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Laas

EU in Laas

von Christine Weithaler
Am 8. Mai lud der SBB Bezik Vinschgau zum Infoabend in das Josefshaus in Laas. Nach der Begrüßung durch den Bezirksobmann ging der Direktor auf aktuelle Themen des SBB ein. Bezüglich der Schließung der Onlineportale für Arbeitssicherheitskurse wurde bereits in Rom interveniert.
veröfftl. am 27. Mai 2026

SBB Direktor Siegfried Rinner, EU Parlamentarier Herbert Dorfmann, SBB Bezirksobmann Joachim Weiss

In Südtirol ist es organisatorisch unmöglich, Kurse in Präsenz fristgerecht abzuhalten. Weiters möchte der SBB mehr Geld für die Almwirtschaft hereinholen. Bei den bevorstehenden Fraktionswahlen ist es ein wichtiges Anliegen, die vielen Fraktionen weiterhin mit Vertretern aus der Landwirtschaft zu besetzen. Bei der Abfallregelung bleibt vorerst alles wie es war. Das neue Brandschutzgesetz bringt strengere Auflagen, die spätestens bei der Hofübergabe geregelt sein müssen. Herbert Dorfmann betont, dass die Landwirtschaftspolitik momentan, vor dem Abschluss des EU-Haushaltes 2028-2034 Ende 2026, wichtiger denn je ist. Die Summe ist gestiegen, aber durch die starke Inflation und der neuen Verteilung ist der verfügbare Betrag für die Landwirtschaft etwa gleich geblieben. Die Weichen für die Verteilung der Gelder werden neu gestellt. Für Südtirol ist der Schwerpunkt nach wie vor das Berggebiet. Es wird weiterhin Leader Projekte geben, ein landwirtschaftliches Entwicklungsprogramm erstellt, um die Landwirtschaft für Jungbauern aktiv, nicht nur durch Förderungen, attraktiv und wirtschaftlich zu gestalten. Wichtig sind eine gute Ausbildung und Pensionsmodelle und Förderung von innovativen Ideen.
Größte Debatte im EU-Haushalt ist die in negativen Schlagzeilen geratene Betriebsprämie. Hier möchte man den „aktiven Bauern“, ohne mehr werdende Bürokratie, neu definieren.
Das Mercosur Abkommen bringt Vor-und Nachteile. Die EU exportiert mit oder ohne Zoll belastete Rohstoffe und Lebensmittel und ist auf den Import von z.B. Eiweißfutter und Soja angewiesen. Chance für Südtirol kann das Exportieren von verarbeiteten Milchprodukten, Wein und Spirituosen sein, so ist auch die Apfelernte zeitlich versetzt. Es gilt die Risiken des offenen Weltmarktes gut zu beobachten um in den richtigen Momenten alle Möglichkeiten auszuschöpfen.
Zum Thema Pflanzenschutz möchte man durch verschiedenste Maßnahmen die Zulassung neuer Produkte beschleunigen, die Verdrängung alter Wirkstoffe verlangsamen und in die Züchtung resistenteren Sorten investieren. Der Klimawandel ist Realität und bringt viele Herausforderungen für die Landwirtschaft. Hier sind der Beratungsring und das Versuchszentrum Laimburg wichtige Entwicklungspartner. In der Diskussion kam auf, dass Endverbraucher oft nahe an nicht Regierungsorganisationen seien und fern der bäuerlichen Realität. Rinner und Dorfmann unterstrichen, dass populistische Aussagen hier und beim Thema Tierwohl, Wolf und Bär starkes Gehör finden. Südtirol müsse italienische Regeln einhalten und kann nicht ausländischen Formen folgen. Angesprochen wurde auch der Landesbewässerungsplan und dessen Probleme, die große Belastung der Arbeitssicherheitskurse und deren Sinnhaftigkeit bei saisonalen Arbeitskräften. Momentan befindet sich die Viehwirtschaft in einem komplexen und mit hohen Investitionen verbundenen Zertifizierungs-Wahn. Wobei nur ein geringer finanziellen Vorteil in Aussicht steht. Rinner und Dorfmann bekräftigen dass sie die Probleme der Landwirtschaft im Auge haben und Lösungen aktiv verfolgen.