pr-info Tourismusgenossenschaft Naturns
Über den Rathausplatz in Naturns spazieren und dabei köstliche lokale Produkte genießen – das können Besucherinnen und Besucher am Sonntag, 22. Mai. Dann findet zum ersten Mal der Südtiroler Specktag in Naturns statt. Auf Interessierte wartet von 10 bis 18 Uhr ein abwechslungsreiches Programm mit Genussmarkt, Showcooking, Kinderecke und Live-Musik. Für musikalische Unterhaltung sorgt am Morgen die Musikkappelle Naturns und am frühen Nachmittag die Südtiroler Band Jimi Henndreck. Im Anschluss rundet das Mainfelt Duo die Veranstaltung musikalisch ab.
Die Hauptrolle spielt aber selbstverständlich der Speck: innovativ zubereitet vom Naturnser Koch Fritz Martin. Der Chefkoch zeigt, wie vielseitig und kreativ das Kochen mit Speck sein kann. Eine spannende Kocheinlage bietet Thomas Ortler vom Restaurant Flurin beim Showcooking. Auf dem Genussmarkt haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, kulinarische Kreationen rund um den Südtiroler Speck g. g. A. an verschiedenen Ständen zu kosten. Heimische Produzenten teilen ihr Wissen über die Herstellung des Qualitätsproduktes. Der Rathausplatz in Naturns wird so zum Ort der Begegnung für Genießer und Feinschmeckerinnen. Organisiert wird die Veranstaltung von der Tourismusgenossenschaft Naturns und dem Südtiroler Speck Konsortium, unterstützt von den lokalen Vereinen Musikkapelle, Bauernjungend und Krampusverein Naturns. Sie findet bei jeder Witterung statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Südtiroler Speck g. g. A. reift an der Bergluft, das Dorf Naturns liegt im Vinschgau, der bekannt für seinen ganz besonderen Wind ist. Vielleicht haben sich aus diesem Grund mehrere Südtiroler Speckproduzenten in der Umgebung um Naturns niedergelassen.
Mit der geschützten geografischen Angabe „Südtiroler Speck g. g. A.“ wird nur jener Speck ausgezeichnet, der nach traditioneller Methode hergestellt wird. Der Speck wird sehr mild gewürzt, nur leicht geräuchert und an frischer Bergluft gereift. Sein einzigartiger Geschmack macht den Südtiroler Speck g. g. A. zu einem der typischsten Qualitätsprodukten aus Südtirol. Der Specktag in Naturns lädt ein, in die köstliche Welt des Südtiroler Specks und der Südtiroler Lebensart einzutauchen.
Schluderns - Eine Gruppe von Schludernser Frauen zogen in ihren bunten Hexenkostümen vom Dorf aus zur Burgschenke und feierten dort die Walburgisnacht vom 30. April in den 1. Mai mit unterschiedlichen Ritualen zur Freude vieler Betrachter:innen. Die Feiern in der Walburgisnacht, die als Nacht der Fülle, der Mystik, der Erotik, der Liebe und des Feuers vor allem in Mittel- und Norddeutschland zelebriert wird, findet mittlerweile auch hierzulande Beachtung. Der Name Walburgisnacht leitet sich von der hl. Walburga ab, die im Jahre 870 am 1. Mai heiliggesprochen wurde. Der Brauch ist heidnischen Ursprungs und hat dann einen christlichen Anstrich bekommen. Die Rituale der Walburgisnacht dienten der Fruchtbarkeit und der Begrüßung des Sommers, der einst am 1. Mai begann. So wurden zur Winteraustreibung dem Germanengott Wotan Opfer gebracht. In der Walburgisnacht fürchteten sich die Menschen im Mittelalter vor entfesselten Hexen, die auf ihren Reisigbesen über das Land reiten und sich dann auf dem Blocksberg im Harzgebierge beim Tanz in den Mai mit dem Satan vermählen. Die Menschen versteckten am Tag vor der Walpurgisnacht die Besen, aus Angst, dass die Hexen bei ihrem Flug durch die Nacht, Schaden auf den Äckern anrichten könnten. Ihrer Furcht vor Hexen begegneten sie mit Böllerschüssen, Masken, lautem Gebrüll und Feuerfackeln. Die Furcht vor Hexen lebte noch lange weiter. Heutzutage ist die Furcht vor Hexen verflogen. Der Mythos und die Rituale der Walpurgisnacht sind jedoch lebendig gebleiben und werden in vielen europäischen Regionen Jahr für Jahr mit Hexenfesten, mit Goaßlschnöllen und Tanz in den Mai weitergetragen. (mds)
Goldrain/Tiss - Der 25. Mai ist der Gedenktag des Heiligen Urban. Papst Urban I. ist der Schutzherr der Winzer und der Weinberge. In Goldrain wird der „Weinheilige“ schon seit vielen Jahren besonders verehrt. Urbani mit seiner traditionellen Urbaniprozession ist ein Höhepunkt im Kirchenjahr.
Ernst Steinkeller, Jahrgang 1942 aus Tiss, erzählt: „Goldrain hatte in den 50er Jahren noch etwa 30 ha Weinbau. Der Schutzpatron, der hl. Urban, hatte deshalb eine besondere Bedeutung. Bis in die 60er Jahre wurde Urbani immer am 25. Mai gefeiert. Heute wird das Fest auf den nächst darauffolgenden Sonntag verschoben. Der Feiertag beginnt früh morgens mit dem „Marialäuten“, begleitet von mehreren Böllerschüssen. Nach dem Hauptgottesdienst in der St. Luzius Kirche in Tiss folgte früher das Stundengebet. Jeder Dorfteil hatte eine Stunde zur Verfügung. Am Nachmittag fand die Prozession statt, bei der die Statue des Heiligen Urban durch das ganze Dorf getragen wurde. Ursprünglich trugen die Bauern des Dorfes die Statue des hl. Urban, heute wird sie von den Schützen getragen. Die Prozession macht an vier Stationen halt. An den Stationen werden die vier Evangelien gebetet, das heilige Evangelium nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Bei der Tisserbrücke erteilt der Pfarrer abschließend den Wettersegen.“
„Die Urbaniprozession in Goldrain war immer eine „große Prozession“, sagt Ernst Steinkeller. „Im Grunde war es ein schöner Spaziergang, begleitet von Musik und Gesang. Nach der Prozession versammelte sich die Dorfgemeinschaft und feierte gemeinsam das Fest. Diese Tradition hat man bis heute beibehalten. Leider konnte die Prozession in den letzten zwei Jahre aufgrund von Corona nicht mehr abgehalten werden. Es wäre schön, wenn Urbani heuer im vollen Umfang wieder stattfinden und die Goldrainer ihr Urbanifest wieder einmal gemeinsam feiern könnten“. (pt)
Reschenpass/ Nauders - Die Doppelsesselbahn führt vom Ortszentrum in Nauders direkt in ein Wander- und Mountainbike-Paradies. Sie bringt Radsportler und Genusswanderer bequem zum Mutzkopf, einem Ausgangspunkt vieler schöner Touren und zu den zwei Freeride Lines. Hier, zwischen Reschenpass und der Schweizer Grenze, liegen der Große und der Kleine Mutzkopf und in der Mitte zwei wunderschöne Bergseen: der Schwarze und der Grüne See. Die Besonderheit des Schwarz-Seees ist das Vorkommen der weißen Seerosen am höchstgelegenen Standort der Alpen, die alljährlich im Juli ihre Blüten öffnen. Nach der Seeumrundung geht es u.a. weiter zum Grünen See, zum Dreiländerstein und zur Reschner Alm. Zwei fahrtechnisch anspruchsvolle Freeride Lines mit wurzeligen Passagen und häufigen Schlüsselstellen führen zur Talstation zurück. Eher nichts für Freeride-Einsteiger, aber wer es gerne ein wenig knackig mag, wird sich hier wohlfühlen. Die Sesselbahn zum Genussberg Mutzkopf ist bis 23. Oktober täglich geöffnet. (aw)
Schlanders - Das Gipfelkreuz, das man auf den Hauptgipfel des Zerminiger aufgestellt hat, war 2021 der Höhepunkt im Vereinsjahr der AVS Sektion Schlanders. Vor dem Hintergrund des 150-Jahr-Jubiläums des Alpenvereins Südtirol, war die Idee des Gipfelkreuzes 2018 entstanden. Für die Realisierung klopfte man bei der Direktorin der Landesberufsschule Schlanders Virginia Tanzer an und holte sich die Schüler der 4. Klasse Fachschule Metalltechnik ins Boot. Fachlehrer Siegfried Tappeiner unterstützte die Schüler bei der Planung, die beiden Fachlehrer Michael Tröger und Christian Bachmann später bei der Realisierung. 150 Teile sollte das Projekt in Anlehnung an das Jubiläum haben. Als Siegerprojekt ging jenes von Daniel Pinggera aus Prad hervor, coronabedingt konnte es aber erst später vom Ultner Tobias Pöder fertiggestellt werden. Am 15. August 2021 wurde das neue Gipfelkreuz dann von rund 50 Teilnehmern hinaufgetragen und montiert. Der Dank von AVS-Sektionsleiter Christian Gamper bei der Vollversammlung am 29. April im Schupferwirt in Schlanders ging vor allem an Projektleiter Florian Gassebener.
Auch 2021 stand das Vereinsjahr im Zeichen der Pandemie. Das Herz-Jesu-Feuer, ein Almpflegetag, eine Familienwanderung, eine Gletscher- und Hüttentour wurden trotzdem organisiert und 172 Stunden in die Instandhaltung der Wege investiert. 1.050 Mitglieder zählte die Sektion Schlanders im Alpenverein zum Stichtag 2021. Ausbildungswart Simone Götsch wies auf die neuen Ausbildungsmöglichkeiten und deren Wichtigkeit hin. Die verschiedenen Ausbildungswege wie etwa Jugendführer, Familiengruppenleister, Wanderführer, Tourenleiter und weitere sind für Interessierte kostenlos und werden vom AVS getragen.
Geehrt wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft: Annemarie Fleischmann, Stefan Gamper, Ferdinand Garber, Walter Gurschler, Sabine Jäger, Frieda Kaserer, Sabine Nadia Kerschbaumer, Lorenz Kurz, Werner Mairösl, Sabine Palfrader, Peter Paul Pircher, Peter Prantner, Johann Rechenmacher, Josef Reifer, Maria Rinner, Christian Spechtenhauser, Lukas Tappeienr, Karl Josef Traut. Für 40 Jahre Mitgliedschaft: Elmar Dietl, Markus Ragazzoni, Norbert Fliri und Raimund Rechenmacher. Für 50 Jahre: Martina Monika Schuster und für Achtung! 70 Jahre Mitgliedschaft: Gertraud Wielander. (ap)
Tanas - Ein großes Feuerwehrfest gab es am Samstag, den 7. Mai im kleinen Bergdorf Tanas am Vinschger Sonnenberg. Bei der Florianifeier wurde an drei Jubiläen erinnert und ein Fotobuch vorgestellt.
von Heinrich Zoderer
Neben der 75-Jahrfeier nach der Neugründung der Feuerwehr Tanas am 07. Mai 1947 und der 50-Jahrfeier der Feuerwehrfahne, konnten der Feuerwehrkommandant Roman Trenkwalder, seine 35 aktiven Feuerwehrmänner und die vier Patinnen Waltraud Pedross, Erika Telser, Helene Wellenzohn und Lydia Telser auch ein weiteres Ereignis feiern, das erst bei den Vorbereitungen der 75-Jahrfeier entdeckt wurde. Ludwig Fabi, der ein Fotobuch über die Geschichte der Feuerwehr Tanas zusammenstellte, fand bei seinen Recherchen einen Zeitungsartikel aus dem Jahre 1912 über den 10. Bezirksfeuerwehrtag in Kortsch, in welchem auch von einer Inspektion der Löscheinrichtung in „Tannas“ die Rede ist. Damit ist dokumentiert, dass es im Bergdorf Tanas mindestens seit 110 Jahren eine Feuerwehr gibt, welche die Menschen vor Bränden und Naturkatastrophen schützt. Bei der Vorstellung des Fotobuches, das von der Gemeinde und der Raiffeisenkasse Laas, sowie der Fraktion Tanas finanziert wurde, erhielt die Festgemeinde einen Überblick über die verschiedenen Einsätze und die Ausrüstung der Feuerwehr, aber auch über Feuerwehrübungen, Erfolge bei Wettkämpfen und den geselligen Abenden beim Kegeln, Calcetto- und Tischtennisspiel. Das große Kreuz oberhalb der Grundschule erinnert an einen Brand im Jahre 1743, dem zwei Höfe und das Pfarrhaus zum Opfer fielen. Erst 1952 erhielt Tanas eine kleine Feuerwehrhalle, die 1972 umgebaut wurde. 1987 konnte ein neues Gerätehaus und auch ein neues Fahrzeug eingeweiht werden. 2020 wurde die Feuerwehrhalle umgebaut und den neuen Erfordernissen angepasst. Neben der Brandbekämpfung, wurden die Wehrmänner auch immer wieder bei Unwettern, Murenabgängen, aber auch bei Traktorunfällen gerufen. Im Fotobuch sind auch Erinnerungsfotos von Gemeinschaftsübungen, Nachtübungen, Atemschutzübungen, Erste Hilfe Kursen, Schulübungen und Abseilaktionen zu sehen. Es gab Einsätze im Sommer und Winter, Einsätze bei Bergungen von Menschen, Tieren und Maschinen. Recht erfolgreich war die FF Tanas auch bei Wettkämpfen im In- und Ausland. So errangen sie Olympia Gold bei internationalen Feuerwehrwettbewerben in Tschechien (2009) und in Villach in Österreich (2017). Die bisherigen Kommandanten waren nach der Neugründung: Johann Telser (Untergoss) von 1947 bis 1983, Johann Telser (Sägeheim) von 1983 bis 2005, Michael Telser (2005 bis 2010), Ernst Niederfriniger (2010 – 2015) und Roman Trenkwalder (seit 2015).
Kolping im Vinschgau - Die Projekte von Kolping International werden immer in Zusammenarbeit mit den Kolpingsfamilien vor Ort erarbeitet. So kann direkt auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen werden. Die gegebene Hilfe versteht sich als Investition in ihre Eigenverantwortung, sie soll den Menschen stark und unabhängig machen. Dabei spielt Bildung eine zentrale Rolle. Zudem macht die Gemeinschaft stark, und gemeinsames Handeln schafft Veränderung.
Ein ökologisch nachhaltiges Projekt ist ein weiterer wichtiger Aspekt der weltweiten Kolpingarbeit. Großartige Impulse dazu gehen/gingen vom Kolpingbruder Anton Z. aus. Mit nun 95 Jahren gehört er zu den langjährigen Kolpingern, doch seine Visionen sind überaus modern: Anton engagiert sich für die Nutzung erneuerbarer Energien. Zehn große Solarprojekte in Afrika, Lateinamerika und Osteuropa hat er bereits über Kolping International finanziert und initiiert: mehrere Kolpinghäuser, Bildungseinrichtungen, zwei Krankenhäuser, sowie ein Robotik-Ausbildungszentrum gewinnen ihren Strom nun durch Sonnenenergie! Zudem erhielten 420 Familien in abgelegenen Regionen Afrikas Solarspiegel für ihre Hütten.
Der Nutzen dieses Engagements ist immens. Der CO2-Ausstoß wird verringert, die Kolpingeinrichtungen sparen Kosten und die Umwelt wird geschützt. Nachahmenswert, was das langjährige Kolpingmitglied Anton Z. erreicht und umgesetzt hat!!
Otto von Dellemann
Am 19. Mai ist Welttag des Bluthochdrucks (Welt-Hypertonie-Tag). Diesen Tag zum Anlass nehmend gibt es eine Kampagne zur Sensibilisierung gegen den Bluthochdruck: Plawennplatz, Schlanders, 9 bis 12 Uhr. Veranstalter ist das Weiße Kreuz Schlanders in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Schlanders und der ital. Gesellschaft gegen Hypertonie SIIA. Alle sind eingeladen zum Blutdruckmessen und zur Aufklärung über die Risiken eines hohen Blutdruckes.
Frau Rosina ist als Mundartdichterin, als Autorin von Einaktern und als Theaterspielerin weit über Taufers i. M. hinaus bekannt. Heute lebt sie zurückgezogen, verfolgt aber das Leben nach wie vor mit wachem Geist. Sie ist seit jeher kulturinteressiert und weiß viel zu erzählen.
von Magdalena Dietl Sapelza
Untern Kini geborn, untern Mussolini aufgwochsn unt untern Hitler Schual gongen.“ Mit diesen Worten bringt Rosina die Erinnerung aus ihrer Kindheit auf den Punkt. „Unt i bin olm gearn Schual gongen“, ergänzt sie, „sell isch für miar di scheanscht Zeit gwesn.“ Sie war die jüngste von vier Kindern einer Zimmermanns- und Bauernfamilie. Eine leise Erinnerung hat sie noch an eine versteckte Deutschstunde. „Norr isch’s Viva il Duce leiser gwortn unt ’s Heil Hitler lauter“, betont sie. In der Kriegszeit sei das Essen rationiert gewesen, man habe aber nie Hunger gelitten, erklärt sie. „I hon obr a nimmr gwisst, wia a Tschugglat schmeckt.“ Noch gut erinnert sie sich an den „Weißen Sonntag“ 1945 und an den Riesenknall beim Abwurf einer Bombe am unteren Berg und kurz darauf einer weiteren auf Schweizer Seite. Bei Kriegsende erschrak sie über die amerikanischen Panzer, die die Fensterscheiben erzittern ließen. „Oa Soldot isch sou schworz gwesn wia dr Tuifl“, beschreibt sie. Die Amerikaner, die im Hotel Lamm einquartiert waren, seien aber recht nett gewesen und irgendwann im Herbst verschwunden. Rosina hätte gerne eine höhere Schule besucht, doch sie wurde daheim gebraucht. Bei den Klosterfrauen lernte sie das Nähen, bei der Mutter das Kochen. Eine Saison lang verkaufte sie Postkarten in einem Kiosk auf dem Umbrailpass und sie führte den Haushalt ihrer Tante in Taufers. Sie liebte das Theaterspielen. Beim Wildererstück „Der Geist vom Waldbach Schrofen“ verliebte sie sich in den Regisseur Bruno Spiess. Er war 13 Jahre älter als sie. Da die Verbindung nicht gerne gesehen wurde, trafen sie sich heimlich. „Wo di Liab treibt, isch koa Weg z’weit“, lacht sie. „Obr drhoam hobm si toun wia aus.“ Nachdem sie schwanger geworden war, heiratete das Paar und teilte sich die Wohnung mit der Großfamilie in seinem Elternhaus. „Di Leit hobm di Hänt zommgschlogn, unt hobm gsogg, deis konn nit guat geahn“ erinnert sie sich. „Ober miar hobm norr olm guat gschoffn.“ Für ihren Schwiegervater formulierte sie oftmals Briefe, was als Übung für ihre spätere schriftstellerischen Tätigkeiten zugute kam. Ihr Mann verdiente den Lebensunterhalt als gelegentlicher Waldarbeiter und Schmuggler, denn es gab keine anderen Arbeitsmöglichkeiten. Rosina versorgte den Haushalt und kümmerte sich um ihre Kinder. „Mit 30 Johr hon i schun sechs Kindr kopp“, sagt sie. Die Windeln wusch sie im Bach der 500 Meter entfernten Schmiede. Das Wasser holte sie aus dem „Plurwaal“. Denn erst viel später konnte der Wasseranschluss bezahlt werden. Die wirtschaftliche Situation verbesserte sich, nachdem Bruno eine Anstellung beim Straßendienst erhalten hatte. Die Familie lebte daraufhin mehrere Jahre lang im roten ANAS-Haus am Dorfeingang, im so genannten „Loch“ und kehrte erst 1970 wieder in Brunos Elternhaus zurück. Dort kümmerte sich Rosina dann um die Schwiegereltern. „In Loch hots inz guat gfolln, wenn a dr Weg in Dorf inni a weit gwesn isch“, erklärt sie. Rosina pflegte die Geselligkeit, spielte Theater, als die Kinder größer waren, und begleitet ihren Mann, wenn er mit seiner Ziehharmonika auszog, um in Gasthäusern aufzuspielen. „Ohne miar isch er schun a oft af Gaude gwesn“, schmunzelt sie. Immer wieder griff Rosina zur Feder. Sie begann Alltagsgeschichten aufzuzeichnen und auch die Kriegserzählungen ihres Mannes. Sie schrieb Gedichte im Dialekt, veröffentlichte diese in Lokalzeitungen und schloss sich den Vinschger Mundartdichter:innen um Wilhelmine Habicher an. Geschickt verfasste sie Geschichten vom „Banklhuckn“ und lustige Einakter. Diese führte sie dann zusammen mit dem Tauferer Theaterspieler Adelbert Spiess jahrelang mit Erfolg auf vielen Bühnen Südtirols auf. Über 20 Jahre lang führte Rosina Gäste durch das Pfarrmuseum in der St. Michaelskirche. „Di Reformiertn sein gonz schorf af inzere Heilige“, lacht sie. Und sie leitete das Beten für Verstorbene. Auch sie selbst hatte den Tod ihrer Lieben zu beklagen. 2006 starb ihr Mann, 2012 verlor sie ihren Sohn Hansjörg und 2017 ihre Tochter Christine nach schwerer Krankheit. „Wenn Kindr vor oam sterbm, kimmp olz aui, wos ma moant folsch gmocht z’hobm“, betont sie.
Noch heute schreibt Rosina Beiträge für das Gemeindeblattl und vereinzelt auch Gedichte und Episoden aus dem Alltagsleben von einst und jetzt.
Seit Kurzem lebt sie zurückgezogen. Ihre Beine lassen sie im Stich. Dankbar ist sie für die Hilfe ihrer Familienangehörigen, die sich rührend um sie kümmern. Und dankbar ist sie auch für jeden Besuch. Denn sie „hoangortet“ gerne. Sie kann aus Erinnerungen schöpfen, die weit über denen aus ihrer Kindheit unter Mussolini und Hitler hinausgehen.
Kulturhaus Karl Schönherr - Schlanders - Wieder kommt das große Orchester des Bozner Konservatoriums Claudio Monteverdi mit einem der weltweit populärsten Werke der klassischen Musik nach Schlanders. „Beethovens Neunte“, uraufgeführt 1824, ist die letzte vollendete Sinfonie des großartigen Komponisten. Sie ist ein Klangerlebnis, das alle Möglichkeiten eines Orchesters ausnützt. „Im Ausdruck findet Beethoven aus der vollen Raserei immer wieder zurück zum stillen Pathos der Anbetung und Gottesverehrung“.
Im Finalsatz werden zusätzlich zum Orchester Gesangssolisten (Sopran, Mezzosopran, Tenor und Bariton) und ein gemischter Chor (60 Sängerinnen und Sänger der Oberschulen Pascoli und Vogelweide) eingesetzt. Als Text wählte Beethoven das Gedicht „An die Freude“ von Friedrich Schiller. 1972 wurde das Hauptthema dieses Satzes vom Europarat zu seiner Hymne erklärt mit der Begründung “sie versinnbildliche die Werte, die alle teilen, sowie die Einheit in der Vielfalt“.
Aufführungen dieser Chorsinfonie sind festliche Erlebnisse!
Karten sind im Büro des Kulturhauses und an der Abendkasse ab 18.00 Uhr erhältlich. Vormerkungen: Telefon 0473 737777 oder kulturhaus@schlanders.it
Unterstützt vom Amt für deutsche Kultur, der Marktgemeinde Schlanders und der Raiffeisenkasse Schlanders.