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Stellungnahme vom Laatscher Fraktionspräsidenten Andreas Paulmichl

Verkehr fließt wieder – und jetzt?

veröfftl. am 02. September 2026

Glurns hat ein Verkehrsproblem. Laatsch und andere Dörfer aber auch. Während der zweimonatigen Sperre des Durchzugsverkehrs in Glurns wurde deutlich spürbar, was es bedeutet, wenn ein Problem einfach über die Gemeindegrenze verlagert wird.
Die Sperre ist beendet, das Verkehrsproblem bleibt ungelöst. Der Verkehr ist weiterhin da. Radfahrer, Motorräder, Urlauber, Camper, Einheimische, Pendler und Wirtschaftstreibende gehören zu unserem Alltag. Weniger wird es nicht – also muss der Verkehr gelenkt werden. Mit Rücksicht auf die Menschen, die hier leben.
Während der Sperre wurden unsere Orte zu reinen Durchfahrtsräumen. Der Fußgänger blieb dabei auf der Strecke. Besonders nachdenklich stimmt, dass in Laatsch selbst in der 30er-Zone beschleunigt und überholt wurde. Wo bleibt hier die Verantwortung gegenüber den Menschen, die dort wohnen und zu Fuß unterwegs sind?
Auch die Ötztal Classic am 6. August brachte zusätzliche Verkehrs-, Lärm- und Abgasbelastung. Überall wird von Umwelt- und Klimaschutz gesprochen. Gleichzeitig werden Veranstaltungen genehmigt, bei denen zahlreiche Oldtimer durch unsere Dörfer fahren. Das passt nicht zusammen. Wer übernimmt dafür die Verantwortung?
Jetzt ist Zeit für eine ehrliche Analyse: Was hat die Sperre tatsächlich bewirkt? Wo wurde Verkehr nur verlagert? Welche Belastungen sind für die betroffenen Orte entstanden? Diese Fragen müssen auf den Tisch.
Das Problem betrifft nicht nur Glurns, sondern das gesamte Verkehrsnetz im Vinschgau. Deshalb braucht es jetzt ein ernsthaftes Gespräch zwischen den betroffenen Gemeinden, dem Land und allen zuständigen Stellen – bevor die nächste Verkehrsmaßnahme kommt.
Wir brauchen ein gemeinsames Konzept: Wie wird der Verkehr gelenkt? Wie schützen wir Ortskerne und Fußgänger? Wo braucht es Kontrollen und konkrete Maßnahmen? Und wie werden betroffene Gemeinden künftig eingebunden?
Lebensqualität gilt für alle – die Belastung darf nicht einfach weitergereicht werden.
Man darf gespannt sein, wann ein Gesprächstermin mit allen Betroffenen zustande kommt – und vor allem, wer dazu einlädt.
Die Sperre ist vorbei. Der Verkehr fließt wieder. Gemeinsam reden. Aber nicht irgendwann – jetzt.
Andreas Paulmichl