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Titel

Jahrhundertereignis

von Erwin Bernhart
Mit einer Jahrhundertfeier wurde am 6.6.2026 der Tunnel Kastelbell-Galsaun gesegnet, eröffnet und mit der größten Fete in Südtirol eingefeiert. Unerwartet viele Leute (die Kids sagen bis zu 5K) haben den großen Tag vor Ort - im Tunnel - miterlebt. Der zweitlängste Tunnel des Landes hat eine Länge von 2.500 Metern, hat insgesamt rund 130 Millionen Euro gekostet und er wird Kastelbell und Galsaun entlasten.
veröfftl. am 10. Juni 2026

Große Begeisterung bei der Politik

Bis in die Morgenstunden wurde im Tunnel gefetet. Unerwartet viele Leute haben am vergangenen Samstag und in der Nacht zum Sonntag an der Segnung und Eröffnung des Tunnels Kastelbell-Galsaun teilgenommen. Ein großer Tag, ein Tag der Freude, ein Jahrhundertereignis. Denn ein dermaßen langer Tunnel ist im Vinschgau für lange Zeit wohl nicht mehr in Sicht.
Die Einweihungsfeier mit Segnung und Banddurchschneidung war perfekt organisiert. Die Musikkapelle Kastelbell-Tschars hat musikalisch umrahmt, die Heimatbühne Kastelbell-Tschars hat die Tunnelgeschichte mit satirischen Sketchen aufgearbeitet. Mit Alt-LH Luis Durnwalder, mit Ex-Landesrat Richard Theiner und mit Ex-Landesrat Florian Mussner war ein Teil der politischen Führung zugegen, die Vorbereitungen für den Umfahrungstunnel geleistet haben. Mit Landesrätin Rosmarie Pamer, mit Verkehrslandesrat Daniel Alfreider und mit LH Arno Kompatscher war die politisch zupackende Gegenwart zugegen. Die meisten Bürgermeister des Tales bezeugten durch ihre Anwesenheit, dass sie die talweite Bedeutung des Umfahrungstunnels Kastelbell-Galsaun erkannt haben. So waren mit Franz Prieth (Graun), mit Roselinde Gunsch (Bezirkspräsidentin und BMin von Taufers), mit Christine Kaaserer (Schlanders), mit Georg Altstätter (Martell) und Mauro Dalla Barba (Latsch) und mit Alois Forcher
(Partschins) doch einige wichtige BM anwesend.
Die Moderation hatte SVP-Landesgeschäftsführer Martin Karl Pircher inne. Der Kastelbeller BM Gustav Tappeiner ließ seiner Freude über die lang herbeigesehnte Eröffnung freien Lauf, streute Lob in Richtung Lokal- und Landespolitik, ließ die Techniker und die ausführenden Firmen hochleben und bedankte sich bei der Bevölkerung seiner Gemeinde für Geduld und bei den vielen Vereinen und Organisationen, die diese Einweihungsfeier mitgetragen haben. „Mit der Eröffnung der Umfahrungsstraße Kastelbell-Galsaun geht ein Projekt zu Ende, welches viele Jahre diskutiert, geplant, finanziert und schließlich mit großem Einsatz umgesetzt worden ist“, sagte Tappeiner.
„Wenn wir ein Projekt angehen, setzen wir es auch um“, sagte der Verkehrslandesrat Daniel Alfreider, der damit mit der Vergangenheit mit jahrzehntelangem Herumgeplane bricht. Es gehe nicht um Tunnels, es gehe um Lebensqualität in den Dörfern, um die Sicherheit und um die Verflüssigung des Verkehrs. Der große Applaus für die Aussage, dass BM Gustav Tappeiner im Laufe des Bauens immer wieder Vertrauen zu den Ämtern aufgebaut habe, dürfte für Tappeiner im Rückblick mit Arbeitsunterbrechung und Neuverhandlung wie Balsam auf der Seele gewesen sein. Man arbeite auch am Ausbau der Schiene als Alternative zur Straße, denn das sei eine Notwendigkeit. Alfreider betonte aber genauso, dass es sich die Landesregierung zur Aufgabe gemacht habe, den Durchzugsverkehr durch viele der Dörfer ändern zu wollen. „Da brauchen wir noch einige Straßenprojekte im Sinne von Umfahrungen“, so Alfreider, und: „Die Umfahrung wird nicht Verkehr verringern, die Umfahrung wird die Lebensqualität heben.“ Mit Verweis auf die Baukräne in Kastelbell sagte Alfreider, dass man in Kastelbell und in Galsaun wieder Zukunft sehe. „Genau das wollten wir hier mit dem Umfahrungstunnel realisieren.“ Während des Baues habe man alles mitgemacht - von Covid über Preissteigerungen wegen des Ukraine-Krieges. Lob gab es für die ausführenden Baufirmen. Alfreider wies darauf hin, dass mit der Umfahrung in Rabland, mit der geplanten Steinschlaggalerie in der Latschander und mit der neuen Trasse am Reschensee weitere Projekte realisiert werden.
Landeshauptmann Arno Kompatscher rückte den Dank an die Landesregierung gerade: Die fleißigen Südtirolerinnen und Südtiroler haben den Tunnel bezahlt, die Steuerzahler also. Dass für die Preissteigerungen zusätzliche Mittel aus Rom losgeeist worden seien, sei dann doch dem Verhandlungsgeschick der Delegationen aus Südtirol zu verdanken. Kompatscher erinnerte an die Kollegen von damals, an die Bürgermeister, an die Gemeinderäte, an die Entscheidungen in der Bezirksgemeinschaft Vinschgau, diesem Umfahrungsprojekt von Kastelbell-Galsaun Priorität zu geben. Den ehemaligen Bezirkspräsident Andreas Tappeiner nannte Kompatscher ganz bewusst und brachte seine Freude über die Enthaftung auch von Hugo Trenkwalder zum Ausdruck. Es gehe grundsätzlich darum, Hoffnung, Zuversicht und Aussicht zu schaffen. Der Gemeinde Kastelbell würden wieder viele Möglichkeiten eröffnet. Man möge diese klug nutzen. Auch die Elektrofahrzeuge von morgen werden Straßen benötigen. Kompatscher fügte noch hinzu, dass man die Zugverbindung in die Schweiz nach wie vor wolle und daran werde man weiterarbeiten.
Nach der kirchlichen Segnung durch den Naturnser Dekan Christoph Wiesler („Wir wollen den Tunnel, aber keinen Tunnelblick.“) drängte sich zurecht sehr viel Polit-Prominenz, Techniker und Firmenbosse zum und beim Bandlschneiden.
Der Tunnel war im Anschluss durch Fußvolk, durch Kinder auf Rollern, mit Kinderwägen bis zuhinterst belebt und der mit viel Staunen als eigenes Bauwerk aufgenommene Notausstieg in Richtung Trumsberger Auffahrt wurde bewundert.
Für Speis und Trank, für Musik und Unterhaltung sorgten die Vereine aus dem Gemeindegebiet Kastelbell-Tschars.
Und dann ging eine Jahrhundertparty über die Bühne, die es so wohl lange nicht mehr geben wird. Laute Beats im Tunnel, eine unglaublich große Menge an Leuten allen Alters, eine ausgelassene Partystimmung am Ostportal des Tunnels: Die Tunnel-sause ging bis in die Morgenstunden - und - Gott sei Dank - ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne. Und so wird die Einweihung des Tunnels Kastelbell-Galsaun, verknüpft mit dem Schnapsdatum 6.6.26, wohl lange in Erinnerung bleiben.

große Begeisterung beim Volk

große Begeisterung beim Volk

LH Arno Kompatscher

LH Arno Kompatscher

LR Daniel Alfreider

LR Daniel Alfreider

BM Gustav Tappeiner

BM Gustav Tappeiner