Die Welt der Wappen und Fabelwesen
l. im Bild: Der Historiker Michael Lochmann referierte über die Bedeutung von Wappen im Allgemeinen und von Fabelwesen im Besonderen
Sei es auf Weihwasserbecken, Siegelringen oder alten Gasthofschildern, Wappen findet man überall und sie begleiten uns ständig. Das vermittelte der Historiker Michael Lochmann, beim Vortrag über Heraldik am 7. März 2026 im Avimundus in Schlanders.
In einem Raum, umgeben von rund 300 verschiedenen Südtiroler Vogelarten, erklärte Lochmann die Heraldik und sprach über die Bedeutung einzelner Fabelwesen. Unter Heraldik versteht man die Lehre, Gestaltung und Bedeutung von Wappen. Ihre Entstehung lässt sich auf ein praktisches Problem des 11. Jahrhunderts zurückführen. Im Kampf waren Ritter durch ihre Rüstungen kaum zu erkennen, weshalb ein deutliches Erkennungszeichen notwendig wurde. Das Wappen diente der schnellen Identifikation zwischen „Freund und Feind“ und wurde vor allem auf Schildern angebracht. Auch heute noch sind „militärische Flugzeuge und Panzer gekennzeichnet“, so Lochmann.
Im Laufe der Jahrzehnte wurden Wappen persönlicher, sie kennzeichneten Familien und wurden erblich. Auch Gasthöfe entnahmen Elemente aus der Heraldik und Wirtshausschilder waren vor allem früher üblich. Ein Beispiel ist das Gasthaus „zum Roten Adler“ in Latsch, wo am Ende des Tragearms ein Tiroler Adler in einem herzförmigen Blätterkranz mit einer roten Schleife abgebildet ist.
Ein besonders häufiges vogelartiges Fabelwesen in Wappen ist der Greif. Er hat „den Kopf, die Flügel und die Krallen eines Adlers, während sein Körper, seine Beine und sein Schwanz die eines Löwen sind“, erklärt der Historiker. Durch die Kombination aus beiden Tieren steht er als Symbol für Macht und Tapferkeit. Auch der Phönix ist ein bekannter Vogel und wurde bereits in der ägyptischen und griechischen Mythologie verwendet. Macht Wiedergeburt und Unsterblichkeit sind seine Bedeutungen. Im Gegensatz dazu ist der Basilisk ein mystisches Fabelwesen und symbolisiert negative Eigenschaften, wie Tod oder Verderben.
Info: Michael Lochmann wies zusätzlich auf die Internetseite „Fischnaler Wappenkartei“ hin.
In der Onlinedatenbank findet man über 30.000 Karteikarten von Skizzen von Familienwappen. Man kann also seinen Familiennamen eingeben und sehen, ob es ein Familienwappen gibt und welches das ist.
Theresa Hickmann