Reges Interesse beim Infoabend Betrugsfälle
Ivo Martinolli, Leiter Innovation & Operation der Raiffeisen Landesbank, zeigte in seiner Präsentation die Annehmlichkeiten, Chancen aber auch die Risiken der digitalen Finanzgeschäfte auf. Durch diverse Schutzmechanismen gelingt es europaweit die Betrugsraten bei Überweisungen und Lastschriften auf 0,001 % und bei Kartenzahlungen auf 0,034 % einzugrenzen. Dabei betonte Martinolli, dass Nutzer durch umsichtiges Verhalten wesentlich dazu beitragen können, um nicht Opfer von Betrügern zu werden. Für ein sicheres Online-Banking gilt: „Keine Links in E-Mails oder anderen Nachrichten von nicht bekannten Absendern öffnen, regelmäßige Kontrolle der Kontoumsätze, sichere Internetverbindungen nutzen und Betriebssystem, Browser und Virenschutz aktuell zu halten, sichere und starke Passwörter zu nutzen und diese niemanden weiterzugeben“, beachtet.
Patrick Olivetto, Spezialist für Cyber Security vom Raiffeisen Informationssystem zeigte die gängigsten Betrugsmaschen auf. Der Erstkontakt bzw. der „Köder“ wird von den Betrügern mittels Phishing, Fishing, Smishing, Vishing, gelegt oder über E-Mail und direkten Telefonanruf hergestellt. Dabei setzen die Täter die Kunden unter Druck und fordern sie auf, technische Handlungen auf Systemen mit Eingabe von Passwörtern zu tätigen. Dabei nutzen die Betrüger falsche Identitäten und geben sich als Mitarbeiter der Bank, NEXI oder gar als Behörden aus. Die beste Vorsorge gegen Betrugsmaschen ist die Sensibilisierung gegen solche Risiken, wie dieser Informationsabend, betonte Olivetto.
Mar. Ord. Matthias Holzner von der Carabinieristation Reschen wies auf die Gefahren durch Haustürbetrüger hin. Besonders Senioren sind vielfach davon betroffen. Bei dieser Art treten die Betrüger als Carabinieri oder andere Behörden in gefälschten Uniformen auf. Dabei werden Angst und Zeitdruck sowie eine erfundene Notlage z. B. „Ihre Tochter hatte einen Unfall“ als psychologische Manipulation genutzt, um Bargeld oder andere Wertgegenstände zu fordern. Erzeugung von Panik, Zeitdruck und emotionale Erpressung sind die Hauptwaffen der Betrüger. Oftmals wird das Szenario auch mittels Telefonbetrug abgespielt und die Opfer unter Druck gesetzt. Holzner betont, dass Carabinieri oder andere Vertreter der Behörden niemals Geld oder Wertgegenstände einfordern. Bei Verdacht solle sofort die Notrufnummer 112 angerufen werden sollte, denn Besonnenheit und Wachsamkeit ist der beste Schutz gegen Betrüger.
Abschließend erklärte der Direktor der Raiffeisenkasse Obervinschgau, Markus Moriggl, dass dieser Abend für alle, egal ob jung oder alt, wichtig ist, denn präventives Wissen schützt und durch aufgeklärtes, besonnenes und kluges Verhalten kann man als Bankkunde den Betrügern einen Schritt voraus sein und bedankte sich bei den Referenten für die interessanten Ausführungen. Zudem wurden die Besucher hingewiesen, dass nützliche Informationen zum Thema Betrugsfälle und Vorbeugung auf der Homepage der Raiffeisenkasse unter www.raiffeisen.it abgefragt werden können