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Kultur

Der Ikonenmaler Piccolruaz

von Peter Tscholl
Ikonen sind nach der Auffassung der Ostkirche Porträts von Christus, der Gottesmutter und der Heiligen. Sie sollen das Wesen der Dargestellten so getreu wiedergeben, dass etwas von ihrer heiligen Kraft auch in ihrem Bild vorhanden ist und aus ihm wirken kann. Hubert Piccolruaz beschäftigt sich seit etwa 20 Jahren mit der Ikonenmalerei. Seine wunderbaren Ikonen erzählen seine Religiosität in respektvoller Hingabe und Auseinandersetzung mit einer kulturellen Denkweise über Kunst, die heute in dieser Art kaum mehr vorzufinden ist.
veröfftl. am 01. April 2026

Hubert Piccolruaz an seinem Maltisch (Foto Gerhard Piccolruaz)

Leben und Werdegang:
Hubert Piccolruaz wurde am 30. 12. 1938 in St. Ulrich/Gröden geboren und ist dort aufgewachsen. Schon als Kind hat er in der Werkstatt seines Vaters geschnitzt. “Ein Stemmeisen und ein Stück Holz hat man da öfters in die Hand bekommen und so habe ich schon als Kleinkind angefangen mit Holz und Stemmeisen zu arbeiten. Nach der Volksschule habe ich die Kunstschule in St. Ulrich besucht. In Gröden habe ich die Kunstschule aber nicht abgeschlossen, sondern erst nachträglich, mit Abendkursen, am Kunstlyzeum Massa Carrara die Matura gemacht und mit dem Titel “Maestro d’Arte” abgeschlossen”, erzählt er. Bis zu seinem 30. Lebensjahr hat Hubert Piccolruaz gemeinsam mit seinem Vater und seinen zwei Brüdern als Bildhauer in St. Ulrich gearbeitet. “Als dann die Maschinen kamen, hatte man Angst, keine Arbeit mehr zu haben. So habe ich an der Mittelschule Dr. Fritz Ebner in Schlanders eine freie Stelle als Kunsterzieher angenommen, wo ich von 1968 bis 1989 unterrichtete. In Schlanders habe ich meine Frau kennengelernt, geheiratet, ein Haus gebaut und Familie gegründet”.

Die Ikonenmalerei:
Neben seiner Tätigkeit als Kunstlehrer an der Mittelschule hat Piccolruaz immer auch noch ein bisschen gebastelt, erzählt er. “Nach meiner Pensionierung besuchte ich bei P. Bernhard Frei in Gschnon bei Neumarkt einen Ikonen-Malkurs. P. Bernhard, der in Russland war, und sich dort intensiv mit der Ikonenmalerei beschäftigt hatte, hat uns die Technik und den Umgang mit Farben perfekt beigebracht. Dann habe ich selber mit der Ikonenmalerei angefangen”.
Auf die Frage, warum er sich zeitlebens mit religiösen Themen beschäftigt hat, und was ihn an der Ikonenmalerei so fasziniert, antwortet Piccolruaz: “Das war in St. Ulrich traditionell. Man hat fast ausschließlich für die Kirchen gearbeitet. Die Hauptauftraggeber waren die Priester und die Pfarreien und für sie hat man alles mögliche gemacht. Die Ikonenmalerei fasziniert mich deshalb, weil sie eine tiefere Bedeutung hat und eine spirituelle Verbindung ermöglicht. Eine Ikone wird nicht als Dekoration angesehen. Eine Ikone wird verehrt wie ein Heiligtum. Ikonen werden angebetet. Man soll keine Ikone selber entwerfen. Die Ikonen werden streng nach byzantinischen Verordnungen hergestellt, welche von einer byzantinischen Kommission festgelegt werden. Die Ikonenmalerei ist eine strenge Malerei. Vielen Menschen ist die Ikone vielleicht zu streng, mir aber gefällt sie. Die Ikonenmalerei ist das ideale Hobby für meine Person”.

Hubert Piccolruaz ist wohl einer der Letzten, der bis heute an das glaubt, was er erlernt hat. “Ich bin immer beim Traditionellen geblieben. Ich kann mit der abstrakten Kunst nicht viel anfangen, weil sie mir zu wenig sagt. Ich komme mit dem Modernen einfach nicht zurecht”, sagt er. Ihm geht es um das Handwerk, aber auch um andere Werte, die im “Bereich Kunst” zu finden sind. Und das hat ihm immer Halt und Sicherheit gegeben – bis heute.

Die Festtagsikone im Wohnzimmer von Hubert Piccolruaz. Sie besteht aus 13 Einzelikonen

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“Christus Pantokrator” ( Original im Katharinakloster auf Sinai)

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Die Ikone der Gottesmutter ist eine der wichtigsten Ikonen der gesamten russischen Orthodoxie;

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Die Passion Christi: “Einzug Christi in Jerusalem”

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Die Passion Christi: “Christus der Passion” zwischen Maria und Johannes

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Die Passion Christi: Die Kreuzigung

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Die Passion Christi: Die Auferstehung

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