Die Windräder wieder im Aufwind?
Vinschgerwind-Titel Nr. 11 im Jahre 2011: Bekommen die Windräder im Vinschger Oberland eine zweite Chance?
Die Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler haben nach dem Hochunserfrauentag im August eine Landtagsanfrage über die „Windkraft in Südtirol“ gestellt. Grundlagen der Anfrage waren der Klimaplan Südtirol 2040, in dem unter anderem festgehalten wird: „Für die Nutzung der Windkraft wird eine Potentialanalyse einschließlich der gesellschaftlichen Akzeptanz durchgeführt.“ Das Amt für Energie und Klimaschutz hat zur Beantwortung dieser Frage im vergangenen Jahr die Universität Trient beauftragt, eine Studie über die Nutzung des Windenergiepotentials in Südtirol durchzuführen. Die zweite Grundlage ist die aktuelle Diskussion in der Gemeinde Brenner, Windkraftanlagen auf dem Sandjoch errichten zu wollen.
Weil die Antworten von Energielandesrat Peter Brunner auch den Vinschgau betreffen, seien sie zitiert. Auf die Frage, welche konkreten Schritte auf die Studie folgen sollen, antwortete Brunner: „Die Studie hat sieben Standorte identifiziert, die potenziell für die Nutzung von kleineren Windparks geeignet sind. Für jeden Standort wurden die Vor- und die Nachteile einer eventuellen Installation grob bewertet (...).“ Als Zone 1 hat Brunner „St. Valentin - Reschensee“ definiert und als Vorteile dort „interessante durchschnittliche Windgeschwindigkeit, Straßen- und Stromanschlüsse sind vorhanden“ genannt. Als zweite Zone nennt Brunner „Göflan“, ohne die genaue Örtlichkeit dort anzuführen. Die Vorteile dort: Straßen- und Stromanschlüsse seien vorhanden. Als Nachteil wird genannt: „Nähe zum Flussbett der Etsch und deshalb erhöhtes Risiko hydrogeologischer Instabilität“. Zu diesen zwei Zonen im Vinschgau werden landesweit noch weitere fünf genannt.
Brunner weiter in seinen Antworten: „Die Studie evidenziert, dass aufgrund der geschätzten jährlichen Stromerzeugung allenfalls folgende Standorte näher untersucht werden könnten. Dabei sind die aufgezeigten Vor- und Nachteile zu berücksichtigen: St. Valentin-Reschensee, Seit (Leifers), Zone Klausen und Fennberg.“
Zur Frage, ob die Landesregierung detaillierte Analysen in Auftrag geben wolle, sagte Brunner Nein. Denn: „Bei der Landesstudie handelt es sich um eine Makrostudie mit dem Ziel, das in Südtirol vorhandene Windpotenzial grundsätzlich zu beleuchten. Detaillierte, standortbezogene, projektorientierte Studien werden nicht von der Landesverwaltung, sondern von den jeweiligen Projektträgern selbst in Auftrag gegeben.“ (eb)