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Snowboard

Goldenes Geschwister-Duo

von Sarah Mitterer
Die besten Snowboarder Italiens kommen aus dem Vinschgau, genauer gesagt aus Langtaufers und heißen Jasmin Coratti und Edwin Coratti. Die Geschwister drückten den Italienmeisterschaften zum Abschluss der Saison auf beeindruckende Art und Weise ihren Stempel auf: Mit drei Goldmedaillen in zwei Tagen krönten sie einen erfolgreichen Winter.
veröfftl. am 15. April 2026

Jasmin Coratti (Mitte) ist Doppel-Italienmeisterin

Jasmin und Edwin Coratti waren am Karerpass nicht zu stoppen und machten die italienischen Snowboard-Meisterschaften zu einem echten Familienfest. Bereits Mitte März sorgten die beiden im Weltcup für Furore, als sie im kanadischen Val St. Come innerhalb von nur 24 Stunden jeweils Platz 2 im Weltcupfinale im Parallel-Riesentorlauf einfuhren. Und nun – pünktlich zum Saisonabschluss - setzten die talentierten Snowboarder erneut ein Ausrufezeichen.
Für Jasmin Coratti waren die Italienmeisterschaften in Carezza eine Rückkehr an jenen Ort, an dem sie ihren ersten Weltcupsieg feierte, denn im Dezember 2024 stieg sie genau dort erstmals auf das oberste Treppchen. Und auch dieses Mal präsentierte sich die 24-Jährige, die bei den Olympischen Spielen von Mailand/Cortina den 13. Platz belegte, dort in bestechender Form. Die Langtaufererin trat an beiden Wettkampftagen souverän auf und sicherte sich sowohl im Parallel-Riesentorlauf als auch im Parallel-Slalom den Italienmeistertitel – ein Doppeltitel, der sie zur unumstrittenen Königin von Carezza machte.
Besonders bemerkenswert: In beiden Entscheidungen traf sie im Finale auf Lucia Dalmasso, die wenige Wochen zuvor Bronze bei Olympia im Parallel-Riesenslalom gewonnen hatte. Und beide Male behielt Coratti die Oberhand. Während sie im Riesentorlauf nach einem Sturz ihrer Konkurrentin freie Fahrt zum Titel hatte, unterstrich sie im Parallel-Slalom ihre Klasse mit einem weiteren abgeklärten Auftritt und krönte sich zur Doppelitalienmeisterin.
Auch ihr älterer Bruder Edwin Coratti, der die Olympia-Qualifikation knapp verpasst hatte, beendete die Saison mit einem großartigen Erfolg. Während er im Riesentorlauf das kleine Finale um Bronze gegen Aaron March verlor, meldete sich der Vinschger am zweiten Wettkampftag eindrucksvoll zurück. Im Parallel-Slalom zeigte der 34-Jährige konstante Leistungen und Nervenstärke in den K.-o.-Duellen. Im großen Finale kam es erneut zum Duell gegen March, doch dieses Mal entschied Edwin das Südtiroler Duell für sich und sicherte sich verdient den Italienmeistertitel.
Die diesjährigen Titelkämpfe in Carezza bleiben damit vor allem als Festspiele der Coratti-Geschwister in Erinnerung.

Edwin Coratti

Edwin Coratti