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Gomagoi

Weckrufe an die Partei

von Erwin Bernhart
Beim bestens vorbereiteten und inhaltlich ergiebigen Vinschger Bezirksparteitag der SVP in Gomagoi wurden Vorbreitungen auf die Wahlen in zwei Jahren angemahnt. Man werde sich um das Ausländerthema kümmern müssen, will man nicht das Feld dem Sven Knoll überlassen, mahnte etwa der Ex-SVP-Parteiobmann Richard Theiner.
veröfftl. am 08. Juli 2026

Das Land wird gut verwaltet, der Landeshaushalt ist so umfangreich, wie noch nie, die Gemeinden hatten noch nie so viel Geld, die Wirtschaft läuft, der Kastelbeller Tunnel konnte mit Freude eröffnet werden, 120 Jahre Vinschger Bahn wurde kürzlich gefeiert (sh. Titelgeschichte) - und dennoch: der regierenden Südtiroler Volkspartei laufen die Leute davon, die Anzahl der Landtagsabgeordneten ist derzeit mit 13 der tiefste Stand in der Geschichte und dem Vinschgau droht, wenn nichts passiert, bei den nächsten Landtagswahlen eine Null-Nummer. Es war Richard Theiner, der in Gomagoi beim „Vinschger Bezirksparteitag“ am vergangenen Montag eindringlich angemahnt hat, dass sich die Partei mit der Immigration befassen wird müssen, wenn man nicht den extremen Rechten wie etwa Sven Knoll das Feld überlassen wolle. „Beim Thema Zuwanderung spielt uns die Bevölkerung nicht mehr mit“, warnte

Theiner. Für diesen Weckruf erntete Theiner Zuspruch von LH Arno Kompatscher und von Parteiobmann Dieter Steger. Man müsse doch wieder mehr Mitglieder zusammenbringen, sagte Altmandatar Robert Kaserer und Leo Berger forderte dringendst bessere Auftritte in den Sozialen Medien und eine bessere Kommunikation innerhalb der Partei. Maria Herzl wollte den Fokus auf die Armut in Südtirol gelenkt wissen und David Frank stellte die Überlegung nach einer eigenen Vinschgau-Marke in den Raum.
Es gab einiges zu diskutieren beim von SVP-Bezirksobmann Albrecht Plangger und seiner Stellvertreterin Irmgard Gamper gut vorbereiteten und inhaltlich breit aufgestellten und auch gut besuchten Bezirksparteitag.
Der Stilfser BM Samuel Marseiler stellte die Projekte für das Dorf Stilfs vor, die mit den 20 Millionen Euro PNRR Geldern finanziert werden. Der geduldige Roland Brenner, seit 4 Jahren Präsident der Stilfserjoch GmbH, konnte von der kürzlich erfolgten Ausschreibung der Gehsteige am Joch berichten und bei der Forderung nach Geldern für den Erhalt der Jochstraße stieß Brenner beim LH auf offene Ohren.
Die Senatorin Julia Unterberger und die Kammerabgeordnete Renate Gebhard berichteten aus Rom. Und dann sprach SVP-Obmann Dieter Steger die Forderungen der Kleinbezirke auf Vertretung im Landtag an. Nicht zu machen sei eine Änderung des Wahlgesetzes. Deshalb müsse man parteiintern die Dinge regeln. Steger stellte sich vor, dass weniger als 35 Kandidat:innen aufzustellen seien und dass den kleinen Bezirken ein Exklusivrecht zugestanden werden müsse. Ein Kandidat müsse frühzeitig ernannt und gepusht werden können. „Als Parteiobmann habe ich alles Interesse, dass alle Bezirke vertreten sind“, sagte Steger.
Mit Verve schnitt dann LH Arno Kompatscher sämtliche Vinschger Themen an. Man habe einige lösen können (Kreisverkehr Töll), man habe einiges feiern können (Einweihung Tunnel Kastelbell, 120 Jahre Vinschgerbahn Bahn), man habe gerade beim Zug noch sehr schwierige Monate vor sich. Eine zweigleisige Verbindung Meran-Bozen müsse auch im Vinschgau Thema werden. Im Herbst werde die Studie für den internationalen Ausbau der Vinschgerbahn vorgestellt und sein Ziel sei es, noch in seiner Amtszeit eine Regierungsvereinbarung für den Weiterbau der Bahn in Richtung Schweiz (Kosten um die 2 Milliarden Euro) zustande zu bringen (Tirol habe beim Ausbau der Bahn bisher nur gebremst).