Naturns - Die Perle im Vinschgau
Naturns ist eine Klasse für sich.
Jedes Jahr wird ein neuer Rekord erzielt. Die 600.000 Nächtigungen dürften im laufenden Tourismusjahr geknackt werden. Denn: 598.503 Nächtigungen wurden im vergangenen Jahr 2025 verzeichnet. Dasselbe Bild zeichnet sich bei den Ankünften: 127.640 Ankünfte waren es 2025. Die Aufenthaltsdauer lag bei 4,7 Tagen. Der wichtigste Gast ist und bleibt der deutsche Gast mit 61 Prozent, gefolgt von Gästen aus der Schweiz mit 21 Prozent, Italien mit 8 Prozent, Österreich mit 5 Prozentpunkten. Insgesamt 141 Betriebe, die zusammen auf 3.385 Betten und eine Auslastung von 175 Tagen kommen, machen Naturns zu
einem starken Tourismusort. Erstklassige Hotels reihen sich hier wie Perlen aneinander. Das Angebot – es lässt keine Wünsche offen. Naturns ist attraktiv, pulsierend, lebendig.
Das Thermalwasser von Naturns.
Bereits 1559 wird die Örtlichkeit Kuchinmoos, später Kochlmoos, wegen ihrer Badestätte besucht. Das belegt eine Urkunde aus dem Jahre 1695. Im Jahr 1860 wurde dort sogar ein Badehaus errichtet. Bad Kochenmoos entwickelte sich zu einem Kurort im Vinschgau, bis der Badebetrieb in den 1980er Jahren eingestellt wurde und fast 20 Jahre lang verwaiste. Im Jahr 2000 stieß man bei den Bauarbeiten des Stabener Umfahrungstunnels durch Zufall auf eine zweite Thermalquelle. Die Entdeckung war eine Sensation. Untersuchungen des Thermalwassers folgten. Das Ergebnis: Laut der medizinischen Hydrologie weist das „kalte Thermalwasser“ eine konstante Temperatur von 17°C auf. Zudem wird es als „leicht mineralisiertes Wasser“, „sulfathaltig“ und „fluoridhaltig“ klassifiziert. 2016 erhielt die Gemeinde das Dekret zur Anerkennung des Thermalwassers. Bestätigt sind medizinisch u. a. die Linderung von rheumatischen, orthopädischen oder traumatologischen Beschwerden des Bewegungsapparates. Nach sportlicher Aktivität wirkt das Naturnser Thermalwasser etwa muskelentspannend. Eine schnellere Erholung ist garantiert.
Seilbahn Unterstell.
Erholung garantiert auch die Seilbahn Unterstell. In wenigen Minuten befördert sie die Gäste auf den Naturnser Sonnenberg. Die erste Materialseilbahn zum Unterstell-Hof wurde im Jahre 1968 von Alois und Jolanda Götsch erbaut. Im Jahre 1979, als der Tourismus zu erblühen begann, kam es zum Neubau einer Pendelbahn – der liebevoll genannen „Max & Moritzbahn“. Der hydraulische Antrieb erlaubte eine sanfte und ruckfreie Fahrt. Mit viel Einsatz von Konrad Götsch, dem Tourismusverein Naturns, der Gemeinde Naturns und Mithilfe der Landesregierung, konnte im Frühjahr 2004 mit dem Bau der heutigen Seilbahn begonnen werden, die nun mit großem Erfolg die Gäste nach oben befördert. Der Naturnser Sonnenberg - wie auch der Nörderberg - wartet mit unbegrenzten Wander- und Einkehrmöglichkeiten auf.
Naturns ist landwirtschaftlich geprägt.
Eine bedeutende Rolle kommt in Naturns auch der Obstwirtschaft zu. 309 Mitglieder zählt die Obstgenossenschaft TEXEL derzeit. Zum Großteil produzieren diese Äpfel. Vor genau 18 Jahren - im Juni 2008 - haben die Mitglieder einer Fusion der Obstgenossenschaft Naturns-Plaus und der POG, der ehemaligen Partschinser Obstgenossenschaft, zugestimmt. Entstanden ist daraus die TEXEL, deren Einzugsgebiet sich über den gesamten unteren Vinschgau erstreckt. Für die Lagerung der Äpfel dienen zwei Lagerhallen auf der Töll, eine weitere in Plaus sowie der Hauptsitz in Naturns. Die Verarbeitungsprozesse, sprich Sortierung und die Verpackung der Äpfel, erfolgen ausschließlich im Betriebssitz in Naturns. Die TEXEL zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern in Naturns.
160 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. 6.544 Waggon Äpfel (65.442.158 kg) wurden 2025 als Ernte eingefahren, dazu kommen 27.854 kg Birnen und 27.449 kg Stein- und Beerenobst.
Bewirtschaftet wird insgesamt eine Fläche von 1.136 Hektar: 874 Hektar davon nach den Richtlinien der integrierten Produktion, 262 Hektar nach biologischen Richtlinien.
Auch Wein wird am Naturnser Sonnenberg und am Juvaler Hügel gekeltert. Das hat Tradition. Dank ausgezeichneter und innovativer Winzer genießen die Weine hier einen sehr guten Ruf. Die Rieslingtage in Naturns sind Ausdruck von eben dieser Tradition hier in Naturns und Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und dem Tourismus.
Naturns international.
Naturns ist mit den beiden Leitbetrieben Schweitzer Project und Ivoclar Vivadent international verflochten. Die Liechtensteiner Ivoclar Vivadent-Gruppe hat sich im Jahr 1962 hier angesiedelt und ist der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Naturns. „Wir haben zur Zeit 299 Mitarbeitende“, sagt Günther Pföstl, von der Ivoclar Vivadent, auf Nachfrage zum Vinschgerwind. Eine stolze Zahl. Eine umfangreiche Produkt- und Systempalette für Zahnärzte und Zahntechniker bietet Ivoclar Vivadent. Neben der Herstellung von traditionellem Zahnersatz werden in Naturns seit einigen Jahren digitale Frästechnologien entwickelt und Strukturen, wie Kronen und Brücken aus diversen Materialien, auf den Patienten angepasst, digital hergestellt.
Schweitzer Projekt, der zweitgrößte Arbeitgeber in Naturns und international zweifelsohne eine Größe, hingegen denkt und entwickelt Handel, erfolgreich und weltweit. 1927 beginnt die Erfolgsgeschichte mit der Gründung der Mercantile durch Leo Schweitzer. „Die Anzahl der Mitarbeitenden in Naturns beträgt ca. 250 und weltweit ca. 800“, sagt Anna Oberhauser, PR-Managerin bei Schweitzer zum Vinschgerwind.
Zu den weiteren großen Arbeitgebern in Naturns zählt etwa Moser Speck. „Wir haben aktuell ca. 130 Mitarbeiter“, sagt Matthias Philipp Moser auf Nachfrage. „Die Mitarbeiterzahl der Obibau beträgt 2026 ca. 31 Mitarbeiter, erklärt Edmund Luner, zusammen mit Dietmar Pircher Geschäftsführer der Firma Obibau. Auch Siwabau hat über 20 Beschäftigte: „Im Moment sind wir 22 Mitarbeiter zwischen Baufirma und Baustoffhandel. Zu den 22 Fixangestellten haben wir durchgehend 3-4 freie Handwerker, die für unsere Firma tätig sind. Das ergibt insg. ca. 25 Mitarbeiter.“
Die Hotellerie fügt sich nahtlos in die Reihe der größeren Arbeitgeber ein. „Wir haben ca. 100 Mitarbeiter, im Sommer ca.10-15 mehr“, sagt Kathrin Marmsoler vom Management des Hotel Lindenhof auf Nachfrage. „Wir beschäftigen 105 Mitarbeiter im Jahresschnitt“, erklärt hingegen Klaus Ladurner vom Dolce Vita Hotel Preidlhof. Im Hotel Prokulus sind aktuell „77 Mitarbeiter angestellt und drei Familienmitglieder arbeiten aktiv mit“, sagt Patrick Brunner auf Nachfrage vom Vinschgerwind.
Daniel Brunner vom Sonnenresort erklärt: „Von März 2025 bis zum November 2025 waren monatlich durchschnittlich 74 Mitarbeiter angestellt.
In den Wintermonaten ist das Hotel geschlossen. In jener Zeit sind natürlich viel weniger Mitarbeiter angestellt.“
Das Dolce Vita Hotel Feldhof hingegen „hat aktuell 65 Mitarbeiter“, erklärt Dominik Perathoner zum Vinschgerwind.
Naturns ist vielseitig.
Viele kleinere und mittlere Betriebe, zum Teil Familienbetriebe, sorgen für einen ausgewogenen Unternehmensmix. Sie bilden das Rückgrat der Wirtschaft hier. Laut WFO, dem Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen, haben 701 Betriebe (Stichdatum 31.12.2025) ihren festen Platz im Gemeindegebiet von Naturns.
Der öffentliche Sektor in Naturns.
Eine nicht unwesentliche Rolle in Naturns spielt der öffentliche Sektor und mit ihm der Schulsprengel Naturns. Dieser ist der größte im Vinschgau und umfasst acht Schulstellen in Naturns, Schnals und Plaus. Und auch das Seniorenwohnheim St. Zeno ist ein wichtiger Arbeitgeber (s. Bericht unten).
Seniorenwohnheim St. Zeno - Direktor Stephan Rinner
„Ein wichtiger Arbeitgeber für Naturns und Umgebung ist das Seniorenwohnheim St. Zeno. Die rund 70 Mitarbeiter/innen in den verschiedenen Bereichen sind tagtäglich darum bemüht, den 50 Heimbewohnern sowie den 8-10 Gästen des Tagespflegeheimes und den neun Senioren/innen des begleitet/betreuten Wohnens einen angenehmen, abwechslungsreichen Alltag zu ermöglichen. Die vorwiegend von Frauen besetzten Stellen sind zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil Teilzeitstellen und gewährleisten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Einen anderen wichtigen Aspekt stellt die Arbeitsintegration von Menschen mit Beeinträchtigung dar. Zwischen den Vereinen des Dorfes und den freiwilligen Helfern findet stets ein reger und wertvoller Austausch statt. Die Seniorenmensa, sowie die Kitas sind im selben Gebäude untergebracht. Dieses generationenübergreifende Miteinander und Nebeneinander eröffnet allen Beteiligten neue Erfahrungen und erweiterte Horizonte. Der neue Generationenpark ist zudem ein gelungener Treffpunkt geworden. Demnächst ist die Verlegung der hausinternen Bar vorgesehen, damit diese vom Generationenpark aus erreichbar ist. In Planung ist auch eine Erweiterung des Bettenangebotes und eine Umgestaltung der Terrasse im zweiten Stock.“
Einkaufsmeile Naturns.
Bei den Naturnsern dürfte die kürzliche Eröffnung des Kastelbeller Tunnels Erinnerungen hervorgerufen haben. Vor 23 Jahren, im Jahr 2003, wurde der Naturnser Tunnel und damit die Umfahrungsstraße fertig gestellt. Es war ein Quantensprung in vielerlei Hinsicht: die Wohn- und Lebensqualität stieg enorm. Naturns hat sich zu einem breit gefächerten Wohn- und Einkaufsort entwickelt mit zahlreichen, attraktiven Boutiquen und Geschäften und qualitativ hochstehenden Produkten und Markenwaren. Es gibt kaum etwas, das es nicht gibt in Naturns: etwa Mode - namhafter Marken mit einem Hauch Exklusivität, Schmuck, Schuhe, Taschen, Accessoires, Brillen, Sportmode, dazu natürlich ein qualitätsvolles Lebensmittelangebot. Die Geschäfte sind Perlen einer Kette gleich, die es aufzufädeln gilt. Perlen mit Lokalkolorit. Tag für Tag erfüllen jene, die hinter dem Tresen stehen, die Wünsche der Kundinnen und Kunden. Die Geschäfte sind zusammen mit den Bars und Restaurants das pulsierende Herz des Dorfkerns.
Naturns wartet aber nicht nur mit einer Einkaufs- und kulinarischen Vielfalt, sondern auch mit kultureller Vielfalt auf. Der Naturnser Humorsommer sei hier nur stellvertretend für viele Veranstaltungen genannt: Im heurigen Sommer wird dieser zum 27. Mal internationale Größen nach Naturns locken. Zum 21. Mal findet das Naturnser Kinderlachen statt. (https://www.naturnslacht.com/de/programm-naturns-lacht/)
Man ist rührig hier in Naturns, erfindet sich immer wieder neu und ist nicht zuletzt deshalb: Eine Klasse für sich im Vinschgau