Hotel Lindenhof ist verkauft
Das 5-Sterne-Hotel Lindenhof in Naturns ist an drei Immobilien-Investment-Fonds verkauft worden
Wir sind eine Kapitalanlagegesellschaft, an der die Autonomen Provinzen Bozen und Trient und die öffentliche Gesellschaft Pensplan Centrum Beteiligungen halten“, unter anderem so definiert sich Euregio+. Ein Zweig von Euregio+ ist der Fonds Euregio Tourismus. Dieser Fonds ist einer von drei Investoren, die das Hotel Lindenhof in Naturns aufgekauft haben. Die anderen zwei Investorengruppen sind „First Atlantic Real Estate“ und „Signal“, die den gesamten Kaufprozess aktiv begleitet haben. Den Kauf hat die Neue Südtiroler Tageszeitung in Südtirol erstmals am 4. Juni publik gemacht und der Autor Christoph Franceschini stellt zum Schluss seiner Ausführungen die Frage nach dem Ausverkauf der Heimat. Tatsächlich ist der Abschluss des Kaufes am 28. Mai 2026 auf der Homepage von „Monitor Immobiliare“ von den Käufern mit stolzer Brust bekannt gegeben worden. Der Besitz bleibe, so die Investoren, durch die Zusammenstellung der Investoren auf Wunsch des Verkäufers vor Ort verwurzelt. Der Lindenhof in Naturns ist aus einem bescheidenen Familienbetrieb im Laufe der Zeit zu einem 5-Sterne-Hotel angewachsen, mit 80 Zimmern, 7 Saunas und 8 Schwimmgelegenheiten. Der Juniorchef Joachim Nischler hat mit seinen Expansionsplänen die politische Riege in Naturns vor rund 10 Jahren arg ins Schwitzen gebracht. Der einzige Weg, die Wünsche für den großen Erweiterungsausbau erfüllen zu können, waren Türme. Dem Drang in die Höhe wurde nach ausgiebigen Diskussionen in Gemeinderat und im Gemeindeausschuss unter dem damaligen BM Andreas Heidegger nachgegeben. Der Vinschgerwind bezeichnete Heidegger damals frech als „Oberkellner“ und gestaltete ein kesses Titelbild. Die Naturnser waren zwischen „frecher Geschmacklosigkeit“ und „der Wahrheit nahe“ hin und hergerissen. Heidegger nahm’s, seinem Naturell entsprechend, sportlich.
Und nun der Verkauf, der schwierig einzuordnen ist. Experten sprechen davon, dass Südtiroler Hotelkomplexe für das Anlocken von Investmentfonds mittlerweile wetttbewerbsfähig sind. Der Expansion auf Hotelebene ist das genauso zu verdanken wie der Imagepflege der Destination Südtirol bzw. der internationalen Gastbewerbung durch die IDM und der Gastpflege durch die Tourismusgenossenschaften bzw. -vereine vor Ort.
Die Familie Nischler dürfte sich im kommenden Jahr aus dem Geschäft komplett zurückziehen. Ein Aus des Lindenhofs als Familienbetrieb. Denn in der Presseaussendung heißt es: „Der Einstieg eines internationalen Akteurs wird unter Wahrung der Identität der Region erfolgen“, erklärte Dan Seralvo, Geschäftsführer von First Atlantic Real Estate. (eb)