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Mals

Gabriel Grüner zu Ehren

von Angelika Ploner
Das 27. Gabriel Grüner Stipendium geht an Morgane Bona und Johanna Maria Fritz, der 11. Gabriel Grüner Schülerpreis an Annalena Gufler und Fabian Pircher von der Landesberufsschule „J.Gutenberg“ in Bozen. Beide Preise halten das Andenken an den in Mals geborenen Stern Journalisten Gabriel Grüner hoch und wurden am 22. Mai 2026 im Oberschulzentrum Mals verliehen.
veröfftl. am 10. Juni 2026

In der Arktis entsteht eine militärische Frontlinie zwischen Russland und Europa. Die beiden Journalistinnen Morgane Bona und Johanna Maria Fritz wollen beleuchten, wie sich diese auf das Leben der Menschen auswirkt, wollen die Fischer auf Thromsö begleiten und Gespräche mit der Bevölkerung führen. Dieses Vorhaben hat die Jury des Gabriel Grüner Stipendiums überzeugt.
Beim Gabriel Grüner Schülerpreis hingegen geht es um das Thema: Wann hört Heimat auf? Annalena Gufler und Fabian Pircher portraitierten Klaus, den ältesten Bauern der Gemeinde Moos in Passeier und begleiteten ihn bei seiner täglichen Arbeit.
Martin Holzner, Abteilungsdirektor der Pädagogischen Abteilung, sagte in seiner Laudatio bei der Preisverleihung: „Der Siegertext ist ein leiser Text, eine Idylle wird in dieser Reportage spürbar erzählt. Es wird eine atmosphärische Sprache verwendet, um eine Lebensgeschichte zu erzählen und eine Epoche zu skizzieren. Es geht um einen verschwindenden Lebensraum, um gesellschaftliche Veränderungen, um einen stillen Appell. Der Text ist eine Montage und spielt mit Rückblenden in verschiedenen Zeiten. Es geht um Heimat, ums Älter werden, um das Ende der bäuerlichen Generation.“
Den Festvortrag hielt heuer Georg Mayr, der Chefredakteur der ff: „Wir haben Reportagen bekommen, die sehr anspruchsvoll sind. Aufgegriffen wurden Themen wie das Leben in der Rente, eine junge Frau in der Depression, der Blick auf die Autonomie oder die Siegerreportage über das Leben des Letzten auf seinem Hof. Sie dokumentiert einen Zustand, und hat eine Haltung.“ Mayr unterstrich die Wichtigkeit des Journalismus im Besonderen des Lokaljournalismus. „Journalismus ist mehr als eine Meinung in die Welt zu setzen, es ist Recherche, nachfragen, Empathie. Unser Job ist es, die Fenster zu öffnen und für Durchzug zu sorgen. Als Journalist muss man frei sein. Das ist nicht einfach in einem Land, wo jeder jeden kennt. Guter Journalismus biedert sich nicht an, sondern öffnet einen Meinungskorridor. Der Blick muss immer den Leserinnen und Lesern gelten.“
Michael Pinggera, der Vorsitzende des Bildungsausschusses Mals eröffnete die Gabriel Grüner Preisverleihung und hielt fest: „Der Schülerpreis bietet die Chance, Talente im journalistischen Bereich zu fördern.“ Roman Drescher führte routiniert durch den Abend, das musikalische Trio Ernst Thoma, Hannes Ortler und Barbara Ziernheld umrahmte die hochkarätige literarische Veranstaltung. Grußworte kamen von BM Josef Thurner und Uli Reinhardt, der als Fotograf mit Gabriel Grüner zusammenarbeitete, sein bester Freund und Mitbegründer des „Zeitenspiegels“ war. Das Gabriel Grüner Stipendium, mit 6000 Euro dotiert, wird von der Pädagogischen Abteilung, der Deutschen Bildungsdirektion in Kooperation mit der Agentur Zeitenspiegel, dem Wochenmagazin ff und dem Bildungsausschuss Mals getragen.