Auf Rettung hoffend
Die Presse war nicht geladen. Offensichtlich sagen dann die Leute ungeschminkt ihre Meinung, so die Meinung der Organisatoren. Das Kulturhaus in Tarsch war am Montag, den 15. Juni proppenvoll. Auffallend viele junge Leute, ebenso die BM von Latsch und von Ulten, die Geschäftsführung des Skigebietes Schwemmalm ebenso wie die Vertreter der Liftgesellschaft im Tourismusverein Latsch. Es muss wohl ernst sein.
Die Fraktion Tarsch, mit Fraktionspräsident Herbert Schwarz an der Spitze, hat in den Vorfeldgesprächen mit den Investorenvertretern bereits klar zum Ausdruck gebracht, unter welchen Vorzeichen sie als Grundbesitzerin einem Ausbau des Skigbietes mit möglichen Zusammenschluss mit dem Skigebiet Ulten zustimmen könnten: kein zusätzlicher Verkehr durch die engen Gassen von Tarsch, Errichtung der erforderlichen Kanalisierung, von Stromkabinen usw. Bei der Bürgerversammlung in Tarsch hat man diese Forderungen wiederholt.
Die Investorenvertreter Franz Holzknecht, ehemaliger Geschäftsführer des Skigebietes Schwemmalm, und Harald Amrhein haben das Traum-Projekt erläutert, welches in groben Zügen eine Verbindung von der Talstation der Seilbahn St. Martin zur Talstation des Skiliftes Latsch I vorsieht, einen Neubau des Zubringers Latsch I, einen Neubau eines Liftes hinauf zum Tarscher Joch und dann einen Verbindungslift auf Ultner Seite hinunter zum Weiberhimmel. Jedenfalls sind auf Latscher Seite sämtliche Lifte und Pisten im aktuellen Skipistenplan enthalten. Das ist für die Verbindung auf Ultner Seite nicht der Fall. Vor nicht allzu langer Zeit hat ein Treffen der Investorenvertreter mit Vertretern der Landesregierung stattgefunden und dabei wurde, neben Wohlwollen dem Projekt gegenüber, genau auf jenen „weißen Fleck“ in Richtung Ulten warnend hingewiesen.
Dizipliniert und sachlich sei, so sagt es der Präsident des Tourismusvereines Latsch-Martell Roman Schwienbacher, den Medien, diskutiert worden. Man sei deshalb positiv überrascht. Größere Bedenken kamen von Seiten der Ladnwirtschaft. Denn für eine Lift- oder Bahnverbindung vom Zuggleis bei der Seilbahn St. Martin bis hinauf zur Talstation oberhalb von Tarsch sind mindestens 48 Grundparzellen betroffen.
Innerhalb Juli soll von den Investoren eine neue Gesellschaft mit Sitz in Latsch gegründet werden, die sich dann mit den Grundbesitzern, mit dem Bürokratischen, mit der Weiterführung der bereits laufenden Machbarkeitsstudie beschäftigen soll. In Aussicht gestellt ist, dass der Zubringerlift Latsch I bereits im nächsten Jahr abgetragen, neu aufgestellt und mit 2028 in Betrieb gehen könnte. Das wäre für den Tourismusverein und der darin inkludierten Liftgesellschaft so etwas wie das rettende Element. Denn eine Revision 2030 könne man sich nicht mehr leisten.
In Tarsch nicht zugegen war der Hauptinvestor Dalimil Mika aus der Tschechei, der es offenbar vorzieht, vorerst im Hintergrund zu bleiben. Der in Tschechien bekannte Rechtsanwalt und Gerichtsvollzieher (tschechisch „soudni exekutor“) ist in seiner Heimat kein unbeschriebenes Blatt, so die gesicherten Recherchen. Mika ist mit seiner Familie Besitzer des Skigebietes Papresk und war dort wegen des Baues eines illegalen Speicherbeckens angeklagt und bekam im Vorfeld dafür von den Umweltverbänden den Negativpreis eines „Ropak“ („Umweltsünder des Jahres“).