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Bauplatz

Wunderbar sichtbar

von Erwin Bernhart (Text) René Riller (Fotos)
Der Neubau der Firma Bliem in Burgeis nimmt einen prominenten Platz ein. Von der Hauptstraße oberhalb von Burgeis wunderbar sichtbar ist ein länglicher Baukörper in der erweiterten Handwerkerzone entstanden. Die Proportionen sind stimmig – außen wie innen.
veröfftl. am 13. Mai 2026

Der Neubau in der Handwerkerzone von Burgeis ist ein wohlproportionierter Quader, der mit seiner Fassade aus hellem Rollputz und den schwarzgerandeten Aluminiumfenstern architektonisch das Kloster Marienberg grüßt. Der Firmeninhaber Michael Peer hat mit Fabian Oberhofer einen Architekten ins Boot geholt, um die eigenen ästhetischen Ansprüche sicherzustellen. Denn das neue Firmengebäude soll nach außen und nach innen jenen Qualitätsanspruch widerspiegeln, der angewandt wird, wenn es um den Einbau von Heiz-, Solar-, Lüftungs- und Klimaanlagen, von hochwertigen Bädern und Fernheizanschlüsse geht.
Dass für den Neubau eines Handwerksgebäudes einem jungen Architekten die Umsetzung der eigenen Wünsche anvertraut wird, ist in Handwerkerzonen nicht häufig anzutreffen.
Die Vorgaben vom Inhaber Michael, seiner Frau Deborah und seiner Schwester Sarah waren klar: Es wurde Wert auf eine moderne und zeitlose Architektur gelegt, die gut einsehbare Lage soll architektonisch und wirtschaftlich genutzt werden, der Empfang mit Besprechungsraum und die Büroräume sollen hell und einladend sein, ein Mitarbeiterraum für gemütliches Beisammensein soll entstehen, genügend Parkplätze sollen eingeplant werden, für LKW leicht zugängliche Zufahrten und große, übersichtliche Lagerhallen waren gewünscht. Und als Kernstück für Kundenbesuche: eine große, ansprechende und schöne Bad- und Fliesenausstellung im oberen Stockwerk soll eine einmalige Gelegenheit bieten, den Kunden Komplettlösungen für Bäder sichtbar zu machen. Denn eine solche Bäderausstellung hat bislang im Obervinschgau gefehlt.
Der Architekt Fabian Oberhofer und sein Kollege Samuel Pircher haben die anspruchsvollen Vorgaben und Planungsaufgaben glänzend umgesetzt. „Der Geländeverlauf wurde so geringfügig wie möglich verändert, um die bestehende Topografie (Malser Haide) nicht zu verfälschen. Der Baukörper scheint so ganz natürlich im Gelände verortet zu sein. Lediglich die zwei Anfahrten im Westen wurden angepasst“, sagt Oberhofer. Das Gebäude erstreckt sich über drei Geschosse: Im untersten Geschoss ist die Betriebshalle, die über die südliche Zufahrt erschlossen wird. Drei Torflügel an der Westseite ermöglichen eine reibungslose Zu- und Ablieferung während der Betriebszeiten. Die Flexibilität des Schiebetores und die Öffnungsbreite ermöglichen mehreren Arbeitstrupps gleichzeitig den Zugriff auf das Betriebslager. Es ist so das wohl größte Schiebetor Südtirols entstanden.
Im durch eine großzügige Garage geteilten ersten Obergeschoss sind der Empfang mit Besprechungsraum und die Büroeinheiten mit Serverraum. Und auf der Südseite sind Nebenräume für Archiv, Lager und Technikräume eingebaut. Darüber sind die Dienstwohnungen realisiert.
Glanzstück bildet der Showroom im 2. Obergeschoss. Eine Fläche von 240 m2 ist dem Thema Badgestaltung und Sanitärlösungen gewidmet. Man kann dort diverse, komplett mit Fliesen und Armaturen ausgestaltete Badsituationen begutachten und anhand dieser Produktpräsentationen entfaltet sich leichter ein inspirierendes Beratungsgespräch. Der Showroom liegt auf der Nordseite des neuen Betriebsgebäudes und ist so von der Hauptstraße direkt einsehbar. Daraus hat man architektonisch eine Tugend gemacht und mit einer großen Fensterfassade in Richtung Hauptstraße werden die Blicke der Fahrzeuginsassen eingefangen. Jährlich passieren diese Hauptstraße rund 3 Millionen Fahrzeuge. Mit dem prächtigen Ausstellungsraum als zentralen Bestandteil füllt die Firma Bliem eine Lücke zwischen Landeck und Meran, da es in diesem Abschnitt bisher keinen Ausstellungsraum dieser Art gegeben hat. „Ziel des Showrooms ist es, unseren Kunden Inspiration und Orientierung bei der Gestaltung moderner Bäder zu bieten – mit hochwertigen Produkten und innovativen Lösungen“, sagen Michael und Sarah Peer.

Zur Betriebsgeschichte
Der Name Bliem, verknüpft mit Heizungs- und Sanitäranlagen, ist in Burgeis seit jeher eine Größe. Der Großvater von Michael Peer, Adolf Bliem, hat seinen Betrieb 1968 gegründet und die Umstellung von Holzöfen auf Zentralheizungen und später auch in Richtung Fernheizwerk in Burgeis und weit darüber hinaus aktiv mitbegleitet.
2014 hat der Enkel Michael Peer im Alter von 26 Jahren den Betrieb übernommen. Nach drei Jahren Oberschule hat Michael bei seinen Sommerpraktikas erkannt, dass ihm das Handwerk liegt. Bei zwei Hydraulikern im Vinschgau hat er sich bis zum Gesellen ausbilden lassen. Danach hat er die Meisterschule in Konstanz - wie sein Opa Adolf – besucht und dort 2012 den Meisterbrief im „Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk“ erworben.
Michael, ein zupackender mutiger junger Mann, übernahm 2014 den Betrieb mit 5 Mitarbeitern – eine Bürokraft und vier Arbeiter. Michael mietete die bestehende Werkshalle mit Büro und erwarb die Maschinen und das Inventar. Der Betrieb ist über die Jahre angewachsen, auf durchschnittlich 20 Mitarbeiter.  ▸ Einhergehend wurden auch der Fuhrpark und die Produktpalette Schritt für Schritt vergrößert.
2024 holte Michael seine Schwester Sarah in den Betrieb. Diese hat den Master in Businessmanagement mit Schwerpunkt Marketing, Sales- und Qualitätsmanagement und war somit die ideale Ergänzung im Betrieb, um den neuen digitalen und innovativen Herausforderungen sowie den Bau- und Sicherheitsbestimmungen gerecht zu werden. Die SOA-Zertifizierung hat Sarah Peer sofort in Angriff genommen, damit der Betrieb auch größere Bauprojekte annehmen und bewältigen kann.
Aufgrund des stetigen Wachstums des Betriebes genügten die vorhandenen Räumlichkeiten, die Michael gemietet hat, den Anforderungen nicht mehr. Zu kleine Büroräume, zu wenig Parkplatz, die Kapazität des Lagers reichte nicht mehr. Mittlerweile hat Michael auch eine Familie gegründet und daher wurde eine Wohnmöglichkeit benötigt. Der Mietvertrag lief 2025 aus. Aus all diesen Gründen ist man 2024 aktiv geworden.
Man wollte mit dem Betrieb unbedingt in Burgeis bleiben. Die Schwierigkeit, unmittelbar an die Handwerkerzone, einen Baugrund zu finden, konnte überwunden werden und die Umwidmung gelang mit tatkräftiger Hilfe von BM Josef Thurner, dem die Familie Peer zu großem Dank verpflichtet ist. Beim zuständigen Amt in Bozen stieß man auf große Hindernisse, weil die Bebauungsvorstellung von dieser Seite nicht realistisch war. Ein erstes Projekt vom Architekten Fabian Oberhofer, an dem ein halbes Jahr gefeilt worden war, wurde in Bozen abgelehnt, so dass ein enormer Zeitdruck entstanden ist. Der Baubeginn war im Oktober 2024.
Im August 2025 konnte in einer logistisch äußerst herausfordernden Aktion mit dem Umsiedeln der Lagerbestände begonnen werden. Dies hatte so zu erfolgen, dass der Betrieb möglichst wenig Einschränkungen zu erleiden hat.
Für den Bau waren einheimische Betriebe geladen, die auch diffizile und knifflige Baudetails ausführten. Michael Peer hat Wert darauf gelegt, dass weitgehend Baufirmen zum Zuge gekommen sind, mit denen man eine vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegt. Weil die Zeiteinteilung in Richtung Fertigstellung äußerst sportlich war, haben sich auch die Beziehungen zu den Firmen als robust erweisen müssen.
Nicht unerwähnt bleiben soll ein bemerkenswertes Detail der Betriebswohnung im obersten Stockwerk. In Richtung Süden ist eine großzügige Terrasse angelegt, die architektonisch so ausgeführt ist, dass die Bauelemente einen Bilderrahmen bilden, in dem die spektakuläre Aussicht äußerst betont zur Geltung kommt: das Kloster Marienberg, das Glurnser Köpfl, der Ortler und die Tschengelser Hochwand. Die Aussicht und die Ausstattung der Betriebswohnung lässt nicht erahnen, dass man sich in einer Gewerbezone befindet.
Der Firmeninhaber Michael Peer blickt mit sichtlicher Genugtuung auf den Neubau, auf fein ausgeführte Details und auf den neuen Showroom als Kernstück für Kundenbesuche und Beratungen. Laufend werden Lehrlinge und Mitarbeiter gesucht, denn der Kurs der Firma Bliem bleibt in Richtung Expansion eingestellt. Vor dem größten Konkurrenten am Mitarbeitermarkt – nämlich der Schweiz - hat Michael Peer keine Angst.

 

Eingeweiht

wird das neue Betriebsgebäude im Rahmen eines großen Festes am Samstag, dem 30. Mai 2026 um 15:00 Uhr. Im Rahmen dieses Events kann das Betriebsgebäude auch besichtigt werden.
„Alle sind dazu herzlich eingeladen und wir freuen uns darauf, diesen Meilenstein mit euch zu feiern!“, freut sich das Team der Firma Bliem.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um
Anmeldung bis zum 20. Mai 2026 per Telefon (0473 831687)
oder per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.