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„Gleichstellung darf kein Ideal bleiben – sie muss Realität werden!“

Im Hinblick auf den 8. März, den Internationalen Frauentag, macht die Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer auf aktuelle Daten des Arbeitsinspektoratsaufmerksam, wonach im Jahr 2024 868 Mütter innerhalb des ersten Lebensjahres ihres Kindes gekündigt haben.

„Die meisten Frauen verlassen ihren Job nicht freiwillig, sondern weil sie keine andere Wahl haben“, betont Hofer und fordert, dass Gleichstellung nicht nur ein Ideal bleibt, sondern gelebte Realität wird. Auch in Südtirol verdienen Frauen nach wie vor weniger als Männer, sind häufiger in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, erfahren Gewalt und tragen die Hauptlast der unbezahlten Sorgearbeit.

Kündigungen und strukturelle Hürden

Laut den Daten des Arbeitsinspektorats Südtirol haben 2024 ihren Job innerhalb des ersten Lebensjahres ihres Kindes aufgegeben:

  • 868 Mütter
  • 298 Väter

Während fast 70 % der Väter die Arbeitsstelle aus Karrieregründen wechselten, waren Frauen aufgrund struktureller Hürden gezwungen, ihren Job aufzugeben:

  • 46,9 % fanden keine angemessene Kinderbetreuung.
  • 18,7 % nannten starre Arbeitszeiten und zu hohe Arbeitsbelastung.
  • 20,6 % gaben persönliche oder familiäre Gründe an.

„Es ist alarmierend, dass für viele Mütter das Arbeitslosengeld (NASpI) zur einzigen Überlebensstrategie wird“, so Hofer. Statt Frauen aus dem Arbeitsmarkt zu drängen, müsse man die Kinderbetreuungsangebote ausbauen und Arbeitszeiten an die Lebensrealität von Familien anpassen.

Forderungen der Gleichstellungsrätin

✔️ Mehr ganztägige, finanziell erschwingliche Kinderbetreuungsplätze ✔️ Gerechte Löhne, flexiblere Arbeitszeiten und echte Karrierechancen für Frauen ✔️ Eine gerechte Verteilung der Sorgearbeit

Diskriminierung am Arbeitsplatz

Fehlende Gleichstellung betrifft nicht nur Familien. Viele Frauen erleben weiterhin Diskriminierung am Arbeitsplatz, von sexueller Belästigung über ungleiche Bezahlung bis hin zu mangelnden Aufstiegschancen.
„Besonders Frauen in männerdominierten Branchen berichten häufig von verbalen Angriffen und Benachteiligungen“, warnt Hofer. Der Arbeitsplatz sollte ein sicherer Ort für alle sein, und jede und jeder Einzelne ist in der Verantwortung, eine respektvolle Arbeitskultur zu fördern. Nur wenn wir uns aktiv für Betroffene einsetzen und Diskriminierung nicht hinnehmen, können wir echte Gleichstellung erreichen.
Als Gleichstellungsrätin setzt sich Brigitte Hofer für die Rechte von Frauen und Männern in der Arbeitswelt ein und ermutigt Betroffene von Diskriminierung, Benachteiligung aufgrund von Elternschaft oder Belästigung, Hilfe zu suchen.

„Niemand sollte Diskriminierung oder Belästigung am Arbeitsplatz hinnehmen. Gemeinsam finden wir eine Lösung.“

„Gleichstellung ist keine Frauenfrage – sie betrifft uns alle“, so Hofer.

Der Internationale Frauentag erinnert uns daran, dass wir nicht nur über eine gerechte Gesellschaft sprechen dürfen – wir müssen aktiv daran arbeiten, sie zu verwirklichen. Eine Gesellschaft, die die tägliche Kraft und das Engagement von Frauen wertschätzt, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Mehr Informationen: www.gleichstellungsraetin-bz.org

GR

Koordinierungsstelle für Integration informiert auf neu gestalteter Webseite – Überblick zu Zahlen und Daten, aber auch zu den Kursen im Rahmen von "Zusammenleben in Südtirol"

BOZEN (LPA). Die Koordinierungsstelle für Integration informiert auf einer neu gestalteten Webseite. Innerhalb der Landesverwaltung hat die Koordinierungsstelle für Integration die Aufgabe, Initiativen und Projekte zu fördern, die sich der Inklusion und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund widmen. Angesiedelt ist die Stelle beim Amt für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion.

Im Rahmen der Überarbeitung des Landesportals zu Integration und Diversität wurde vor allem dem breiten Netzwerk jener, die in diesem Bereich tätig sind, mehr Sichtbarkeit gegeben. Zu finden sind auf der Webseite auch Informationen zum Sprachenerwerb oder zu den Kursen im Rahmen von "Zusammenleben in Südtirol". Damit gemeint ist, dass Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Nicht-EU-Ländern Sprach- und Gesellschaftskenntnisse nachweisen müssen, um Landesleistungen wie das Landeskindergeld oder das Landesfamiliengeld beantragen zu können. 

Zu den Themen der Homepage zählen zudem ein Überblick über Förderungen von Projekten, Daten und Fakten zur Integration und Mitgration, Informationen zu bereits erfolgreich umgesetzten Aktionen und Projekten sowie Kontaktdaten der zuständigen Landesstellen. 

Abrufbar ist die Webseite unter Integration und Diversität | Autonome Provinz Bozen Südtirol Informationen zum Thema gibt es auch über den Newsletter, in den sich Interessierte jederzeit online einschreiben können. 

red/ck

Donnerstag, 06 März 2025 09:57

Sofia Asfa und ihre 79 Kolleginnen

Tag der Frau ist überall, auch in Äthiopien. Zum Herzeigen: das Frauenprojekt Dakuna der Südtiroler Ärzte für die Welt.

Wenn wir hinschauen, sehen wir sie. Wir zoomen nach Äthiopien. Die Frauen sind da, Tag für Tag. Sie schicken die Kinder in die Schule. Sie wandern kilometerweit, um Wasser zu holen. Wo gebaut wird, schleppen sie die Baumaterialien. Und wenn sie die Chance bekommen, denken sie unternehmerisch.
„Die Frauen in Afrika machen wirklich Mut, sie sind willensstark, scheinbar unermüdlich, wir erleben, sie wollen die Familien nicht nur über Wasser halten, sondern das Leben von Grund auf verbessern“, sagt Gabriele Janssen Pizzecco, Geschäftsführerin des Vereins Südtiroler Ärzte für die Welt.
Ein Beweis? Das Frauenprojekt Dakuna in der Region Gurage, 200 km südlich von Addis Abeba. Geführt wird das Projekt seit 2022 von den kenianischen Schwestern Josephine und Lydia vom Orden Missionary Community of Saint Paul the Apostle. Die Südtiroler Ärzte für die Welt haben den Bau des Zentrums finanziert. Zusammen mit der Diözese Emdibir wird das Projekt weiterentwickelt. Ökonomisch gesprochen, entstehen hier lauter kleine Start-ups.
Das ist das Ziel: ein sicheres Einkommen schaffen für Frauen. Vor allem junge Mütter werden ermutigt beim Projekt mitzumachen. Sofia Asfa aus dem Dorf Zara, Mutter von 5 Kindern, ist von Anfang an dabei. „Ich bin so dankbar, gemeinsam mit anderen Frauen arbeiten zu dürfen. Das gibt mir Kraft und ermöglicht den Schulbesuch meiner Kinder“
Wer dabei ist, will wachsen. Die Frauen erhalten eine Ausbildung in der Herstellung von Körben, Schlafmatten, Einkaufstaschen und weiteren Produkten für den Alltag in Äthiopien. Ein Startbudget hilft, damit sie ihre Objekte auf den lokalen Märkten verkaufen können. Und es gibt Aussicht auf mehr. Bereits jetzt brüten die Frauen über attraktivem Perlenschmuck.

80 Frauen aus drei Dörfern der Dakuna Zone sind voll bei der Sache. Aber der Erfolg spricht sich herum. 80 weitere Frauen warten auf einen Platz. Sobald die Finanzierung steht, will das Projekt auch für sie die Tore öffnen.
Vorher jedoch muss die Strom- und Wasserversorgung fertiggestellt werden, komplett fehlen ein Abwassertank, der Bau von Toiletten sowie eine Umzäunung, damit die Frauen sicher arbeiten können.
Ihre Spende zählt. Sie ist ein Investment. Wir sehen es jeden Tag, ein kleiner Stups, dann nehmen die Frauen ihr Leben in die Hand.

Das ist Hilfe, die bleibt. Unsere Spendenkonten:
Volksbank: IBAN IT 95 U05856 11601 050570000333
Südtiroler Sparkasse: IBAN IT 35 E06045 11600 000005003779
Raiffeisenkasse: IBAN IT 25 U08081 11610 000306005349

Landeshauptmann Arno Kompatscher drückt seine tiefe Trauer aus und würdigt das Lebenswerk des ehemaligen Bürgermeisters von Schenna und Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt

BOZEN (LPA). Mit Bestürzung und Trauer haben Landeshauptmann Arno Kompatscher und die Mitglieder der Landesregierung die Nachricht vom Tod von Luis Kröll (66) aufgenommen. Der Präsident der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt und ehemalige Bürgermeister von Schenna ist in der Nacht auf Mittwoch an den Folgen eines schweren Unfalls bei einer Skitour auf der Sonklarspitze gestorben.

"Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden in einem Moment wie diesem. Luis Kröll war nicht nur ein engagierter Politiker, sondern auch ein Mensch, der sich stets mit Herz und Hingabe für Land und Leute eingesetzt hat. Sein Verlust ist für uns alle ein großer Schock", sagte Landeshauptmann Kompatscher.

Luis Kröll war am Dienstag, 4. März, bei einer Skitour auf der Sonklarspitze abgestürzt. Er wurde schwer verletzt in die Klinik nach Innsbruck geflogen, wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

"Luis Kröll war ein Mann des Vertrauens, ein wahrer Ansprechpartner für die Menschen im Burggrafenamt und darüber hinaus. Er hat mit seiner Arbeit das Leben vieler verbessert und war immer ein tatkräftiger Unterstützer der Südtiroler Gemeinschaft. Meine Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm nahe standen", sagte Kompatscher und sprach im Namen der Landesregierung der Familie das tief empfundene Beileid aus.

pio

Landesrätin Rosmarie Pamer und Senatorin Julia Unterberger haben sich im Senat getroffen, um einige Aspekte der nationalen Frauen und Familienpolitik zu vertiefen: „Auch wenn das Land Südtirol die primäre Zuständigkeit für die Vergabe von Beiträgen und Förderungen hat, wirken sich die staatlichen Bestimmungen und Rahmenbedingungen auch auf Südtirol aus“, erklären Unterberger und Pamer in einer Aussendung. „Italien tätigt zwar hohe Ausgaben für soziale Zwecke, aber nur ein kleiner Teil davon ist für Familien und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestimmt: 379 Euro pro Kopf, verglichen mit 1450 Euro in Deutschland und 777 Euro im europäischen Durchschnitt, werden für die Familienpolitik ausgegeben.

Dabei bietet Italien hauptsächlich Geldleistungen und Steuererleichterungen an, anstatt Dienstleistungen und Strukturen zur Verfügung zu stellen. Trotz der finanziellen Mittel vom europäischen Wiederaufbaufond sind in Italien die Kleinkindbetreuungseinrichtungen weit unter dem vorgegebenen Ausmaß von 30% der Kleinkinder, zudem fehlen Ganztagsschulen und Sommerbetreuungsangebote. Bei der Elternzeit sind nur 3 Monaten mit einer Lohnfortzahlung von 80% verbunden und das staatliche Familiengeld wurde erst im Jahr 2022 eingeführt. Das Ergebnis ist, dass Italien das europäische Land mit der niedrigsten Frauenerwerbstätigkeit (52,5%) ist und die niedrigste Geburtenrate hat (1,2 Kinder pro Frau).

In Südtirol ist die Situation zwar besser, die Frauenerwerbstätigkeit beträgt 74%, aber auch hier arbeiten die Hälfte der weiblichen Bediensteten in Teilzeit, was sich sehr negativ auf die Rente auswirkt. Die durchschnittliche Rente eines Mannes in Südtirol beträgt 1700 Euro im Monat, die einer Frau hingegen 900 Euro.

Auch in der Familienpolitik des Landes braucht es weiterhin eine Intensivierung der zur Verfügung gestellten Sach- und Dienstleistungen.

Es gibt also auch in Südtirol noch jede Menge zu tun um echte Chancengleichheit herzustellen, ein Ziel an dem wir beide seit jeher arbeiten, schließen die beiden Politikerinnen.

 

8 MARZO, INCONTRO IN SENATO TRA PAMER E UNTERBERGER SULLA POLITICA DELLE DONNE E DELLA FAMIGLIA

L’assessora provinciale Rosmarie Pamer e la senatrice Julia Unterberger hanno avuto un incontro in Senato per approfondire alcuni aspetti delle politiche nazionali per la famiglia. 

“Per quanto la Provincia di Bolzano abbia competenza primaria, le norme nazionali e gli indirizzi politici generali determinano un quadro che impatta anche sul Sudtirolo” spiegano Unterberger e Pamer in un comunicato stampa. 

“L’Italia ha un’alta spesa sociale, ma solo una piccola parte è destinata alle famiglie e alle politiche per conciliare famiglia e lavoro: 379 euro pro capite, contro i 1450 della Germania e i 777 della media europea. L'Italia offre principalmente erogazioni in denaro e bonus fiscali, invece di servizi e strutture. 

Nonostante i fondi del PNRR, i posti negli asili nido per numero di bambini sono molto al di sotto della soglia del 30%. Inoltre è molto limitata l’offerta del tempo pieno nella scuola primaria e mancano quasi del tutto servizi di assistenza estiva. 

Per quanto riguarda il congedo parentale, viene erogata un'indennità pari all'80% dello stipendio solo per 3 mesi e il sussidio statale per le famiglie è stato introdotto soltanto nel 2022. Il risultato è che l'Italia è il paese europeo con uno tra i più bassi tassi di occupazione femminile (52,5%) e di natalità (1,2 figli per donna).

In Sudtirolo la situazione è migliore, con un tasso di occupazione femminile del 74%, ma anche qui la metà delle lavoratrici ha un contratto part-time, con un impatto molto negativo sulla pensione. La pensione media di un uomo in Sudtirolo è di 1700 euro al mese, quella di una donna è di 900 euro.

In Provincia di Bolzano bisogna allora continuare il processo di modernizzazione delle politiche per la famiglia, sempre più in un’ottica di servizi e prestazioni. 

C'è ancora molto da fare sul fronte delle pari opportunità, un tema su cui da sempre siamo entrambe impegnate”, concludono Unterberger e Pamer.

Dienstag, 04 März 2025 16:50

Das Naturnser Thermalwasser

Naturns - Hochkonjunktur hatte die Badekultur auch in Südtirol solange, solange das Kaiserreich Bestand hatte. Zeugnis davon finden sich heute zwischen Buchdeckeln und in der Erinnerungskultur, etwa Bad Kochenmoos in Staben, etwa Bad Egart auf der Töll, etwa Stinkabrunn in Laas. Die Zeit des Heilwassers ist wieder da. Aktuell in Naturns.

von Erwin Bernhart

Was für ein Bild: Oben trohnt die Bergsteigerlegende Reinhold Messner im beschaulichen Schloss Juval - auf einem geschichtsträchtigen und verzauberten Hügel - und genau darunter innerhalb des Berges entspringt eine Quelle, die Magisches verspricht. Eine zufällige wie erstaunliche Kombinati0n.
Die Tunnelbohrung in Staben Ende der 90er Jahre hat eine Quelle freigegeben, die 2016 vom italienischen Gesundheitsministerium als Thermalwasser anerkannt und mit Siegel und Stempel zertifiziert ist. Diese Anerkennung ist aufgrund der rein chemischen Zusammensetzung des Wassers und auf vehementes Betreiben der damaligen Gemeindeverwalter unter BM Andreas Heidegger erfolgt.
Aber was kann dieses Wasser? Was hat es für Wirkungen? Wie kann man das Wasser anwenden? Welche Therapien sind mit dem Wasser aus der Quelle „Kochenmoos II“ möglich?
Die Naturnser sind mutig. Noch bevor solche Fragen durch Studien belegte Antworten gefunden haben, hat sich die Gemeinde 2019 die Wasserkonzession gesichert und man hat sich das Wasser aufgeteilt - zwischen Gemeinde, sprich öffentliches Interesse und 10Hotels in Naturns. Die Zuleitung haben die Hotels finanziert. Die beteiligten Hotels nutzen teilweise seit 2022 das Wasser intern, das für alle zugängliche und soeben umgebaute Erlebnisbad stellt ein eigenes Becken mit Thermalwasser zur Verfügung. Geplant ist im obersten Stockwerk des Schwimmbades ein Thearpiezentrum, ein Rheuma-Zentrum, in welchem Schmerzlinderung durch Thermalwasserbäder erfolgen soll. Die begleitenden Therapeuten in diesem Rheuma-Zentrum sind Franz Christanell und Alexander Angerer. Angerer weiß um die Wirkung des Naturnser Thermalwassers. Denn er hat in den vergangenen Jahren eine von der Universität Pisa begleitete wissenschaftliche Studie mit Rheuma-Patienten durchgeführt.
Der Vinschgerwind trifft den „Wasser-Doktor“ im 5-Sterne-Hotel Preidlhof von Klaus Ladurner in Naturns. Angerer arbeitet nebenbei dort bereits seit 15 Jahren als Mediziner für die Hotelgäste. Seit zwei Jahren ist Angerer so etwas wie die medizinische Speerspitze in Sachen Naturnser Thermalwasser. Die Nachfrage sei im Hotel bereits da, obwohl man die Therapie noch nicht aktiv bewerbe, sagt Angerer.
Mit dem ersten Wort bricht sich Begeisterung Bahn, wenn Angerer über die Wirkung des Naturnser Thermalwassers befragt wird. „Man wollte in Naturns verstehen, wie das Wasser angewendet s7 segnung therme naturns 1werden könnte“, sagt Angerer. Von der Gemeinde Naturns gemeinsam mit dem Tourismusverein habe er den Auftrag bekommen, eine wissenschaftliche Studie zu begleiten und deren Ergebnisse Aufschluss über einen der möglichen Verwendungszwecke in therapeutischer Hinsicht geben sollte. Das Studiendesign, also den genauen Ablauf, die Zeitfestlegungen und die Fragestellungen an die Patient:innen hat Angerer von zwei Ärzten der Universität Pisa erhalten. Derzeit ist Angerer dabei, die Finalisierung der Studie mit der medizinischen Professorin und Thermalexpertin Manuela Scaramuzzino in Pisa abzuklären.
Die Wirkungsweise des Naturnser Thermalwassers sollte bei 40 Rheuma-Patient:innen erforscht werden. Die Rheuma-Liga Südtirols hat die Patient:innen vermittelt. Das Studiendesign: An 12 Tagen am Stück sollten die Patient:innen ein sprudelndes Thermalbad von täglich 20 Minuten bei rund 38 Grad Celsius nehmen, mit nachgelagerter Ruhephase. Eine vorhergehende Anamnese und eine genau bemessene Befragung nach der Therapie sollten Aufschluss darüber geben, welche Wirkungsweise die Wassertherapie auf Schmerzen, auf Beweglichkeit der Gelenke und ähnliches hat.
Angerer, der bisher mit Wasser wenig zu tun hatte, sagt: „Da ist für mich eine neue Tür aufgegangen und es ist Erstaunliches passiert. Die Leute haben sich für die kostenlose Teilnahme an der Studie herzlich bedankt und dann haben sie über ihre erfreulichen Erlebnisse berichtet.“ Beeindruckt habe ihn zum Beispiel, dass eine Patientin gesagt hat, dass sie nach der Therapie zwei Monate lang schmerzfrei gewesen sei. „Man muss wissen: Schmerz, einmal mehr, einmal weniger, ist ständiger Begleiter bei Rheuma-Patient:innen und diese Schmerzen sind nicht nur körperlich fühlbar, sondern die beschäftigen auch permanent den Kopf“, sagt Angerer. Andere Parient:innen aus der Studiengruppe berichten Ähnliches, von mehr Geschmeidigkeit in den sonst oft blockierten Gelenken, von eindeutiger Schmerzreduktion. Zwei Monate nach der Behandlung wurde nochmals nachgefragt. „Natürlich klingen die Anfangserfolge mit der Zeit wieder ab“, sagt Angerer.

Schmerzabbau

Die Vorstellung könnte sein, sagt Angerer, dass, bei einem entsprechenden Jahresritual in Form einer Thermalwasser-Therapie, Rheuma-Patient:innen einen Gutteil an Schmerzen abbauen könnte. Weniger Medikamente und damit einhergehend weniger Nebenwirkungen der Schmerzmittel wären die Folge. Angerer hat im Studiendesign 12 Tage am Stück gewählt und eindeutige Besserungen des Befindens bei den Patient:innen ablesen können. Dass es auch weniger Tage am Stück sein könnten, dafür fehlt noch eine entsprechende Studie. Aber das könnten die Rheuma-Patien:innen selbst herausfinden. Auch wurde die Studie mit 38 Grad warmen Wasser durchgeführt. Ob gute Effekte gegen Schmerzen und gegen Gelenkssteifigkeit auch mit geringeren Temperaturen funktionieren könnte? Auch das könnten Rheuma Patient:innen selbst herausfinden können.
Die Studie wurde für die Patient:innen kostenlos im Hotel Preidlhof durchgeführt. Auch weil dort bereits sämtliche Infrastrukturen, wie beheizbare Wanne mit entsprechenden Ruheräumen vorhanden war.
Angerer behandelt in seiner Privatpraxis seine Rheuma-Patienten mit Akupunktur, mit Infusionen, die die Entsäuerung des Gewebes beschleunigen und die Durchblutung von längere Zeit unterversorgtem und chronisch schmerzhaftem oder entzündetem Gewebe fördern. Angerer muss zugeben, dass die Thermaltherapie seine bisherige Erfolgsquote bei weitem übertrifft.
Wenn man weiterdenkt, sagt Angerer, dann kann ein chronisch rheumatischer Gast, der 14 Tage gebucht hat, einen gesamten Therapiezyklus durchführen lassen. Mit dem Vorteil, dass im Hotel noch weitere Behandlungsmethoden flankierend angeboten werden können. Wenn ein solcher Behandlungspfad von den deutschen Krankenversicherungen anerkannt würde ...
Angerer kehrt in die Gegenwart zurück. Das Wasser, das Naturnser Thermalwasser hat seine medizinischen Instinkte geweckt. Hauterkrankungen? Es wäre einer gewissen Logik gefolgt, dass das Thermalwasser einen positiven Effekt auf das größte Organ des Menschen, auf die Haut, hat. „Sulfat kann Neurodermitis, Schuppenflechte und Akne durchaus therapeutisch beeinflussen“, ist Angerer überzeugt. Rückmeldungen der Gäste im Preidlhof bestätigen, dass sich die Haut nach dem Thermalbad unglaublich geschmeidig und fein anfühle. Auch ohne Studien getraut sich Angerer über die positive Wirkung zu reden. Denn bei Akne etwa bewirke Stress ein verstärktes Auftreten. Ein Thermalbad sei mit Sicherheit stressabbauend und das Thermalwasser könne Akne zurückdrängen. „Genial“, sagt Angerer begeistert.
Angerer hat auch in Garmisch die Kurarztausbildung absolviert. Das Naturnser Thermalwasser enthält Bicarbonat und Sulfat. „Das ist eine basische Grundlage“, sagt Angerer. Viele der Erkrankungen werden auf Übersäuerung und auf freie Radikale im Körper zurückgeführt. „In der Medizin müssen wir diese zwei Phänomene auffangen“, sagt Angerer. Sulfat aktiviere Mechanismen, die die schädlichen freien Radikale im Körper einfangen. Sulfat aktiviere auch die Bildung von endogenen Opiaten in der Haut. „Bei der Thermaltherapie passiert was. Einige Patienten haben mir nach dem Bad gesagt, dass sie auf Wolken gehen“, schmunzelt Angerer. Das Naturnser Thermalwasser sei geruchlos.
Eine andere Möglichkeit wäre die Inhalation mit Zielrichtung Allergiebehandlung, wie diese bereits in den Thermen in Meran praktiziert werde.
Eine Trinkkur mit Naturnser Thermalwasser? Auch möglich. Denn eine Studie etwa in Wien habe ergeben, dass eine Trinkkur mit sulfathaltigem Wasser den Cholesterinspiegel senke.

Haut, Atemwege, Allergien, Trinkkur?

Haut, Atemwege, Allergien, Trinkkur - in Naturns ist vieles denkbar, wie das Naturnser Thermalwasser eingesetzt werden könnte. Dazu sind wohl weitergehende wissenschaftliche Studien notwendig, um Anwendungsbereiche auch auf eine wissenschaftliche und evidenzbasierte Grundlage stellen zu können.
Tatsächlich wird im Hintergrund allerhand rund um das Thermalwasser angedacht und vorbereitet. Vielleicht gelingt es, alle zwei Jahre einen Ärztekongress in Naturns veranstalten zu können.
Zurückgekehrt auf den Juvaler Burghügel ergibt sich noch ein erstaunlicher Zufall. Des Burgherren Bruder Hubert Messner ist derzeit Gesundheitslandesrat. Wenn die Naturnser den sanitätsbetrieblichen Sanktus für einen oder mehrere thermaltherapeutische Behandlungspfade erhielten, käme das auch einheimischen (Rheuma)-Patienten zugute. Naturns hat ein Wasser, das Magisches verspricht.

Dienstag, 04 März 2025 16:10

Zusammenhalt und Einsatz

Schlanders/Vinschgau - Für eine aktive Teilnahme bei den Gemeinderatswahlen im Mai und ein starkes Miteinander als Bauernstand wurde auf der Bauernbund-Bezirksversammlung in Schlanders geworben. Obmann Joachim Weiss unterstrich, dass es ein gutes Gerüst für die Landwirtschaft brauche.

Auf ein insgesamt schwieriges Landwirtschaftsjahr blickte der Obmann des Bauernbund-Bezirks Vinschgau, Joachim Weiss, auf der Bezirksversammlung heute (26. Februar) in Schlanders zurück. Ein verregnetes Frühjahr, Spätfröste, starke Windböen und ein regnerisch-kühler Herbst hätten allen Bereichen der Landwirtschaft zugesetzt. „Im Grünland hat sich die Witterung in einer schlechten Futterqualität niedergeschlagen, den Obst- und Weinbauern haben die Pilzkrankheiten einiges abverlangt. Gelitten haben besonders die Vinschger Marille und die Kirschen. Beim Gemüse gab es nach einem sehr verhaltenen Start letztendlich zufriedenstellende Erntemengen und -qualitäten.“
Zudem bekomme die Landwirtschaft die Unsicherheit der Unternehmen und der Konsumenten zu spüren, die sich in den steigenden Preisen für Betriebsmittel und beim Verkauf der bäuerlichen Produkte zeigten. „Das macht eine langfristige Planung schwierig.“ Trotz allen gebe es einen Lichtblick, unterstrich Weiss: „Die jüngsten Aussagen des neuen EU-Agrarkommissars Christophe Hansen lassen hoffen.“ Hansen hatte jüngst verkündet, dass die Agrarpolitik vereinfacht werden müsse, damit jüngere Menschen für die Landwirtschaft gewonnen werden. In den kommenden Wochen will Hansen seine Vision für die Landwirtschaft vorstellen.

In seinem ersten Jahr als Bezirksobmann sei Weiss viel in den Ortsgruppen unterwegs gewesen. Oft sei er dabei auf die politische Situation angesprochen worden. „Mein Eindruck ist, dass unser Landwirtschaftslandesrat voll hinter der Landwirtschaft steht. Auch unsere bäuerlichen Abgeordneten leisten gute Arbeit und wir als Südtiroler Bauernbund versuchen, Fels in der Brandung zu sein.“ Doch es brauche ein gutes Gerüst dahinter, und damit meinte Weiss die Mitglieder, die sich aktiv einbringen sollen, in die Diskussionen innerhalb der Landwirtschaft ebenso wie in den politischen Gremien und hier besonders in den Gemeinden: „Je mehr wir im Gemeinderat sind, umso besser schaffen wir es, im Dorf und vor allem für die Landwirtschaft mitzuentscheiden“.
Landesrat Luis Walcher sprach über die politischen Herausforderungen und versuchte, die Lösungen dafür aufzuzeigen. So habe er sein Amt angetreten, um zunächst abzuschließen, was an Aufgaben noch nicht abgeschlossen war: „Im Nachtragshaushalt wurden so weitere Gelder zugeteilt.“ Dann erst könne man mit neuen Ideen starten. Die politischen Schwerpunkte seien die Instandhaltung des ländlichen Wegenetzes, die Unterstützung der Alm- und Berglandwirtschaft, die Aufarbeitung von Borkenkäfer-, Windwurf- und Schneedruckschäden in den Wäldern, der Schutz der Kulturen vor Frost, Hagel oder Trockenheit und nicht zuletzt das Wolfsmanagement. Auch an der Entbürokratisierung wird gearbeitet. „Wir wollen viel mehr digitalisieren, um der Zettelwirtschaft zu begegnen. Unser Ziel ist es, dass die landwirtschaftlichen Betriebe so geführt werden können, dass sie der bäuerlichen Familie ein gutes Einkommen garantieren und dass möglichst viele junge Leute den Hof weiterführen und übernehmen wollen“, meinte der Landesrat. Das sei nachhaltig. Dafür brauche es aber ein starkes Netzwerk, und ein starker Zusammenhalt sei gefragt.
In dieselbe Kerbe schlug auch Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner: „Gemeinsam mit dem Landesrat und dem Ressort arbeiten wir für die Bäuerinnen und Bauern und für einen lebendigen ländlichen Raum“, unterstrich er und plädierte für eine starke Interessensvertretung. „Wir diskutieren intern sehr intensiv, um zu einer gemeinsamen Linie zu finden und sprechen dann mit der Politik. Damit sind wir sozusagen die ,Gewerkschaft‘ der Bauern, bringen uns mit unserem Fachwissen ein und vertreten transparent und klar die Anliegen der landwirtschaftlichen Betriebe und Familien im Land.“ Dafür brauche es den Einsatz vieler, Geschlossenheit und Zusammenhalt. „Der Bauernbund kann viel erreichen, wenn die Mitglieder mit Einsatz und Kraft hinter ihm stehen. Alle haben da Mitverantwortung“, schloss Rinner. Rückhalt bekam er vom Landtagsabgeordneten Sepp Noggler und von SBB-Landesobmann-Stellvertreter Michael Kaufmann, die in ihren Grußworten zu Einigkeit aufriefen.
In der anschließenden Diskussion ging es um Themen wie Natura 2000, die Maschinenförderung und die steigenden Preise für Maschinen, der Verkauf der Höfe an Nicht-Bauern, fehlende Gelder aus Brüssel und natürlich den Nationalpark-Plan. (r)

Dienstag, 04 März 2025 10:47

Missglücktes Festnageln

Partschins - Die neue Bürgerliste Partschins/Rabland/Töll und SVP-Ratsmitglied Adi Erlacher wollten mit einem Beschlussantrag den Gemeindeausschuss festnageln. Mit dem Hinweis auf 6 Geschäftsschließungen in den Jahren 2022 bis 2024 (2022 im November Despar Kiniger, 2023 im November die Bäckerei Pircher in Rabland, 2023 im Dezember das Modestadele und die Vinothek des Schnitzer Friedl, 2023 die Pusteblume und im Dezember 2024 die Metzgerei Gamper Werner) und mit immerhin drei Neueröffnungen im selben Zeitraum (2022 Conceptstore Jack&King, 2024 Kleine Nähecke und Feinkostgeschäft Saporito) sollte der Gemeinderat beschließen, dass „die Gemeindeverwaltung sich z.B. beim zuständigen Verband, Experten, Informationen einholt, welche Maßnahmen man als Gemeindeverwaltung gegen das Geschäftesterben ergreifen kann“ und die Gemeindeverwaltung solle dann einen Maßnahmenkatalog ausarbeiten und dem Gemeinderat noch vor den Gemeinderatswahlen 2025 vorstellen. Adi Erlacher, auch hds-Bezirksobmann, rief entsprechende Verordnungen von Schluderns, Mals und Latsch in Erinnerung und die Gemeinde solle doch eine ähnliche Verordnung wie in Schluderns ausarbeiten. Es folgten in der Ratssitzung am 25. Februar viele Wortmeldungen. Einig war man sich, dass eine Art Stammtisch zwischen Gemeinde und Verbänden eingerichtet werden solle, dass ein Ergebnis noch vor den Gemeinderatswahlen unrealistisch sei. Wirtschaftsreferent Ulli Schweitzer wies darauf hin, dass das Land nur benachteiligte Gebiete fördern könne. Im Übrigen gefalle ihm der zeitliche Druck und diese Art Wahlkampfthema nicht. Auf seinen Antrag hin wurde der Beschlussantrag einstimmig vertagt. Ein Festnageln ist nicht geglückt. (eb)

Dienstag, 04 März 2025 10:47

Freies Bündnis

Kastelbell-Tschars - Das Freie Bündnis Kastelbell-Tschars setzt seinen politischen Weg fort und wird erneut bei der kommenden Gemeinderatswahl antreten. Die amtierenden Gemeinderäte Daniel Kaufmann, Benjamin Pixner und Benjamin Zwick (im Bild v.l.) stellen sich wieder zur Wahl und wollen ihre engagierte Arbeit für die Gemeinde fortsetzen. „Unsere Motivation ist es, weiterhin eine offene und konstruktive Politik zu gestalten, die die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt. Wir stehen für eine sachliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit und sind bereit für Verantwortung“, so die Kandidaten des Freien Bündnisses.

Dienstag, 04 März 2025 10:46

Hubert Messners Schelte

Bozen/Vinschgau - Gesundheitslandesrat Hubert Messner (Bild) staucht die Führung des Krankenhauses Schlanders zusammen. Im großen ff-Interview mit Alexandra Aschbacher (ff 9/2025) und auf Aschbachers Feststellung hin „Es geht seit Längerem wieder die Sorge um, dass am Schlanderser Krankenhaus die Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann.“, sagt Messner: „Fakt ist, dass die dortige Führung sieben Jahre lang keine aktive Personalsuche betrieben hat, sich kein Netzwerk aufgebaut, sondern sich einzig und allein auf die Agenturen verlassen hat, die die Ärzte für die Dienste stellen. Bereits unter Generaldirektor Thomas Schael war das ein Thema; er war damals gegen derlei Beauftragungen. Man hat es trotzdem gemacht (...)“ Messner weiter: „(...)Wenn ich dann im Vinschgerwind lese, dass das Krankenhaus schließt und man mit Fackeln aufmarschiere, sage ich: nicht mit mir.“ „(...)Ich bin politisch verantwortlich, dass die Dienste aufrechterhalten bleiben. Und politisch sage ich, es wird keine Station geschlossen. Wir werden sie irgendwie aufrechterhalten. Ansonsten werden wir Dienste zurückfahren müssen (...).“ (eb)


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