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Vetzan/FF/Schulung

Massenunfälle und Flugrettung

von Heinrich Zoderer
Bei der Informationsveranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Vetzan am 14. Jänner ging es um die Zusammenarbeit der Feuerwehr mit den Rettungsdiensten und der Flugrettung bei Unfällen mit vielen Verletzten.
veröfftl. am 17. Februar 2026

v. l.: Klaus Ratschiller, Hannes Gamper, Veronika Klotz, Andreas Rechenmacher, Nicole Ritsch und Gert Stecher, der Kommandant-Stellvertreter.

Zu Jahresbeginn organisiert die Feuerwehr Vetzan seit einigen Jahren eine Schulung bzw. Informationsveranstaltung, um sich weiterzubilden und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Rettungsdiensten zu verbessern. In diesem Jahr haben Veronika Klotz und Andreas Rechenmacher von der FF Vetzan zwei Referenten in das neue Gerätehaus der Feuerwehr Vetzan eingeladen, um über die Abläufe und Koordination bei Massenunfällen und mit der Flugrettung zu informieren und mit den Feuerwehrleuten darüber zu diskutieren. Eingeladen waren Nicole Ritsch, Notärztin, Bezirksfeuerwehrärztin und stellv. Primarärztin der Abteilung Anästhesie und Wiederbelebung im Krankenhaus Schlanders und Hannes Gamper, Dienstleiter im Stützpunkt Laas von Pelikan 3, Flugretter und Krankenpfleger. Nicole Ritsch berichtete darüber wie die Rettungsdienste bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) vorgehen. Im Unterschied zu einem normalen Rettungsdienst mit weniger als fünf Verletzten, muss bei einer großen Anzahl von Verletzten das sogenannte MANV Konzept aktiviert werden. Es besteht aus vier Stufen: MANV 1 mit 5-10 Verletzten, MANV 2 mit 11-25 Verletzten, MANV 3 mit mehr als 25 Verletzten und MANV 4 im Katastrophenfall. Je mehr Verletzte, umso mehr Krankentransportwagen, Rettungswagen, Notärzte, Sanitäter und Rettungsdienste werden benötigt. Um effizient arbeiten zu können, muss die Unfallstelle abgesichert und die Zufahrt frei gelassen werden. Die Einsatzleitung muss sich einen Überblick verschaffen, einen Behandlungsplatz für die Verletzten und eine Weiße Zone für die Unverletzten einrichten und die ganzen Arbeiten zwischen den verschiedenen Rettungsdiensten koordinieren. Die Feuerwehr übernimmt wichtige Lotsendienste. Der Feuerwehrkommandant unterstützt als ortskundige Person die Einsatzleitung bei der Organisation und Koordination. Hannes Gamper berichtete über die HELI Flugrettung Südtirol. Pelikan 1 ist in Bozen, Pelikan 2 in Brixen und Pelikan 3 in Laas und der vierte Notarzthubschrauber Aiut Alpin Dolomites ist in Gröden stationiert. Alle Notarzthubschrauber werden bei einem Einsatz von vier Personen besetzt: Pilot, Notarzt, Flugretter und einem Bordtechniker (Windenoperator). Die Hubschrauber sind im Winter von 6:00 bis 22:00 Uhr und im Sommer bis 23:00 Uhr im Einsatz. Wie Hannes Gamper mitteilte hat Pelikan 3 durchschnittlich drei Einsätze pro Tag, dabei einige auch in die Nachbarregionen. Gamper informierte über die Beschaffenheit der Landeplätze, das Einweisen des anfliegenden Hubschraubers und die internationalen Einwinkzeichen. Nach den Ausführungen der beiden Referenten gab es eine rege Diskussion. Klaus Ratschiller, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, dankte den Referenten und den Feuerwehrleuten für die wertvollen Informationen und die Diskussionsbeiträge.