Leserbriefe 22-2026
Wasser und das Geld
Mit dem Dekret des SVP- LH Kompatscher, vom 20.07.2026, zum Wasser sparen in Süd Tirol hat er damit nicht allen eine Freude gemacht. Wasser ist zur Zeit knapp und trotzdem lukrativ und Gewinnbringend, das wissen nicht nur die Firmen Alperia und die Brauerei Forst, welche damit Jährlich hunderte von Millionen Euro Gewinn machen, sondern auch die SVP regierte Marktgemeinde Naturns. In den letzten Jahren generierte Naturns Mehreinnahmen von ca. € 300.000 beim
Trink- und Abwasser durch die jährliche Erhöhung der Gebühren, wohl wissend dass es dafür keine Notwendigkeit gab. Trotz mehrfacher Nachfrage einiger Gemeinderäte zumindest die abgeschaffene Vergünstigung für Gartenbesitzer beim Abwasser wieder einzuführen wurde diese mit folgendem Argument vom SVP Bürgermeister Zeno Christanell vehement abgelehnt, es wäre nicht gerecht denjenigen gegenüber welche keine besitzen und somit diese Kosten der Vergünstigung mittragen müssten. Deswegen stelle ich mir folgende Frage, wieso müssen wir private Bürger, € 1,80/M3,
in Naturns die vergünstigten Abwassergebühren der Obstgenossenschaft Texel, € 1,20/M3 mittragen.
Aber solange die Entscheidungsträger aus einer SVP-Mehrheit in Südtirol und Naturns kommen, wird sich so schnell nichts ändern, auch nicht bei den Gemeindegebühren. Deshalb appelliere ich an die Naturnser BürgerInnen, spart beim Wasserverbrauch, damit die SVP Vorgaben aus Bozen eingehalten werden und die Mehreinnahmen der SVP in Naturns geringer ausfallen.
Elmar Karl Müller, Naturns
„Vinschger Playboy“
Ein bemerkenswerter Beitrag über das Leben und Wirken eines großen Vinschgers: des Künstlers Hans Ebensperger, das oft in Vergessenheit gerät oder bei manchen noch gar nicht ins Bewusstsein vorgedrungen ist. Und es ist dem Autor gelungen, ein menschliches Bild eines bewegten, oft aufregenden, aber auch niederschmetternden Lebens - das viel zu früh das irdische Ende gefunden hatte - nachzuzeichnen. Meine Erinnerungen reichen an die beinahe sagenumwobene Figur eines „Vinschger Playboys“ im roten Alfa Romeo Spider, den ich und meine ebenso pubertierenden Schulfreunde Anfang der 1960-er Jahre in Meran beneideten. In Obermais konnte man den Künstler in jener Zeit des öfteren antreffen, da er, soweit ich mich entsinne, ein Sgraffito an der Außenwand einer Villa (meines Wissen der bekannten Arztfamilie Dr. Kneringer) in der Cavourstraße nicht unweit der St. Georgenkirche anbrachte.
Und im roten Sportwagen riss er immer wieder hübsche Frauen, besonders junge Skihaserln in Sulden und Trafoi auf und führte sie zum Après-Ski. Aber nicht alle diese Bekanntschaften schafften es, zeitlebens mit dem Bildnis roter Rosen an einer Malser Hauswand in tiefer Zuneigung und Erinnerung des Künstlers zu bleiben, einem Künstler, der auch noch in der dunkelsten Stunde seines Daseins an das Licht glaubte, auch wenn die Sonne sich zum Untergehen anschickte.
Ein bemerkenswerter, gut recherchierter und lesenswerter Beitrag, der dem Redakteur Peter Tscholl gelungen ist.
Franz G. Angerer
P. Robert (Anton) Prenner OFMCap
Anton wurde am 2. April 1936 in Reschen geboren. Mit acht Jahren verlor er seine Mutter. So erlebte er keine leichte Kindheit.
Er besuchte die Mittelschule und das Gymnasium in Salern, das Lyzeum im Vinzentinum. Die Matura legte er am staatlichen Gymnasium-Lyzeum in Meran ab. 1953 trat er in den Kapuzinerorden ein, erhielt den Namen Robert und legte 1957 das ewige Ordensgelübde ab. Am 29. Juni 1962 wurde er im Dom von Brixen zum Priester geweiht.
Anschließend studierte er Altphilologie an der Universität Innsbruck. Zehn Jahre unterrichtete er darauf an der Mittelschule in Salern literarische Fächer.
Im Jahr 1983 übernahm er die Schriftleitung des St. Antoniusblattes und machte es in den folgenden 25 Jahren zu einer viel beachteten Monatszeitschrift. P. Robert erkannte die Zeichen der Zeit, hatte ein Gespür für Themen, die erst kommen (werden), so wies er z. B. auf die „Bewahrung der Schöpfung“ hin - lange vor der ökologischen Wende. Keiner wichtigen Streitfrage ging er aus dem Weg, war aber – in Respekt vor den jeweils unterschiedlichen Meinungen - immer um Ausgleich bemüht. Viele Beiträge schrieb er selbst, gewann aber auch namhafte Autorinnen und Autoren für Beiträge oder die Gestaltung von Rubriken. 40 Jahre lang gestaltete P. Robert zunächst den beliebten Liebeswerkkalender und dann ab 2007 den (in Aufmachung, Inhalt und Ausrichtung gleichen) Kapuzinerkalender. Auch die Kalender stellte er jeweils unter ein Thema, z. B. „Tiroler Heilige“ (2021) oder „Quellen und Orte der Kraft“ (2023). Wichtig war ihm die Betreuung der Förderinnen und Förderer, die Antoniusblatt und Kalender unentgeltlich verteilten. Über ein gelungenes „St. Antoniusblatt“- Heft zur Volksmusik (1991) wurde der damalige Schriftleiter des „Sonntagsblatts“, Josef Innerhofer, auf P. Robert aufmerksam und gewann ihn als ständigen Mitarbeiter der Kirchenzeitung. Über 30 Jahre bereicherte P. Robert das „Sonntagsblatt“ mit seinen Beiträgen (Kürzel: pr). Eingehend behandelte er theologisch und pastoral relevante Themen, berichtete ausführlich über Vorträge und Tagungen, interviewte gekonnt namhafte Persönlichkeiten ebenso wie nach außen hin unscheinbare Menschen, besprach die neuesten Bücher und würdigte in einfühlsamen Nachrufen geistliche Mitbrüder. Dabei erwies sich P. Robert als aufmerksamer, wacher und fragender Mensch, griff mutig aktuelle, brennende kirchliche Fragen auf und gab Antworten, mit denen die Leser/-innen etwas anfangen konnten. Er war keinen Jammerer, sondern sah die Dinge positiv, stand loyal zur Kirche, sagte seine Meinung, äußerte seine Kritik auf eine vorsichtige und vornehme Art - in einer gepflegten, lebensnahen und leserfreundlichen Sprache. Mit seinen Fotos baute er sich im Laufe der Jahre ein umfangreiches Archiv auf. Darauf konnte er zurückgreifen .
Über 60 Jahre arbeitete der bescheidene Ordensmann segensreich im Weinberg des Herrn, nicht nur im Kapuzinerkloster Meran. So fuhr er viele Jahre bei Wind und Wetter frühmorgens mit dem Fahrrad zur Messfeier ins Kloster Steinach nach Algund, ins Provinzhaus der Barmherzigen Schwestern oder in die Privatklinik Martinsbrunn. Bereitwillig half er in verschiedenen Pfarreien der Umgebung aus. Ein großes Anliegen war es ihm, die Gottesdienste und Feiern gut vorzubereiten sowie die Frohbotschaft überzeugend, zeitgemäß und lebensnah zu verkünden. Viel Zeit nahm er sich auch für Menschen, die geistliche Begleitung suchten. Ende 2024 erkrankte P. Robert schwer. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten kam er ins Kur- und Pflegeheim St. Josef, wo er bis zu seinem Tod am 26.August 2026 liebevoll und fürsorglich betreut wurde.
Bei der Beerdigung würdigte Bischof Ivo Muser den Verstorbenen und schloss mit den Worten: „Ich danke P. Robert für sein Sein und Wirken unter uns und wünsche ihm die Freude und das Licht des Himmels.“
Sepp Pircher
HAIKU – Gedicht
abgedruckt im Dezember 2024 im
Enkô/ Japan:
Oktoberwind –
er trägt den Farbenklang
von Schafglöckchen.
© Helga Maria Gorfer
Kommentare und Anfragen zum Thema Haiku an
Sehr geehrter Herr Alfreider,
mit der öffentlichen Mobilität im Vinschgau ist’s ja ohnehin nicht weit her, was die Ausfälle und Verspätungen betrifft.
Aber es kann doch nicht sein, dass wir im Vinschgau noch immer wie im Mittelalter leben müssen - ab kurz vor 20 Uhr fährt Richtung Vinschgau der Bus nur noch stündlich, der Zug gerade mal wieder gar nicht und in die andere Richtung ist um 21.30 Uhr Schluss, da ist nix mit Ausgehen, Kino, Veranstaltungen, Vereinsleben, Kultur!!
Wollen wir das so? Nein!! Kein Wunder, dass keiner aufs Auto verzichten will…
Beste Grüsse
Sabine Schmid, Latsch
Die Natur ist der beste Denkmalschützer!
(anstatt eines Leserbriefs)
Erich Daniel Schlanders
Altocumulus
Claudia Gurschler aus Schlanders hat vor Kurzem eine interessante Wolkenformation über dem Ifinger fotografiert. Schön zu sehen war dieses Schauspiel auf der Strecke zwichen Naturns und Töll. Eine Altocumulus lenticularis Wolke hat Claudia Gurschler herausgefunden.
AUS für Damensauna
Es herrscht gelinde gesagt Unmut bei vielen Frauen, die die Damensauna im Hallenbad Sportwell in Mals regelmäßig besucht haben. Noch im vergangenen Jahr gab es die Möglichkeit, einmal wöchentlich für 3 ½ Stunden die Damensauna zu besuchen. Dieses Jahr wurde diese Sauna - für uns Frauen unverständlich - gestrichen. Das wird von vielen Stammkundinnen sehr bedauert. Denn die Damensauna fördert die Vernetzung, den Austausch und das Zusammengehörigkeitsgefühl von Frauen unterschiedlicher Generationen und sozialer Hintergründe. Viele Frauen benötigen einen geschützten, ungestörten Rahmen im öffentlichen Raum, um sich wohlzufühlen. Ein geschützter Raum erleichtert den Saunabesuch für Frauen mit körperlichen Veränderungen nach medizinischen Eingriffen, oder für Mädchen und junge Frauen in der Pubertät. Auch ältere Frauen fühlen sich in der Damensauna wohl und angenommen. Wir möchten an die Verantwortlichen appellieren, diese wunderbare Einrichtung Sauna für uns Frauen zu erhalten, denn Strukturen abzuschaffen, die sich nach den Bedürfnissen der Frauen richten, kann nicht die Lösung sein. Denn 3 ½ Stunden einmal wöchentlich für Frauen einzuplanen, sollte wohl möglich sein.
Unterschriften:
Christiane Polin, Erna Sprenger Rita Sprenger, Ira Windecker Hensel, Sonja Sagmeister, Alena De Stefani, Christine Thuille Veronika Polin, Emma Sagmeister, Sonja Abart, Elke Theiner, Angela Zwick, Beate Grasser, Maria Luise Marx, Annemarie Zwick, Elisabeth Spechtenhauser, Elfriede Marx, Verena Steck, Margit Paulmichl, Annelies Agethle, Gertrud Schwarz, Ulla Spiess und Ronald Patscheider