Partschins/Rabland - Erstaunliches und Wundersames erfragen die Partschinser bei den Vorstellungen von Diplomarbeiten von Studenten aus dem Gemeindegebiet. Seit Jahren bietet der Bildungsausschuss Partschins jungen Akademikern die Möglichkeit, der Bevölkerung ihre Uni-Abschlussarbeiten vorstellen zu können. Die Bevölkerung will wissen, womit sich die Studenten beschäftigen.
Am 14. März stellte Johannes Hasler seine Masterarbeit in der Bibliothek von Rabland vor. Der junge Umweltingenieur ist seit 2021 in Kematen bei einem renommierten Ingenieursbüro in Lohn und Arbeit. „Mir taugen Baustellen und Konzeptentwicklungen“, sagt Hasler nach seinem Vortrag. Auch in der gewaltigen Stauseebaustelle im Kühtai ist Hasler involviert.
Die Präsidentin des Bildungsausschusses Partschins Wally Nardelli hieß den jungen Ingenieur willkommen und der legte los: Nach der Gewerbeoberschule in Meran mit Fachrichtung Bauwesen begann sein Studium an der Uni Innsbruck in Richtung Bauwesen, Geotechnik und Wasserbau. Ein Praktikum bei der TIWAG ermöglichte es ihm, sich in seiner Masterarbeit mit der „3D numerischen Modellierung einer Luftschleieranlage zur nachhaltigen Sedimentbewirtchaftung in einem Speichersee“ zu beschäftigen. Was kompliziert klingt, ist es auch. In einem TIWAG-Stausee im Längental ist bereits eine einzigartige Luftschleieranlage eingebaut. Durch Einpumpen von Luft wird Schlamm in Schwebe gehalten und über die Druckleitung auf die Turbinen geleitet. Das kommt billiger, als den Stausee ausbaggern zu müssen, auch wenn damit des Öfteren die Turbinen ausgewechselt werden müssen. Haslers Vortrag erfuhr viel Beachtung und wurde bei einem anschließenden Buffet mit einem Glas Wein intensiv weiter diskutiert. (eb)
Schlanders BSV - Das herausragende Bauprojekt des BSV-Headquarters aus Schlanders wurde kürzlich auf dem renommierten TURN ON Architekturfestival in Wien einem internationalen Fachpublikum präsentiert. Das BSV-Headquarter wurde vom Architekturbüro Marx-Ladurner entworfen und mit Green Code Produkten der PROGRESS AG realisiert. Dass das BSV-Headquarter in diesem Rahmen vorgestellt wurde, ist ein bedeutender Erfolg für die Südtiroler Baukultur. Es zeigt, dass die Verbindung aus modernem Design, nachhaltiger Bauweise und innovativen Fertigungstechniken auf internationalem Niveau Anerkennung findet.
Das TURN ON Festival, das jährlich im ORF RadioKulturhaus in Wien stattfindet, ist seit Jahren eine zentrale Plattform für Architekt:innen, Bauwirtschaft und Stadtplaner:innen. Es bietet Raum für den fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Architektur und stellt innovative Bauprojekte aus verschiedenen Ländern vor. Das Festival 2025 stand unter dem Generalthema „Die Chance in der Krise“ und beleuchtete Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen im Bauwesen – von ökologischen und ökonomischen Aspekten bis hin zu gestalterischen Innovationen.
Das BSV-Headquarter vereint funktionale Anforderungen mit einer markanten architektonischen Formensprache und setzt somit einen prägenden Akzent am Dorfeingang von Schlanders. Die besondere Geometrie des Baukörpers wird durch das spitz zulaufende Grundstück bestimmt, dessen Form architektonisch konsequent in das Konzept integriert wurde. Besonders auffällig ist die trichterförmige Einbuchtung im östlichen Bereich, die nicht nur den Eingangsbereich betont, sondern auch die architektonische Identität des Gebäudes prägt.
Die Fassade des 120 Meter langen Baukörpers ist dynamisch gestaltet und folgt einem vertikalen Rhythmus. Während der Lagerbereich durch eine geschlossene Bauweise geprägt ist, öffnet sich der Ausstellungsbereich durch eine filigrane Säulenstruktur, die Transparenz und Leichtigkeit vermittelt. Ein weiteres markantes Element bildet das weit auskragende Vordach, das gemeinsam mit einem imposanten, zwölf Meter hohen Glasfächer den Eingangsbereich dominiert und die enge Verbindung von BSV mit dem Werkstoff Glas eindrucksvoll unterstreicht.
Laas - In den wöchentlichen Maleinheiten im Seniorenheim St. Sisinius in Laas entstehen unter Anleitung von Martina Thanei besondere Malgeschichten. Es ist ihr ein Anliegen, daß die Bilder in einem kreativen Prozess entstehen und den BewohnerInnen im Altersheim somit der spontane Selbstausdruck ermöglicht wird. Ein Bewohner bringt oft konkrete Ideen mit und nutzt Fotos als Vorlage, zum Beispiel das Foto eines Traktors. Daraus entstand eine Malgeschichte. Zuerst wurden die Umrisse des Traktors skizziert, dann der Anhänger hinzugefügt, der in seiner Form an einen Güllewagen erinnert. Nach der Maleinheit nimmt der Bewohner das unfertige Bild mit in sein Zimmer, um es dort zu vollenden. In der Zwischenzeit ereignete sich der Waldbrand am Vinschger Sonnenberg. Bei der darauffolgenden Maleinheit bringt der Bewohner das Bild mit, an dem er weitergearbeitet hat: Hinter dem Traktor lodern nun Flammen. Der zuvor als Güllewagen angedeutete Anhänger ist nun ein Wassertank, aus dem Wasser strömt, um das Feuer zu löschen. Dieses Beispiel zeigt auf, daß beim Malen immer auch persönliche Wahrnehmungen und inneres Erleben mit aktuellen Ereignissen einfließen, selbst wenn mit einer ganz anderen Idee oder gar einer Vorlage begonnen wurde. Schöpferischer Ausdruck ist lebendig und dynamisch. (lu)
Prad am Stilfserjoch - Der Einladung zum Frühjahrskonzert der Musikkapelle Prad am Samstag 22. März 2025 waren unzählige Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber aus nah und fern gefolgt. Obmann Lukas Obwegeser freute sich über den großen Zuspruch und hieß alle herzlich willkommen. Kapellmeister Oliver Stilin hatte eine anspruchsvolle Programmauswahl getroffen und mit seinen Musikerinnen und Musikern in vielen Probestunden ein ansprechendes und anspruchsvolles Repertoire einstudiert. Die Sprecherin Barbara Thoma führte in lebendiger Weise in die jeweiligen Werke ein. Die Gäste im Saal bekamen einen guten Einblick in die Botschaften, die die jeweilgen Komponisten zu vermitteln versuchten. Zur Aufführung kamen im ersten Teil der „Persische Marsch“ von Johann Strauß, „Armenian Rhapsody“ von Johnnie Vinson, „Greek Serenade“ von Pavel Stanek, „Scandinavia“ von Alfred Bösendorfer. Nach der Pause war ging es weiter mit „Kinizsi“ von Julius Fucik, „Dublin Pictures“, von Marc Jeanbourquin, „Dakota“ von Jacob de Haan und „Os Passaros do Brasil“ von Kees VIak. Abschließend gab es noch eine Zugabe. Die Gäste im Saal waren von der Leitung der Kapelle angetan und dankten den Musikerinnen und Musikern mit kräftigem Applaus. Diese und auch das Publikum applaudierten dann dem Bürgermeister Rafael Alber, nachdem er der Musikkapelle im Namen der Gemeinde Prad am Stilfserjoch eine neue Tuba überreicht hatte. (mds)
Kastelbell/Ausstellung - Das Ziel des Faschismus war die Italianisierung Südtirols. Neben deutschen Ortsnamen und Familiennamen wurden auch die deutsche Verwaltung, Kultur und Schule verboten bzw. italianisiert. Ettore Tolomei, Senator und Faschist aus dem Trentino, erarbeitete dazu einen Maßnahmenkatalog mit 32 Punkten. Durch das Dekret des Ministers Giovanni Gentile (Lex Gentile) vom 1. Oktober 1923 wurde der deutschsprachige Unterricht in Südtirol verboten. Italienischsprachige Lehrpersonen, die kein Deutsch verstanden, kamen nach Südtirol und unterrichteten Kinder, die kein Italienisch verstanden. Als Reaktion darauf wurden Geheimschulen, die sogenannten Katakombenschulen, im ganzen Lande aufgebaut, damit die Kinder in ihrer Muttersprache unterrichtet und ihnen die deutsche Kultur vermittelt wurde. Um an diese schwierige Zeit und an die Personen, die sich für die deutsche Schule einsetzten, zu erinnern, hat der Schützenbund unter der Federführung des Kulturreferenten Martin Robatscher eine Wanderausstellung unter dem Titel „Katakombenschule – Erinnerung und Vermächtnis“ zusammengestellt. Die Ausstellung wurde am 29. März im Widum Marein-Kastelbell von der Schützenkompanie Kastelbell eröffnet. Martin Robatscher führte dabei durch die Ausstellung. Neben Informationen über den neuen Schulalltag, die Proteste der Südtiroler Parlamentarier und eine Frauendemonstration, wird vor allem über das Entstehen und Funktionieren der Katakombenschulen informiert. Vier Personen werden dabei besonders hervorgehoben: Kanonikus Michael Gamper und der Rechtsanwalt Josef Noldin, genauso wie die beiden Lehrerinnen Maria Nikolussi und Angela Nikoletti. Ausgestellt werden auch Schulhefte, Bücher und eine Liste der rund 200 Katakombenlehrer:innen. Gezeigt wird ein Film mit Interviews und Ausschnitten aus dem Film „Verkaufte Heimat“. Nachgebaut wurde auch eine „Katakombenklasse“. Begleitend zur Ausstellung gab es eine Filmvorführung und eine Buchvorstellung. Am 7. April hält die Historikerin Martha Stocker im Ratssaal Kastelbell einen Vortrag über die Katakombenschulen. (hzg)
s’Lorgagassl Stilfs - Das Stilfser Theaterteam „S’ Lorggagassl“ sorgt derzeit im Haus der Dorfgemeinschaft von Stilfs mit der Komödie „Zuckerguss und Kräuterkekse“ für beste Unterhaltung. Regisseur Pankratius Eller ist es hervorragend gelungen, die 12 Schauspielerinnen und Schauspieler zu Höchstleitungen heranzuführen. Alle überzeugen mit Spielfreude und bereiten dem Publikum unterhaltsame Stunden.. Zum Inhalt sei folgendes verraten: Die Konditorei, geführt vom Geschwisterpaar Sabine und Erwin, ist beliebter Treffpunkt für schrullige Damen. Als der Bäcker Nick eingestellt wird, gibt es Unstimmigkeiten. Doch dessen berauschende Kräuterkekse mausern sich als Verkaufsschlager. Gestört wird der Betrieb von Nicks sonderbaren Kollegen und der peniblen Beamtin Leopoldine. Das engagierte Team auf der Bühne wird nicht nur mit kräftigem Applaus belohnt und auch mit etwas Süßem, das zur Bühnendekoration gehört. (mds)
Nächsten Aufführungstermine
Samstag, 05 April 2025 um 20.00 Uhr
Sonntag, 06. April 2025 um 15.00 Uhr;
Reservierung 344 456 90 66
Einer von 112 Ehrenamtlichen im Bildungsausschuss
Roland Angerer
Bildungsausschuss Stilfs
Roland ist seit 30 Jahren ehrenamtlich im Bildungsausschuss Stilfs als Ideengeber, Programmgestalter und letztlich auch als Vorsitzender tätig.
Bildungsarbeit
Wenn du Bildungsausschuss hörst, was fällt dir spontan ein?
Ist eine Plattform, mit der sich viele Möglichkeiten bieten, im Dorf Akzente zu setzen
Was hat dich motiviert ehrenamtlich im Bildungsausschuss tätig zu sein?
Ich bin eigentlich hineingeschlittert als Pflichtvertreter der Schule, aber wie ich gestrickt bin, bin ich bis heute treu geblieben. Entstanden ist bald Neugier auf die Möglichkeiten vor Ort etwas zu bewegen
Wie oft wurdest du gefragt: Was ist oder tut eigentlich ein Bildungsausschuss?
Eigentlich bin ich froh, wenn ich darauf angesprochen werde, was der Bildungsausschuss ist
Welche Bildungsangebote kamen gut an?
Durch einen Computerankauf haben wir bereits in den Neunzigjahren Computer-Kurse für die Schule und Bevölkerung abgehalten. Gut angekommen sind Kräuterkurse, verschiedene Ausstellungen (Foto/Kunst) und geschätzt wurde die Organisation und Wiederbelebung des „Stilzer Pfluagziachn“ mit vielen Gleichgesinnten
Gesellschaft
Was ist wichtiger im Leben: der Weg oder das Ziel?
Beides, weil man muss ein Ziel haben, um sich auf den Weg zu machen. Wege bieten Gelegenheiten
Ist das Ehrenamt in Südtirol noch zu retten?
Ja, ich sehe viele Ehrenamtlich Tätige auf verschiedensten Ebenen der Gesellschaft. Wie vielfach, geht beim Ehrenamt nicht alles linear, sondern wellenförmig. Das auf und ist natürlich, ich sehe das positiv Macht dir die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz und Digitalisierung Angst?
Künstliche Intelligenz ist eine Realität und nicht mehr wegzudenken. Sie macht mir keine Angst, wir müssen uns nur der Herausforderung des richtigen Umgangs stellen
Welche Apps sind auf deinem Handy am Startbildschirm zu finden?
Kamera – Kontakte – Homebanking – Facebook – Mail - WhatsApp
PRIVATES
Lieblingsfilm?
Dokumentationen – Historisches
Lieblingsbuch?
Mystiker z.B. vom Autor David Steindl-Rast
Auswandern – wohin?
Stellt sich jetzt nicht mehr
Was regt dich auf?
Ich versuche mich weniger aufzuregen und Gelassenheit zu trainieren. Bei Undankbarkeit und Gleichgültigkeit fällt mir das aber sehr schwer
Letztes Mal herzhaft gelacht?
Programm des Kabarettisten Olaf Schubert
Letztes Mal den Sternhimmel beobachtet?
Vor einer Woche
Schönste Erinnerung aus der Kindheit?
Nachts mit dem Vater Kartoffel-Acker beregnet und draußen im Freien schlafen
Titel deiner Autobiografie?
Besessen
Ein Fragebogen für das Ehrenamt
Die ehrenamtlichen BildungsarbeiterInnen leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Anläßlich des 25-jährigen Bestehen des Bezirksservice für die Bildungsausschüsse im Vinschgau werden in den nächsten Ausgaben die Vorsitzenden der Bildungsausschüsse über ihre Erfahrungen und Perspektiven in der Bildungsarbeit, über aktuelle gesellschaftliche Themen und Privates befragt.
Ludwig Fabi
Bezirksservice Vinschgau
03.05.2025
Konzertbeginn 20.00 Uhr
Einlass 19.00 Uhr
Schulturnhalle Taufers i. M.
Bildungsausschuss Glurns/Taufers i. M.
Wie kann ich konstruktiv damit umgehen?
mit Dr. Edmund Senoner
Freitag, 11. April 2025
20:00 Uhr,
Bibliothek Laas
Veranstalter: Bibliothek Laas, BA
Bildungsausschuss Laas-Eyrs-Tschengls-Tanas-Allitz
Südtirol im Jahr 1938 und die Ereignisse in Kortsch am Ostersonntag 1938
Vortrag: Leopold Steurer und Martha Verdorfer
Freitag, 04.04 2025
19.30 Uhr
Haus der Dorfgemeinschaft Kortsch
Bildungsausschuss Kortsch