Aschermittwoch der Bauern
Digitales, Soziale Absicherung und Innovation waren Schwerpunkthemen bei der Bauernbund-Bezirksvollversammlung am Aschermittwoch, den 18. Februar im Kulturhaus von Schlanders. Über die „Diggy-Treffs“, den Anlaufstellen fürs Digitale, referierte Werner Messner, über die Soziale Absicherung Max Thurner, der eindrücklich vor allem die Jungen aufforderte, in die Rentenkassen einzuzahlen und über Trends und Innovationen referierte Matthias Bertagnolli. In seiner Zusammenfassung des bäuerlichen Jahres 2025 blickte der BB-Bezirksobmann Joachim Weiss mit einer bestimmten Zufriedenheit zurück. Denn im Obstbau konnte eine zufriedenstellende Ernte eingefahren werden, ebenso war die Futterqualität gut und von den Almen kamen hervorragende Produkte. Die von der Gesellschaft viel beachtete Marillenernte war gut und eine Vereinbarung zwischen VIP und Melinda im Bezug auf die Vermarktung von Kirschen laufe gut an. Sowohl der Weinanbau als auch die Vermarktung blieben eine Herausforderung. Kurzum, 2025 waren vom Anbau und vom Wetter her positiv, dafür sei, so Weiss, dem Herrgott zu danken. Sicher sei, dass der Pflanzenschutz auf EU-Ebene Thema bleiben werde.
Beim Pflanzenschutz tue sich etwas, sagte BB-Obmann Daniel Gasser. Denn es sei ein Unding, dass man 8 Jahre für die Zulassung eines neuen Wirkstoffes benötige. Zudem müsse, wenn ein Wirkstoff nicht mehr zugelassen werde, eine Alternative bereitstehen. Gasser wies daruaf hin, dass es beim Goßraubwild „ganz mühsam“ sei, etwas voranzubringen. „Wir wünschen uns nicht die Zustände vom Appenin, wo längst keine Weidewirtschaft mehr betrieben werde. Landesrat Luis Walcher lobte die genossenschaftliche Organsisation als sehr innovativ, brachte als Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus das Eggental und wies auf die gute Zusammenarbeit mit Sepp Noggler und Franz Locher hin. Es war dann der Locher Franz, der im Vinschgau aus seiner Sicht die drei wichtigsten Säulen in der Landwirtschaft aufzählte: die Produkte, die Beiträge und den Nebenerwerb. Über den Nationalpark und über das Wasser soll der Sepp reden., sagte der Franz. Der Sepp sagte aber kein Wort und Joachim Weiss: „Der Sepp wird von den Grußworten verschont.“
Das Tierwohl und eine mögliche Geflügelmast im oberen Vinschgau (in Mals steht der dortige Schlachthof bereit) wurde bei den Fragen aus dem Publikum angerissen. Auf die Frage vom ehemaligen BB-Bezirksobmann Raimund Prugger, wann mit der Nachbesetzung der Stellen von Markus Joos und Martin Pazeller zu rechnen sei, sagte Walcher, dass er hoffe, die Joos-Stelle (Bezirksleiter für Landwirtschaft) mit Ende des Jahres nachbesetzen zu können. Martin Pazellers Amt (Direktor Abt. Landwirtschaft) sei derart groß, dass nur die Hoffnung bestehe, einen Guten finden zu können.