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Bozen/Vinschgau

Vinschger Bahn soll wieder verlässlicher werden

veröfftl. am 14. Oktober 2026

Im Mittelpunkt des Austauschs In Schlanders standen die Störungen im Zusammenhang mit dem neuen Betriebskonzept der Vinschger Bahn. (Foto: LPA/Helga Morandell)»

Am 30. September sind in Schlanders Südtirols Mobilitätsverantwortliche mit Vertreterinnen und Vertretern der Vinschger Gemeinden und des Tourismus zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Störungen im Zusammenhang mit dem neuen Betriebskonzept der Vinschger Bahn.
Neben den Zügen werden auch die Stromversorgung sowie die Systeme zur Steuerung und Sicherung des Bahnverkehrs erneuert. Die Vinschger Bahn ist die erste Regionalbahnstrecke Italiens, auf der das europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 eingesetzt wird. Derzeit funktioniert das Zusammenspiel dieser neuen Systeme noch nicht durchgehend wie vorgesehen. Betroffen sind insbesondere die automatische Betriebssteuerung und einzelne technische Komponenten der neuen Züge. Die Folge sind Unregelmäßigkeiten im Betrieb und Verspätungen. Die neuen Züge werden im Vinschgau getestet und schrittweise in Betrieb genommen. Deshalb sind die Auswirkungen der Anlaufphase dort besonders spürbar. Michael Prader (STA) erklärte, dass ein Großteil der festgestellten Probleme bereits behoben werden konnte. Ein Team des Herstellers Alstom arbeitet vor Ort an den noch offenen Punkten.
Die neuen Elektrozüge dürfen derzeit noch nicht bis nach Meran fahren. Es fehlen noch die erforderlichen Genehmigungen vom italienischen Schienenetzbetreiber RFI, der Europäischen Eisenbahnagentur ERA und der staatlichen Sicherheitsagentur ANSFISA (Agentur für die Sicherheit von Eisenbahnen sowie Straßen- und Autobahninfrastrukturen) für die Einfahrt in das dortige Bahnnetz. Deshalb verkehren aktuell Elektrozüge zwischen Mals und Latsch sowie Dieselzüge zwischen Laas und Meran. Die Dieselzüge bleiben wie geplant bis 2030 im Einsatz. Die Genehmigungen werden Anfang 2027 erwartet.
Für den Umstieg in Latsch wurde ein Zeitpuffer von rund 30 Minuten vorgesehen. Dadurch sollen Anschlüsse auch bei Verspätungen erreicht werden. Für die Fahrgäste bedeutet dies allerdings längere Reisezeiten. Zusätzlich verkehren die Ersatzbusse der Linie B250 weiterhin im Halbstundentakt zwischen Mals und Meran.
„Ein verlässlicher Betrieb im Vinschgau ist die Grundlage dafür, das Angebot auszubauen und die Anbindung bis nach Meran zu verbessern. Die Investitionen in neue Züge und eine moderne Infrastruktur sind notwendig, damit die Menschen auch künftig auf die Bahn zählen können“, unterstrich Mobilitätslandesrat Alfreider.
Für den weiteren Ausbau des Angebots kann derzeit laut STA noch kein verbindlicher Termin genannt werden.