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Leserbriefe

Leserbriefe 12-2026

veröfftl. am 10. Juni 2026

„Wir fordern wirksame Maßnahmen“

Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert wirksame Maßnahmen für die betroffene Bevölkerung entlang der Autobahn sowie auf Südtirols Durchzugs- und Passstraßen
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau zeigt sich beeindruckt von der großen Beteiligung an der Kundgebung vom 30. Mai 2026 am Brennerpass. Über 5.000 Menschen haben sich auf der Autobahn versammelt, um auf die zunehmende und für viele Betroffene nicht mehr tragbare Verkehrsbelastung aufmerksam zu machen. Auch Vertreter der Umweltschutzgruppe Vinschgau nahmen an der Veranstaltung teil, um ihre Solidarität mit den verkehrsgeplagten Bürgerinnen und Bürgern zum Ausdruck zu bringen.
Die Kundgebung machte deutlich, dass die Probleme des Transitverkehrs nicht an der Staatsgrenze enden. Zahlreiche anwesende Südtirolerinnen und Südtiroler berichteten von ähnlichen Belastungen südlich des Brenners. Lärm, Schadstoffbelastung und ein stetig wachsendes Verkehrsaufkommen beeinträchtigen zunehmend die Lebensqualität vieler Menschen entlang der wichtigsten Verkehrsachsen.
Besonders kritisch bewertet die Umweltschutzgruppe Vinschgau auch die Entwicklung auf den zahlreichen Pass- und Durchzugsstraßen des Landes. Auch dort nimmt der Verkehr seit Jahren kontinu-ierlich zu. Die Folgen sind für Anwohnerinnen und Anwohner ebenso spürbar wie für die Umwelt und den Tourismus. Dennoch fehlen nach Ansicht der Umweltschutzgruppe wirksame politische Maßnahmen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Mit weiteren Tourismus-Infrastrukturen wird die Situation noch mehr angeheizt.
Mit Unverständnis wird zudem die zurückhaltende Haltung der Südtiroler Landesregierung gegenüber den Anliegen der Kundgebung aufgenommen. Obwohl die Verkehrsproblematik seit Jahren bekannt ist und wiederholt Gegenstand politischer Gespräche und Verhandlungen war, konnten bislang keine entscheidenden Verbesserungen erzielt werden.
„Die große Beteiligung an der Kundgebung zeigt, dass die Geduld der betroffenen Bevölkerung zunehmend erschöpft ist. Viele Menschen sorgen sich berechtigterweise um ihre Gesundheit, ihre Lebensqualität und die Zukunft ihrer Heimat. Diese Sorgen dürfen nicht länger ignoriert werden“, betont die Umweltschutzgruppe Vinschgau.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau appelliert daher an die politisch Verantwortlichen, die Anliegen der Bevölkerung entlang der Brennerachse sowie der stark belasteten Durchzugs- und Passstraßen ernst zu nehmen und rasch konkrete Entlastungsmaßnahmen umzusetzen. Gefordert sind Lösungen, die den Schutz der Bevölkerung, die Lebensqualität in den betroffenen Gemeinden und den Erhalt der sensiblen Alpenregion in den Mittelpunkt stellen.
Die Kundgebung am Brenner hat ein klares Signal ausgesendet: Die Menschen erwarten nicht weitere Ankündigungen, sondern wirksame und spürbare Maßnahmen gegen die stetig wachsende Verkehrs-belastung.
Umweltschutzgruppe Vinschgau

 

„...wenn man das Pech hat“

Im Interview mit dem Herrn Walcher kam die interessante Feststellung von Herrn Bernhart, „das Pestizidthema sei in der öffentlichen Wahrnehmung vom Tisch“. Wie das? Allerdings habe ich selbst (als unermüdliche und einsame Kämpferin) auch den Eindruck. Dabei wird in Südtirol sonst bei allem, was Kinder und deren Wohlergehen und Gesundheit betrifft (obwohl ich Erwachsene definitiv auch für schützenswert halte!!), gerne sofort aufgeschrien. Nur bei Pestiziden nicht. Dabei wird zu jeder Tages- und Nachtzeit und oft täglich bis in die Schlaf- und Wohnzimmer gespritzt (vor allem, wenn man das Pech hat, direkt an den Monokulturen zu wohnen, was vor allem im Vinschgau kaum vermeidbar ist) - siehe auch meine nachfolgende Beschreibung (wieder einmal). Morgens werden zum Bus gehende Kinder (und Erwachsene) schon kräftig eingenebelt, an Bushaltestellen fällt der Giftnebel förmlich vom Himmel und so weiter. Ich hätte im Übrigen hier sehr gerne neue Messpunkte, regelmäßiges Monitoring und Veröffentlichung der Ergebnisse. Denn von solchem Tun hört und sieht man absolut gar nichts.
Und die Äußerungen des Herrn Walcher zu dieser Thematik sind mehr als nur peinlich. Er ist ein absolut treuer Lobbyist, Gesundheit und Bevölkerungsschutz haben da keinen Platz.
Falls Sie Interesse haben an seiner Antwort an die Südtiroler Freiheit (auf deren von mir angestoßenen Eingabe) und an einigen meiner bisherigen „Eingaben“, kann ich diese gern an Sie weiterleiten.
Dann noch Ihr Artikel „Niedrige Pestizid-Rückstände 2025“: Flüchtige Leser könnten denken - ach toll, ja dann ist ja alles gut! Dass sich diese Aussage nur auf Spielplätze bezieht (die meist ja auch nicht direkt an Apfelplantagen liegen), nimmt man so erst mal nicht wahr. Und über die tatsächlichen Zahlen und das Ausmaß der allgemeinen Kontaminierung (die ja definitiv vorhanden ist) und was man der Volksgesundheit damit zumutet wird weiter geschwiegen.
Sabine Schmid, Kastelbell

 

Inflation frisst Renten auf – Soziale Mitte fordert bessere Anpassung

Die Vorsitzende der Sozialen Mitte, Gabi Morandell, weist auf den zunehmenden Kaufkraftverlust bei Rentnerinnen und Rentnern hin, insbesondere durch die steigende Inflation. Handlungsbedarf sieht sie in erster Linie auf Staatsebene.„Südtirol hat hohe Lebenskosten, Italiens Rentenniveau ist niedrig. Das allein hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass Rentnerinnen und Rentner zu besonders armutsgefährdeten Gruppen zählen. Hinzu kommt nun eine anhaltende Teuerungsdynamik. Hier muss etwas passieren“, so Morandell.Morandell verweist zudem darauf, dass das derzeitige gesetzliche System der Inflationsanpassung viele Pensionistinnen und Pensionisten nicht ausreichend schützt. Besonders mittlere Renten werden nur teilweise an die Inflation angepasst. „Dadurch verlieren viele ältere Menschen Jahr für Jahr an Kaufkraft. Gerade der Mittelstand spürt so die Teuerung besonders stark“, erklärt die Vorsitzende der Sozialen Mitte.Für die Vorsitzende der Sozialen Mitte in der SVP wäre es dabei wichtig, dass nicht nur die Mindestrenten bei der Inflationsanpassung berücksichtigt werden, sondern besonderes Augenmerk auch auf die Renten im mittleren Segment gelegt wird. „Das waren und sind jene Menschen, die während ihres gesamten Arbeitslebens für einen großen Teil des Steueraufkommens gesorgt haben. Sie sind diejenigen, die jetzt am meisten unter den Teuerungen leiden. Salopp formuliert: zu reich für soziale Unterstützungsleistungen, zu arm für ein Leben mit Würde und Selbstbestimmung im Alter. Das kann es nicht sein!“, unterstreicht Morandell.Sie ist bereits mit den Parlamentarierinnen und Parlamentariern der SVP diesbezüglich in Kontakt, um auszuloten, ob es hier mögliche Spielräume für Verbesserungen gibt.
Die Sozialen Mitte,
Gabi Morandell

 

Mit großer Erleichterung...


Gemeinsame Stellungnahme des Raiffeisenverbandes Südtirol und des Südtiroler Energieverbandes (SEV): Mit großer Erleichterung nehmen wir zur Kenntnis, dass Andreas Tappeiner, Obmann des Fernheizwerkes Laas und Hugo Trenkwalder, Heizwart des Werkes, in die Freiheit entlassen worden sind. „Wir waren stets überzeugt von der Integrität aller Beteiligten und sind hoch erfreut, dass der Alptraum für alle Beteiligten und deren Familien heute zu Ende geht“, so Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol, und Thomas Gasteiger, Obmann des Südtiroler Energieverbandes SEV. „Der gute Leumund aller hat sich bestätigt: und mit Blick auf die Arbeit, welche Andreas Tappeiner und Hugo Trenkwalder stets für die Genossenschaften geleistet haben, sind wir erleichtert, dass sich die verantwortungsvolle Arbeit all der Jahre auch heute mit der Überstellung in die Freiheit zeigt.“ Als Raiffeisenverband Südtirol und Südtiroler Energieverband SEV haben wir die Ereignisse rund um die Ermittlungen der Operation „Alpenkohle“ mit großer Aufmerksamkeit und Betroffenheit verfolgt.
Umso mehr freut es uns, dass Andreas Tappeiner und Hugo Trenkwalder, die sich über viele Jahre hinweg mit Engagement, Verantwortungsbewusstsein und persönlichem Einsatz für ihre Genossenschaft eingesetzt haben, heute die Untersuchungshaft hinter sich lassen konnten. Als genossenschaftliche Organisationen fühlen wir uns den Menschen verbunden, die Verantwortung übernehmen und sich für das Gemeinwohl engagieren. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es uns wichtig, Menschlichkeit, Mitgefühl und Zusammenhalt zum Ausdruck zu bringen.
Unterzeichnet

Herbert Von Leon
Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol
Thomas Gasteiger
Obmann des Südtiroler Energieverbandes SEV