Die Schöpfung von Joseph Haydn in Prad
70 Chorsänger:innen, 35 Musiker:innen und drei Solisten präsentierten unter der Leitung von Josef Sagmeister das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn am 2. Mai in der Pfarrkirche von Prad und am 3. Mai im Kursaal Meran.
Über 300 Konzertbesucher-:innen genossen am 2. Mai die zweistündige Aufführung des berühmten Oratoriums „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn in der Pfarrkirche „Maria Königin“ in Prad. Unter der Organisation der Bezirkschöre Burggrafenamt und Vinschgau bildete sich ein Projektchor mit 70 begeisterten Laiensänger:innen unter der Leitung von Josef Sagmeister und präsentierte zusammen mit den 35 Musiker:innen des Orchesters Cum Tempore das großartige Werk, uraufgeführt 1798 in Wien. Neben Chor und Orchester traten auch drei Solisten auf, welche das Geschehen an den sechs Schöpfungstagen erzählen. Die drei Solisten repräsentieren die Erzengel Gabriel (Sopran: Elisabeth Hofer), Uriel (Tenor: Renzo Huber) und Raphael (Bass: Hermann Kiebacher). Die Schöpfung besteht aus drei Teilen. Der erste Teil feiert die Erschaffung des Lichts, der Erde, der Himmelskörper, des Wassers und der Pflanzen. Es beginnt mit dem Chaos und der Dunkelheit, bis der Chor mit den Worten „Und es ward Licht“ den besonderen Moment der Erschaffung der Welt eindrucksvoll zum Ausdruck bringt. Im zweiten Teil wird die Erschaffung der Fische, Vögel, der Landtiere und des Menschen musikalisch und gesanglich dargeboten. Diese werden vielfach charakterisiert durch die sogenannte Tonmalerei. Es sind Nachahmungen von Naturerscheinungen, wie das „Donnergrollen“ durch Pauken oder „Vogelgezwitscher“ durch Flöten. Der dritte Teil erzählt über die glückliche Zeit von Adam und Eva im Paradies. Sie danken und lobpreisen die Schöpfung. Bevor es zum unheilvollen Sündenfall kommt, ist die „Schöpfung“ zu Ende. Damit steht nicht der Sündenfall am Schluss, sondern die Schönheit des Diesseits. In Wien wurde das Werk von Haydn mit großem Jubel aufgenommen. Erfolgreich war das Werk auch, weil biblische Inhalte mit Grundgedanken der Aufklärung verbunden wurden und das Werk Ausdruck einer fröhlichen, weltbejahenden Stimmung ist. Auch in Prad gab es am Ende einen großen und langanhaltenden Applaus. (hzg)