Mit Nervenstärke zum WM-Titel
Jonas Tscholl
Der Bayerische Wald war am 7. März Schauplatz eines Moments, den Jonas Tscholl nie vergessen wird. Der 17-jährige Biathlet aus Laas krönte sich bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Arber zum Weltmeister – und das auf spektakuläre Art: als Schlussläufer der Männer-Staffel. Gemeinsam mit Andreas Braunhofer und Julian Huber ging er an jenem Tag in der 3x7,5 Kilometer Staffel an den Start. Braunhofer war der Startläufer und übergab an Position Vier an Huber, der als Führender an Schlussläufer Jonas Tscholl übergab. Tscholl bewies Nervenstärke, hielt dem Druck auch am Schießstand stand und überquerte die Ziellinie mit 23 Sekunden Vorsprung auf Österreich. Nach dem Sieg kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Fans, Betreuer und Teamkollegen feierten gemeinsam mit dem Trio diesen sensationellen WM-Erfolg, der die Mühen und Trainingsleistungen nicht nur der vergangenen Monate, sondern auch der vergangenen Jahre belohnte.
Doch der Triumph kommt nicht ganz überraschend: Schon in den Einzelrennen präsentierte sich Tscholl in einer bestechenden Form, hatte mit Top-Platzierungen auf sich aufmerksam gemacht und sein eigenes WM-Märchen geschrieben. Im Sprint belegte das Vinschger Biathlon-Talent den sechsten Platz und bestätigte damit seine Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze in seiner Altersklasse. Zwei Fehler im Stehendanschlag verhinderten ein noch besseres Ergebnis – läuferisch gehörte Tscholl hingegen zu den Schnellsten im Feld. Am Ende fehlten ihm rund 55 Sekunden auf den Sieg. Bereits zuvor hatte er in der Mixed-Staffel mit Rang vier nur knapp eine Medaille verpasst. Doch diese Enttäuschung war nach dem Goldtriumph schnell vergessen.
Mit diesen erfolgreichen WM-Auftritten hat Jonas Tscholl ein starkes Ausrufezeichen in seiner noch jungen Sportlerkarriere gesetzt. Er hat nicht nur sein Können unter Beweis gestellt, sondern auch gezeigt, dass er in den entscheidenden Momenten über die nötige Ruhe und Entschlossenheit verfügt, um auch auf internationaler Bühne bestehen zu können. Der Weltmeistertitel von Arber könnte sich damit als wichtiger Schritt auf seinem weiteren sportlichen Weg erweisen. Und wie weit ihn dieser Weg noch führt, wird sich zeigen – das Potenzial dafür ist jedenfalls vorhanden.