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Yanick Gunsch

Karriereende eines großen Kämpfers

von Sarah Mitterer
Nach vielen Jahren voller Einsatz, harter Arbeit und tollen Erfolgen im Skicross-Weltcup hat Yanick Gunsch vor wenigen Wochen seine aktive Karriere beendet. Der Matscher blickt auf eine außergewöhnliche Laufbahn zurück, zu deren Highlights der Gewinn der Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr zählte.
veröfftl. am 15. April 2026

Der Weg von Yanick Gunsch war nicht der eines klassischen Sportprofis. Yanick Gunsch steht beispielhaft für all jene Sportler, die ihren Weg abseits perfekter Bedingungen gehen – mit harter Arbeit, Willensstärke und dem festen Glauben an sich selbst. Denn während sich die meisten Profisportler vollkommen auf das Training und die Wettkämpfe konzentrieren können, meisterte der 29-Jährige den anspruchsvollen Spagat zwischen Weltcup und Beruf. In den Wintermonaten kämpfte er auf den Pisten um Topplätze, stellte sich der internationalen Konkurrenz und bewies immer wieder seinen außergewöhnlichen Kampfgeist. Kaum war die Saison beendet, tauschte er jedoch die Skier gegen Werkzeug und arbeitete als Maurer – ein körperlich ebenso fordernder Alltag, der kaum Raum für Erholung ließ. „Aufgrund meiner Arbeit kann ich im Sommer nicht so trainieren wie andere. Tagsüber bin ich auf dem Bau und abends steht noch Konditionstraining an. Das ist manchmal schon sehr anstrengend“, erklärte der Skicrosser vergangenes Jahr in einem Gespräch mit dem Vinschgerwind. Doch trotz dieser Doppelbelastung ließ er sich nie entmutigen und feilte verbissen an seiner Skicross-Karriere. Begonnen hat diese in der Sportoberschule Mals, wo er zunächst das Alpinskifahren betrieb, ehe er auf Skicross umstieg. Nach Auftritten bei den Junioren-Weltmeisterschaften und mehreren Jahren im Europacup, gelang ihm schließlich der Sprung in den Weltcup. Sein Weltcup-Debüt gab er im Dezember 2017 in Val Thorens. Seither stellte er sich Jahr für Jahr den anspruchsvollsten Strecken Europas und der Welt. Im Januar des vergangenen Jahres gelang ihm ein bedeutender Karriereschritt: erstmals schaffte er den Sprung auf das Weltcuppodest.
Ein weiterer Höhepunkt und der wohl größte Erfolg in Yanicks Sportkarriere war der Gewinn der Bronzemedaille im Mixed-Teambewerb mit seiner Teamkollegin Jole Galli. Dieser Erfolg war umso bemerkenswerter, da Gunsch ursprünglich nicht für das Mixed-Team vorgesehen war und erst kurzfristig von seinem Einsatz erfuhr.
Und auch sein letztes Karriererennen, das er am 30. März 2026 bestritt, war etwas Besonderes: Beim Saisonfinale im schwedischen Gällivare schob sich Gunsch ein allerletztes Mal aus dem Startblock, allerdings nicht im gewohnten Rennoutfit. Er trat zu seinem letzten Lauf in Lederhosen an und verabschiedete sich so von der internationalen Skicross-Bühne.
Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Erfolg auch viel von Kampfgeist, Durchhaltevermögen und Mut, den eigenen Weg zu gehen, abhängt.

Yanick Gunsch hat seine  Karriere beendet; Foto: AGENCE ZOOM

Yanick Gunsch hat seine Karriere beendet; Foto: AGENCE ZOOM