiet Schöneben-Haideralm das traditionsreiche Dreiländerrennen statt – so auch dieses Jahr. An der 74. Auflage nahmen rund 340 Rennläufer aus Südtirol, Italien, Deutschland, der Schweiz und Österreich teil, um im Riesentorlauf gegeneinander anzutreten. Kennzeichnend für diese klassische Sportveranstaltung ist das bunt gemischte Teilnehmerfeld: Vom Jahrgang 1942 bis 2021 sowie vom Weltcupfahrer bis hin zum aufstrebenden Nachwuchssportler war alles vertreten. Bei den Junioren fuhr Alois Köllemann Baldini vom Gastgeberverein ASV Vinschger Oberland souverän den Sieg ein und erzielte mit einer Laufzeit von 0:56,59 den Tagessieg. Sein Teamkollege Leon Schöpf landete auf dem dritten Rang. Bei den Damen triumphierte Selina Egloff vom SSC Samnaun vor Teamkollegin Laura Lindegger und Anna Hackl (Skiteam Venet) und holte sich den Tagessieg. Egloff ist Mitglied der Schweizer Ski-Nationalmannschaft und ist regelmäßig im Weltcup und Europacup im Einsatz. Pia Perkmann (ASV Prad), Manuel Spöttl, Simon Joos und Eva Sagmeister (ASV Vinschger Oberland) gingen als Sieger in den jeweiligen Kategorien hervor. Zudem glänzten weitere Vinschger Nachwuchsathleten mit Podestplätzen: Diego Folie (ASV Prad), Lina Eckhart und Josefin Weisenhorn (ASV Vinschger Oberland) sowie Theresa Fiegl vom ASC Ortler. Mit einer konstant starken Mannschaftsleistung sicherte sich der ASV Vinschger Oberland den zweiten Platz in der Gesamtwertung – ein großer Erfolg für das gesamte Team. Die Preisverleihung erfolgte durch bekannte Persönlichkeiten, unter anderem überreichten die beiden frischgebackenen Italienmeister im Snowboard, Edwin und Jasmin Coratti, die Pokale und Preise. Die Veranstaltung war ein rundum gelungenes Event, mit „guten Pistenverhältnissen, traumhaftem Wetter und einem reibungslosen Ablauf“, resümiert Markus Sagmeister, Sektionsleiter Ski Alpin des ASV Vinschger Oberlands.

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Weltklasse beim Ötzi Trail Raun

  • Dachzeile: Naturns
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Wenn Daniel Pattis und Anna Plattner beim Sunny Mountain Trail (30 km/2100 hm) am Start sind, dann führt im Kampf um den Tagessieg kein Weg an den beiden Weltklasse-Athleten vorbei. Das war auch am Samstag nicht anders, als die Nordtirolerin Plattner in 3:11.29 Stunden einen neuen Streckenrekord erzielte und der Tierser Pattis diesen um gerade einmal zehn Sekunden verpasste. Die Sieger beim halb so langen Naturns Skyrace heißen indessen Josef Bodner (Österreich) und Hanna Gröber (Deutschland).
Bei perfektem Laufwetter – ganz leicht bewölktem Himmel und Temperaturen um 10 Grad Celsius – fiel um 9 Uhr auf dem Rathausplatz in Naturns der Startschuss zum Sunny Mountain Trail. Das ist mit 30 Kilometern Länge und 2100 Höhenmetern die längere der beiden Distanzen, die beim Trail-Event Ötzi Trailrun Naturns angeboten werden.
Im Damenrennen gab sogleich Top-Favoritin Anna Plattner den Ton an. Bei der Zwischenstation Durst kam die Nordtirolerin nach 1:03.17 Stunden an. Dahinter folgten mit Daniela Oemus und Juliane Rössler zwei deutsche Trail-Läuferinnen, die jedoch schon über vier, bzw. fast sieben Minuten auf Plattner eingebüßt hatten. Beste „Azzurra“ war zu diesem Zeitpunkt die Brixnerin Tanja Plaikner, die mit 11.46 Minuten Rückstand auf Rang sieben lag.
Plattner ließ auch in der Folge nicht locker und triumphierte in Naturns zum dritten Mal in Folge mit neuem Streckenrekord von 3:11.29 Stunden. Damit unterbot sie ihre alte Bestmarke aus dem Vorjahr um über drei Minuten. Über den zweiten Rang durfte sich die Vorjahresvierte Daniela Oemus freuen, die 9.03 Minuten auf Plattner einbüßte. Ihre Landsfrau Evi Gudelius wurde Dritte (+19.55). Die Wahl-Südtirolerin Severine Petersen beendete den Sunny Mountain Trail an siebter Stelle, unmittelbar vor der Brixnerin Tanja Plaikner.

Bodner macht bergab den Unterschied
Das Naturns Skyrace endete bei den Männern mit einem Osttiroler Erfolg. Josef Bodner aus Kartitsch bewältigte die 15 Kilometer mit 1150 Höhenmetern in 1:15.29 Stunden. Damit war er etwas mehr als eine halbe Minute schneller als David Reichl (Deutschland) und Maximilian Meusburger (Österreich) auf den Rängen zwei und drei. Als bester Südtiroler Athlet schnitt Patrick Gross ab, der den Trail in 1:25.14 Stunden bewältigte und auf dem 14. Rang klassiert wurde.

Bei den Frauen war Hanna Gröber erfolgreich.
Die Deutsche, die jedoch seit ein paar Jahren in Zürich lebt, setzte sich in 1:27.57 Minuten durch. Zweite wurde die Rablanderin Anna Hofer, die 2.18 Minuten auf die Tagessiegerin einbüßte. Madlen Kappeler aus Deutschland komplettierte das Podium. Sie war 1:31.40 Stunden unterwegs.
Das umfangreiche Wettkampfprogramm am Samstag rundeten der VIP Apple Kids Run, der Speed-Trail, sowie der Just for Fun ab. Insgesamt waren rund 800 Athletinnen und Athleten aus 15 verschiedenen Nationen bei den verschiedenen Rennen und in den diversen Altersklassen beim Alpenplus Ötzi Trailrun Naturns im Einsatz, der sich damit einmal mehr als großes Sportfest zum Start in die Lauf-Saison erwies. Kein Wunder, dass die Veranstalter um Lea Schweitzer, Daniel Jung und Uli Stampfer zufrieden Bilanz zogen.
„Wir haben heuer mit dem Untersteller-Vertical ein neues Event angeboten. Auch die Podiumsdiskussion am Freitag ist mit 100 Besucherinnen und Besuchern sehr gut angekommen und war für die gesamte Veranstaltung eine weitere Aufwertung. Das sehr positive Feedback aller Teilnehmenden freut uns enorm und ist der Lohn für die ganze Arbeit, die unser Team in den Alpenplus Ötzi Trailrun Naturns steckt. Ein großes Dankeschön geht an unsere Partner und Sponsoren, ohne die wir ein Event wie dieses nicht durchführen könnten. Genauso brauchen wir die Hilfe von den unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfern, denen wir ebenfalls von Herzen für ihren Einsatz danken möchten. Aufwiedersehen im kommenden Jahr!“, resümierte das Organisationskomitee.

 

Das sagen die Protagonisten des 6. Alpenplus Ötzi Trailrun Naturns


Daniel Pattis (Sieger Sunny Mountain Trail): „Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich das Rennen hier in Naturns einmal mehr gewinnen konnte. Die zehn Sekunden, die mir auf den Streckenrekord fehlen, muss ich akzeptieren, dann werde ich wohl im nächsten Jahr noch einmal angreifen.“

Anna Plattner (Siegerin Sunny Mountain Trail): „Wenn ich mit dem Auto nach Naturns fahre und hier ankomme, dann fühlt es sich für mich an, als ob ich in einer anderen Welt wäre. Naturns ist ein guter Boden für mich, wo ich Energie tanken kann. Die letzten Monate waren nicht einfach für mich und ich bin gestartet, in der Hoffnung die Passion, die Leichtigkeit wieder zu finden. Und das habe ich eigentlich schon beim ersten Anstieg gespürt, dass es ganz gut werden kann.“

Josef Bodner (Sieger Skyrace Naturns): „Es ist super gegangen. Es war schon ziemlich heiß heute und richtig hart. Den Ausschlag hat der Downhill gegeben, wo ich noch einmal alles aus mir herausgekitzelt habe. Es ist einfach nur cool, hier zu sein und zu laufen.“

Hanna Gröber (Siegerin Skyrace Naturns): „Ich bin sehr glücklich und zufrieden. Das Schöne am Traillaufen ist, dass alle auf derselben Strecke mit denselben Bedingungen laufen. Beim Straßenlauf, von dem ich ja ursprünglich komme, nervt es mich, wenn Leute ihre Pacer haben. Das ist hier ganz anders.“

Anna Hofer (Zweite Skyrace Naturns): „Aufwärts bin ich meinen Rhythmus gegangen, da waren zwei Mädels vor mir. Ich habe aber gewusst, dass ich abwärts einen kleinen Vorteil habe. Phasenweise hatte ich zwar Krämpfe, die dann aber wieder weggegangen sind. Im Großen und Ganzen bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden. Meine nächsten Ziele? Die Qualifikation für die EM, sei es im Uphill, sei es im Up& Down.“



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