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Kasernenareal Schlanders

„So ist es schwierig, Georg“

von Angelika Ploner
Der Tausch der Villa Ausserer und des Schotterparkplatzes neben dem Kasernenareal Schlanders mit dem Staat ist um über 1,7 Millionen vom Gemeinderat abgesegnet worden. Mehrheitlich. Gemeinderätin Karin Meister von der Südtiroler Freiheit ging in die Offensive.
veröfftl. am 30. September 2026

Ratsmitglied Karin Meister von der Südtiroler Freiheit in Richtung Generalsekretär Georg Sagmeister: „Es fehlen Unterlagen, der Text ist nur auf italienisch. So ist es schwierig, Georg.“

Warum ist hier ein Dringlichkeitsbeschluss vom Gemeindeausschuss gefasst worden, obwohl das eindeutig in die Zuständigkeit des Gemeinderates fällt? Warum ist nicht der Gemeinderat im Dringlichkeitswege einberufen worden? Es kann nicht sein, dass wir über eine Sache im Wert von über 1,7 Millionen Euro entscheiden müssen und uns nur ein italienischer Text vorgelegt wird.“ Die Sache ist der Tausch zweier Parzellen, jene der Villa Ausserer und jene, des angrenzenden Schotterparkplatzes neben dem Kasernenareal in Schlanders. Karin Meister, Schlanderser Ratsmitglied der Südtiroler Freiheit, stellte der Bürgermeisterin Christine Kaaserer und dem Sekretär Georg Sagmeister bei der Gemeinderatssitzung am 17. September 2026 unbequeme Fragen und pochte auf die deutsche Muttersprache. Beide, Generalsekretär und Bürgermeisterin, machten dann eher „brutta figura“.
Dabei hatte Kaaserer vorab alle Überzeugungskraft walten lassen: „Die Operation, um die sich unsere Vorgänger intensiv bemüht haben, ist endlich gelungen und hat einen ersten Abschluss gefunden. Der Schotterparkplatz neben dem Kasernenareal bei der Villa Ausserer wird seit 14 Jahren genutzt. Im Tauschwege sollen die zwei Parzellen, eine Grundparzelle und eine Bauparzelle in den Besitz der Gemeinde kommen.“ Der Deal des Rahmenabkommens, das eine Gültigkeit von fünf Jahren hat: Für die beiden Parzellen erhält die Finanzpolizei fünf Wohnungen im zu errichtenden Baulos 1 (sprich auf jenem Areal, das bereits abgerissen wurde), drei Wohnungen mit 100 Quadratmeter Bruttofläche und zwei Wohnungen mit 80 Quadratmeter Bruttofläche plus 10 Garagen-Stellplätze (der Vinschgerwind berichtete in der Ausgabe 18/26). Die Wertsumme, die von der Agentur für Staatsgüter als angemessen mitgeteilt wurde, beläuft sich auf 1.753.000 €.
Sagmeister: „Wir haben die Übersetzung angefordert, aber nicht erhalten.“ Und: „Wir wollten das Ganze noch mit dem abberufenen Divisionsgeneral Gavino Putzu, dem Regionalkommandanten der Finazpolizei abschließen, deshalb musste alles schnell gehen.“
Schützenhilfe erhielt der Generalsekretär von SVP-Ratsmitglied Georg Hasenburger und Referent Günther Bernhart. Bernhart: „Rahmenabkommen sind Programmvereinbarungen und können vom Bürgermeister unterschrieben werden und innerhalb 30 Tagen zur Ratifizierung dem Gemeinderat vorgelegt werden. Genau an diesem Punkt beißen sich aber zwei Normen. Inhaltlich ist das ein strategisch wertvoller Grund und den nächsten Verwaltungen wird ein guter Dienst erwiesen.“ Hasenburger: „Das Recht auf Muttersprache gilt es zu verteidigen. Aber das ist ein Vertragspartner in Rom, deshalb ist der Einwand der Gleichwertigkeit der Sprachen im Vertragswesen mit dem Staat hinfällig.“ Bei drei Enthaltungen wurde dem Deal mehrheitlich zugestimmt.