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„Als Maurer legt man das Fundament für alle nachfolgenden Gewerke“

veröfftl. am 14. Oktober 2026

Was begeistert Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Florian Renner: Das Schönste am Beruf des Maurers ist, dass man sieht, was man geschaffen hat. Der Fortschritt ist jeden Tag erkennbar und am Ende eines Projekts hat man mit seinen eigenen Händen etwas geschaffen, das Jahrzehnte oder vielleicht auch Jahrhunderte Bestand hat.

Was sind die Herausforderungen?
Florian Renner: Zum einen ist der Beruf natürlich körperlich anstrengend. Auch wenn wir mittlerweile unzählige Hilfsmittel zur Verfügung haben, die das Heben und Tragen im Arbeitsalltag erleichtern, braucht es manchmal doch noch Muskelkraft. Zum anderen erschwert natürlich auch das Wetter die Arbeit: Egal ob im Sommer die eine Hitzewelle die nächste jagt oder im Winter Kälte und Frost herrschen, ein Maurer arbeitet großteils im Freien.

Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen. Was braucht es noch als Maurer?
Florian Renner:Ein Maurer muss nicht nur den Überblick über seine eigene Arbeit behalten, er muss mit einer Vielzahl von Akteuren zusammenarbeiten: Bauherren, Architekten und Statikern, aber vor allem auch mit allen anderen beteiligten Handwerkern. Die Arbeiten müssen natürlich zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Als Maurer legt man aber auch buchstäblich das Fundament für alle nachfolgenden Gewerke. Deshalb müssen die Schnittstellen laufend besprochen und aufeinander abgestimmt werden.

Was ist auf einer Baustelle das Wichtigste?
Florian Renner:Dass am Abend jeder gesund und unverletzt nach Hause geht.

Auf welches Bauprojekt sind Sie besonders stolz?
Florian Renner:Besonders stolz ist man natürlich auf Bauprojekte, die keine Standardlösungen erlauben. Am spannendsten sind Baustellen, bei denen man erst im Laufe der Realisierung herausfinden muss, wo das eigentliche Problem liegt – z. B. bei der Sanierung von Altbauten. Wenn man auf unvorhergesehene Herausforderungen stößt, improvisieren muss und das eigene Wissen und die Erfahrung zur Lösung des Problems führen, ist man natürlich besonders stolz auf das, was man geleistet hat.

Der Maurerberuf ist krisensicher. Die Baukosten hoch. Warum sind die Preise für Baumaterialien immer noch auf hohem Niveau?
Florian Renner:Ich kenne natürlich nicht die Produktionskosten der Hersteller von Baumaterialien. Somit kann ich die hohen Preise weder verteidigen, noch möchte ich mit dem Finger auf bestimmte Hersteller und Zulieferer zeigen. Fakt ist aber, dass die Herstellung von vielen Baumaterialien sehr energieintensiv ist und sich die hohen Energiepreise auf die Produktion und die Logistik der Baustoffe auswirken.

Ein Tag bei Renner Bau...wie schaut dieser aus?
Florian Renner: Wir treffen uns um 7:15 Uhr bei uns am Firmensitz. Je nach Ort der Baustelle und wenn es organisatorisch möglich ist, kommen manche Mitarbeiter auch direkt zur Baustelle. Wir sind eine relativ kleine Mannschaft, sodass die Einteilung und Zuteilung zu den einzelnen Baustellen relativ flexibel organisiert werden kann. Gearbeitet wird dann bis 12:00 Uhr und am Nachmittag wieder von 13:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Mittag gibt’s im Gasthaus und nach Feierabend sitzen wir auch gerne noch auf der Bank vor unserem Lager zusammen.

Wie wichtig ist Weiterbildung?
Florian Renner:Enorm wichtig, aber unsere Weiterbildung findet selten im klassischen Klassenzimmer statt. Es ist wichtig, offen für neue Bauverfahren, innovative Produkte und moderne Verarbeitungsmethoden zu sein. Diese Offenheit, gepaart mit einem gesunden kritischen Blick auf Basis unserer Erfahrung, sichert uns den Fortschritt. Wir probieren Neues aus, prüfen es aber immer mit dem Verstand des Praktikers.

Was tun gegen den Fachkräftemangel? Ihre Meinung?
Florian Renner: Ihre Kampagne – das Handwerk ins Rampenlicht zu stellen – ist sicher ein wichtiger Beitrag. Wir müssen das alte, verstaubte Image vom Arbeiter, der nur Muskeln und kein Köpfchen braucht, aus der Welt schaffen und den Jugendlichen zeigen, dass der Maurer der Zukunft ein gefragter Facharbeiter sein wird, der sein Wissen einsetzt, um neue Technologien zu nutzen, nachhaltige Baustoffe zu etablieren und den digitalen Wandel nutzt, ohne Gefahr zu laufen, von der KI ersetzt zu werden.