Leserbriefe 5-2026
Appell für ein lebenswertes Schlanders
Schlanders hat den ersten Preis als „Vanguard City – Europäische Hauptstadt des kleinen Einzelhandels 2026“ gewonnen und damit ein europaweit beachtetes Signal gesetzt: Ein Dorf, in dem alles in 7 Minuten zu Fuß erreichbar ist, das konsequent auf ökologische Haltung, E‑Mobilität, sichere Radwege, ein lebendiges Zentrum und Gemeinschaft stärkende Ideen setzt, wurde in Brüssel ausgezeichnet. Dieser Anerkennung liegt eine klare Vision zugrunde: Lebensqualität entsteht dort, wo Menschen Vorrang haben – nicht Autos.
Gerade deshalb würde der Bau einer Tiefgarage im historisch bedeutsamen, grünen und sensiblen Kapuzineranger im direkten Widerspruch zu den Prinzipien stehen, für die Schlanders ausgezeichnet wurde. Der Kapuzineranger ist mehr als eine Fläche: Er ist ein Ort der Ruhe und Erholung, ein Gemeinschaftsgarten, ein Stück Geschichte, ein Symbol für das, was ein Dorf lebenswert macht.
Wer „Vanguard City“ in Europa sein will, darf nicht gleichzeitig seinen wertvollsten Grünraum versiegeln. Wer für nachhaltige Mobilität geehrt wird, kann nicht im Herzen des Dorfes ein Projekt vorantreiben, das genau diese Idee untergräbt. Und wer ein 7‑Minuten‑Dorf sein will, ein lebendiges, fußgängerfreundliches Zentrum anstrebt, braucht dezentrale Parklösungen – nicht eine Tiefgarage im empfindlichsten Teil des Ortskerns.
Schlanders braucht jetzt den gemeinsamen Willen, seine Auszeichnung ernst zu nehmen und das zu bewahren, was unser Dorf einzigartig und lebenswert macht.
Der Kapuzineranger muss als unversiegelter, kühlender Grünraum im Herzen von Schlanders geschützt bleiben – für uns und für kommende Generationen.
Freitag, 20.02.2026
Unterschrieben von 19 Schlanderser
Bürgerinnen und Bürgern
(Namen der Reaktion bekannt)
Wenn Gluten zur Ausgrenzung führt
Ich habe die Nase voll. Wirklich! Meine Tochter ist 10 Jahre alt. Sie hat Diabetes Typ 1 und Zöliakie, beides unheilbare Autoimmunkrankheiten. Sie ist klug, fröhlich, neugierig, und sie möchte einfach nur das tun, was für andere Kinder selbstverständlich ist.
Doch genau das ist häufig nicht möglich. Ganz konkret betrifft uns das öfters, so vor Jahren bei der Sommerbetreuung in Schluderns, als die Verpflegung aus dem Altersheim kam und selbst gewährleistet werden musste, und derzeit bei der Gitarrenwoche im Schloss Goldrain. Beides sind Angebote, die jedes Kind ohne Weiteres besuchen kann. Meine Tochter jedoch nicht. Der Grund ist immer derselbe: Es fehlt glutenfreies Essen für Menschen mit Zöliakie.
Im Bildungshaus Schloss Goldrain wurde mir freundlich erklärt, dass zwar glutenfrei gekocht werde, allerdings nur für Glutenunverträglichkeit, nicht für Zöliakie. Das hilft uns leider gar nicht. Für Menschen mit Zöliakie reicht „ein bisschen glutenfrei“ nicht aus. Schon kleinste Spuren haben gesundheitliche Folgen. Das bedeutet für meine Tochter den Ausschluss.
Wir leben im Jahr 2026. Zöliakie ist keine Modeerscheinung, sondern eine anerkannte Autoimmunerkrankung. Glutenfrei zu kochen ist kein Luxus, sondern eine medizinische Notwendigkeit.
Was macht der Ausschluss mit einem Kind? Es lernt: Du passt da nicht dazu. Deine Anforderungen an das Essen sind lästig. Inklusion endet offenbar dort, wo sie unbequem wird.
Das alles ist sehr frustrierend und ärgerlich für uns, besonders, wenn man bedenkt, dass die Bildungseinrichtungen großzügig von der öffentlichen Hand mitfinanziert werden, wir also im Grunde mitbezahlen. Dabei sind Vielfalt und Beteiligung zentrale Grundwerte im Leitbild der Südtiroler Weiterbildung. Auch das Grundrecht aller auf Weiterbildung ist in diesem verankert. Schöne Worte, die Realität ist für Menschen mit Zöliakie jedoch nicht selten eine andere. Glück hatte wir mit dem GWR und im Bildungshaus Lichtenstern am Ritten. Daher unser Appell an Sie, Herr Landesrat Achammer und an alle Bildungsorganisationen im Westen: Unterstützt uns bitte, damit Menschen, die es ohnehin schon schwerer haben als andere, nicht auf noch mehr verzichten müssen.
Meine Frage bleibt: Wie kann es sein, dass Bildungsträger keine sicheren glutenfreien Alternativen einplanen und das Angebot von glutenfreier Ernährung z.T. vom guten Willen einzelner Köche abhängt? Wie viele Kinder müssen noch ausgeschlossen werden, bis verstanden wird, dass Teilhabe kein Extra ist, sondern ein Recht?
Meine Tochter will keinen Sonderstatus. Sie will einfach dazugehören. Ist das wirklich zu viel verlangt?
Martina Marseiler, Tartsch
Privatisierung Reinigungsdienste Krankenhaus Schlanders
Sorge und Enttäuschung, als wir Eltern Behinderter von dieser Auslagerung erfahren haben. Für viele Menschen mit Behinderung oder Menschen mit psychischen Problemen sind diese Arbeitsplätze oft die einzige Möglichkeit, um in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu kommen.
Durch die Privatisierung fehlen diese Arbeitsplätze in Zukunft für diese Menschen völlig, und für jene, die aktuell einen solchen Arbeitsplatz haben, wird es enorm schwierig werden, wenn die Arbeitskollegen, die ihnen oft eine notwendige Stütze sind, wegfallen. Wo sollen in Zukunft Arbeitsplätze gefunden werden, wenn man diese Entwicklung weiter vorantreibt, bei einer rasant steigenden Zahl von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, wie es in der Samstagsausgabe der Dolomiten zu lesen war?
AEB-Vinschgau, Zerzer Claudia Moser
Wichtige Recherche
Aus den verschiedenen Zeitungen liest man, dass der Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber im Rahmen der Recherche herausgefunden hat, dass der Name Südtirol in der italienischen Verfassung, als auch im Sonderstatut für die Region nicht vorkommt. Nur als autonome Provinz Bozen wird unser Land vom Italienischen Provincia autonoma di Bolzano übersetzt und bezeichnet.Ist unsere Autonomie wirklich so gut wie ihr nachgesagt wird? Wenn nicht einmal der uralte, vom Schloss Tirol ausgehende Name für unser Land in der Verfassung als auch im Sonderstatut für die Region eingetragen ist? Großen Dank an den Abgeordneten Andreas Leiter Reber für seine wichtige Recherche. Denn der Name Tirol bzw. Südtirol macht erst unsere besondere Identität in Europa und auf der Welt aus!Auch die geschichtsbewußten und verständnisvollen Italiener könnten den, von den Faschisten eingeführten Namen Alto Adige durch den Namen Sud Tirolo ersetzen.
Ernst Gögele, Plaus
HAIKU – Gedicht in Dialekt
Die Polmkatzlen bliahn schun, obwohl no viele Tog Winter isch.
©Helga Maria Gorfer
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