Südtiroler Ritterspiele - Das Fest für die Familie
2005 fanden die ersten Ritterspiele statt, organisiert von einer bayrischen Agentur. Damals entschied sich allein der damalige Präsident des Sportvereins Schluderns Edwin Lingg für die Betreibung eines Versorgungsstandes. Und er füllte die Vereinskasse. Jahre später nahmen die Schludernser die Zügel der Ritterspiele selbst in die Hand und gründeten den Verein Südtiroler Ritterspiele. Edwin Lingg wirkte zuerst im Vorstand mit. 2009 übernahm er die Präsidentschaft. Programmkoordinator Mirko Stocker kümmert sich seit der Vereinsgründung um Schausteller, Marktleute, Einteilungen auf dem Festgelände und einiges mehr. Stocker ist auch Vorstandsmitglied zusammen mit Andreas Oberhofer, Raimund Pali, Franz Sapelza und Yvonne Eller. Der Vinschgerwind hat mit Edwin Lingg gesprochen
Fragen an Präsidenten des Vereins Südtiroler Ritterspiele Edwin Lingg
„Alles Erwirtschaftete investieren wir wieder in die nächsten Ritterspiele“
Interview: Magdalena Dietl Sapelza
Vinschgerwind: Was bedeutet es für Sie der Präsident des Vereins Südtiroler Ritterspiele zu sein?
Edwin Lingg: Große Verantwortung, denn es geht um das Gelingen der Großveranstaltung mit über 20.000 Besucherinnen und Besuchern.
Vinschgerwind: Wie oft haben Sie dabei ein mulmiges Gefühl?
Edwin Lingg: Öfters als es für einen gesunden Schlaf guttut. Es geht um viele Tiere, die Probleme machen könnten, wobei ich mir nicht immer ganz sicher bin, ob nicht die Menschen das größere Problem sind.
Vinschgerwind: Wo liegen die größten Herausforderungen?
Edwin Lingg: Die primäre Herausforderung für mich ist es, Leute zu motivieren, die als Ausschussmitglieder im Vorstand des Vereins auch weiterhin zusammen mit mir bereit sind, die vielfältigen organisatorischen Aufgaben zu übernehmen. Bislang kann ich auf ein gut eingespieltes Team zählen. Doch in nächster Zukunft könnte es neue Kräfte brauchen.
Vinschgerwind: Bauern müssen ihre Grünlandflächen für die Ritterspiele zur Verfügung stellen. Vereine müssen zusammenarbeiten. Wie haben Sie es geschafft, dass alle an einem Strang ziehen?
Edwin Lingg: Demokratische Diktatur (lacht). Man muss vorausgehen, die Werte des Ehrenamtes vorleben. Im Vorstand arbeiten wir alle ehrenamtlich. Eine Bezahlung der Ausschussmitglieder kommt für mich nicht in Frage. Das Ehrenamt ist für mich der Kitt der Gesellschaft, der heute mehr denn je gefragt ist.
Vinschgerwind: Die Ritterspiele sind vor allem ein Fest für Familien mit kostenlosem Kinderprogramm, einem attraktiven Angebot und alles zu moderaten Preisen. Diese sind 2025 nach 10 Jahren erstmals nur um 5 Prozent erhöht worden. Wie kommt der Verein angesichts der allgemeinen Preissteigerung über die Runden?
Edwin Lingg: Generell sind wir ein sehr sparsamer Verein. Alles Erwirtschaftete investieren wir wieder in die nächsten Ritterspiele, in die Qualität der Darbietungen und in die Verbesserung der Strukturen auf dem Festgelände, das jährlich neu aufgebaut und wieder abgebaut wird. Das alles und die weitgefächerten Dienstleitungen rund um die Ritterspiele kosten eine Menge Geld. Ohne unsere Sponsoren wäre es nicht möglich alles finanziell zu stemmen. Positiv ist, dass viele Schausteller zum Selbstkostenpreis kommen, weil sie sich als große Familie sehen. Das ist einzigartig in Europa.
Vinschgerwind: Bis 1930 läuft die Konzession für das ehemalige Flugplatzgelände mit der Landesdomäne aus. Wie geht es weiter?
Edwin Lingg: Ich bin zuversichtlich, dass die Konzession verlängert wird und auch die Bauern wieder mitspielen. Denn es ist mittlerweile bewusst geworden, dass die Ritterspiele eine große Wertschöpfung für alle generieren.
Vinschgerwind: Auf welche Attraktionen können sich die Besucherinnen und Besucher heuer freuen?
Edwin Lingg: Vieles wird wie bisher laufen. Wir sorgen dafür, dass jährlich 30 Prozent der Attraktionen neu sind.
Vinschgerwind: 2027 haben die Ritterspiele ihre 20. Auflage. Wie wird das gefeiert?
Edwin Lingg: Wenn wir heuer erfolgreich sind, werden wir sicher in einige spektakuläre Attraktionen investieren. In jedem Falle werden wir unsere Sponsoren in die erste Reihe stellen.
INFOS: www.ritterspiele.it
von Freitag 21. August bis Sonntag, 23. August 2026
Reduzierte Eintrittskarten im Vorverkauf online
auf www.ritterspiele.it und in den Tourismusbüros Schluderns und Mals 0039 0473 83 11 90.
Im Vorverkauf ist die Dreitages-Familienkarte für zwei Erwachsene und drei Kinder beispielsweise für 81 Euro erhältlich.
Das Kinderprogramm sowie sämtliche Aufführungen und
Konzerte auf dem Festgelände sind kostenlos.