Platz zwei mit einem Happy End
Naturns ist zurück in der Oberliga
Platz zwei war in diesem Jahr alles andere als der Rang des ersten Verlierers – im Gegenteil. Für Naturns fühlte sich der zweite Platz wie der Gewinn der Meisterschaft an, denn er bedeutete den Wiederaufstieg in Südtirols höchste Amateurspielklasse, in die Oberliga. Besonders bemerkenswert: Die Blau-Gelben feierten diesen Erfolg ausgerechnet gemeinsam mit jenem Team, das ihnen den Titel weggeschnappt hatte – dem neuen Landesligameister Bruneck.
Denn am vorletzten Spieltag war Naturns beim frischgebackenen Meister zu Gast. Die Ausgangslage vor dem Spitzenspiel war klar: Die Vinschger mussten gewinnen und gleichzeitig auf die Obermaiser Schützenhilfe aus der Serie D hoffen, um den Traum vom Aufstieg Wirklichkeit werden zu lassen. Naturns erledigte die Pflicht und gewann das Spitzenspiel mit 1:0 dank eines Goldtreffers von Dominic Weithaler. Nach dem Schlusspfiff richteten sich alle Blicke sofort auf das Ergebnis aus der Serie D. Denn nur wenn Obermais – dort stehen mit Marco Paulmichl, Tizian Stecher und Alex Gander drei Vinschger im Kader - sein Playoutspiel gewinnen und somit den Klassenerhalt schaffen würde, war klar, dass Naturns als Tabellenzweiter den Sprung zurück in die Oberliga schafft. Die Spannung hätte größer kaum sein können. Schließlich setzte sich Obermais nach einem echten Krimi in der Verlängerung durch. Als das Ergebnis feststand, brachen bei Spielern, Betreuern und Fans alle Dämme. Naturns jubelte, Bruneck jubelte – und gemeinsam wurde der Aufstieg der Blau-Gelben sowie Brunecks Meistertitel gefeiert.
Mit der Rückkehr in die Oberliga beginnt für den Verein nun ein neues Oberliga-Kapitel. Die Vorfreude auf die Duelle mit den besten Amateurteams Südtirols ist bereits jetzt spürbar – unter anderem kommt es somit wieder zum großen Derby gegen den ASV Partschins. Klar ist aber auch: Naturns will sich wieder langfristig in der Oberliga etablieren und den erfolgreichen Weg der vergangenen Monate weitergehen. Nach dieser emotionalen Saison haben sich die Blau-Gelben die Rückkehr jedenfalls mehr als verdient.