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Bauplatz

Doppelter energetischer Quantensprung samt Aufwertung

von Angelika Ploner
Die energetische Sanierung der Musikschule, des italienischen Schulzentrums und des italienischen Kindergartens ging währen der Sommerferien innerhalb kürzester Zeit über die Bühne. Bauleiter und Firmen leisteten vorbildliche Arbeit und arbeiteten Hand in Hand.
veröfftl. am 02. September 2026

Es waren zwei ehrgeizige Projekte in vielerlei Hinsicht. Zum einen zeitlich. Zum anderen qualitativ. Während der Sommerferien musste in kürzester Zeit die energetische Sanierung der Musikschule, der italienischen Grund- und Mittelschule und des italienischen Kindergartens „Il grillo parlante“ in Schlanders über die Bühne gehen. Eng aufeinander abgestimmt verliefen die Arbeiten, genau getaktet, koordiniert und mit einer vorbildlichen Vorbereitung. Bereits kurz vor Kindergarten- und Schulende wurde mit den Dämmarbeiten an den Außenwänden begonnen. Gleich im Anschluss haben das Kindergarten- und Schulpersonal zusammen mit dem Bauhof alles leer geräumt und beide Gebäude für die energetischen Sanierungsarbeiten vorbereitet.

Als Projektant und Bauleiter zeichnet Ingenieur Ulrich Rechenmacher aus Schlanders/Kortsch verantwortlich, der Arbeiten und Zeitplan genauestens im Auge hatte. Das Bauunternehmen Baumänner und die weiteren einheimischen Firmen leisteten zügige und vorbildliche Arbeit, gut abgestimmt arbeiteten alle Hand in Hand. Termingerecht wurden beide Projekte realisiert und abgeschlossen: Noch vor dem 15. August konnten beide Gebäude der Putzfirma übergeben werden.
Beide Projekte sind EFRE-finanzierte Projekte. Das bedeutet, dass sie durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Strukturfonds der Europäischen Union, zum Großteil bezahlt werden.

Die energetische Sanierung der Musikschule und der italienischen Grund- und Mittelschule ist eines der beiden Projekte. Das Gebäude vis á vis von der Bezirksgemeinschaft Vinschgau wies die energetische Klasse D auf. Durch die umfassende energetische Sanierung wurde das Gebäude nun auf die Klimahausklasse B gehoben. Das war auch die Voraussetzung, um in den Genuss der EFRE-Gelder zu kommen.
Die Fassade trägt nun eine Wärmedämmung und auch die Decke zum unbeheizten Dachboden wurde gedämmt. Alle Fenster wurden erneuert, genauso wie alle Balkon- und Eingangstüren.
Zudem wurden Raffstore- Verschattungselemente montiert, zum Teil ersetzt, zum Teil neu eingesetzt, weil keine vorhanden und nur eine Innenverschattung die Funktion bisher inne hatte. Durch einen hydraulischen Abgleich wurde nicht nur die Hülle saniert, sondern auch die Technik erneuert und die Thermostat-Köpfe getauscht, damit die Heizung digital gesteuert werden kann.
Der Austausch der veralteten Beleuchtung durch moderne LED-Technik wurde durch Eigenmittel der Gemeinde finanziert und sorgt neben energetischen Einsparungen auch für einen nachhaltigen Lernort mit angenehmer Raumatmosphäre.

Das zweite Projekt ist die energetische Sanierung des italienischen Kindergartens „Il grillo parlante“ von Schlanders. Der italienischsprachige Kindergarten von Schlanders ist der einzige im Vinschgau. Er wurde durch die energetische Sanierung von der veralteten Klimahausklasse G auf die Klasse B gebracht. Mit anderen Worten: Das Gebäude war eine Energieschleuder. Die Energieklasse B war auch bei diesem Projekt die Voraussetzung, um in den Genuss der EFRE-Gelder zu kommen.
Die Außenwände und das Dach wurden gedämmt, Fenster, Neben- und Eingangstüren ausgetauscht sowie der hydraulische Abgleich gemacht. Diese Arbeiten minimieren Wärmeverluste und verbessern nun die Energieeffizienz.
Die veraltete Beleuchtung wurde durch moderne LED-Technik ersetzt, die Strom spart. Zusätzlich wird eine Lüftungsanlage eingebaut, die sowohl die Luftqualität verbessert als auch Energie spart. Diese letzten beiden Maßnahmen werden mit Eigenmitteln der Gemeinde finanziert. Zwei kontrollierte dezentrale Wohnraumbelüftungen wurden installiert, einmal um Radon entgegenzuwirken, zum anderen, um den restlichen bestehenden Wärmebrücken entgegenzuwirken.
Beide Gebäude wurden verputzt und die Außenwände erhielten einen neuen Anstrich.
Während der Ausführungsphase wurde entschieden, einen Teil der Mauer vom Schulhof Richtung Norden aufzuschneiden. Zum einen wirkt der Schulhof, der vormals ein Gefängnishof war, offener, einladender und hat an Qualität gewonnen. Zum Zweiten erhielt die Freiwillige Feuerwehr eine breitere Zufahrt und es entstand ein zusätzlicher Fluchtweg im Brandfall. Zusätzlich verbesserte sich dadurch die Baustellenlogistik, also die Lagerung der Dämmmaterialien und die Positionierung des Kranes, wodurch weniger Unannehmlichkeiten für die Nachbarschaft während der Bauphase entstand. Eine temporäre Sperrung der Marconistraße konnte dadurch ebenfalls vermieden werden.
Nun dürfen sich Kindergartenkinder und Schülerinnen und Schüler der Grund-, Mittel- und Musikschule auf einen nachhaltigen Lernort freuen, der eine Aufwertung erhalten hat. Die Gemeinde selbst hat einen weiteren Schritt in Richtung Klimafreundlichkeit gemacht. Denn das Projekt trägt zur Reduzierung der CO₂-Emissionen und zur Senkung des Energieverbrauchs bei.

Der italienische Kindergarten, das italienische Schulzentrum und die Musikschule nach der energetischen Sanierung

Der italienische Kindergarten, das italienische Schulzentrum und die Musikschule nach der energetischen Sanierung