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Natur & Landschaft

Agrar- und Forstbericht der APBZ 2025 - Ein Auszug in Zahlen

von Wolfgang Platter, am Tag der Hlg. Hildegard von Bingen, 17. September 2026
veröfftl. am 16. September 2026

Viehwirtschaft nach Tierarten:
In Südtirol waren 2025 insgesamt 435.254 Nutztiere erfasst. Davon

237.694 Geflügel ➜ 54,1 %
124.122 Rinder ➜ 28,2 %
37.792 Schafe ➜ 8,6 %
29.546 Ziegen ➜ 6,7 %
6.100 Pferde ➜ 1,4 %
4.119 Schweine ➜ 1,0 %

Seit 1990 ist die Anzahl der Rinder um 20% gesunken, jene der Schafe um 22%, die Schweine haben gar um 84% abgenommen, während die Zahl der Ziegen im gleichen Zeitraum um 67% und jene der Pferde um 9% angestiegen ist.

 

Milchwirtschaft:
Die Gesamtmenge der an die Südtiroler Genossenschaften angelieferten Milch ist von 411.807.330 kg im Jahr 2005/06 auf 375.430.848 kg im Jahr 20225 gesunken. Das ist eine Abnahme von 9%.
Kuhmilch: Die Produktion von Käse stieg 2025 um 1,6% auf 23,33 Millionen kg. Auch die Produktion von Yoghurt und Skyr verzeichnete einen Zuwachs von 2%. Die Produktion von Frischmilch sank um 5% auf 16,20 Millionen kg.
Ziegenmilch: Die Anlieferung ist im Vergleich zum Vorjahr um 14,3% auf 1,66 Millionen kg gestiegen. Es wurden 38.451 kg Frischmilch, 40.400 kg Käse, 25.840 kg Yoghurt und 1.947 kg Butter hergestellt.
Der durchschnittliche Milchauszahlungspreis an die Bauern für Kuhmilch betrug im Jahr 2024 0,67 Cent pro Liter. Im Jahr 2006 hatte er 0,37 C/l betragen.

 

Rinderrassen:
Bei den Rinderrassen dominiert das Fleckvieh mit 30% Anteil

Fleckvieh 30 %
Braunvieh 19 %
Holstein 16 %
Grauvieh 14 %
Pinzgauer 1,5 %
Jersey 1,3 %
Pustertaler Sprintzen 1,3 %
Andere Rassen 16,4 %

natur Rinderrasse Pustertaler Sprintze Feld 6

 

Geflügelhaltung:
In Südtirol erzeugen rund 90 landwirtschaftliche Betriebe Frischeier unter Freilandhaltung. Die Haltung von Legehennen in Käfigen ist in Südtirol gemäß Tierschutzgesetz verboten. Die produzierten Eier werden vorwiegend als Frischeier auf dem Südtiroler Markt vertrieben. Daneben gibt es eine Vielzahl von kleineren Eierproduzenten, welche Frischeier ab Hof und auf Bauernmärkten direkt an die Endkonsumenten verkaufen.
Die Vogelgrippe hatten einen Produktionsrückgang zur Folge. Auf dem internationalen Eiermarkt war die Nachfrage teilweise höher als das Angebot.
Seit Juli 2025 dürfen Masthühner, Puten, Gänse, Enten und Wachteln das Gütesiegel „Qualität Südtirol“ tragen.

natur Haushuhn Feld 10

 

Bienenhaltung:
In Südtirol gab es 2025 3.607 Imker, welche insgesamt 36.710 Bienenvölker betreuten. Das Honigjahr 2025 war durchwachsen. Gebietsweise konnten passable Honigmengen geschleudert werden, vielerorts war die Honigernte aber eher dürftig. So blieb die Waldtracht landesweit nahezu vollständig aus. Der Ertrag aus der Almrosenblüte wurde gebietsweise durch Hagelschauer negativ beeinflusst. Die überdurchschnittlich hohen Temperaturen im Juni und die damit einhergehende Trockenheit bewirkten, dass der nektarspendende Blütenzeitraum und somit die Trachtdauer sehr viel kürzer ausfielen als sonst üblich.
Die Entwicklung der Imker- und Bienenvölker-Zahlen bleibt stabil.

natur Imkerbund

 

Obstbau:
Die Apfelernte 2025 erreichte mit 1.056.980 Tonnen zum dritten Mal in Folge wieder die Ein-Million-Tonnen-Marke. EU-weit betrug die Apfelernte 2025 10.455.000 Tonnen (geschätzt). Anders ausgedrückt: Die Südtiroler Landwirte erzeugen 10% der europäischen Äpfel. Größtes apfelerzeugendes Mitgliedsland der EU bleibt weiterhin Polen mit ca. 3.300.000 t (+3% im Vergleich zu 2024), vor Italien mit 2.248.000 t (-3%), Frankreich mit 1.484.000 t (+4%) und Deutschland mit 1.000.000 t (+15%).
Sortensieger bei den Südtiroler Äpfeln bleibt weiterhin der Golden Delicious mit 19,5% Anteil an der Erntemenge 2025, vor Gala mit 13,5% Ernteanteil, der Jonagold-Gruppe mit 8,2-%, Red Delicious (4,6%) Idared (4,5%), Shampion (3,6%) und Granny Smith (3,3%).

natur Golden Delicious Feld 12

 

Bio-Apfelanbau:
Südtirols Bio-Apfelbauern haben 2005 100.101 Tonnen Bio-Äpfel produziert. Der Anteil der Bio-Äpfel machte damit 9,4% der Südtiroler Apfelproduktion aus. Die tatsächliche Apfel-Menge, welche Südtirols Bio-Obstbauern erzeugen, ist insgesamt aber höher, denn die Bio-Bauern müssen die Ware der Umstellungsbetriebe und die Ernte der Grenzreihen als Integrierte Ware liefern.

natur Rote Apfelsorte Feld 16

 

Beerenobst:
Im Jahr 2025 wurden südtirolweit auf einer Fläche von insgesamt 116 Hektaren Beeren angebaut. Nach Beerenobst-Arten wurden auf 75% der Fläche Erdbeeren, auf 18% Heidelbeeren, auf 15% Himbeeren, auf 3% Rote und auf 2% Schwarze Johannisbeeren und auf 3% der Fläche andere Beeren angebaut. Das Erntejahr 2025 war von unterschiedlichen Rahmenbedingungen geprägt. Das regenreiche Frühjahr wirkte sich negativ auf den Vegetationsverlauf aus. Aber gegenüber dem Vorjahr traten lediglich vereinzelt Frostschäden auf.
Der Auszahlungspreis lag auf einem durchgehend hohen Niveau und zeigte sich über die gesamte Saison stabil.

natur erdbeere feld17

 

Steinobst:
Zum Steinobst gehören Marillen, Kirschen und Pflaumen. Die Gesamtfläche des Marillenanbaues in Südtirol betrug 2025 ca. 77 Hektar. Die Marillenernte fiel im Vergleich zu 2024 zwar besser, aber im langjährigen Schnitt nur durchschnittlich aus. Die Vinschger Marille als traditionelle Hauptsorte machte rund die Hälfte der Gesamternte aus. Es gab keine ertragsrelevanten Frühjahrsfröste und es kam zu einer gleichmäßig starken Blüte. Der Kirschenanbau verzeichnet einen leichten Rückgang der Anbaufläche, die nunmehr bei 115 Hektaren liegt. Bei ausbleibenden Spätfrösten gab es einen guten Fruchtansatz. Die Ernte belief sich auf durchschnittlich 20 Tonnen pro Hektar. Der Zwetschgenanbau ist auf das Eisacktal und das Schlerngebiet mit einer konstanten Fläche von 9 ha beschränkt.

natur Marille Sorte Red Orange Feld 18

 

Weinbau:
Seit dem Jahr 2000 hat die Rebfläche Südtirols um 977 Hektar zugenommen. Zum Jahresende 2025 waren in Südtirol 5.878 ha mit Reben bepflanzt. Die gesamte Obstbaufläche in Südtirol beträgt im Vergleich dazu rund 18.400 ha, also mehr als drei Mal soviel.
Betrachtet man die Gesamtanbauflächen der verschiedenen Rebsorten, so sind die stärksten Zuwächse bei den Sorten Chardonnay (+25 ha), Blauburgunden (+22 ha) und Ruländer (+12 ha) zu verzeichnen, während die Sorten Vernatsch (-32 ha) und Gewürztraminer (-18 ha) die stärksten Rückgänge aufweisen.
Die gemeldete Erntemenge belief sich 2025 auf 465.623 dt. Dt steht für Dezitonne und umfasst 100 kg. Der durchschnittliche Hektarertrag lag bei 83,81 dt.

natur Weintraube Feld 22

 

Gemüseanbau:
Laut Landwirtschaftszählung 2020 beträgt die Gemüsebaufläche in Südtirol 1.455 ha. Dabei entfallen ca. 550 ha auf den Anbau von Speisekartoffeln. Kartoffeln stellen in Südtirol ein wichtiges Nischenprodukt dar. Im Pustertal ist v.a. der Anbau von Saatkartoffeln von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Weitere Hauptkulturen sind Blumenkohl, Spargel, Rote Rübe, Radicchio und Kopfkohl. Für die meisten Betriebe stellt der Gemüseanbau eine alternative Zuerwerbsmöglichkeit dar. Nur wenige Betriebe haben sich ausschließlich auf Gemüse spezialisiert. Die Saatbaugenossenschaft Bruneck und die VIP in Latsch gehören zu den großen Gemüsevermarktern. So vermarktet die VIP beispielsweise den Blumenkohl von 91 ha Anbaufläche.

natur Blumenkohlfeld Feld 23

 

Landespflanzenschutzdienst:
Phytosanitäre Exportkontrollen sichern die Gesundheit der Pflanzen und Pflanzerzeugnisse bei der Ausfuhr in Nicht-EU-Länder (Drittländer), um die Verschleppung von Schadorganismen zu verhindern. Im Jahr 2025 haben die Inspektoren des Landespflanzenschutzdienstes nach entsprechenden Kontrollen insgesamt 8.579 Pflanzengesundheitszeugnisse für den Export von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen in 56 Drittländer ausgestellt. Rund 94% betrafen Apfelexporte, der Rest entfiel auf den Export von Holz, Holzerzeugnissen und anderen pflanzlichen Produkten. Die exportierte Apfelmenge in Drittländer lag bei 147.182 Tonnen. Rund 34% mehr als im Vorjahr. Die 5 wichtigsten Importländer von Äpfeln aus Südtirol sind Saudi Arabien, Ägypten, Norwegen, Brasilien und Israel.

natur Herbstwalf Laerche Fichte Feld 24

 

Vorankündigung:
In einer nächsten Ausgabe werde ich die Forst-, Alm und Bergwirtschaft aus dem Südtiroler Agrar- und Forstbericht 2025 zusammenfassen.